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	<title>J.A. Blog &#187; Gesundheit</title>
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		<title>Das Brötchenlabyrinth 2</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Oct 2011 08:07:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kulinarisches]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittel]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei den Brötchen geht es mir natürlich nicht um die Brötchen alleine. Wenn man genau hinschmeckt, wird man vielleicht überhaupt gar keinen Unterschied erkennen. Brötchen sind im Mund, sowie im Handel „schnelldrehende Ware“, die nie einer besonders langen Halbwertszeit unterlagen.
Dennoch sind es Details, die beim aufmerksamen Blick in die „Gesamtwelt“ unweigerlich auffallen müssen. Früher gab [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei den Brötchen geht es mir natürlich nicht um die Brötchen alleine. Wenn man genau hinschmeckt, wird man vielleicht überhaupt gar keinen Unterschied erkennen. Brötchen sind im Mund, sowie im Handel „schnelldrehende Ware“, die nie einer besonders langen Halbwertszeit unterlagen.</p>
<p>Dennoch sind es Details, die beim aufmerksamen Blick in die „Gesamtwelt“ unweigerlich auffallen müssen. Früher gab es eben einen guten Bäcker, der sogar frische Brötchen gebacken hat&#8230; und im Supermarkt gab es keine Brötchentheke. Dann kam die Globalisierung und die Nachfrage der Kunden nach günstigen Produkten- voilá hat sich unsere Produkt- und Lebenslandschaft verändert, ob wir das wollen oder nicht. Früher gab es auch große Postfilialen mit vier oder fünf Mitarbeitern, die alle top ausgebildet waren und sehr freundlich sich aller Probleme angenommen haben. Es gab gute Öffnungszeiten und sogar das kleine Dorf auf dem Land hatte eine Poststelle. Pakete wurden nicht beim Nachbar drei Häuser weiter abgeliefert, der einem schonmal wegen des überstehenden Baumes angemeckert hatte, sondern kamen in die vertrauensvolle Post-Filiale zurück, wo sie dann zeitnah auf dem Weg von oder zur Arbeit abgeholt werden konnten.</p>
<p>Heute sind die Post-Verkaufsschalter oft in andere Läden integriert und richten sich nach deren Öffnungszeiten. Paket-Zettel bekommt man schon lange nicht mehr, Globalisierung heißt, dass man seinen bezahlten Waren hinterher rennen muss. Geschwindigkeit und schnelle Erreichbarkeit, kurze Lagerhaltung ist eben alles! (Für die AG, nicht für den Kunden)</p>
<p>Bildung und post-spezifisches Wissen? Ist dort meistens Mangelware, hat man irgendwie gleich mit eingespart. Aber es gibt doch den Fachkräftemangel&#8230;</p>
<p>Die Folge ist, dass die Läden entweder nicht zu erreichen sind, die Schlangen meistens groß, die Verkäufer oft keine Ahnung von den Postprodukten haben und das Gesamtangebot für den Kunden <em>schlechter </em>geworden ist. Genauso wie die Brötchen, die nun <em>schlechter </em>schmecken und weniger lang halten, als noch vor zwanzig Jahren. Brötchen, die mit bestimmten Zustatzstoffen aufgepeppt worden sind (z.B. Backtriebmittel), halten aber auch nicht so lange und werden schneller alt und trocken, also weggeworfen. Durch das Sparen bei der Erzeugung wird auch die Verschwendung vergrößert. Geiz ist eben nicht immer geil, sondern oft sehr kurzsichtig und mit negativen Folgen behaftet.</p>
<p>Das Thema Lebensmittel und die negativen Seiten Industrialisierung (vor allem Kapitalisierung) der Lebensmittelerzeugung ist für mich ein sehr wichtiges Thema. Schließlich geht es dabei um das, was wir täglich essen. Unser Körper ist sehr empfindlich und reagiert auf die Inhaltsstoffe, letztendlich ist die Ernährung auch eine sehr wichtige Grundlage für unsere Gesundheit und Wohlbefinden. Es vermischen sich also die Interessen der Kapital und Wettbewerb-gesteuerten Konzerne mit den täglichen Anliegen und Interessen des einzelnen Menschen. Beim Thema Lebensmittel kann man eben nicht wegschauen und sagen „es geht mich nichts an“. Das will ich auch mit meiner Verzweiflung im täglichen Einkauf im Supermarkt ausdrücken: Gebildet von so vielen Eindrücken und Überlegungen bin ich mehr als je dazu gezwungen, zur mündigen Einkäuferin zu mutieren und muss mir jede Entscheidung genau überlegen. Dabei können sogar Gewissenskonflikte auftreten. Nimmt man dann noch die Meinung von anderen, die einen zusätzlich manipulieren oder beeinflussen wollen, kann es sehr kompliziert werden: Kaufe ich jetzt die schnelle Spaghettisoße vom großen Industriehersteller mit Geschmacksverstärkern und spare mir ein wenig Zeit? Oder befriedige ich mein gutes Gewissen und koche die Soße komplett selbst? Dass sie dann natürlich auch teurer wird und in der täglichen Herstellung länger dauert, ist keine Frage. Kaufe ich mir lieber die fertige Pizza und genieße sie in 15 Minuten? Oder suche ich mir alle Zutaten zusammen, mache einen Hefeteig und belege den  noch möglichst mit frischen Zutaten? Geschätzter Mehraufwand zwei bis drei Stunden!</p>
<p>Dass was wir essen, ist also auch eine Frage des Lebensstils und letztendlich eine Frage der persönlichen Freiheit und Entscheidung. Habe ich die Zeit und Lust zum Kochen? Entscheide ich mich lieber für ein Hausfrauenleben oder ziehe gar in die Einsamkeit und steige auf Selbstversorgung um? (Auf Arte kam vor ein paar Tagen eine Reportage darüber).. oder lebe ich in der Stadt, habe zwei Kinder, ein Kindermädchen, eine Ganztagsschule (Frankreich ist da schon weiter) und zwei Doppelverdiener-Einkommen? Dann bleibt aber auch für die Kocherei nicht soviel Zeit.</p>
<p>Mache ich wenigstens einen Fleischtag in der Woche oder verzichte ich lieber ganz aufs Fleisch? Gerade was gesunde Ernährung angeht, hört man eine Vielzahl Meinungen, die sich tlw. sogar widersprechen, so dass die Auswahl noch schwerer wird. Während die einen alleine aus moralischen Gründen Fleischkonsum total ablehnen, gibt es Mediziner, die behaupten, dass uns ein wenig Fleisch sogar gut tut. Dann wieder gibt es die „Hardcore-Steinzeit-Theorie“, die sogar ein sehr viel an Fleisch für gut befindet, dafür aber meint, dass Milch- und Getreideprodukte nicht gesund wären, weil sich unser Körper in 10.000 Jahren, seitdem es Korn und Viehaltung gibt, noch nicht wirklich darauf umstellen konnte.</p>
<p>Ich würde sagen, das Thema Lebensmittel ist ein „In-Thema“ und interessiert viele Menschen. Es ist eine natürliche Verlängerung der Bio-Achse und eine logische Konsequenz aus der grünen, konsumkritischen und (ehemals) kapitalkritischen Bewegung. Wenn man es genau analysiert, stellt man auch schnell fest, wieviel damit verbunden ist und was alles davon berührt wird: Konsumkritik, Genveränderte Lebensmittel, Fastfood-Industrie, Übergewicht und Gesundheitsprobleme, Fresssucht durch Geschmacksverstärker, Umweltverschmutzung durch intensive Viehzucht, Aromastoffe, ein abgestumpfter Geschmackssinn, Lebensmittelskandale, Alkoholsucht durch billige Getränke und Werbung, usw.</p>
<p>Im Fernsehen kommen derzeit sehr viele Sendungen über „unsere Lebensmittel“, wie sie produziert werden, welche Zusatzstoffe hineingekommen, wie Supermärkte aufgebaut sind, usw. Die öffentlichen Medien tun also alles dafür, dass die Verbraucher weiter aufgeklärt werden und sich eine eigene Meinung bilden können. Auch wenn man dem Medium TV vielleicht kritisch gegenüber steht, so leisten doch gerade die öffentlich-rechtlichen Sender hier eine sehr gute und umfangreiche Aufklärungsarbeit. Auch die Politik ist nicht so ganz untätig (obwohl es noch genug zu tun gibt) und hat z.B. vor ein paar Wochen das Portal „<a href="http://www.lebensmittelklarheit.de" target="_blank">Lebensmittelklarheit</a>“ gestartet, bei dem sich Verbraucher über irreführende Werbung und fehlende oder irreführende Inhaltsangaben in Produkten beschweren düfen.</p>
<p>Das Thema Brötchen-Einkauf zeigt aber, dass man -selbst wenn man aufgeklärt ist- und sich auf die Suche nach qualitativer Nahrung macht, keine wirkliche Auswahl mehr treffen kann. Es gibt eben nur noch die Standard-Brötchen aus der Großbäckerei und das traditionelle Handwerk und der kleine Mittelstand leiden darunter. Genauso bei den Fertigsuppen und – Soßen, die immmer noch alle auf Geschmacksverstärker und Aromen setzen (liegt auch ein wenig in der Natur der Fertigsuppe), diese aber jetzt Hefeextrakt nennen können (völlig legaler Trick).</p>
<p>Auch günstig einzukaufen und sich gleichzeitig zeitsparend und gesund zu ernähren, scheint schwierig zu sein<sup><a href="http://www.ja-blog.de/2011/10/das-brotchenlabyrinth-2/#footnote_0_3668" id="identifier_0_3668" class="footnote-link footnote-identifier-link" title=" obwohl es dazu bestimmt tausend Gegenstimmen gibt, die das Gegenteil behaupten ">1</a></sup>. Bei irgendeinem Faktor muss man immer kürzen, es sei denn man hat unendlich Zeit oder unendlich viel Geld für die Nahrungszubereitung zur Verfügung.</p>
<p>Je mehr man darüber aufgeklärt wird, desto schwieriger wird die tägliche Entscheidung beim Einkauf. Dennoch finde ich es gut, darüber nachzudenken und sich vom roboterhaften Konsumenten-Verhalten zu lösen.</p>
<p>Es sind am Ende doch die Verbraucher, die das Zünglein an der Waage ausmachen.</p>
<br>
<strong>Anmerkungen:</strong><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_3668" class="footnote"> obwohl es dazu bestimmt tausend Gegenstimmen gibt, die das Gegenteil behaupten </li></ol><br>
<br>]]></content:encoded>
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		<title>Mit Spatzen auf Kanonen schießen</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2011/03/mit-spatzen-auf-kanonen-schiesen/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Mar 2011 19:46:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Draußen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Atomkraft]]></category>
		<category><![CDATA[Katastrophe]]></category>

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		<description><![CDATA[
Während ich über Atomkraftanlagen in Deutschland recherchiere und die Lage in Japan weiter verfolge, fällt mir verschiedenes auf.
Ich möchte diesen Artikel einfach mal nutzen, um alles zusammenfassen. Eine bestimmte Ordnung kann ich dabei nicht gewährleisten, seht es mehr als ungeordnete Liste oder Zusammenfassung meiner persönlichen Eindrücke an. Es kann auch sein, dass diese Liste in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="By Michael Kauffmann (Own work) [CC-BY-2.0-de (www.creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons" href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:KKP_Auslauf.jpg"><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/34/KKP_Auslauf.jpg/800px-KKP_Auslauf.jpg" alt="KKP Auslauf" width="400" /></a></p>
<p>Während ich über Atomkraftanlagen in Deutschland recherchiere und die Lage in Japan weiter verfolge, fällt mir verschiedenes auf.<br />
Ich möchte diesen Artikel einfach mal nutzen, um alles zusammenfassen. Eine bestimmte Ordnung kann ich dabei nicht gewährleisten, seht es mehr als ungeordnete Liste oder Zusammenfassung meiner persönlichen Eindrücke an. Es kann auch sein, dass diese Liste in weiteren Artikeln noch fortgeführt wird. Ich denke, dass ist das mindeste, das man in diesen Tagen machen kann. Darüber nachdenken, darüber reden und dass Bewusstsein aufrecht erhalten. Anteil nehmen und an der richtigen Stelle auch mal schweigen.</p>
<p>Auf den Bildern, die vor mir liegen, wirken Kernkraftwerke nicht besonders bedrohlich. Beinahe ruhig und malerisch stehen sie in einer blau-grünen Landschaft, auf Grund des Kühlwasser-Bedarfs oft an einem Fluss, in dem sich dann die gigantischen Kühltürme spiegeln und majestätisch in den Himmel ragen. Was oben heraus kommt, ist angeblich „sauberer und reiner“ Wasserdampf. Aber es gibt auch so einen kleinen Auspuff, mit dem überschüssige Radioaktivität in den Himmel geblasen wird, wenn ich das richtig verstanden habe. Und was ist z.B. mit den Studien über gestiegene Krebserkrankungen, gerade von Kindern, in direkter Atomkraftnähe?</p>
<p>Aber schon, keine fünf Tage nach den ersten Störfällen in Japan wird ein jeder Laie zum nachwachsenden Halb-Experten, was Atomfragen angeht.</p>
<p>So lese ich z.B. dass in dem Kernkraftwerk Philippsburg, das keine Autostunde Fahrt von meinem jetzigen Wohnort entfernt ist, alleine in einem einzigen Block 102 Tonnen Uran als Brennelement verwendet werden. Wohin geht das Uran, wenn es schmelzen sollte? In die Erde, in unser Trinkwasser? In die Pilze? Noch heute kann man in Teilen des bayrischen Waldes keine Wildschweine mehr essen und muss sämtliche Pilze auf Grund der Strahlenbelastung von Tschernobyl wegschmeißen! (Bericht in Frontal 21)</p>
<p>Dieses Atomkraftwerk konnte man bei guter Sicht vom Garten meines Elternhauses sehen und als Kinder fanden wir die riesigen Kühltürme schon sehr erstaunlich. Nur, was sie im Einzelfall bedeuteten, das wussten wir lange nicht.</p>
<p>So bedrohlich, so beeindruckend ist auch die thermische Leistung, die mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Philippsburg" target="_blank">2.575 MW beziffert wird</a>, welches wiederum eine elektrische Nettoleistung von 890 MW ergibt.<br />
Vergleicht man das mit einem „durchschnittlichen“ Windrad, so kommt dieses auf gerade mal 1,6 Megawatt. Das gibt mir zumindest einen ersten Überblick über die „Macht“- Verhältnisse der Energieformen. Es ist in diesen Tagen kaum möglich, nicht informiert zu werden, gestern hatte ich den Fernseher ca. zwei Stunden lang laufen und wurde ab 20 Uhr mit Informationssendungen über Japan und Atomkraftwerke, Folgen, Strahlenkrankheit, etc. dauerberieselt.</p>
<p>So ist die Strahlenkrankheit im Einzelnen doch tückischer als gedacht und muss dabei von den Elementen ausgehen, die jeweils in der Luft sind. So ist z.B. Plutonium generell hochgiftig, andere Teilchen heften sich wiederum an Partikel in der Luft (in Tschernobyl waren es z.B. weggeschleuderte Graphit-Teilchen von den Kühlstäben) und die Atemmasken, die man in den Fernsehnachrichten über Japan sieht, gelten zur Abwehr von radioaktivem Jod, welches in der Lunge sehr schnell Lungenkrebs auslöst.</p>
<p>Radioaktivät ist generell sehr gefährlich, so wurden Listen und Tabellen veröffentlicht, was für die Menschen noch verträglich ist. Das war ein Wert in der Größenordnung von ca. <a href="http://www.spiegel.de/panorama/bild-751072-192410.html" target="_blank">2,1 Millisievert</a> im Jahr   und in der Nähe von Fukushima gab es auf einen Schlag <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sievert_%28Einheit%29" target="_blank">400 mSv pro Stunde</a>!</p>
<p>Multipliziert mit den Werten der Vertuschung und Beschwichtigung kann man davon ausgehen, dass die realen Werte noch viel höher liegen werden.</p>
<p>Eigentlich ist es da auch nur wenig verwunderlich, dass einige Menschen in Deutschland panisch überreagieren und sich jetzt schon mit Jodtabletten oder Geigerzählen eindecken, aber Vorsicht: Selbst-Medikation kann sehr gefährlich sein. Und nicht dass man dann an einer Krankheit stirbt, die man nicht gehabt hätte, wenn man vor der anderen Krankheit keine Angst gehabt hätte&#8230;</p>
<p>Was zeigen diese Panikkäufe? Dass der Mensch nicht mit dem Kopf reagieren kann, wenn die Gefühle betroffen sind. Die Bedrohung durch das AKW in Fukushima erscheint irreal und auch wenn Experten immer wieder behaupten, wie ungefährlich das alles für uns ist, liegt das gesunde Misstrauen und die Angst doch weit über dem sachlichen Abwägen von Bedrohungs-Wahrscheinlichkeiten.. diese irreale Angst vor dem Unbekannten wird es unter anderem auch sein, die die Atomkraft so unbeliebt macht. Man kann sich zwar die 99 Prozent Sicherheit schönreden und auch wenn es seit ca. 25 Jahren keinen Störfall der INES-Stufe sieben mehr gegeben hat.. so reichen die restlichen 1 Prozent doch, die Atomkraft gesellschaftlich und auf breiter Linie salon-unfähig zu machen. Zu Recht!</p>
<p>Schlimm sind auch weiterhin die Bilder, die aus der Krisenregion gesendet werden. Manche Fernsehsender wiederholen sie kontinuierlich, als ob sie sich selbst nicht daran satt sehen könnten. Die Grenzen zwischen Sensationsgeilheit und objektiver Wissens-Vermittlung sind da manchmal sehr fließend. Oder muss es sein, dass zu den besonders schlimmen Bildern noch dramatische Musik eingespielt wird? Das wirkt beinahe so, als ob es uns alles nichts anginge und wir uns nur am emotionalen „Thrill“ dieser Katastrophe bereichern wollten. Beinahe wie ein guter Actionfilm, halt nur etwas realer.</p>
<p>Man mag darüber denken, was man will.. auch die Händler von Geigerzählern werden in diesen Tagen einen Profit aus der Krise schlagen und in den 10 Uhr -Nachrichten von heute vormittag spekulierte man ganz offen über die Lage der deutschen Autobauer, die ja mit den Japanern in strenger Konkurrenz stehen und vielleicht davon profitieren könnten. Wenn es wieder ums Geschäftliche geht, dann ist ja alles in Butter, war meiner erster zynischer Gedanke dazu.</p>
<p>Was den Menschen jetzt vor Ort passieren wird, daran traue ich mich nicht mehr zu denken. Zu groß und unglaublich sind die Entwicklungen. Es wäre auch früh. Die Katastrophe ist noch im vollen Gang, langsam und quälend und nur noch in der „Hand Gottes“, wie manche schon auf Nachrichtenseiten kommentiert haben.</p>
<p>Oder glaubt noch jemand ernsthaft daran, dass man mit Wasserwerfern alleine eine Kernschmelze stoppen kann?</p>
<p>Wem das ganze jetzt nicht zu zynisch erscheint&#8230; der könnte evt. über dieses klassische <a href="http://www.youtube.com/watch?v=xo55jk0HFWA" target="_blank">Loriot Video</a> schmunzeln&#8230;</p>
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		<title>Abwehren und Bekämpfen vs. Loslassen und zulassen</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Aug 2010 10:21:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Immunsystem]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Immunsystem ist ein hochkomplexes System im menschlichen Körper, dass für die Abwehr feindlicher Stoffe zuständig ist. Persönlich weiß ich wenig darüber und bin immer wieder erstaunt, wenn ich im Netz über die hochkomplexen Wechselwirkungen lese.
Es gibt sehr technisch-wissenschaftliche Bücher und Texte, die das ganze mit „Killerzellen“, mit Kampf und Abwehr beschreiben und in ihrer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Immunsystem ist ein hochkomplexes System im menschlichen Körper, dass für die Abwehr feindlicher Stoffe zuständig ist. Persönlich weiß ich wenig darüber und bin immer wieder erstaunt, wenn ich im Netz über die hochkomplexen Wechselwirkungen lese.</p>
<p>Es gibt sehr technisch-wissenschaftliche Bücher und Texte, die das ganze mit „Killerzellen“, mit Kampf und Abwehr beschreiben und in ihrer mechanisch-analytischen Sichtweise der klassischen Schulmedizin sehr nahe stehen. In diesem Stil ist z.B. der sehr lange und für Laien kaum verständliche Artikel auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Immunsystem" target="_blank">Wikipedia</a> und für die Masse verständlicher bei „<a href="http://weltderwunder.de.msn.com/mensch-und-natur-article.aspx?cp-documentid=154193879" target="_blank">Welt der Wunder</a>“ .</p>
<p>Viele Menschen denken und nehmen an, dass also der Kampf und vor allem die innere Einstellung sich zu <em>wehren</em>, maßgebend für eine gute Immunabwehr ist. In einem Buch über Psychosomatik habe ich gelesen, dass sehr starke Gefühle der Wut und des Willens zur Gesundung Fieber auslösen und verstärken können – und das Fieber dient dem Körper mit seiner Hitze dann rückwirkend der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fieber#Infektabwehr" target="_blank">Infektabwehr</a>. Es ist also in diesem Falle nicht gut, das Fieber zu unterdrücken- nur dann, wenn es zu stark ist.<sup><a href="http://www.ja-blog.de/2010/08/abwehren-und-bekampfen-vs-loslassen-und-zulassen/#footnote_0_2531" id="identifier_0_2531" class="footnote-link footnote-identifier-link" title=" ich gebe keine Garantie auf medizinische Richtigkeit und vor allem keine Haftung f&uuml;r medizinische Themen, dies ist mehr eine philosophische Ann&auml;herung an das Thema">1</a></sup></p>
<p>Überhaupt scheint das Immunsystem das System im Menschen zu sein, das am stärksten in Wechselwirkung mit unserer Seele, mit unseren Gedanken und Gefühlen steht. Das Gefühl bei schlechter Lebenslage schneller krank zu werden oder gerade bei Müdigkeit und Überarbeitung zu allergischen Anfällen zu neigen, mögen viele LeserInnen vielleicht kennen.</p>
<p>Auch der Krebs ist etwas, das mit einem guten Immunsystem abgewehrt werden kann und somit vielleicht nicht ganz so „schicksalhaft“, wie wir es in unserer Angst davor annehmen könnten. Diese Aussage ist allerdings mit Vorsicht zu genießen und umstritten, wie man hier lesen kann: <a href="http://www.krebsinformationsdienst.de/themen/grundlagen/immunsystem.php " target="_blank">http://www.krebsinformationsdienst.de/themen/grundlagen/immunsystem.php </a></p>
<p>Einen Versuch, biologische Zusammenhänge zwischen Krebs, Immunsystem und Körper zu erklären, macht<a href="http://www.oncosan.de/grundlagen-das-immunsystem-bei-krebs-einfuhrung/" target="_blank"> diese Seite</a> .</p>
<p>Und zum Schluss folgt ein sehr <a href="http://www.praxis-fuer-lebenskunst.de/files/immunsystem._skepdf.pdf" target="_blank">philosophisch- spiritueller Ansatz</a>, um die Verbindung zwischen  Leben, Einstellung und Immunsystem zu ergründen.</p>
<p>Hier befinden wir uns zwar weit in der Grauzone der unbewiesenen, alternativen Medizin, die vielleicht eher eine Glaubes-und Einstellungssache ist. Dennoch ist das der beste Artikel zum Immunsystem, den ich im kurzen Überblick finden konnte.</p>
<p>So kann die innere Stabilität und die Einstellung, die man z.B. mit Hilfe von Religiösität erreicht, helfen, die Angst „vorm Leben“ zu reduzieren (Seite 5). Das wiederum wirkt sich positiv auf die Immunabwehr aus.</p>
<p>Und was sagen die Volksmediziner und die Info-Broschüren der Krankenkassen? Das Übliche: Viel bewegen, gesund ernähren, Vitamine, Vitamine&#8230; kein Alkohol, weniger Stress, mehr Urlaub. Bildungsbürgerliche Schichten wissen das und leben daher meist gesünder als diejenigen, bei denen es an Bildung mangelt.</p>
<p>Wer z.B. von Hartz IV lebt, wird schneller krank als einer, der einen guten Job hat, bei dem er sich wohlfühlt. Netzwerke und gute Kontakte, viel Lachen, Anerkennung durch andere und ein guter Umgang mag sich sehr positiv auf das eigene Selbst und somit auch die Gesundheit auswirken.<sup><a href="http://www.ja-blog.de/2010/08/abwehren-und-bekampfen-vs-loslassen-und-zulassen/#footnote_1_2531" id="identifier_1_2531" class="footnote-link footnote-identifier-link" title=" Zur Gesundheit bei Hausfrauen, die jeden Tag 7:30 Stunden arbeiten, ohne daf&uuml;r Geld und Anerkennung zu bekommen, habe ich allerdings noch keine Studie gefunden&amp;#8230; ">2</a></sup></p>
<p><strong>Weiterführende Links (updated)<br />
</strong></p>
<p><a href="http://www.soziales.sachsen.de/download/OPEN_WS5_Einfluss_Familie.pdf" target="_blank">Der Einfluss der Familie auf Gesundheit und Bildung</a></p>
<br>
<strong>Anmerkungen:</strong><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2531" class="footnote"> ich gebe keine Garantie auf medizinische Richtigkeit und vor allem keine Haftung für medizinische Themen, dies ist mehr eine philosophische Annäherung an das Thema</li><li id="footnote_1_2531" class="footnote"> Zur Gesundheit bei Hausfrauen, die jeden Tag 7:30 Stunden arbeiten, ohne dafür Geld und Anerkennung zu bekommen, habe ich allerdings noch keine Studie gefunden&#8230; </li></ol><br>
<br>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Warum Sport &amp; Bewegung so wichtig ist</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2010/06/warum-sport-bewegung-so-wichtig-ist/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Jun 2010 09:38:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Bewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[Jeder zweite Deutsche ist zu dick, lese ich gerade in der Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes. Aus anderen Quellen erfährt man, dass Bewegung bei den Deutschen generell nicht sehr angesagt ist und in der Tageszeitung „Welt“ gibt es einen längeren, passenden Artikel dazu (ich habe noch andere Quellen gesucht, aber dies war die beste).
Ich möchte das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jeder zweite Deutsche ist zu dick, lese ich gerade in der Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes. Aus anderen Quellen erfährt man, dass Bewegung bei den Deutschen generell nicht sehr angesagt ist und in der Tageszeitung „Welt“ gibt es einen längeren, <a href="http://www.welt.de/gesundheit/article7901036/Die-Deutschen-hassen-Sport-und-gesunde-Ernaehrung.html" target="_blank">passenden Artikel</a> dazu (ich habe noch andere Quellen gesucht, aber dies war die beste).</p>
<p>Ich möchte das mal zum Anlass nehmen und ein kleines Brainstorming zu Sport, Bewegung und Gesundheit verfassen:</p>
<p>Lange Zeit war der Mensch ein Lauf und Bewegungstier, durch die Notwendigkeit der Jagd und die körperliche Beschwerlichkeit auf dem Feld hatte er kaum Möglichkeiten, zu viel Fett anzusetzen. Ältere Menschen berichten noch heute, dass sie in der Zeit zwischen den Weltkriegen oder auch kurz danach, die Strecke zur Schule zu Fuß gegangen sind, weil es noch keinen Bus gab. Aber diese Strecke würde heute keiner mehr freiwillig laufen, denn das sind über 10 km, einfacher Weg und es geht über anstrengende Berge mit einigen Höhenmetern. Einfache Menschen hatten in dieser Zeit keine Autos, diese waren Mangelware und nur die wirklich Privilegierten konnten sich eins leisten.</p>
<p><span id="more-2255"></span></p>
<p>Das Auto u. andere Möglichkeiten der motorisierten Bewegung ist wohl der hauptsächliche Grund, warum die Menschen nicht mehr auf ihre eigenen Beine u. Muskeln angewiesen sind. Dazu kommen viele Jobs und Tätigkeiten, die im Sitzen verrichtet werden und die Möglichkeit zur Bewegung gar nicht mehr zulassen. Neben dem Übergewicht verursacht diese ungünstige Prädisposition Haltungsbeschwerden und die weit verbreiteten „Rückenschmerzen“ (einer der <a href="http://www.special-rueckenschmerz.de/rueckenschmerz/chronische_schmerzen/haeufigkeit/content-155088.html " target="_blank">meist genannten Beschwerden</a>, mit denen Menschen zum Arzt gehen).</p>
<p>Was aber passiert mit dem Körper, wenn er nicht mehr bewegt wird? Er hat keine Möglichkeit, Fett zu verbrennen. Die Reichhaltigkeit und die Effizienz der zur Verfügung stehenden Nahrung hat immer weiter genommen, dazu kommt noch, dass der Mensch auf Grund seiner Entwicklungsgeschichte ein hoch effizienter Nahrungsverwerter ist, d.h. er kommt mit eigentlich <a href="http://www.netdoktor.de/Gesund-Leben/Sport+Fitness/Training/Kalorienverbrauch-beliebter-Sp-2224.html " target="_blank">wenig Kalorien</a> recht gut über den Tag!</p>
<p>Essen ist aber mit Lust verbunden, es ist eine Möglichkeit, seine sozialen Kontakte zu pflegen und die Beliebtheit und Anzahl der Kochshows belegt, dass man hier nicht allein mit „Vernunft“ weiterkommen kann. Essen macht Spaß und ist ein Stück Lebenskultur, wieso sollte man sich davon trennen?<br />
Essen kann auch als Suchtmittel missbraucht werden und/ oder um Probleme „weg zu essen“. Auch der umgekehrte Fall ist möglich, dass man sich auf Grund eines Schönheitsideals abmagert und zu wenig isst. Vor allem junge Frauen sind davon betroffen, auch dies ist aber eigentlich ein „Kopfproblem“ bzw. ein Problem des eigenen Rollenbildes u. Selbstverständnisses.</p>
<p>Unser Belohungssystem ist darauf trainiert, für uns „wertvolle“ Speisen zu bevorzugen, d.h. uns schmecken Fett und schnell verdauliche Kohlenhydrate sehr gut, durch die starke Würzung der meisten Speisen und den Appetit- Anreger Alkohol wird meistens mehr gegessen, als man nötig hat. Auch der Fleisch-Konsum ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Fleisch ist eine sehr effiziente Energie-Quelle und es ist in der Geschichte der Menschheit ungewöhnlich, plötzlich soviel Fleisch essen zu können (Früher gab es das fürs einfache Volk kaum und die Kosten für Fleischproduktion waren höher. Man muss aber auch bedenken, dass der übermäßige Fleischhunger aus unseren Tagen einerseits eine hohe Umweltverschmutzung (CO2) erzeugt, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Welthunger#Konkurrenz_um_landwirtschaftliche_Nutzfl.C3.A4chen" target="_blank">Nahrungsressourcen knapp werden lässt</a> und letztendlich viel Leid für die Tiere bringt  ).</p>
<p>Das Problem des Übergewichts schlägt mit seinen bekannten Auswirkungen wie Herz- Kreislaufprobleme, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Diabetes_mellitus#Ursachen_2" target="_blank">angefressener Diabetes</a> , Degeneration im Knochenapparat, usw. letztendlich auf die Gesundheitskosten/ das Gesundheitswesen und es verringert die Lebenserwartung- und Qualität eines jeden Einzelnen. Die große Zahl der Deutschen, die darunter leiden, verrät eindeutig, dass dies nicht ein reines Unterschichten-Problem ist, wie gerne behauptet wird.</p>
<p>Sport-Fetischisten und Ernährungs-Apostel haben eine einfache Lösung auf der Hand: Mehr Bewegung, gesünder ernähren! Aber obwohl diese Weisheiten schon seit gefühlten fünfzig Jahren durch unser Land und die westliche Kultur geistern, scheint sich an den Ursachen nicht soviel zu ändern. Die Leute essen weiterhin zu viel, Autos und die tägliche Bequemlichkeit siegen über die Vernunft, es ist ein ureigenes, menschliches Problem und die Ursachen sind in der Psyche zu suchen.</p>
<p>Um unbequeme Änderungen einzuführen, müssen wir uns selbst ändern. Zunächst brauchen wir Motivation und Einsicht. Die baut sich auf, indem wir immer weiter darüber nachdenken und uns z.B. die Schädlichkeit von Übergewicht vor Augen führen- aber nicht für die Gesellschaft oder das Gesundheitssystem (eher eine sekundäre Motivation), sondern ganz persönlich für uns selbst!</p>
<p>Und wir müssen lernen, wieder Spaß an der Bewegung zu haben und sie nicht allein als „Strafe“ für unsere eigene Lust am Essen zu sehen. Wir müssen an beidem Spaß haben: Am Essen, aber auch an der Bewegung!</p>
<p>Was gibt es Schöneres, als nach einem anstrengenden Tag vor dem Computer, mal endlich nach draußen zu gehen, sich die Jacke überzustreifen und eine Runde joggen zu gehen? Was gibt es schöneres, als einen morgendlichen Spaziergang in der Sonne? Wie schön ein Ausflug mit dem Fahrrad sein kann, wie viel man sieht, wie anders die Welt durch die Augen des Radfahrers erscheint!</p>
<p>Als das kann man aber nicht allein mit dem Verstand begreifen, man muss es einfach wagen, selbst machen und dann am eigenen Leib <em>spüren</em>. Genauso wie wir die eigene Krankheit und das Unwohlsein eines zu dicken o. degenerierten Körpers an uns spüren, so können wir auch die positiven Veränderung in eine gesündere Richtung spüren. Sport und Bewegung machen Spaß, die Sonne ist gut für unsere Seele und letztendlich wird sich auch unsere Fitness und <a href="http://www.familie.de/kind/gesundheit/artikel/musik/selbstbewusstsein-durch-sport-und-musik/ " target="_blank">unser Selbstbewusstsein</a> dadurch aufbauen.<sup><a href="http://www.ja-blog.de/2010/06/warum-sport-bewegung-so-wichtig-ist/#footnote_0_2255" id="identifier_0_2255" class="footnote-link footnote-identifier-link" title=" und hier ist noch ein interessanter Link, der den Zusammenhang zwischen Selbstvertrauen und Sport n&auml;her erkl&auml;rt ">1</a></sup></p>
<p>Dieses positive Gefühl kann uns den Weg leiten.</p>
<br>
<strong>Anmerkungen:</strong><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2255" class="footnote"> und hier ist noch ein interessanter <a href="http://www.sport-und-training.de/artikel/mehr-selbstvertrauen-im-sport" target="_blank">Link</a>, der den Zusammenhang zwischen Selbstvertrauen und Sport näher erklärt </li></ol><br>
<br>]]></content:encoded>
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		<title>Mund und Geldbeutel bitte weit öffnen</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2010/02/mund-und-geldbeutel-bitte-weit-offnen/</link>
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		<pubDate>Sat, 06 Feb 2010 10:22:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitswesen]]></category>
		<category><![CDATA[Kosten]]></category>
		<category><![CDATA[Zahngesundheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Sorgen können sie aber getrost bei sich behalten&#8230;
In meinem letzten Artikel über Gesundheitspolitik habe ich noch sehr einseitig über die Verantwortung der Patienten für ihre Gesundheit geschrieben, was zugegeben, wahrscheinlich nicht so populär und etwas untypisch für meine sonstige Denkweise ist. Mir geht es beim Bloggen aber immer darum, alle Seiten zu sehen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Sorgen können sie aber getrost bei sich behalten&#8230;</em></p>
<p>In meinem letzten Artikel über Gesundheitspolitik habe ich noch sehr einseitig über die Verantwortung der Patienten für ihre Gesundheit geschrieben, was zugegeben, wahrscheinlich nicht so populär und etwas untypisch für meine sonstige Denkweise ist. Mir geht es beim Bloggen aber immer darum, alle Seiten zu sehen und nicht nur einseitig zu argumentieren oder zu denken.</p>
<p>Gestern, beim Zahnarztbesuch wurde mir wieder klar, wie wichtig auch die Seite des Patienten ist, der neben Pflichten auch bestimmte Rechte hat (weil er ja der Beitragszahler und somit der finanzielle Haupt-Tragende des Gesundheitssystems ist). Wenn wir auf eine Gesundheitspolitik zusteuern, in der die Beiträge komplett vom Arbeitgeber abgeschnitten werden oder zumindest nur noch auf Patienten-Ebene einseitig wachsen, ist es umso wichtiger, genau hin zu schauen und Veränderungen im System nicht einfach stillschweigend und mit einem achselzuckenden „da kann man doch nix machen“ abzusegnen. Man kann nämlich, wenn man will!</p>
<p><span id="more-1953"></span></p>
<p>Ich denke, es ist auch ganz wichtig, dass man als Patientin selbst den Mund aufmacht und die ohnehin schon angst einflößenden Maßnahmen beim Arzt nicht einfach so hinnimmt und drei Kreuze macht, wenn man wieder raus ist. Es kann sogar einen Teil der Angst lindern, wenn man für andere Patienten im Wartezimmer mitdenkt, wenn man den Mund aufmacht, Fragen stellt oder dem Arzt bzw. Praxisteam vielleicht freundlich (!) formulierte Hinweise oder Kritik gibt. An einem anonymen System kann man tatsächlich meist nicht viel ändern, man kann aber die konkrete Situation ändern, man kann Ärzte, Patienten und Menschen im Allgemeinen durch das Mittel der offenen Kommunikation zum Nachdenken und Mitdenken bewegen. Ich merke immer, wie schwer es mir fällt und im Wartezimmer schweigen sich doch meistens alle an. Da ich noch recht jung bin, warte ich oft darauf, dass mich ältere Personen ansprechen, was aber selten passiert. Viel einfacher ist es doch, direkt auf andere zuzugehen, wenn man sich mal einen Ruck gegeben hat und es auch ein wenig übt (aber das nur am Rande ist im Grunde eine andere Problematik).</p>
<p>Ich bin in den letzten Jahren zwar wenig beim Arzt gewesen, aber eine Tendenz lässt sich seit der Wiederaufnahme 2010 auf jeden Fall beobachten: Der Patient (respektive die Patientin) wird mit Hochdruck durch das System durchgeschleust. Teilweise mit hoher Effizienz, was gerade im Wartezimmer angenehm ist, sprich- wenn man nicht so lange warten muss. Unangenehmer ist das aber, wenn es auch in der Behandlung derart „effektiv“ zugeht, wobei man dann auf Grund der Hektik und des Zeitdrucks eher von Un-Effizienz sprechen muss. Ärzte sollten von sich aus Zeit nehmen, den Patienten nach seiner Vorgeschichte befragen, menschliche Faktoren, Beschwerden abklären und wenigstens einen Teil direkten Augenkontakt suchen. Dieses Arzt-Patient Gespräch halte ich für sehr wichtig, es baut Ängste ab und sorgt ganz nebenbei für eine bessere und gezielte Diagnose. Leider ist in unserem schulmedizinisch geprägten System der menschliche Faktor anscheinend immer das unwichtigste von allen und der Austausch „defekter Teile“ scheint mehr denn je das einzige Ziel zu sein. Der Mensch wird seiner persönlichen Ganzheit und auch ein Teil seiner Würde beraubt, wenn man ihn nur als Kostenfaktor, als durchlaufenden Posten und Objekt der medizinischen Mechanik sieht.</p>
<p>So kommen im System viele Faktoren zusammen, die dringend einer Reform bzw. Kurs-Korrektur bedürfen: Die Kosten und Ausgaben steigen auf der einen Seite, die Arbeitgeber werden von ihrer Verantwortung regelrecht abgekoppelt (denn alles hetzt ja nach dem Profit, in Form der niedrigen Lohnkosten), die anstehende Kopfpauschale ist sozial ungerecht (weil sie nicht mehr vom Einkommen abhängt, sondern eben pauschal ist). Auf der Patienten-Seite hat man überfüllte Praxen und wenig individuelle Zeit für den menschlichen Fall der „Krankheit“, die Praxis-Gebühr (ebenfalls sozial ungerecht) und last but not least: Eine Zweiklassen-Medizin, die Besserverdienende drastisch bevorzugt.</p>
<p>Zweiklassen-Medizin wäre an sich nicht so schlimm, wenn es nur um bestimmte Zusatzleistungen oder wenig Wartezeit im Zimmer gehen würde. Gestern beim Zahnarzt fühlte ich mich aber mehr wie in einer Schönheitsklinik, nachdem ich über die Kosten über anstehende Behandlungen aufgeklärt wurde. Eine professionelle Zahnreinigung, wichtig für die Zahnsteinprophylaxe und ästhetisch ansprechend&#8230; dauert nur 45 Minuten wird aber leider nicht mehr von der Kasse bezahlt. Füllungen? Als Kassen-Patient bekommen sie nur noch die hässlichen silbernen Amalgam-Teile, Kunststoff, Porzellan geht alles extra.</p>
<p>Die Summe der Kosten alleine für meinen Mundraum überschreitet den monatlichen Hartz-IV Satz eines einzelnen Menschen doch deutlich. Wie sollen Arbeitslose sich schöne Füllungen leisten können?</p>
<p>Wie soll der Otto-Normalverdiener, abzüglich der sonstigen Kosten, die ebenfalls immer steigen (Lebensmittel, Energie, ..) noch beständig Geld auf der Seite zu haben um sich den Luxus Zahngesundheit auf die Dauer leisten zu können?</p>
<p>Und wie passt es zusammen, dass z.B. das Benutzen von Zahnseide als <a href="http://www.portal-der-zahnmedizin.de/gesunde-zaehne/zahnseide/zahnseide.html" target="_blank">besonders förderlich</a> angesehen wird  und z.B. Zahnfleischentzündungen vorbeugen kann- in bestimmten Statistiken aber steht, dass sie nur 5% der Deutschen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zahnseide " target="_blank">regelmäßig benutzen</a>?</p>
<p>In den Internet-Texten steht, dass der Zahnarzt am besten den Gebrauch der Seide erklären soll&#8230;. wenn dieser aber vom System gehetzt wird, hat er kaum noch Zeit für ausführliche Prophylaxe-Gespräche, denn diese bringen ja sichtbar nicht viel (aber indirekt umso mehr!).</p>
<p>Am Beispiel Zahnmedizin kann man deutlicher als je sehen, wohin unsere aktuelle Gesundheitspolitik hinsteuert und dass es kein Zustand ist, den man einfach so stillschweigend akzeptieren sollte. Wenn wir hier (als Wähler, Bürger und Patienten!) Fehlentwicklungen nicht stoppen oder ändern können, wird es früher oder später auch andere Bereiche der Medizin treffen.</p>
<p>Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Und des Geldbeutels.</p>
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		<title>System krank, Patient gesund</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2010/01/system-krank-patient-gesund/</link>
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		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 06:33:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Arzt]]></category>
		<category><![CDATA[Eigenverantwortung]]></category>
		<category><![CDATA[Ganzheitlich]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstverantwortung]]></category>
		<category><![CDATA[System]]></category>

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		<description><![CDATA[Was für ein schöner Montag-Morgen! Ich sitze hier am Computer, und der anstehende Arzt-Termin drückt mir im Nacken. Wie konnte ich nur auf die blöde Idee kommen, ihn gleich Montag Morgen zu legen, so früh und dann auch noch im Winter?? Draußen hat es geschneit, die Straßen sind glatt, die Motivation liegt bei gefühlten 10 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was für ein schöner Montag-Morgen! Ich sitze hier am Computer, und der anstehende Arzt-Termin drückt mir im Nacken. Wie konnte ich nur auf die blöde Idee kommen, ihn gleich Montag Morgen zu legen, so früh und dann auch noch im Winter?? Draußen hat es geschneit, die Straßen sind glatt, die Motivation liegt bei gefühlten 10 Grad unter Null&#8230;</p>
<p>Vor Arzt-Terminen hab ich mich lange gedrückt, im Grunde denke ich auch, dass wir Deutschen viel zu oft im Jahr zum Arzt gehen. Ca. 18 &#8211; mal <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article5910947/Praxisgebuehr-macht-Deutsche-zu-Arzt-Weltmeistern.html" target="_blank">stand in der Statistik</a> und damit sind wir Weltspitze. Ich gehe nicht so oft. In den letzten Jahren seit dem Umzug bin ich fast gar nicht gegangen und wisst ihr was: Mir geht es trotzdem gut.</p>
<p>Ich habe die meisten Wunden selbst verarztet, bei Kopfschmerzen eine Tablette eingeworfen oder PMR gemacht&#8230; wenn ich Durchfall hatte, die Ernährung umgestellt, bei Rückenschmerzen mich mehr bewegt. Gegen die Depressionen hilft Tagebuch-Schreiben oder ein Gespräch mit Freunden, bei akuten Wutanfällen einfach mal nach draußen gehen und eine Runde beim Sport abreagieren und auch andere Hausmittelchen bieten für die meisten Leiden doch Gesundheit im Überfluss.</p>
<p><span id="more-1929"></span></p>
<p>Wann hat der Mensch denn wirklich mal eine ernste Krankheit, und wieviel Weh-Wehchen kann man selbst behandeln? Ich hab das sogar mal irgendwo gelesen, dass diese Eigeninitiative, die Selbst-Verantwortlichkeit des Patienten eigentlich gefördert werden soll. Jeder Gang, den man sich zum Arzt spart, ist doch auch gespartes Geld für das System. Jedes Medikament, dass man sich nicht verschreiben lässt, ist gespartes Geld.</p>
<p>Leider liegt es in der Natur der Dinge, dass man das Wohl der Gemeinschaft nicht sieht, wenn der Einzelne verzichtet. Man sieht bei solchen Dingen immer nur das eigene Wohl, aber die Gemeinschaft erlischt unsichtbar vor einem verschwimmenden, kontrastarmen Hintergrund. Und das macht das Verzichten eben schwer, Verzicht ist sowieso keine Tugend der modernen Welt, im Gegenteil. Alles soll machbar werden, schnell, erreichbar und perfekt- aber wer bezahlt das Ganze? Geht es beim Gesundheitssystem vielen nicht darum, wenig einzuzahlen und viel rauszuholen, also den persönlichen Profit zu erhöhen? Oder tut man den Menschen Unrecht und kann ähnlich wie bei der Arbeitslosendebatte kaum zwischen Nutznießern und wirklich Betroffenen unterscheiden?</p>
<p>Sind die wirklich Bösen vielleicht doch eher die Pharmakonzerne, die Preisabsprachen und die Gewinnsucht in den verschiedensten, auch oft verborgenen Stellen?</p>
<p>Natürlich , es würde mich nun nicht wundern, wenn jetzt das Argument mit den Vorsorgeuntersuchungen käme&#8230; oder dass der Sparwahn genau das Falsche in der Gesundheitspolitik sei, und dass man als nicht Fachkundige sowieso keine Meinung haben darf&#8230;</p>
<p>Gegen Vorsorge ist auch nichts einzuwenden, im Gegenteil, was ich meine, sind die sinnlosen, doppelten und völlig überflüssigen Arzt-Besuche und Medikamenten-Verschreibungen.</p>
<p>Es geht doch bei der Gesundheitspolitik auch um uns Menschen, um die persönliche Einstellung und der individuellen Gesundheit von Tausenden, wenn nicht Millionen Menschen. Und wieviel moderne Zivilisationskrankheiten gibt es, die von nichts anderem herrühren, als unseren modernen, unsgesunden Lebensstil, dem Bewegungsmangel, z.B? Der ungesunden, zu fettreichen Ernährung, dem Übergewicht, den vielen Zuckern und der puren Bequemlichkeit folgend? Wieviel Depressionen und psychotische Veranlagungen könnten allein geheilt werden, wenn die Menschen freundlicher zueinander wären, wenn sie sich mit mehr Liebe und Respekt behandeln würden. Aber ich schätze, „Liebe“ ist kein Faktor, mit dem man in solchen Systemen rechnet. Es ist immer nur das Geld, mit dem man rechnet und doch ist es meist der falsche Ansatz.</p>
<p>Was die Selbst-Therapie freilich nicht schafft, ist der menschliche Faktor. Man kann sich eben selbst keinen Mut machen. Man kann sich eben selbst nicht zuhören oder sich Zeit für sich selbst nehmen.</p>
<p>Wirklich nicht? Mal ehrlich, wieviel Zeit verbringt man im Leben mit Selbst-Analyse, mit Selbst-Gesprächen und Tagebuch schreiben.. und wieviel Zeit sitzt man einem „professionellen“ Arzt gegenüber und lässt sich von seinen schönen Worten behandeln?</p>
<p>Wenn ich nur an die Warterei im Wartezimmer denke, dann muss ich sagen: Je weniger Arzt, umso besser. Und ich bin heilfroh, wenn ich nichts habe und mir das schenken kann.</p>
<p>So wie zum Glück meistens oder fast immer&#8230;</p>
<p><strong>Weiterführende Links</strong></p>
<ul>
<li>Kontroverse Darstellung zum Thema <a href="http://www.aerzteblatt.de/V4/archiv/artikel.asp?id=65175" target="_blank">Selbstverantwortung</a> (Frage: Ist es wirklich so, dass Selbstverantwortung <em>überhaupt </em>nicht zu realisieren wäre? Warum nicht? Geht es letztendlich um Gesundheit oder geht es um Geld? )</li>
<li>Selbstverantwortung, eine Sache der Denkweise, <a href="http://www.transmed.ch/pages/jagdgruende/selbstverantwortung-des-patienten.htm" target="_blank">Natur- oder Schulmedizin</a>?</li>
<li>Wiki zum Thema <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zivilisationskrankheit" target="_blank">Zivilisationskrankheiten</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Depression</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2009/11/die-depression/</link>
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		<pubDate>Sat, 14 Nov 2009 18:22:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Lösungswege]]></category>
		<category><![CDATA[Selbsterkenntnis]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Plädoyer für mehr Wärme im Leben
In den letzten Tagen war eine Krankheit mal wieder in den Köpfen von vielen Menschen: Die Depression und der anschließende Selbstmord des Nationaltorhüters Robert Enke.
Auf Twitter wurde es kontrovers diskutiert, aber eine richtig gute Aufarbeitung des „Falles“ hab ich bis jetzt noch nirgends gelesen. Es ist für mich sogar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ein Plädoyer für mehr Wärme im Leben</em></p>
<p>In den letzten Tagen war eine Krankheit mal wieder in den Köpfen von vielen Menschen: Die Depression und der anschließende Selbstmord des <a href="http://tinyurl.com/ydw8o6o" target="_blank">Nationaltorhüters Robert Enke</a>.</p>
<p>Auf Twitter wurde es kontrovers diskutiert, aber eine richtig gute Aufarbeitung des „Falles“ hab ich bis jetzt noch nirgends gelesen. Es ist für mich sogar wieder bezeichnend, wie kalt und distanziert sich viele Leute damit beschäftigt haben und für viele stand die Frage nach der Rolle und den Gefühlen des Lokomotivführers oder der Ersthelfer an oberster Stelle. Das ist sicherlich lobenswert und auch nachvollziehbar. Für Christen ist der Selbstmord sogar ganz abzulehnen, also „verwerflich“. (aber wieder typisch für die christliche Denkweise, dass man in Schuldmotiven, in Sühne und sowas denkt, aber nicht wirklich das Wohl des Menschen in den Mittelpunkt rückt.. eher so nach dem Motto „wir wissen schon, was für dich gut ist..“ ).</p>
<p>Ist es nicht erstaunlich, wie schnell man dabei wieder ist, einen neuen Schuldigen zu suchen und die Trauer durch Wut oder Anklage weiterzureichen? Man braucht kein Psychologe sein, um zu verstehen, dass das kein gutes Mittel ist und die Trauer nicht empfinden lässt. Es ist vielleicht sogar eine Art Abwehrhaltung auf Trauer und Schmerz.</p>
<p>Ich bin keine Expertin und nichts von dem was ich nun schreibe, ist medizinisch begründet oder belegt, aber ich kann die Depression und das, was ich davon empfunden habe mit meinen Worten nachvollziehen und beschreiben. Das Thema „Depression“ hatte ich sogar schon öfters im Blog und ich bin eigentlich zu faul, es nachzuschlagen- es reicht, wenn ich einen aktuellen Text schreibe (oder?).</p>
<p>Aus den bisherigen Erkenntnissen mit dieser Krankheit lassen sich ganz einfache Formeln ableiten:</p>
<ol>
<li>Menschen haben unterschiedliche Anfälligkeiten für Depressionen (da sie auch genetisch bedingt ist)</li>
<li>die Depression kann man durchaus als Schutzreflex der Psyche und somit als Symptom für eine Schieflage im Leben betrachten</li>
<li>es gibt einen engen Zusammenhang zwischen der persönlichen Lebensführung (der Lebensethik) und dem körperlich-seelisch Gesamtbefinden des Menschen (also seiner Gesundheit)</li>
<li>Weiterbildung und Selbstreflektion sind meistens ein guter Ausweg aus solch bedrückenden und unfreien Situationen ( &gt; Gute Bildung für alle sollte politisch gesehen ein Menschenrecht sein u. unbedingt gefördert werden)</li>
</ol>
<p>Rein biologisch gesehen ist die Depression nichts unbekanntes, genauer gesagt eine Unterversorgung mit dem Botenstoff Serotonin. (jetzt alles ein wenig vereinfacht, man möge mir das verzeihen; mehr Infos wie immer im Lexikon&gt; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Depression" target="_blank">http://de.wikipedia.org/wiki/Depression</a> )</p>
<p>Die Pharmaindustrie hat das erkannt und was verschreibt sie? Stoffe, die die Wiederaufnahme des Botenstoffs verzögern, damit dieser ein höheres Niveau im Blutkreislauf erreicht (und von da aus ins Hirn geht, man nennt das die Blut-Hirn Schranke). Jeder, der schonmal Alkohol getrunken hat, kennt den Effekt: Alle Stoffe, die ich zu mir nehme, können einen Einfluss auf das Gehirn haben, manche mehr, manche weniger.</p>
<p>Letztendlich ist es möglich, mit diesen Medikamenten in den Regelmechanismus des Gehirns einzugreifen, aber: So wie die Unterdrückung von Schmerzen mit Anti-Schmerzmitteln ist es nur eine Symptomunterdrückung.</p>
<p>Man könnte sogar sagen, die Depression ist die Antwort, der Schrei der Seele auf eine Situation, die nicht passt, bei der man Unwohlsein empfindet. Um sowas dauerhaft zu lösen, braucht es mehr als eine Pille, vielleicht müssen die Grundpfeiler des Lebens neu gestellt werden. Der Job gewechselt, die Beziehung beendet oder ein Umzug absolviert werden. Umgekehrt können solchen tiefen Einschnitte auch depressiv machen, man sieht dadurch den engen Zusammenhang zwischen Leben und Seele.</p>
<p>Beim erfolgreichen Fußballer kann das z.B. der Leistungsdruck sein oder wie in der Öffentlichkeit mit seiner Krankheit umgegangen wird (der Fall Sebastian Deisler war/ist da ganz ähnlich). Es ist traurig, wenn sich durch mangelnde Toleranz und Anteilnahme die Angst des Spielers vor einem Outing derartig erhöht, dass das ganze in Selbstötung mündet. Für eine Gesellschaft als Ganzes kein gutes Zeichen, eher ein Armutszeugnis.</p>
<p>Zuerst erwächst aus der Intelligenz und der Empfindungsfähigkeit des Menschen (und ich schätze solche Menschen als sehr sensibel und intelligent ein, ganz und gar nicht krank oder unnormal, wie manche vielleicht noch behaupten) die Einsicht, dass etwas anders laufen muss. Der Impuls mag mehr aus dem Unbewussten kommen und ist nicht wirklich zugänglich, eben mehr ein Gefühl.</p>
<p>Mit dem Gehirn zwingt man sich vielleicht noch zu „funktionieren“ (das Wort funktionieren sollte schon als Warnung verstanden werden, denn dies ist eine rein mechanische Sicht der eigenen Arbeit und Rolle im Leben), aber der Körper und die Seele fangen an zu streiken. Die Schieflage zwischen beiden Dingen ist die Depression. (das Körper- Geist- Seele – Gleichgewicht kommt aus dem Ruder)</p>
<p>Es sind meistens kleine Blockaden, die darauf aufmerksam machen: Man wird vielleicht unkonzentrierter, vergisst Dinge schnell (ein typsiches Zeichen bei Serotoninmangel). Die dunkle Jahreszeit verstärkt den ganzen Effekt, weil durch den Sonnenlichtmangel weniger von dem Botenstoff gebildet wird, die Folge ist der typische Herbst- oder Winterblues. Müdigkeit, Antriebsschwäche, Launenhaftigkeit und keine Freude an Hobbies und Bekannten mehr.</p>
<p>Man sieht: Alles ganz normale Reaktionen, nur die Menschen und Gesellschaft machen daraus „etwas Schlimmes“. Klar, jeder möchte funktionieren, aber die Erkenntnis sollte in den Köpfen ankommen, dass es den perfekt funktionierenden Menschen einfach nicht gibt. Es gibt ja auch keine Blume, die immer blüht, im Herbst fallen halt die Blätter und im Winter vergeht ein Großteil des so bunten Lebens wieder.</p>
<p>Jeder hat Erwartungen an den anderen, von früh auf werden wir auf Jugendlichkeit, Leistungsdruck und Rollenerfüllung getrimmt. Jedes weitere Korsett, dass uns andere aufzwingen, ist ein Schritt in die Unfreiheit und das Unglücklichsein. Jeder Zwang ist ein Balken mehr, der auf unseren Schultern lastet. Daher ist das sich lösen von Zwängen, Erwartungen und unnötigen Pflichten so wichtig.</p>
<p>Freiheit macht glücklich, Zuviele Zwänge machen unglücklich. Kein Mensch will im Leben eingesperrt sein, weder gedanklich, noch real.</p>
<p>Mich wundert es nicht, dass es hin und wieder zu solchen schlimmen Folgen kommt, wie im Fall Enke.</p>
<p>Man sollte daraus lernen, es nicht auch so machen und auch, andere nicht derart unter Druck zu setzen. Eltern können da mit der <span style="text-decoration: underline;">richtigen Erziehung</span> viele Weichen stellen.</p>
<p>Wenn ihr betroffen seit, dann nehmt die Depression ernst, lernt aus ihr, aber verteufelt sie nicht. Sie ist ein Geschenk und wird euch (wenn richtig beachtet) dahin bringen, wo das Glück auf euch wartet. Ein bisschen selbsterfüllter zu sein, ein bisschen weiser.</p>
<p>Seht die Depression nicht als Feind- seht sie als Freund.  Sie zeigt euch, dass ihr noch ein Mensch seid, dass ihr noch nicht ganz stumpf seid.</p>
<p>„Cool sein“ hilft in diesem Falle nicht.. Aber was ist das Gegenteil von „cool“ ? Depressiv?</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Symptomatisch</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2009/10/symptomatisch/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 11:31:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Karrieredenken]]></category>

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		<description><![CDATA[Nur 2030 Google-Hits bei „Karrieredenken krankhaft“
3.510.000 Treffer bei „Sich durchsetzen“
30.900.000 Treffer bei „Erfolg“
Symptomatisch?
Wer sich in dem Ganzen verstrickt hat, dem ist folgendes Buch zu empfehlen:
&#8220;Warnsignale des Körpers&#8221; Körperliche Beschwerden ganzheitlich erkennen und heilen. (Ausführliche Buch-Vorschau.)
Denn wir lösen nicht, was wir nicht erkennen.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nur 2030 Google-Hits bei „Karrieredenken krankhaft“</p>
<p>3.510.000 Treffer bei „Sich durchsetzen“</p>
<p>30.900.000 Treffer bei „Erfolg“</p>
<p>Symptomatisch?</p>
<p>Wer sich in dem Ganzen verstrickt hat, dem ist folgendes Buch zu empfehlen:</p>
<p>&#8220;<a href="http://tinyurl.com/yk78z6s" target="_blank">Warnsignale des Körpers</a>&#8221; Körperliche Beschwerden ganzheitlich erkennen und heilen. (Ausführliche Buch-Vorschau.)</p>
<p><em>Denn wir lösen nicht, was wir nicht erkennen.</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Fühlen der Sterblichkeit- Erfahrungen mit Migräne</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2009/03/das-fuhlen-der-sterblichkeit-erfahrungen-mit-migrane/</link>
		<comments>http://www.ja-blog.de/2009/03/das-fuhlen-der-sterblichkeit-erfahrungen-mit-migrane/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Mar 2009 19:28:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Privates]]></category>
		<category><![CDATA[Migräne]]></category>
		<category><![CDATA[Migräneattacke]]></category>
		<category><![CDATA[Progressive Muskelentspannung]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerzen]]></category>

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		<description><![CDATA[Endlich, endlich habe ich mir gedacht, habe ich auch mal wieder was zum Bloggen. Endlich passiert in meinem Leben etwas, das „echt“ ist, dass sich authentisch anfühlt und voller Schwere und Tiefgang ist. 
Endlich, hab ich mir gedacht&#8230;
Da ich nicht damit rechne (pessimistisch wie ich bin), dass ich mal einen Arzt finde, der mit länger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Endlich, endlich</em> habe ich mir gedacht, habe ich auch mal wieder was zum Bloggen. <em>Endlich passiert in meinem Leben etwas, das „echt“ ist, dass sich authentisch anfühlt und voller Schwere und Tiefgang ist. </em><br />
Endlich, hab ich mir gedacht&#8230;</p>
<p>Da ich nicht damit rechne (pessimistisch wie ich bin), dass ich mal einen Arzt finde, der mit länger als zehn Minuten zuhört, dabei aber kein Psychologe ist (denn im Kopf bin ich gesund&#8230;meistens) und nicht nur etwas technokratisches aufschreibt, muss ich meinen kleinen Blog mal eben für mich als persönliche Selbst-Darstellungsbühne zweckentfremden, den Idealismus als einziges Ideal aufleben lassen und so tun, als ob ich damit jemand helfen möchte&#8230;. (..).</p>
<p>Wie auch immer. Lasst mich vorne anfangen.</p>
<p>Die letzte Woche war so super gelaufen, schöne Arbeit, nette Menschen, viele Ereignisse, die Sonne kam raus, ich fühlte mich frisch und frei.</p>
<p>Twitter machte mir endlich soviel Spaß, wie ich dazu brauche und auch andere Dinge gefielen mir gut. Samstags hatten wir noch etwas renoviert, abends war ich dementsprechend kaputt. Aber nicht traurig oder so. Da war nur die Tatsache, dass ich unter der Woche unregelmäßig geschlafen hatte. Abends das eine oder andere Glas getrunken hatte. Mehr gechattet hatte als sonst und überhaupt- der Computer mein ständiger Begleiter war. Davon gekennzeichnet hatte ich starke Muskelverspannungen, vor allem im Nacken und in der linken Hand (Mausarm).</p>
<p>Angespornt von Entschlossenheit und Tatendrang, traf ich gleichzeitig auf die hohe Mauer und physischen Begrenzungen der Schaffens-Manie.</p>
<p>Okay, sowas kenne ich und ich dachte mir nichts dabei. Sonntag fing dann denkbar schlecht an. Die Vögel krischen so laut, als säßen sie neben mir und nicht draußen, in einem entfernten Baum. Nein- Vögel schlafen nicht lange, die stehen IMMER früh auf, so auch Sonntags, vor allem im Frühling. Um sieben Uhr gesellte sich dann meine Magensäure und- wer weiß- vielleicht auch ein bisschen Gallenärger dazu. Auf jeden Fall grummelte es dann mächtig und stieß mir sauer auf- wortwörtlich. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sodbrennen">Sodbrennen</a>!</p>
<p>Ich stand also am Sonntag um sieben Uhr auf, setzte mich auf die Bank draußen vor der Tür- ach und herrlich war es. Ein nebliger, nicht zu kalter Morgen im März. Ich genoss es. Dann ging ich rein, verzichtete auf den Kaffee, weil der nicht gut für den Magen ist. Mein Magen war noch sehr sauer.</p>
<p>Ich trank einen Tee und aß nichts. Ich setzte mich an den PC. Schon bald merkte ich aber, dass es mir nicht gut war (hier muss ich abkürzen).</p>
<p>Abends sah ich Fernsehen („Der Teufel trägt Prada“, übrigens ein sehr guter und empfehlenswerter Film), als es begann: Ein stechender Schmerz, der langsam stärker wurde, breitete sich vom Nacken in den Kopf aus. Es dauerte nich lange und er okkupierte meine gesamte rechte Kopfhälfte. „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Migr%C3%A4ne">Migräne</a>!“ schoss es mir durch den Kopf, doch der war bereits so voll mit Schmerz, dass das Denken nicht mehr klappte.</p>
<p>Im Anschluss an den Spielfilm sollte noch eine Reportage über die Model-Welt kommen, ein ehrlich recherchierter, harter Bericht über das „hinter den Kulissen“, ich schaffte ihn nicht mehr. Zu den Schmerzen, die jetzt mein gesamtes Wesen ausmachten und mich in jeder Lage und Bewegung stöhnen und ächzen ließen, kam noch eine leichenblasse Übelkeit hinzu. Meine Haare waren verwuschelt und alles an mir war durcheinander. Dass ich im Moment nicht sehr hübsch war, konnte ich im Spiegel sehen: Die Falten auf dem Gesicht waren angespannt und tiefe Furchen wurden mir vom dunklen Migräne-Gott in die Stirn geritzt.</p>
<p>Ich verzog mich ins Schlafzimmer, als die Migräne ihren Maximal-Peak erreichte (wusstet ihr, dass es da regelrechte Anfälle geben kann?). Mit letzter Kraft riss ich meine Klamotten vom Leib, schlüpfte mit letzter Kraft in meinen Schlafanzug, da war es erst halb elf. Ich machte das Licht aus (Lichtempfindlichkeit!), hielt das aber nicht lange aus, da die Schmerzen so stark waren, dass ich Angst bekam, ich würde sterben. Solche Kopfschmerzen habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gehabt. Und auch, was das allgemeine Schmerzlevel angeht, war es an der Obergrenze dessen, was ich bisher „fühlen durfte“.</p>
<p>Ich war sehr verzweifelt und unsicher und fühlte mich wie ein Häufchen Elend. Zu den Schmerzen kam jetzt Selbstmitleid, gemischt mit Selbstvorwürfen, was ich alles falsch gemacht habe, dass es „eine Strafe“ wäre und solch unsinniges Zeug&#8230; die Bilder des zuvor gespielten Computerspiels rissen plötzlich meinen Horizont ein, brutale Bilder die sich mit unverminderter Härte in das Gesichtsfeld brannten und die Übelkeit verstärkten (zuviel PC ist nicht gut bei Migräne&#8230;ich weiß).</p>
<p>Diese ganze Mischung aus Eindrücken und Gefühlen bauschten sich immer mehr auf und gipfelten schließlich in einem Weinanfall. Ich war so verzweifelt und voller Schmerzen und hatte eben gerade die letzte, im Haus verfügbare, Schmerztablette geschluckt. Ich fühlte mich völlig hilflos. Wälzte mich auf dem Bett hin und her und dachte, ich würde sterben. Keine Lage löste die Schmerzen- aber das Weinen half.</p>
<p>Durch das Weinen löste sich zumindest mal eine erste Anspannung und da ich das wusste, schleppte ich mich weinend in das Wohnzimmer, wo mein Partner noch TV schaute. Als er mich in den Arm nahm und tröstete (ich liebe ihn einfach für seine nette Art) löste das noch mehr Anspannung und das kindliche, kleinmütige Selbstmitleid wurde noch stärker. Nur mit dem Schlafanzug-Oberteil saß ich jetzt am Küchentisch. Die inneren Bilder drehten sich, die Wände schienen krumm, alles war plötzlich entrückt und unwirklich- nur der Schmerz, der Schmerz, der Schmerz.</p>
<p>Ein paar Tempos schon verrotzt, merkte ich, wie die Nasennebenhöhlen durchs Weinen zugingen (sowieso ein Dauerproblem bei mir) und ich keine Luft mehr bekam. Das verunsicherte mich noch mehr und weil ich kaum klar denken konnte, nahm ich jeweils zwei Hübe Nasenspray.</p>
<p>Sieh an, die Atem-Beschwerden wurden bald besser, aber dafür setzte jetzt was anderes umso heftiger ein: Die Übelkeit.</p>
<p>Mir wurde schlecht. Richtig schlecht. Halbnackt wie die Jungfrau Maria schleppte ich mich auf die Toilette und broch.. und broch&#8230; und broch. Es war interessant zu sehen, was wir an dem Tag alles gegessen hatten. Ich dachte eigentlich, es wäre nicht so viel , aber da musste ich mich getäuscht haben. Und auch verdaut war es noch nicht richtig, ich esse wohl zu schnell&#8230;</p>
<p>Es dauerte ca. eine halbe Stunde, bis mein Magen endlich leer war und das Problem mit der überschüssigen Magensäure hatte sich auf diese Art wohl auch gelöst. Von selbst, ein Glücksfall&#8230;</p>
<p>Ich zog mich wieder ins Bett zurück, kauerte mich mit angezogenen Beinen unter die Bettdecke, natürlich war mir zu kalt. Noch eine zweite Decke dazu, natürlich immer noch kalt. Ich bekam es nicht mehr mit und sank in einen traumähnlichen Halbschlaf.</p>
<p>Endlich, zum ersten Mal wurde es mir besser und die Schmerzen ließen nach. Ich betete zu Gott und bedankte mich für diese Erlösung, aber noch mitten im Gebet war ich so müde und entkräftet, dass ich eingeschlafen war. nicht mehr in der Lage, Worte zu formulieren, überließ ich meine Seele den Geistern der Nacht.. und sie meinten es gut mit mir.</p>
<p>Am nächsten Tag war ich erfrischt und endlich frei von Schmerzen. So als sei nichts gewesen schlüpfte ich in die Hausschuhe, mit einem herrlich neutralen Magen schlürfte ich den ersten Kaffee. Sogar die Stimmung hellte auf und blieb den ganzen Tag konstant. ein bisschen Sonne, frühlingshafte Wärme- als sei nichts gewesen! Was für ein verlogenes Wetter&#8230;</p>
<p>Heute habe ich dafür eine leichte, abgespannte Post-Migräne-Phase und bin verträumt, entrückt irgendwie. Es erscheint mir alles unreal, wie im Traum, etwas weit weg, nicht greifbar.</p>
<p>Ich habe mit meiner Mama telefoniert, die ein paar gute Tipps parat hatte und gute Eigenschaften als Ärztin und Zuhörerin besitzt (dafür liebe ich sie sehr!).. und naja, es wird Zeit für ein wenig Pragmatismus und die Tatsache, dass ich einen Schuhkarton voll Anti-Schmerztabletten brauche.</p>
<p>Ich bin jetzt in dem Alter, wo das angeborene Genetik-Laster in mir ausbricht. Ich werde sowas noch öfters erleben, dessen bin ich mir sicher.</p>
<p>Der Tag gestern war mir eine Lehre. In philosophischer Weise hat er mir gezeigt, dass ich was ändern muss. Dass es ein paar Belange gibt, an denen ich etwas ändern muss, dass mein Körper keine Maschine, sondern verletzlich ist.</p>
<p>Dass ich Pausen machen muss. Dass Fasten und Entgiftungen ihren Sinn haben. Dass ich Entspannungsübungen wie z.B. die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Progressive_Muskelentspannung">Progressive Muskelentspannung</a> einüben sollte.</p>
<p>Dass das Hetzen nichts bringt. Dass der Körper und vor allem die Seele Pausen brauchen. Dass man sich nicht bis zum Anschlag mit Problemen anderer vollstopfen kann. Dass man Grenzen ziehen muss. Dass das Leben kurz und zerbrechlich ist. Dass man nur begrenzt Zeit auf der Erde hat..</p>
<p>Dass es schnell vorbei sein kann und niemand unsterblich ist. Das alles habe ich gestern gesehen und der Tag erinnerte mich an meine größten Tiefschläge im Leben und somit war es ein lehrreicher, persönlicher „Neumond-Tag“ über den ich schon fast wieder ein wenig dankbar bin. Danke Schmerz für diesen Hinweis! Danke Gott, für deine Gnade! Danke LeserInnen, für Euer Lesen.</p>
<p><em>ps:</em><br />
Der Zufall will es, dass ich heute über die Leiden einer Frau stolperte, die ihre Geburt beschreibt (<a href="http://herzbruch.blogger.de/stories/1348548/">Über eine Geburt</a>, via <a href="http://twitter.com/fragmente">Fragmente</a> ).</p>
<p>Okay, dagegen ist meine Geschichte nichts&#8230;. aber irgendwie konnte ich mich da heute gut reinversetzen, was an schmerzfreien Tagen bestimmt nicht so gut geklappt hätte!</p>
<p><em>ps2:</em><br />
Empfehlenswerte Musik, als entspannende Migräne-Prophylaxe oder „Nachbearbeitung“:<br />
<a href="http://www.lastfm.de/listen/globaltags/chillout">http://www.lastfm.de/listen/globaltags/chillout</a></p>
<p>Das Entspannen der Muskeln ist hier der Key, dass sich Lösen vom Verkrampfen, die Umkehrung der Anspannung.</p>
<p>Einen podcast zur progressiven Muskelentspannung gibt es übrigens hier. <a href="http://www.schmerzakademie.de/pat_serv.php#PMNJ">http://www.schmerzakademie.de/pat_serv.php#PMNJ</a></p>
<p>Für mich bleibt aber nicht die Technik das Hauptproblem, sondern vor allem das geistige, innere Erkennen von Gesundheit, dass man z.B. ein Wechsel im Handeln braucht und den Körper nicht ausschließlich auf Hochleistung und Arbeit trimmt.</p>
<p>Alles andere rächt sich letztendlich. Der Körper ist somit eine hochsensible Rückmeldeanlage für Fehlverhalten und Ausbeutungen aller Art.</p>
<p><strong>Ähnliche Beiträge:</strong><br />
<a href=" http://www.julia-adriana.de/2008/07/arbeit-lebensbedingungen-und-kontemplation/"><br />
</a></p>
<ul>
<li><a href=" http://www.julia-adriana.de/2008/07/arbeit-lebensbedingungen-und-kontemplation/"> http://www.julia-adriana.de/2008/07/arbeit-lebensbedingungen-und-kontemplation/</a></li>
<li><a href="http://www.julia-adriana.de/2008/10/das-prinzip-dankbarkeit/">http://www.julia-adriana.de/2008/10/das-prinzip-dankbarkeit/</a></li>
<li><a href="http://www.julia-adriana.de/2008/07/die-bedeutung-des-urlaubs/">http://www.julia-adriana.de/2008/07/die-bedeutung-des-urlaubs/</a></li>
<li><a href="http://www.julia-adriana.de/2008/06/leistungsgesellschaft/">http://www.julia-adriana.de/2008/06/leistungsgesellschaft/</a></li>
</ul>
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