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Vergessen unmöglich

Geschrieben zu „Just a little love song“ und „Home again“ von Ikmus99

Die Zeit rennt mit großen Schritten, fragt nicht nach dem Morgen oder dem Gestern. Die Zeit läuft einfach und reißt alles mit sich mit.

Was gestern noch Bedeutung hatte, hat sich heute vielleicht schon in Luft aufgelöst. Liebe heilt, aber Liebe vergisst nie. Menschen, die dir einst etwas bedeuteten, wirst du niemals mehr vergessen können. Da ist irgendso ein Mechanismus oben im Kopf, der das verhindert. Unser angeborenes Mitgefühl, unsere Fähigkeit zur Liebe und Verbundenheit vielleicht? Oder einfach nur die Tatsache, dass wir uns die aktuellsten Informationen stets aus dem Internet laden können? Also auch die Daten über unsere verflossenen Beziehungen und Mitmenschen? Wie dumm Menschen sind, wenn sie meinen, jemanden „einfach vergessen“ zu können. Und wie kurz die Ratschläge reichen, sich bei Abschiedsschmerz einfach nur ein wenig abzulenken…Mit dem Internet wächst alles zusammen, jede Person ist nur einen Klick entfernt. Das ist die neue Technologie-Realität, der wir uns stellen müssen. Und metaphysisch, vielleicht die größte Errungenschaft des Internets allerzeiten? Nein, nur für romantisch veranlagte Poetinnen, nicht für den großen Rest, der das Internet für schnöde Informationen, Nachrichten, Facebook-Blödeleien und Börsenkurse missbraucht…

Distanzlosigkeit- und zwar für ewige Zeit, so scheint es. Ein Fluch für all jene, die unter Liebeskummer leiden und innerlich wie äußerlich keine Distanz aufbauen können. Denn eigentlich, so denke ich mir, will die Stimme in uns doch nur Verbundenheit und Nähe zu anderen. Erst durch die gelebte Distanz, äußerlich wie innerlich können wir das Gegenteil spüren. Das Internet lächelt dich verlockend an und ist doch immer nur ein verzögertes Abbild der Realität, nicht die Realität an sich. Zeiten und Orte fallen zusammen auf einen einzigen Punkt… wo sie in Wahrheit doch unendlich weit entfernt sind. Das zu erkennen, erzeugt Schmerz. Schmerz darüber, dass wir nicht selbst ständig mit allen verbunden sein können. Müssen erst wieder eine Mauer aufbauen, eine Mauer aus Gedanken, Meinungen und Einstellungen.. wo es doch so einfach wäre…

Unsere innere Stimme ermahnt uns zum Guten hin.. Wonach wir uns wirklich sehnen..Da auf dem Monitor steht es! Da sieht man es, laut und deutlich, die Augen und Ohren können doch nicht irren?

Eine leise Stimme, die wir zwar knebeln können, die aber immer jammern und wimmern wird. Die einfach nicht aufzuhalten ist. Die sich mit dem Tanz der Neuronen zu neuen Taten verbindet. Einfach und effektiv. Das heißt dann „aus der Mitte heraus zu handeln“ und führt meistens zu Erfolg oder Fortschritt. Oder zu einer ganz großen Dummheit, die man ohne Liebe niemals gemacht hätte… Ganz anders, viel eindeutiger und verrückter als das ewige Jammern, Nach- Grübeln und die Klein-Aufrechnerei, die nur zu Verzweiflung, Depression und Stillstand führen.

Es ist leicht, nach der Mitte des Herzens zu handeln, wenn man die Stimme denn nur endlich mal hören würde…

Dann spielt auch das Vergessen keine Rolle mehr, dann ist alles real, alles „im Jetzt“.

Kunst

Passender Song zum Text: Soap&Skin Cynthia


Wenn meine Religion die Kunst wäre, wäre dann jede Religion auch gleichzeitig Kunst?

Bedarf es Kunst, zu glauben? Die Hindernisse zu überwinden, die in den Gesetzen der Logik so widersprüchlich erscheinen?

Bedarf es Kunst, zu lieben?
Loslassen, wenn der Streit im Hause steht? Nicht immer darauf zu beharren, das letzte Wort zu haben? Über sich zu gehen. Dem anderen vergeben.

Bedarf es Kunst, zu sein?
Den Augenblick genießen. Das Leben umarmen, den Nächsten küssen? Abschalten von der Hektik des Alltags. Einen besonderen Platz schaffen. Jenseits der Hektik, jenseits der Staus. Ein kleines Plätzchen Frieden, ein bisschen grün, eine Oase des Glücks. Egoistisch? Vielleicht.

Bedarf es Kunst, um etwas zu bewegen?

In höhere Sphären gehoben – um zu lieben. Abgehoben, um zu starten. Sich berufen fühlen, um zu entscheiden.

Kunst

Etwas der Erde losgelöst, nicht ganz an ihr dran. Nicht 100 Prozent korrekt. Fehlerhaft, menschlich.

Spirituell, der Ratio entrückt. Oder – in menschlicher Vernunft – vollständig vereint.

Die Zerbrechlichkeit des Lebens

Klein ist das Leben, zerbrechlich und empfindlich.
Schnell zerquetscht zwischen Fingern.
Schnell zerstört durch unachtsame Worte.
Kaum geschützt gegen Gewalt.
Zerbrechlich wie ein rohes Ei.

Freundschaften aufzubauen braucht Jahre.
Immer wieder, den anderen neu kennen lernen.
Die Nuancen der Persönlichkeit ergründen.
Sich langsam vortasten.
Sich freuen, wenn man etwas versteht
und ärgern, wenn mal wieder ein Missverständnis im Raum bleibt.

Wie schnell ist all das zerstört!
Wie schnell die Freundschaft zerbricht.
Ein unachtsames Wort und schon ist es vorbei.
Ein böser Blick und ich schau dich nicht mehr an!

Wie wenig Halt die Menschen haben
Wie viele allein und traurig sind.

Kinder ohne Eltern
Eltern ohne Kinder.
Alte Menschen ohne die Dynamik der Jungen,
Junge Hüpfer ohne die Weisheit der Alten.

Frauen ohne Männer, ziellos, egoistisch.
Männer ohne Frauen- rau und rücksichtslos.

Ängstlichkeit abbauen,
Wut reduzieren,
Weisheit erlangen.
Immer wieder, jeden Tag neu.

Ideale, Selbstbilder und Ziele

Bloggen ist im Grunde auch Dialog. Entweder nur mit sich selbst oder auch mit anderen, den Lesern, stillen und kommentierenden.

Dialog bringt es mit sich, dass man manche Dinge besser weiß, andere schlechter. Bloggen ist nebeneinander kommunzieren, aber auch miteinander. Es ist eine schöne Kunstform, von der ich nicht so recht loskomme.

Wenn ich was schreibe, mache ich das gerne aus einer höheren Sicht heraus, aus der Sicht des Überblickenden, Allwissenden. (Ja vielleicht auch aus einer männlichen, etwas abfälligen und dominanten Perspektive? Die Künstlerin Beyonce hat doch auch mal gesagt, dass sie einen inneren Künstler in sich hat, wenn sie auf einer Bühne ist, der sie stärker und unnahbarer macht, so abwegig ist das gar nicht).

Aber warum mache ich das überhaupt in der Art?

Würde mich einer lesen, wenn ich die Sätze immer so begänne:

  • „ach eigentlich hab ich keine Ahnung, aber…“ oder
  • „mich beschäftigen viele Zweifel und die Welt ist gegen mich und daher heul ich jetzt ne Runde…“oder
  • „Ach in den Medien gibt’s ein tolles Thema, aber ich hab überhaupt nix dazu zu sagen und ich bin auch viel schlechter als alle anderen!“

Wenn ich blogge, geht das nur, wenn ich überschüssige Energie habe. Wenn ich nur schlechte Laune hätte, würde ich schweigen und alles für mich behalten- > so wie sowieso meistens. Zum Bloggen zu finden ist eher eine Ausnahmesituation, eine Positive, die mein Leben meistens beschwingt. Positive Wellen, die manchen vielleicht Angst einjagen.

Mein Blog bekommt den Senf ab, wenn es mir gut geht. Das geschieht aus der inneren Sicht der Zufriedenheit aus. Man kann ja auch seine Meinung abgeben, ohne jemand anders damit zu beschneiden oder? Deswegen schreibe ich es ja auf und knalle es niemanden ins Gesicht. Bloggen ist Pazifismus pur.

Aber schon oft ist es mir so gegangen, dass man meine Worte nicht verstand oder gar als überheblich empfand. Warum? Weil ich nicht dazu schreibe, was mich wirklich bewegt, weil ich Zweifel nicht in Nebensätze packe? Weil alles so selbstsicher und überlegen, so durchdacht und intelligent wirkt?

Ist es denn so?

Nein. Ich schreibe immer mit dem Gefühl, dass ich vielleicht morgen schon keine Lust mehr habe. Ich nehme nicht besonders viel Rücksicht auf meine Worte, ich schreibe so wie ich bin, wie ich denke und fühle… klar, passiert es dann auch mal, dass ich einen Artikel wieder lösche, den ich im Nachhinein als zu extrem empfinde. Was soll´s? Das ist halt schreiben, zerknüllen, aussortieren, verbessern… ein ständiger Erneuerungsprozess, der mich jung hält.

Ist das denn so einseitig, ist das abzuwerten?

Wie sollte ich sonst schreiben? Damit ich Leserin XY besser gefalle, dass ich kompatibler zu Leser Z bin? Dass ich mehr Einnahmen von Firma ZYX bekomme? Dass ich keine Kunden vergraule, dass meine Freunde…. fremdbestimmt. bis zum bitteren Ende. Das möchte ich nicht.

Darum geht es doch beim Bloggen. Eine künstlich höhere Perspektive einnehmen, sich freiwillig auf eine Position einlassen, die man im Leben vielleicht nicht hätte.

Der Künstler malt das Bild auch nach seinem Ideal, nach seinen Augen, nicht unbedingt entspricht das immer der Realität. Es entspricht aber den Augen des Künstlers, nach seinen inneren Perfektionen und Wünschen.. und ohne Ideale geht es nicht. Ohne Ziele und Vorstellungen hätten die Architekten niemals riesige Kirchen, ohne innere Feinde niemals steinestrotzende Bastionen gebaut, ohne eine Vision gäbe es die Mona Lisa nicht. Ohne manche Krankheit einen Künstler weniger. Denn die Krankheit zu formulieren, seine ganzen Stärken, Gefühle, Gedanken und Schwächen in ein einziges Werk zu legen, das ist die Essenz jeder Kreativität. Und je mehr Stärken dabei herauskommen, desto besser! Kunst kann stärken… Zweifel daran saugen nur die positive Energie heraus.

Wie soll man ein Bild ohne Ideale malen? Ohne das Gefühl, dabei etwas einzigartiges zu produzieren?

Wenn ich keine Lust auf das Malen o. Schreiben hätte, dann würde ich braun-schwarze Farbe nehmen und gelangweilt auf der Leinwand herumpanschen. Ohne Linien, ohne Konturen, ohne erkennbares Etwas. Und wer findet das schön, außer der Künstler selbst?

Das andere Extrem sind die starren Linien, die rechtwinkligen Abmessungen, die auch ein Extrem sind… die Vorurteile, Intoleranzen und künstliche Abgrenzungen gegen Fremdes.

Wir sehen, der richtige Weg liegt mal wieder in der Mitte.

Zwischen Perfektion/ Überheblichkeit und völliger Gleichgültigkeit.

Oder?

Die Gedanken sind frei

oder: Im Mondlicht

Feierabend
Eine Schreibtischszene in kräftigen Farben

Feierabend, das höchste der Gefühle.

Die Türen klappen, Motoren brummen, es geht nach Hause. Draußen ziehen dröhnende Motorräder noch ihre Runden. Ein Mann gröhlt vor sich hin, zufrieden und schon etwas angetrunken. Der Nachbarshund schweigt und hat sich nach drinnen verzogen. Die Menschen haben ihre Arbeit verrichtet, nun ist es ruhig.

Der erste Schluck Bier der Woche wird über meinen Gaumen gespült, die erste Salzbrezel zwischen den Zähnen zerkaut.

Im Internet-TV kommt die „Moonlight Sonata“ zum x-ten mal. Ich liebe sie so.

Langsam ziehen die Gedanken aus meinem Kopf, es ist wie ein Film. Auf und ab, wie auf leisen Wellen sitze ich in meinem Sessel, Wärme umströmt meine Arme.

Ich atme langsam und genußvoll, bin völlig zufrieden- so wie es ist.

Der Abend, in dunkles Licht getaucht.

Der Streß- in bunte Farben ausgetauscht.

Die Liebe- in das Herz gelassen.

Das Mondlicht, stumm betrachtet.

Die Nacht, schweigend erwartet.

Dich- so innerlich ersehnt.

Seelen-Implosion

aus der Reihe „Lyrics meets Music“…. ((Diese Reihe zeichnet sich durch spontane, nicht unbedingt grammatikalisch oder orthografisch richtige Formulierungen und Gedanken aus.. es wird empfohlen, sich beim Lesen der Zeilen die verlinkten Musikstücke gleichermaßen anzuhören, um das „Geschmackserlebnis“ vollständig zu entschlüsseln!))


Die Seele implodierte, als die Farbe ihren Lauf nahm und alles von innen mit Buntheit übertünchte.

Der Feierabend löste den Streß des Tages in lange Wellen auf, die den Körper von innen heraus mit Kraft durchströmten.

Anschließend sah man eine helle, gleißende Aura, die die jungen Menschen umstrahlte und ihnen ein Lächeln auf´s Gesicht zauberte.

Der Synthesizer versorgte sie mit Kraft, das Schlagzeug ordnete den Rhythmus unter. Heraus kam gebackene Musik, gepfiffen im All.

Kreischen im Nirvana, singen im Galopp. Der Plan des Tages, unwichtig und klein kam er mir nun vor.

Schneller schlug das Herz, der Blutdruck hob sich. Endorphine schossen durchs Blut.

Wie ein süchtiger drehte ich die Musik an den Kopfhörern lauter und wollte noch ein Lied, noch ein Lied!

Gib mir Musik, gib mir Kraft!

„Breathe the pressure“, sagte er und ich atmete.

Dann fielen wir zurück in unsere bunte Welt und ließen es geschehen.

…………………………………….
I got the poison, I got the remedy

Positive Energie durch den Körper schoss
Das Blut imaginär in Bahnen floss

Das Gesicht im Licht hell zuckte
der Feind sich vor Angst nur duckte

Das Böse in die Hose machte
Tiefer Bass im Ohre krachte

Die Seele nicht nach Sinn mehr fragte
mich ((bzw. „mir“)) es nur allzu gut behagte

Ich hör das Lied nun rauf und ab
kann´s kaum stoppen, nur zu satt.

Das Kornfeld

Einzelne Blume

.. Passendes/ Gehörtes Lied beim Schreiben ..
.. oder das (für Freunde der klassischen Musik)…

Gleich eines vorneweg: Dies wird keine tiefschürfende und Ozean-Übergreifende, tiefseetauchende und Quellen-getränkte Meta-Analyse, es wird keine Doktorarbeit, kein Küchen-Protokoll, kein Pamphlet, kein Kommentar und garantiert einhundert Prozent Journalismus-Etiketten-Frei. Es wird Rechtschreibfehler geben, kuriose Neologismen, wie nur ich sie mir ausdenken kann und ja- es wird sogar ein Stückweit political uncorrect, es wird etwas unlogisch, widersprüchlich, es wird launenhaft, weiblich und dümmlich sein. Es wird so frei von Anspruch sein, wie die Wüste Gobi, aber doch so unendlich schwarz und langweilig wie die nächste frisch geteerte Autobahn und – ganz wichtig, es wird am Ende sogar ein wenig gerade geschnitten und korrigiert, so wie die Hecke des freundlichen Herrn Nachbarn um die Ecke.

Weizenfeld

Und wie mir die Nachbarskinder ihre Kehle an die frisch gestrichene Wand und die dreifachverglasten Fenster schreien, ich die im Minuten, nein Sekundentakt hämmernde Musik der künstlerisch ambitionierten und leicht rebellischen Jugendlichen in mich hinein sauge, fehlt nur noch das Klingeln meines ausländischen Nachbarn, der mich darum bittet, nein darum in recht gutem Deutsch fleht, über unsere Garage laufen zu dürfen.

Zwischendurch bringe ich genervt die Wäsche zur Maschine, mache mir meinem 200. Senseo und wenn ich mich vor Koffein-Schocks nicht mehr halten kann, brühe ich eben einen frischen Früchtetee. Aufs Essen werde ich verzichten, denn vom Essen nimmt man zu ((Der Nachteil ist nur, dass man vom Nicht-Essen in Verbindung mit übermäßigem Kaffee-Konsum furchtbares Sodbrennen bekommen kann)). Meine Waage straft mich abwechselnd mit Nichtbeachtung und ständiger Frotzelei, und zwischendrin haut sie die knallharte, nüchterne Analyse „zu dick für dein Alter!!“ in meine vor Heuschnupfen tränenden Augen.

Kornblume

Ich schaue traurig an meinem bleichen Venus- Körper herunter, fahre mir mit der rechten Hand durch die leicht zersausten und dicken Haare, nehme den Daumen und den Zeigefinger der linken Hand und drücke ein Stück von meiner Bauchdecke zusammen. „Specki“ dröhnt es mir im Hinterkopf, jenes Argument, jenes verurteilende Wort, dass sich so tief in mein Unbewusstes gegraben hat, wie es nur einem fiktiven und viel zu schnell gealterten Showstar ohne Publikum und Fangemeinde passieren kann.

Nebenbei ärgere ich mich über die Leute, die bei Last.Fm die Musik falsch taggen und ich statt „Tiesto“ so ein Schwachsinn wie Pussycat Dolls oder so ein verdruggtes Mushroom-Zeug hören muss. Da hilft nur Bannen.

Oder ich schalte auf meinen Lieblings-Sender „Youtube“ und stelle mir die Musik selbst zusammen.

Sonst ist in meinem lächerlichen Leben nicht viel passiert. Die letzte Sache, die mich sehr beschäftigt hat, war die Trauerfeier von Michael Jackson. Aus einem Grund, den ich nicht näher benennen kann, war ich sehr traurig und musste fast die ganze Zeit weinen, vor allem am Anfang. Ich wollte eigentlich noch einen Bericht darüber schreiben, aber die negativen und zynischen Kommentare mancher Twitterer hielt mich dann doch davon ab.

Psychedelischer Baum

Ich ärgerte mich darüber so sehr, dass ich kurzerhand beschloss, jeden Menschen der irgendwie negativ, zynisch oder sarkastisch über Michael Jackson schreibt, zu löschen, bzw. als „Follower“ zu entfernen.

Nennt mich sensibel oder überempfindlich, aber für mich ist das eine gute Methode herauszufinden, wie ein Mensch vom Herzen her funktioniert. Diese Möglichkeit, einen Menschen über das Herz als „gut“ oder „böse“ einzustufen, klappt recht gut. Und es ist für mich einer der wenigen, wichtigen Maßstäbe von „Freundschaft“, zu denen ich auch lose Bekanntschaften zählen will.

Letztendlich wird man von jedem Menschen geprägt und ich konnte diesen Zynismus über einen kürzlich Verstorbenen einfach nicht mehr hören und sehen.

Tatsächlich habe ich mehr Leute getroffen, die negativ darüber geschrieben haben- und nur wenige haben wirkliches Mitgefühl, wirkliche Anteilnahme und Worte gefunden, denen ich mich anschließen kann. Das ist eine Sache, die mich sehr traurig gemacht hat.

Dazu kommt das schlechte Wetter. War es letzte Woche noch sehr hell und warm, hat mich das kalte Wetter nun drastisch emotional blockiert. Als es warm und sonnig war, fing ich gerade an, richtig aufzublühen, ging es mir richtig gut. Und zack- auf einmal kam der Regen und die Kälte und die nächste Erkältung lies auch nicht lange auf sich warten.

Das führt letztendlich dazu, dass meine Zweifel in Bezug auf das Blog und die darin veröffentlichten Gedanken nicht gerade besser geworden sind.

Vielleicht kann ich euch mit ein paar Naturbildern vertrösten und hoffen, dass es bald wieder aufwärts geht…

PS: Ach, eins hab ich noch vergessen. Die WordPress-Bugs. Die geheiligten WordPress-Bugs. Die fehlerhaften Plugins, der Kommentar-Bug. Ach, nicht so wichtig- das mach ich morgen.

Über die Kommerzialisierung der Kunst

Seit ca. sieben Jahren schreibe ich jetzt regelmäßig im Internet. Viele Menschen kennengelernt, viele Kommentare bekommen, viel Arbeit reingesteckt, Provider bezahlt, Erfahrungen gesammelt, technische Kenntnisse verbessert, doch eins, das hab ich nie geschafft: Berühmt oder reich zu werden.

Nie hat mich ein Verlag angesprochen, nie habe ein Produkt testen dürfen, nie wurde ich für meine Arbeit so gelobt, als dass ich es mir hätte an die Wand hängen können. Wenn ich keine Leser hätte, die ab und an kommentieren, hätte ich für mein Werk gar keine messbare Rückmeldung und das gibt mir zu denken!

Es scheint eine magische Grenze zu geben, zwischen denen die Content erstellen, den „Künstlern“ genannt und denen, die vermarkten, „Manager“ geschimpft. Und dennoch – brauchen die Welten sich gegenseitig, kann der eine ohne den anderen nicht leben. Wie Mann und Frau ergänzen sie sich. Und oft wird auf den anderen geschimpft, ihm Eigeninteresse und Egoismus vorgeworfen, der andere mit „Faulheitsvorwürfen“ oder Willkürlichkeit und Disziplinlosigkeit attackiert.

Es gibt da die Sparte von Menschen, die selbst gut verdienen, einen festen Arbeitsplatz haben, vielleicht Doppelverdiener sind und einfach nur aus dem Gefühl des Hobbys heraus bloggen oder schreiben. Diese überschwemmen das Internet mit Content, und können es sich leisten. Unbewusst schaffen sie aber eine Konkurrenz und untergraben, andere klassisch bezahlte Medien. Denn „Hits“ und Aufmerksamkeit bedeuten heute wie früher alles. Der Aufmerksamkeitsfaktor ist das entscheidene Kriterium und bestimmt den Lauf der Dinge, von Kapital, Menschen, Freundschaften und Macht. Der Aufmerksamkeitsfaktor zieht heutzutage ins Internet um und wird da auf lange Zeit verbleiben.

Ich finde, es ist nur einfach und bequem, sich vor diesen Tatsachen zu verstellen oder meinen, man schaffe es schon, ein anderes Prinzip umzusetzen, nur weil man nicht bereit ist, sich an bestimmte Regeln zu halten.

Dass sich qualitative Kunst umsetze und der schlaue Oberlehrer mit der besten Gesellschaftskritik am Ende gewinnt.

Er wird es nie, wenn er denkt, er sei was besseres! Er wird es nie, wenn er stur und unflexibel ist!

Man muss sich schon für eine Seite entscheiden entweder „die freie Kunst“ ohne jegliche Kommerzialisierung oder aber man versucht umzudenken, und zumindest Teile von marktwirtschaftlichen Prinzipien in die Arbeit fließen zu lassen. Es ist nicht schlechter oder „böse“ (warum haben soviele Leute heutzutage Angst vor Kommerzialisierung?), es ist einfach nur natürlich.

Mal ehrlich: Wer will immer nur schreiben ohne dafür Geld, Aufmerksamkeit oder Anregungen zu bekommen? Ich finde, es ist ein wichtiges, essentielles menschliches Bedürfnis und des Einsatzes wert. Es ist logisch und nachvollziehbar, dass man für seine Arbeit Geld o.ä. bekommen will und auch verdient. Wer dieses Bedürfnis nicht sieht oder einfordern kann, sollte seine grundsätzliche Haltung zur Arbeit hinterfragen und ggf. neu justieren!

Wer meint, er könne mit Piratenarbeit die klassischen Medien untergraben und am Ende noch als Sieger in einem Netz- umspanndenen Post-Kommunismus hervorgehen, der versteht die Regeln der Marktwirtschaft nicht. Die Marktwirtschaft braucht Güter, Geldfluss und berechenbare „Variablen“, die den Wert einer Leistung oder eines Konzeptes ausdrücken können. Alles andere wäre Chaos. So ist das Schielen auf den Zähler durchaus eine gute Methode, die eigene Arbeit und den Einfluss „bemessen“ zu können. Wer als Blogger oder freier Autor für die Leser schreibt und mehr Aufmerksamkeit bekommen will, muss auch an andere denken und die eigene Arbeit an einen Zielmarkt anpassen, was nicht unbedingt einfach ist. Wer für Leser schreiben kann und nicht nur für sich, der ist ein guter Autor!

Wie man z.B. hier lesen kann, hat die Web 2.0 Welt massive Probleme, die Aufmerksamkeit auch in bare Münze umzuwandeln. Es ist eine Herausforderung für alle und zeigt, dass wir mit vielen klassischen Konzepten der Wirtschaft an einem Scheideweg stehen und unbedingt neue Lösungen hermüssen, die zu den neuen Medien und Vertriebskanälen besser passen als die alten.

Wenn man nicht bis zur Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens warten will, welches neue, virtuelle Arbeitsplätze vielleicht rentabel machen würde, muss man die Zeit bis dahin mit anderen Mitteln überbrücken.

Künstler haben seit jeher ein Mäzen gebraucht, einen Geldgeber, der sie unterstützt und fördert. Künstler mussten seit jeher auch für Zeitungen schreiben oder standen unter Druck, ihr neuestes Werk, ihr Buch, Musikstück oder ähnliches zu verkaufen.

Und daher waren die Künstler auch seit jeher diejenigen, die bei mangelndem Erfolg von Armut und Einsamkeit bedroht waren und von denjenigen ausgelacht wurden, die es besser verstanden, mit Geld umzugehen!

Künstler, lernt aus den Fehlern anderer! Macht es nie wie sie. Erkennt euren Wert und lasst euch bezahlen!