Mitmenschen, Vorlieben, Schwächen

Alterung, Neuland und Sinnsuche

Ich habe ja versprochen, wieder persönlicher zu schreiben. Nun, es ist kurz vor elf Uhr abends, eigentlich sollte ich schon im Bett sein, weil ich morgen früh raus will. Aber dennoch bin ich ruhelos und habe die Idee für einen neuen Beitrag.

Ich möchte mir ganz einfach mal die interessante Frage stellen, was für Leute ich mag und welche nicht? In der letzten Zeit fällt mir immer wieder auf, dass ich mich innerlich von anderen Menschen distanziere, dass ich zwar „da“ bin, aber nicht anwesend, dass ich zwar „zuhöre“, aber nicht mitfühle und dass mein Handy selten klingelt.

Ist es okay, dass ich viel Zeit mit mir selbst und meiner Kunst verbringe oder bin ich zu egoistisch? Warum habe ich keinen Drive und selten wirklichen inneren Antrieb, auf andere zuzugehen? Warum verpuffen meine Ziele so schnell und teile ich meine Energie und Zeit richtig ein?

Liegt es an den Umständen oder aber an meinem Charakter oder gar an beiden? Die Umstände sind ja meist eine Folge des eigenen Charakters. (bis auf ein paar wenige, wirklich seltene Schicksalschläge mal abgesehen)

Eigentlich müsste ich jetzt sagen: Ich mag jeden Mensch, ich bin jedem Mensch gegenüber tolerant eingestellt, zumindest versuche ich das. Was mich aber wundert, dass sich bei den wenigsten Menschen eine enge Bindung einstellt und dass ich an den meisten Menschen irgendwie „vorbeilebe“. Ich will nicht sagen, dass ich nicht will, aber es ergibt sich nicht.

Früher bin ich sehr schnell und offen auf andere zugegegangen. Ich habe mir das mit der Zeit abgewöhnt. Erkenne ich jetzt, dass jemand Probleme hat oder ein schwieriger Mensch ist, gehe ich viel eher auf Distanz. Ich teile weniger Energie von mir selbst ab, ich verteile weniger. Liegt das am Alter? Oder doch am Geschlecht?

Ich ruhe mehr in mir selbst und bin vielleicht ein Stückchen selbstbewusster als früher. Aber ich habe immer(!) die Angst, dass ich vielleicht zu egoistisch und kalt geworden bin. Ich habe sehr hohe Ansprüche an mich selbst und meine Ethik, aber es gelingt mir selten, soweit zwischenmenschliche Erfolge aufzubauen, dass ich damit zufrieden bin. Und das quält mich sehr!

Was mag ich also an Menschen und was mag ich nicht? Vielleicht sind die wenigsten Menschen, so wie ich möchte? Und da ich dieses Ideal kaum finde, habe ich das Interesse verloren?

Mein treuer Blog-Kommentator erster Stunde, Stephan, ist ein begnadeter Fotograf und fotografiert seine Stadt Wuppertal. In diesen Bildern sehe ich Gesellschaftskritik in visueller Weise. So wie er die Welt unter die Lupe nimmt und genau hinschaut, mit Hilfe der künstlerischen Mittel das Schöne, aber vor allem das Hässliche und Monotone hervorhebt, so erscheint mir mein Geist in Bezug auf andere Menschen.

Ich sehe gerne das Schlechte. Das Langweilige, Monotone, das was mich abschreckt und nervt und dann doch irgendwie fasziniert. Ich bin auf der Suche nach dem Prickeln, nach dem Besonderen und klebe daran, wenn ich es finde.

Gehe ich in einen Supermarkt interessieren mich 99% der Menschen erstmal nicht oder ich empfinde Abneigung. Bei niemanden habe ich das Interesse, ihn anzusprechen, bei allen sehe ich die ständig gleichen Sprechblasen und Floskeln, überall erahne ich, was kommen wird, ich will mich nicht einlassen.

Bin ich jetzt überheblich? Oder bin ich treffend? Bin ich eine gute Psychologin? Oder einfach nur ein Ignorant?

Bei vielen Menschen sehe ich das Leid, ihre Probleme. Bei vielen ahne ich schon was mich erwarten wird, dass es nicht einfach wird. Also setze ich meinen Filter auf- und kümmere mich um die Einkäufe. Dann komme ich zu Hause an und denke „Scheiße, genauso wieder ein langweiliger Tag wie alle anderen“.

Irgendwie will ich das ändern, es ist ein Teil meiner derzeitigen Probleme. Und es ist auch durchaus etwas, dass ich ändern will, wo mir nur die Landkarte, der Anstoß und die Idee fehlen.

Klar, man kann nicht ewig die Frische der Jugend bewahren, man kann nicht ewig saufend und johlend bis Mitternacht auf Partys abhängen- aber ich habe auch keine Lust auf ein spießiges Leben und immer gleiche Abläufe. Mir scheint, diese gesellschaftliche Erstarrung, die gefrorenen Gefühle sind wie ein riesiger Strudel, unter denen alle leiden. Sie sind Ausdruck von Problemen, von Konflikten, von Schulden, von Trennungen und allgemeinen Schwierigkeiten. Das Bedürfnis nach Sicherheit erstickt den Fortschritt. Die Angst und Eifersucht ersticken die Liebe.

Die guten Dinge im Leben sind vielleicht zu schwach. Der erhellende Geist der Ethik und des Mitgefühls kann nicht von vielen aufrecht erhalten werden, Witze verpuffen und Fasching ist auch nur einmal im Jahr.

Im Grunde fehlt vielen Menschen das Glück, die Freude. Das Gefühl, etwas wichtiges und sinnvolles zu machen, ganz gleich ob man nun arbeitslos ist oder nicht. Auch arbeitende Menschen kennen dieses Gefühl der Langeweile, wie ich heute bei Claudia las.

Diese Mühle, das sich ständig wiederholende und das Leere, das kann eine größere Belastung sein als alles andere. Wenn Menschen in so einem Strudel stecken, dann ist es wie ein Käfig, eine Begrenzung und Enge aus der es kein Entrinnen gibt. Manchmal ist es der Auftakt oder das Zeichen für eine Depression.

Und ich sehe, dass diese Gefahr ständig im Raum steht.

Was also tun? Menschen einteilen, in „welche, die ich mag“ und „welche, die ich nicht mag“, wollte ich eigentlich.

Eine treffende Charakterisierung über den aktuellen Lieblings-Feind zu schreiben, kann einem selbst helfen. Über die Ideale und Menschen zu schreiben, die man liebt und mag, kann erfrischend sein. Ein bisschen hat mich auch Hartmuts Artikel inspiriert, weil er so interessant seine Mitmenschen, vor allem den schönen Tom beschrieben hat.

Also versuche ich es mal!

Ich mag

  • Ehrlichkeit
  • Offenheit
  • Toleranz
  • Leute, die sich mit Religion und Glauben beschäftigen
  • Leute, die Nächstenliebe wichtig finden
  • Leute, die intelligent sind und gutes Allgemeinwissen haben
  • Freundschaften, die jahrelang halten und von Respekt und Vertrauen geprägt sind
  • guten, feinen Humor
  • Respekt vor dem anderen
  • gutes Zuhören
  • Emphatie
  • wenn jemand ohne Geld leben kann
  • alternative, erfrischende Denkweisen
  • Lächeln/ Lachen

Ich mag nicht

  • Wenn sich selbst jemand zu wichtig nimmt
    Angeberei
  • wenn jemand nicht treu sein kann
  • wenn jemand klammert und mich einengen will
  • Männer, die Frauen schlecht oder abschätzig behandeln
  • Diskriminierung in jeglicher Weise
  • Männer, die sich selbst zu wichtig nehmen
  • Frauen, die nicht zuhören können
  • Falschheit, Lügen
  • Leute, die nicht über Konflikte reden wollen
  • einseitiges Betonen der Arbeit
  • Leute, die immer das letzte Wort haben wollen
  • Besserwisserei
  • Wenn jemand Menschen, die in einer vermeintlich schwächeren Schicht sind, herablässig behandelt
  • Einseitige Betonung von Konkurrenzkampf und Geld

Jetzt wird auch klar, wo mein Problem liegt: In der zweiten Sparte, den „nicht mögen“ liegen mehr Punkte und es ist leicht für andere, da rein zu rutschen. Die Ziele aus der ersten Sparte sind schwierig und selten vorhanden.

Ich versteife mich vielleicht zu sehr auf die Religion? Ich habe soviel über die Ideale nachgedacht, dass ich nun niemanden mehr finde, der sie erfüllt? Ich kann noch nichtmal mehr in den Spiegel blicken, weil ich mir selbst nicht genüge?

Wäre es das Beste, so eine Liste, aber vor allem die inneren Wünsche und Anordnungen zu zerknüllen, in einen Papierkorb zu werfen und von vorne anzufangen? Sich dem Druck der Gesellschaft anzupassen und sich Ziele auszusuchen, die leichter zu erreichen sind? Geld verdienen? Um die Welt reisen? Sich Hobbys zulegen? Arbeiten?

Frei sein wie ein Kind wäre mir lieber! Ein Kind, das noch keine Enttäuschungen erlitten hat, das frei und glücklich, spontan und locker in der Welt umherreist. Stets offen für neues und nicht urteilend im Denken.

Sind die Prägungen im Gehirn, die ein Mensch im Laufe des Jahre „erleidet“ der Grund, warum er starr und bequem wird? Warum die meisten anderen Menschen aus seinem Einfluss bleiben, weil niemand mehr die Ansprüche erfüllen kann? Weil der einfache Ablauf einfach ist und das Nachdenken, langwierig, kompliziert und für viele schlicht und ergreifend: Unmöglich?

Ich wollte schon immer mal einen Artikel über Alterung und Veränderungen im Gehirn schreiben. Vielleicht war das ja der erste Auftakt dazu! Die Frage über die Alterung der Persönlichkeit und wie man den negativen Folgen vorbeugen kann.

Ich denke, um dieses „Papier zerknüllen“ kommt man nicht rum. Man muss jeden Tag neu leben. Immer wieder von vorne. Keine Beziehungen eingehen zu wollen, muss nicht unbedingt Krankheit sein. Es kann auch einfach bedeuten: Man möchte keine Krankheit in sein Leben lassen, hat einen Schutz aufgebaut, der auch seinen Sinn hat.

Die derzeitige Erlebnis-Masse und Flut an Informationen ist ausreichend. Das derzeitige Leben ist schnell genug. Es wird genug Energie verbraucht (…), es ist alles okay!

Lass Dein Leben wie es ist!

Akzeptiere dich selbst, so wie du bist!

Höre auf zu suchen, leb einfach im Jetzt!




Konformität und Verschiedenheit

Eben lief die Wiederholung einer Sendung im Fernsehen, die so traurig und bewegend war, dass ich sie noch mal anschauen musste und nicht weitergeschaltet habe. Es ging dabei um einen an Amnesie erkrankten Patienten, der durch seine Krankheit seine Arbeit, Familie und Kinder verloren hat und der zudem auch keine Freunde und Gleichgesinnte mehr findet. Wenn er keine Eltern hätte, die sich rührend um ihn kümmern, hätte er niemanden mehr und wäre völlig alleine.
Den Fall finde ich deswegen so besonders und auf der anderen Seite unverständlich, weil der Mensch sehr, sehr nett rüberkommt, ein freundliches Lächeln hat, sehr aufgeschlossen, intelligent und humorvoll wirkt. Das einzige Problem, was er hat: er kann sich halt nichts merken!

Durch einen Unfall lag er im Koma, dabei wurde sein Gehirn mit Sauerstoff unterversorgt, das Ergebnis ist eine partielle Amnesie. Die Reportage zeigte nun, wie sich dieser Mensch mehr schlecht als recht durch den Alltag bewegt, wie er professionelle Hilfe von einem Arzt bekommt (Gedächtnistrainer) und wie er persönlich damit umgeht, und was er darüber denkt.
Wie gesagt, er ist eigentlich “normal”, er hat nur eine kleine Besonderheit, die macht ihn sogar recht liebenswert- es mag eine große Belastung für ihn sein, aber er geht auf eine interessante Art und Weise damit um. Er lächelt über sich selbst, kann sich aber auch nicht verstehen, er hat einfach ein gutes Stück weit die Orientierung verloren, so wie ein Kind, dass immer nur gerade spielt, aber an keine Verpflichtungen denkt, keine Termine, kein Gestern und kein Morgen fürchtet.

Aber doch- war seine Krankheit für andere soweit abstoßend, dass man ihn deswegen verlassen hat. Dieser Punkt ist das eigentliche Krankhafte an der ganzen Geschichte und wie immer- kann der Patient eigentlich das Wenigste dafür.

Warum verlassen Menschen also andere Menschen, wenn diese den Anschein erwecken, psychisch nicht ganz gesund zu sein? Im Zusammenhang mit Schizophrenie und ähnlichen Erkrankungen habe ich schon vergleichbares gehört, bzw. gelesen.

Ist es die allgemeine Unfähigkeit in unserer Gesellschaft, Krankheit zu akzeptieren? Machen wir das Normale, das klinisch reine, ja sterile soweit zu unserem Maßstab, dass wir vergessen, wie verrückt und chaotisch das Leben sein kann und dass es am wenigsten einen normalen, sauber abgesteckten Pfad laufen mag?

Wer ist also der zu nennen, der jemand verlässt und im Stich lässt, nur weil der andere etwas anders ist und eine Sache hat, die ich nicht kenne?

Ist die Angst das entscheidende Kriterium?
Das mangelnde psychologische Feingefühl?
Die Kurzlebigkeit der Welt?
Der ständige Druck, erfolgreich sein zu müssen?
Die Angst, von der Gruppe ausgeschlossen zu werden, wenn ich einen Freund habe, der “anders” ist?

Wie auch immer, und wenn es eine Mischung aus allem ist, mir scheint diese Probleme scheint es häufig zu geben- ja, es muss sie sogar sehr häufig geben, weil die Natur die letzte ist, die Einheitlichkeit und Konformität möchte. Das wollen nur wir Menschen, weil wir meinen, dass es so schöner wäre, wenn die Rasenkanten ganz gerade geschnitten sind, das Grundstück nach einem rechten Winkel vermessen wurde, die Wände genau gerade stehen und die Menschen darin, genau den gleich, hehren, arithmetischen Idealen folgen.

Ich bin nur froh, dass die Realität so nicht ist. Dass sich nur der Mensch nennen kann, der das Leben so akzeptiert, wie es kommt. Der das krumme, unfertige lieben kann. Der das Leben schmutzig, dreckig, verworren und lustig in sein Herz lassen kann. Den finde ich bewundernswert.

Der nicht traurig wird, wenn ein bestimmter Plan nicht in Erfüllung geht. Derjenige, der sich der Besonderheit, der Krankheit und dem Schicksal mit solch einem Mut stellen will und kann, der darf wahrlich mutig und edel genannt werden.

Die anderen sind einfach nur der Grund, warum ich Fragen stelle.




Googlen hat die Welt verändert

Ich erinnere mich noch an eine schöne Zeit. Studenten-Zeit.. WG und so. Ich saß an meinem damals brand- modernen 400Mhz-PC, mit Windows 98 und musste irgendwas recherchieren. Von meinem Papa hatte ich das erste Mal das Wort „Suchmaschine“ gehört, aber viel Ahnung hatte ich nicht davon. Ich weiß nur, dass ich die Anordnung der Worte „Suchen“ und „Maschine“ schon etwas seltsam und neuartig fand. Bis dato hatte ich die URLS von externen Quellen immer so rausgesucht, oder Links angeklickt, aber „googlen“ gab es damals noch nicht.
Damals, ich weiß es noch genau, benutzte ich also „MetaGer

Das war sicherlich ein Geheimtipp aus irgendeiner Zeitung. 😉 Auch ein paar andere benutzte ich… bis zu dem einen Tag….

Ein Kommilitone kam vorbei und empfahl mir eine Seite mit dem seltsam anmutenden Namen Google. Das besondere daran war, dass bei jeder Suche das ooooo in die Länge gezogen wurde und die Geschwindigkeit für einen damaligen PC und Internet erfrischend schnell war. Noch ein paar bunte Bildchen im Banner und meine Begeisterung für Google war geweckt.(Mist, Schwäche von mir, ich lasse mich zu schnell beeindrucken!)
Allen anderen ging es auch so. Google war damals erfrischend anders, frech und überlegen. Es sprach sich in der Uni schnell rum und alle nutzten nur noch Google (zumindest die Insider, die diesen erlesenen Tipp erhalten hatten).

Dank Massendruck und Erfolgserlebnisse vergingen die Jahre so auf diese Weise und niemand störte sich daran. Google lieferte immer alles pünktlich und sehr genau auf den Tisch. Später kam das Riesen-Lexikon Wikipedia dazu und die Arbeit verlagerte sich auch meinerseits immer mehr auf die Netz-Recherchen. Das Studium endete vorzeitig, die Richtung wechselte, ich orientierte mich um. Mit den neuen Möglichkeiten der Technik war ich auch persönlich bereit, andere, neue und frische Wege zu gehen. Informatik war passé, jetzt sollten neue Zeiten anbrechen.

Hätte man früher so etwas wie „E- Learning“ noch belächelt oder als Fernstudiumsanzeige auf die letzte Zeit geklebt, so war es plötzlich dank Internet möglich, den Großteil der Informationen aus dem Netz zu ziehen und einen Großteil des eigenen Lebens rückwirkend in die virtuelle Welt zu stellen. Diese virtuelle Welt beanspruchte immer mehr meine Zeit. Das Internet hatte 1999 bereits mein Leben verändert. Ich besuchte Seiten auf der ganzen Welt und erfuhr, wie andere Menschen lebten. Ich versuchte sie nachzumachen. Ich versuchte, die ganze Weisheit die da über die Datenleitung tröpfelte und später in großen Bahnen floss, in mein eigenes Leben zu lenken und mich mit Hilfe der Bits und Bytes zu erleuchten.

Teilweise klappte es.

Ein paar Jahre später ist Google riesig geworden. All die Menschen, die damals wie ich, die Maschine nutzten um das Leben zu verbessern, haben etwas zurückgegeben, Links und Banner geklickt und die Firma zu einem Riesen gemacht. So groß, dass wir anfangen, uns vor den Schatten zu fürchten- und so, wie es damals schick war, auf Branchenriesen wie Microsoft zu schimpfen und mit der letzten, hakeligen Linux- Distribution zu hacken, ist es jetzt selbstverständlich ein „Google- Hasser“ zu sein. (und wer jetzt das Wort „Hass“ googelt, der hat mich nicht richtig verstanden…)

Verdrehte Welt! Mein damaliger Insider-Tipp wurde zu einer Krake und ich bin daran schuld! Angewidert weiche ich von der Tastatur und will meine Fehler rückgängig machen, aber oh weh, die Geister, die ich rief, sie lassen nicht mehr von mir!
Alle regen sich darüber auf, was Google an Privatsphäre speichert, preisgibt, wie machtvoll die Möglichkeiten der persönlichen Rasterung sind. Das sind alles Dinge, da hätten sich in den 80er Jahren noch die Haare aufgestellt! Aber heute?
Die Leute stellen alles ins Netz. Nicht nur ein bisschen Privatsphäre, nein die ganze Ladung und jegliche erdenklichen Details, alle Facetten, alle Emotionen- alles wird gebloggt. Müssen wir uns noch wundern, dass es kein Respekt mehr vor dem Datenschutz gibt? Wir liefern ja selbst die besten Argumente!!!

Die Zögerlichen werden überrannt und mit Gewalt zieht die virtuelle Welt in die Wohnzimmer von Millionen Seelen. Es wird nicht lange dauern (Achtung, wackelige, wissenschaftlich nicht zertifizierte Vorhersage!) und die virtuelle Welt wird uns so normal vorkommen und soviel Chancen bieten, wie die „reale Welt“.

Und wenn man genau überlegt, bietet sie das schon jetzt. Es liegt nur an uns, welches Tempo wir damit fahren wollen.

Erinnert sich noch jemand an den Herrn Löwenzahn, ein gewaltiger, schöner Teil meiner Jugend? Der sagte immer so schön am Schluss: Und jetzt, Abschalten!

Also Kinder, abschalten! 🙂

Bevor Google euch auffrisst!
……….

Idee zum Post dankend erhalten… Via Twitter, Claudia und Michael

Nachtrag: Gegründet wurde Google 1998, in dem Jahr bin ich eingestiegen…. Tja, schicksalhafte Entscheidung…




Der Spießer, ein nachwachsender Rohstoff

Die Gegner der Spießer haben es nicht leicht gehabt in den letzten Jahren. Vor allem die einprägsame Werbung einer Bank für Bausparverträge hat auch noch den letzten Gegnern der Bürgerlichkeit das Wasser abgegraben und die Ära der Alt-Hippies, Punks und Rebellen der 70er Jahre endgültig begraben.

Heutzutage ist es also wieder „in“, ein Spießer zu sein. Denn wir wollen alle in den eigenen vier Wänden wohnen, wie uns die Werbung suggeriert. Sonst sind wir böse Menschen und schlechte Eltern. (…)

Die Emanzipation hat ebenfalls ihren Zenit überschritten und die Traditionalisten der alten Frauenrolle haben wieder Hochkonjunktur. Doch es wäre gefährlich, die Bedeutung eines „Spießers“ zu unterschätzen und zu meinen, nur weil man sich nicht mehr darüber aufregt, würden die Probleme dahinter einfach so verschwinden. Es ist vielmehr so, dass unsere Achtsamkeit gegenüber die Gefahren eines übermäßigen, konservativen Denkens verloren geht.

Es gibt höchstens ein einziges klägliches Lied, das in den werbe-finanzierten und von Kommerz durchseuchten privaten Radiosendern rauf und runter gedudelt wird, und Widerstand gegen die Volks-Verspießung leistet: Es geht hierbei um „Lass sie reden“ von den Ärzten. Der Tenor dieses Songs liegt darin, eine gewisse Gleichgültigkeit über Menschen aufzubauen, die hinter dem Rücken schlecht reden und dieses Verhalten mit Ignoranz zu strafen.

Gerade in einer kleinbürgerlichen Nachbarschaft besteht diese Gefahr des „Lästerns“ und Anschwärzens umso mehr, und es scheint ein typisch deutsches Problem von verhärtetem Neid, versteckten Aggression und generellem Argwohn dem Nächsten gegenüber zu sein.

Wenn man genau hinschaut, ist der Spießer nicht viel mehr als ein Produkt der Gesellschaft und Kommunikationsstrukturen, in der er lebt, vielleicht „gefangen“ ist.

Was ist also ein Spießer genau und was ist Bürgerlichkeit?

Bürgerlichkeit bezieht sich auf bestimmte Ideale und Wertvorstellungen, wie man zu leben hat, welche Ziele richtig sind, wo die Tabuthemen liegen, was man „darf“ und was nicht. Bürgerlichkeit schafft sich stets neu und durch den Wechsel der Generationen entsteht immer wieder eine neue elitäre und konservative Schicht, die meistens den Großteil der Macht- in Form von Geld und Lebensqualität- hat. Daher ist es wohl auch so, dass die Bürgerlichkeit eher von älteren Menschen verkörpert und daher zu Recht von einer jungen und nachwachsenden Generation angegriffen und hinterfragt werden sollte.

Ehemals junge, revolutionäre Menschen werden durch die Erfahrungen in Beruf und Privatleben über die Jahre selbst zu „Spießern“. Wenn sie früher noch mit Kartons als Wohnzimmertisch und in einer unaufgeräumten WG-Wohnung leben konnten, so legen sie diese Eigenschaften mit der Zeit ab und übernehmen immer mehr den Werte-Kanon ihrer – selbst gewählten- sozialen Umgebung.

Ewige Rebellen gibt es eher selten. Meistens ist es so, dass der Gruppendruck und das soziale Übergewissen stärker als die eigene Abwehr von Ängsten ist. So übernimmt man im Laufe des Lebens unzählige Wertvorstellungen, die man früher noch belächelt oder nicht ernst genommen hat. Psychologen sprechen dann von einer „Introjizierung“ einer Gruppen-Norm.

Diese jeweiligen Normen sind gefährlich, weil sie kollektiv gelten und nur schwerlich vom Individuum gesteuert werden. Rollenbilder- und Rollenklischees z.B. fallen ganz eindeutig in diese Gruppe. Der Großteil der Gesellschaft ist voll von kulturell gesteuerten Masken- und Rollenerwartungen und über den Gruppendruck muss man sich daran halten. Wer bestimmte Erwartungen nicht erfüllt, wird bestraft (z.B. durch sozialen Ausschluss). Grundlage für so ein Denken ist das autoritäre Erziehungs- und Belohnungssystem, mit dessen Hilfe man Menschen dressieren und manipulieren kann. Alle scheinen eingebunden zu sein: In erster Linie aber Institutionen, die Macht verteilen oder starke Eigeninteressen haben: Politiker, das Bildungssystem, die Wirtschaft, Werbung und bestimmte nur auf ihre Eigeninteressen konzentrierte Einzelpersonen.

Der heutige kulturelle Überlebens- und Machtkampf besteht im Wesentlichen daraus, Werte und Ideale als „alleingültig“ herauszuarbeiten und mit Hilfe der Durchsetzung von bestimmten „Handlungsprämissen“ Druck und Manipulation auf diejenigen auszuüben, die sich nicht wehren können. Die Inhalte dieser Kämpfe sind mit der Zeit immer feiner und psychologischer geworden und auf Grund der wachsenden Komplexität schlecht zu durchschauen.

Woran erkennt man also Spießer, wie kann man sich verhalten, was ist zu tun?

Spießer erkennt man z.B. daran, dass sie sich alle schnell beeilen, ihre Mülltonnen rauszustellen und möglichst früher wieder von der Straße zu holen. Man erkennt sie zudem daran, dass sie stets als erstes den Gehweg vom Schnee frei räumen und dann andere mit Verachtung und Stolz betrachten, wenn sie sehen, dass sie die Ersten waren. Es stellt sich dann vielleicht ein Gefühl der Genugtuung ein, schneller und besser als der andere gewesen zu sein. Welch eine Freude, wenn der – aus welchen Problemen auch immer- es nicht schafft, den Gehweg zu räumen und man ihn- oh welch überschäumendes Hochgefühl! – dann noch bei der Gemeinde oder der Polizei anzeigen kann.

Spießigkeit ist das Gegenteil von Toleranz und Mitgefühl. Spießigkeit bedeutet Engstirnigkeit, Neid, Argwohn und schlechtes Selbstbewusstsein. Gerade bei Leuten aus Schichten, die nicht soviel Einfluss haben, ist dieser Druck noch stärker- ein soziales Problem. Je mehr Unfreiheit ein Mensch durch Beruf und Status hat, desto größer ist der kollektive Druck aus dem Über-Gewissen, der von oben nach unten weitergegeben wird. (es gibt hier das Phänomen, dass gerade niedrige, soziale Schichten zu übermäßigem Putzwahn und solchen Dingen neigen, weil sie einfach nicht die psychologische Kraft haben, sich von den Erwartungen und Pflichten frei zu machen… Akademiker sind auf der anderen Seite von ihrer Studienzeit schon verwöhnt und haben stets gehört, dass sie die Elite sind… sie haben mehr Freiheiten, sowohl materiell als auch was die Zeit angeht.. dadurch baut sich bei ihnen nicht so ein starkes Über-Ich auf.).

Der Spießer ist also durch und durch ein soziales und psychologisches Problem. Je mehr Spießer eine Gesellschaft hat, desto schlechter ist es um sie gestellt. Wer zu den Spießern gehört, hat seine eigene Freiheit und die Macht zu wählen, aufgegeben. Wer zu den Spießern gehört, führt ein Leben, dass nicht aus seiner Seele kommt- er lebt nur für andere, für die fiktiven Erziehungspersonen, für die Chefs, für die Partnerschaft- aber nicht für sich selbst!

Das Mittel gegen Spießigkeit ist der schrittweise Abbau von Forderungen aus dem „Über-Ich“: Übertriebene Moral, Schuldgefühle, Manipulationen, unnötige Erwartungen, übertriebene Pflichten.

Die Erkenntnisse der Psychologie können hier sehr gut helfen. Man muss allerdings selbst den Wunsch haben, sich wirklich frei davon zu machen.

Den Wunsch hat man meistens nach einer Krisensituation, wenn man merkt, dass man so nicht weitermachen kann.

………….
Links

der LBS Spießer
• nur kurze Erklärung des Begriffs bei Wikipedia
• interessante Erklärung des Spießers
Spiegel-Artikel „Spießer“
Lass sie reden (Ärzte)
• Erklärung Introjektion




Aussehen und Schönheit

Das Ideal „Schönheit“ ist ein Ur-Ideal und so alt wie die Menschheit selbst….

Was mir immer so auffällt, wenn ich auf verschiedene Blogs und Seiten gehe, die von Frauen gemacht werden: Die wenigsten haben Bilder von sich darauf und wenn, dann nur wenige oder kleine. Selbst wenn sie vielleicht hübsch sind oder „das gewisse Etwas“ haben, Bilder von Frauen entdeckt man meistens in einem sexualisierten oder kommerziellen Zusammenhang. Das Frauenbild in den Medien ist einseitig und auf den männlichen Geschmack ausgerichtet. Es gibt meiner Meinung nach zuwenig Bilder von Frauen „in natürlicher Umgebung“, frei von Erwartungen und Rollenbildern ihrer männlichen Kollegen. Dabei kann die natürliche, weibliche Schönheit auch ihren Reiz haben.

Wenn eine Frau Karriere machen will oder einen bestimmten intellektuellen Ruf aufbauen möchte, kann es hinderlich sein, als „Sexobjekt“ angesehen zu werden, überhaupt denkt man bei Frauen viel eher, dass sie ihr Aussehen dafür benutzen würden, um auf der Karriereleiter aufzusteigen. (Komischerweise sagt man das bei einem hübschen Mann nie oder nur sehr selten!)

Vielleicht ist das der Grund, warum viele Frauen auf das Präsentieren ihrer Äußerlichkeit verzichten. Oder sie haben schlechte Erfahrungen mit Anmachen und Diffamierungen, vielleicht sogar sexuellen Übergriffen gemacht.

Wenn eine Frau hübsch ist und sich präsentiert, stellt sie auf der einen Seite Macht dar, aber auch Verletzlichkeit. Da das Aussehen in unserem westlichen Rollenbildverständnis immer noch so präsent ist, ist es einfach ein Punkt, den man auch gut und gerne „ausklammern“ möchte, gerade wenn man sich frei davon machen will. Die Bedeutung der Schönheit für eine Frau ist ähnlich stark wie die Bedeutung von Macht und Geld für einen Mann. Der „Wert“ einer Frau wird gerne mit ihrem Aussehen gleichgesetzt. Kein Wunder, dass die Emanzipation schreit und diesen Vorgang entmachten will. Aber zu welchem Preis?

Das Schlimme am Schönheitswahn ist: Jugendliche Schönheit verliert man eines Tages, Geld und Macht kann man unbegrenzt vermehren. Also wäre es ratsam, ein Schönheitsideal aufzubauen, das sich vom Jugendwahn löst.

Letztendlich bestimmen die Frauen das Schönheitsideal von Weiblichkeit, nicht die Männer! Oder habt ihr schonmal einen Mann gesehen, der sich einen Rock angezogen hat und gesagt, so sollst du aussehen? 🙂

Ich denke, dass es nützlich ist, die eigene Weiblichkeit und Schönheit zu erforschen und sich so zu schminken, anzuziehen, etc. wie man es selbst schön findet. Schönheit ist erstmal von anderen unabhängig. Schöne Kleidung fühlt sich anders an, zarter, weiblicher, man fühlt sich wohler darin, als wenn man immer nur Jeans und Schlabberpulli tragen würde. Wenn man sich pflegt und cremt, freut sich die Haut, man fühlt sich rundum besser. Die positive Wertschätzung sich selbst gegenüber übeträgt sich wiederum auf die Seele.

Wenn man mit sich selbst im Reinen ist kann man sich auch präsentieren und „zur Schau stellen“. Dann hat man genügend Selbstbewusstsein. Und: dann kann man auch andere besser lieben und freundlicher sein.

Die Kleidung und die äußere Schönheit ist eine Verlängerung der inneren Schönheit. Das künstlerische Wirken fängt im Kopf an, geht in das Papier und auch in das Gesicht oder den Körper über. Allerdings ist die Äußerlichkeit nichts ohne die Innerlichkeit.

Ordentliche Menschen sind ordentlich geschminkt. Chaotische Menschen haben meist wilde Haare, Informatiker meistens etwas nachlässig gekleidet, dafür schnurrt ihr Computer umso besser. Models sind meist magersüchtig, weil sie nur für ihren Körper leben, Modedesigner meistens sehr gut angezogen, da es ihr Beruf ist.

Die Kleidung und das Aussehen ist eine schöne Schnittstelle zwischen der eigenen Wirklichkeit, dem, was man sagen und darstellen möchte und den anderen, den Empfängern.

Das Aussehen ist eine Spielweise für non-verbale Kommunikation. Man kann nicht sagen, dass es völlig unwichtig wäre und keinen „Sinn“ hätte. Es hat durchaus einen Sinn und eine Wirkung, vielleicht auch mehr unbewusst. Man wird immer über die Kleidung und das Aussehen kommunizieren, ob man will oder nicht.

Also ist es vernünftig, darüber nachzudenken und die eigene Bedeutung des Wortes „Schönheit“ zu ergründen.

Wie fühlt man sich, wenn man sich hübsch macht?
Wie sehen einen die anderen?

Was verändert sich?




Das Blog, mein Wohnzimmer?

Inwieweit eignet sich das Internet und die eigene Homepage als ein Wohnzimmer, bzw. ein Empfangszimmer für vorbeischauende Gäste? Wenn man davon ausgeht, dass das Internet ein Kommunikations-Gemisch bildet und man nur Menschen empfängt, die ähnliche Interessen haben, ist es eigentlich kein Problem. Durch die Masse der Daten hält sich der Missbrauch in Grenzen und das Blog ist dann wie ein offenes Zimmer zu betrachten, in das jeder hineinschauen kann, wenn er möchte. Man kann sich dazu setzen, miteinander reden, Anregungen verteilen. Je nach Charakter ist es mehr eine Kommunikations-Runde, ein Stammtisch für Philosophen oder eine Künstlerwerkstatt mit offenen Ateliers. Viele Menschen ziehen das „Zaun-Gespräch“ oder das Straßengespräch vor, so wie man Menschen im echten Leben trifft und mit ihnen plaudert. Bei stillen Menschen herrscht Stille, bei lauten Menschen geht es meist laut zu, bei sozial engagierten Menschen kommen soziale Themen auf den Tisch, bei Wissenschaftlern wissenschaftliches, usw.
Von diesem Blickpunkt aus gesehen gibt es keine Trennung zwischen einem echten Wohnzimmer und einem virtuellen. Und doch ist der virtuelle Raum dafür verantwortlich, dass sich die Details anders verhalten.

Beispiel
Blogs werden zumeist über Verlinkungen („Freunde“) oder Suchbegriffe gefunden. Wenn mich jemand über einen Suchbegriff findet, öffnet er meine Seite, liest den Text oder zumindest einen Auszug, bleibt dabei hängen oder geht wieder („Absprungrate“). Im seltensten Fall wird dann auch etwas geschrieben. Das ist ungefähr so, als ob man irgendwo einkaufen würde, aber das Gespräch, den Handel völlig ohne Worte und nur in Gedanken abwickelt. Eigentlich ist das schade. Die Maschine drängt in diesem Falle das Menschliche zurück und reduziert den Austausch auf die reinen Gedanken.

Besser wäre es doch, wenn sich das Internet ähnlich menschlich verhalten würde, wie das echte Leben. Was müsste man dazu tun? Man müsste die Informationen um die Faktoren bereichern, die das echte Leben hat. Zudem bräuchte man eine große Bereitschaft, mit diesem öffentlichen Raum selbstsicher und ohne Angst vor Missbrauch umgehen zu können, was aufgrund der negativen Berichterstattungen darüber immer schwieriger wird. Glaubt man den meisten Medien, so ist das Internet durchzogen von Betrügern, Verbrechern, Spinnern, Freaks, Scheinheiligen, Viren, Trojanern und wie sie alle heißen.

Kaum einer redet doch von den tollen Möglichkeiten, die uns dieses Medium bietet, z.B. die schnelle und unmittelbare Vernetzung auf breiter Ebene mit Menschen aus aller Welt, getrennt nur von der Sprache und den jeweiligen Interessen.

Was ich mir z.B. vorstellen könnte, wäre ein virtueller Raum, ähnlich wie in Second Life, aber um weitere, reale Faktoren bereichert.

  • Menschen mit ihren Bildern
  • Einblick in das eigene Leben mit Hilfe von Fotos
  • Audioaufnahmen, Stimme, usw.
  • Videos
  • enge Zusammenarbeit der Blogger untereinander
  • Vernetzung, Anregungen, Austausch

Leider passiert es sehr selten, dass Menschen vorbeikommen und eine Freundschaft oder Link-Partnerschaft anbieten. Wenn ich so recht überlege, passiert das so selten, dass ich manchmal daran denke, die Arbeit ganz einzustellen. Ich habe den Glauben verloren, dass es eine grundsätzliche Bereitschaft zu Teamwork im Netz gibt. Letztendlich kocht jeder seine eigene Suppe, was durch das Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell „Leistungsgesellschaft“ forciert wird.

Wenn Blogs erfolgreich werden, haben sie meistens einen langen Anhang von Besuchern. Es ist aber schwer zu sagen, ob dann wirklich eine Zusammenarbeit oder eine Freundschaft mit dem Autor besteht. Oft wird der Verdacht laut, dass man sich nur an „die Großen“ dranhängen will, um von ihrem Erfolg zu profitieren.

Außerdem bleibt das Problem, dass man auch im echten Leben hat: die Cliquenbildung. Menschen suchen sich andere Menschen meistens anhand von Faktoren aus, um damit wieder ihr eigenes „Vitamin B“ anzureichern, zumindest es das, was man schon früh eingetrichtert bekommt, wenn man erfolgreich sein will.

Dann stehen Fragen im Raum wie

  • was hat der/ die für einen Beruf?
  • Möchte ich mit so jemand befreundet sein?
  • Teile ich sein/ ihre Weltanschauung?
  • Bringt es mir Vorteile mit ihm/ ihr befreundet zu sein?
  • Nützt es meinem Image? Oder schadet der/die mir?

Letztendlich werden Freundschaften auf oberflächliche Werte wie Macht, Status, Einfluss und vielleicht auch Geschlecht reduziert. Es ist schade, dass es im Internet so wenig Möglichkeiten gibt, Menschen wirklich nah, ehrlich und auf Grund ihrer Menschlichkeit kennen zu lernen. Meistens stehen andere Dinge davor, die den Zugang zum anderen erschweren.

Die meisten Menschen wollen keine privaten oder emotionalen Dinge ins Netz stellen. Die meisten wollen auch zu emotionalen oder schwierigen, psychologischen Themen keine Stellungnahme beziehen, wenn sie damit in negativer Weise und für jeden sichtbar an Ansehen verlieren. Das ist zwar verständlich, aber auch eine Einschränkung der Emotionalität.

Insofern ist das Internet kein „normales Leben“. Es ist vielmehr eine sehr spezielle Welt, in der bestimmte Werte aus unserer Kultur über den Dialog der Maschinen und Internetleitungen „kodiert“ und übersetzt werden. Übrig bleiben die reinen, kalten Informationen und die Faktoren.

Menschliches ist eher selten. Ich finde, als Blogger sollte man versuchen, diesem Trend der „Entmenschlichung“ des Internets etwas dagegen zu setzen, indem man auch bewusst über private und emotionale Themen schreibt und sich nicht dazu zu schade ist, Stellung zu beziehen oder das Privatleben zu öffnen.
Es ist unglaublich schwierig und kostet Kraft. Es ist damit zu vergleichen, sich in die Fußgängerzone zu setzen, den Zeichenblock auszupacken und ein gesellschaftskritisches Porträt über die vorbeiziehenden Passanten zu malen.

Aber ich bin mir sicher, hin und wieder bleibt einer stehen und bewundert das Werk. Und der ist es dann auch wert, als „Freund“ bezeichnet zu werden.

Der, der stehen bleibt, darf gerne in mein Wohnzimmer. Es ist Tag und Nacht geöffnet.

Vielleicht koche ich dann auch einen Tee und stelle Plätzchen zum Naschen hin.




Meinungsfreiheit

Einleitung
Wozu habe ich einen Blog? Die Frage muss ich mir immer wieder stellen. Manchen mag sie abgedroschen oder langweilig erscheinen, und wenn das eigene Projekt nicht oder nie hinterfragt wird, braucht man auch nicht darüber nachzudenken, dann macht man es einfach, weil es Spaß macht. Bloggen ist aber im Grunde geschriebene Sprache, etwas mündlicher als ein fertiges Buch oder eine Zeitung. Es ist ein typisches Zwischending, ein Produkt unserer schönen, neuen Internet-Welt. Und da es Sprache ist, und von einem menschlichen Wesen kommt, liegt es in der Natur der Sache, dass Aussagen und Wertungen abgegeben werden, diese Aussagen bestimmte Ziele und Absichten haben und – nicht immer ganz auszuschließen- dass es jemand verletzt oder sich jemand davon kritisiert fühlt. Wenn ich überlege, ist das sogar ein wichtiges Ziel, ich sage dazu „Teilhabe am Gesellschafts-Prozess“. Bloggen bedeutet Sprache, bedeutet Meinungsfreiheit, bedeutet letztendlich Meinungsbildung und Mensch-Sein. Bloggen kann für den modernen Menschen so was wie Luft, wie Atem und eine Sache des seelischen Überlebens werden. Wie oft gibt es im Alltag Situationen, die man einfach nur schluckt, über die man sich ärgert, aufregt, die man nicht begreift? Oder Dinge, über die man sich freut, die man mitteilen und „verteilen“ möchte? Es ist ein Menschheitsbedürfnis, ein Grundgefühl und ein Grundrecht, dass sich jeder für sich beanspruchen sollte. Wie alle Grundrechte im Leben gibt es aber Grenzen, so wie dem Verbrecher die Grenzen der Freiheit gezeigt werden, wenn er gegen die Regeln seiner Gesellschaft verstößt. Wo aber sind die Regeln, die moralischen und praktischen Grenzen beim Bloggen? Was ist guter Geschmack, was soll man schreiben, was nicht? Was ist legitimer: Der eigenen Unzufriedenheit Luft zu verschaffen und jemanden anzuklagen? Oder die Sache des Respekts wegen wieder herunterzuschlucken und darauf zu warten, dass es von selbst weggeht? Im Schreiben, im Denken und im Äußern aber entwickelt man doch erst seine Ethik, sein Gefühl, es ist der Spielgrund für die menschliche Psyche, für den ureigenen und menschlichen Wunsch, teilzuhaben, sich mitzuteilen, ganz unabhängig von den Rückmeldungen, einfach aus dem Bedürfnis des Atmens heraus.

Meinungsfreiheit ist Arbeit
Wie viele Leute kenne ich, die dieses Recht auf freie Meinungsäußerung für sich beansprucht haben und dann an der Mauer der Abwehrhaltung, den Ressentiments ihr Leser gescheitert sind, und eines Tages ihr Blog, ihre Homepage geschlossen haben! Es ist nicht so, dass man die Freiheit geschenkt bekommt. Die individuelle Freiheit für den Menschen in der heutigen Zeit ist- aller Technik und Erleichterungen zum Trotz- immer kleiner geworden. Freiheit ist – wenn sie gut und echt sein soll- eine Sache, für die man kämpfen muss.

Gedankliche Freiheit mag im Internet eine leichte Sache sein, aber ist letztendlich auch nur eine technische Freiheit, eine pure Ansammlung von Wissen, frei von jeder Bewertung. Die individuelle menschliche Freiheit, das zu sagen, was einen bedrückt, es im Raum stehen zu lassen und zu behaupten „Ich mache das nicht mehr mit“ ist das Wichtigste überhaupt. Niemand sollte es einem streitig machen, dieses Recht in Anspruch nehmen zu dürfen. Weder im Arbeitsleben, noch im Internet.
 
Und es liegt an den Autoren- den Menschen- selbst, das in einer Schärfe und Deutlichkeit zu machen, dass es dem eigenen Wohl, und somit der Gesamtkritik einer Gesellschaft, dieser Ansammlung von Einzelpersonen zuträglich ist.
 
Sicher gibt es auch Dinge, die man nicht äußern sollte, Dinge die aus gutem Grund verborgen bleiben und nur für Vertraute zugänglich sind. Das im Einzelnen immer neu abzuwägen und die Wahl der Worte zu prüfen, bleibt die Aufgabe eines guten Bloggers- und ob er jetzt über sein Privatleben, die Weltpolitik, den Kaninchenzüchterverein von nebenan oder sein neues Auto schreibt.
 
Angst oder Mut?
In letzter Zeit gibt es so viele Stimmen in den Medien, die dem freien Menschen Angst einflößen sollen, die unsere Angst vor der freien Meinung schürt und uns wieder zu bequemen, angepassten Menschen zwingen will. Da ist z.B. der viel zitierte Arbeitgeber, diese unsichtbare, übermächtige Autoritätsperson aus dem Untergrund, die uns scheinbar auf Schritt und Tritt überwacht und beinahe wie manisch nach dem neuen Bewerber googelt. Dem unschuldigen Blogger, dem Schüler und allen- noch leicht zu manipulierenden Schäfchen- wird eingetrichtert, dass er nur hübsch artig zu sein braucht, seine Zivilisationsmaske aufziehen soll und dass es ein Unding wäre, mit einer Bierflasche am Bahnhof fotografiert zu werden und wenn es nur auf der Abschlussfete gewesen ist!
 
Und, viel schlimmer noch, die Bedrohungen unseres Staates, der ständigen Angst vor dem „gläsernen Bürger“, dass auf der einen Seite politisch hoch gebauscht wird, und auf der anderen Seite eine tatsächliche, gefährliche Entwicklung darstellt, mit der wir uns alle auseinandersetzen müssen. Menschen erschaffen Gedanken und Gedanken erschaffen letztendlich Gesetze.
 
Wollen wir den totalen Überwachungsstaat und die Reduzierung des menschlichen Individuums auf seine Daten? Wollen wir den Schülern beim Bloggen Angst einflößen und sie daran hindern, darüber zu schreiben, was sie wirklich denken? Wollen wir eine unfreie Jugend, eine Gesellschaft voller Angst und Zweifel?

Voraussetzungen für Meinungsfreiheit
Wie kann man der Gesellschaft helfen, noch mehr echte Meinungsfreiheit zu entwickeln? Sie zu ermutigen, die eigene Meinung zu äußern, und auch unbequeme Dinge auf den Tisch zu bringen?
Mir scheint, die technischen Möglichkeiten dazu haben wir schon längst, doch was hängt, das ist der Mut!

Meinungsfreiheit bedarf zwei wichtiger Voraussetzungen:

1.)Man braucht eine Erziehung, die sich moralisch für Meinungsfreiheit einsetzt. Dazu gehört, dass man die Ungleichheit in den gesellschaftlichen Schichten – maßgeblich durch ihre Beurteilung von außen – abschaffen muss. Es kann nicht sein, dass der Doktor der Physik, der Anwalt oder der Arzt mehr Gehör bekommt, als der einfache Arbeiter. Beide zählen gleich viel! Beide haben das Recht, sich zu äußern, in Talkshows zu sitzen und ihren Wahlzettel abzugeben. Der Doktor, der Mittelständler, der Müllmann und die Putzfrau sind gleich! Durch die moralische Gleichmachung und der Abschaffung der Klassen-Unterschiede wird die Grundlage für Freiheit geschaffen. Ansonsten bleibt immer (!) das ungute Gefühl und letztendlich die bittere Realität, dass man einem einfachen Arbeiter nicht zuhört, nicht glaubt, noch ihn ernst nimmt. Schülern darf in der Hauptschule nicht mehr vermittelt werden, dass sie überflüssig sind und sowieso keine Perspektive mehr haben, nur weil sie vielleicht eine praktischere Lebensbegabung haben und nicht so gut im Lesen und Schreiben sind!
2.)Eng damit verbunden ist das Vermitteln von Bildung. Nur in der Bildung, in der Sprache selbst liegt die Kraft, sich überhaupt artikulieren und teilhaben zu können. Wer es nie gelernt hat, noch dazu ermutigt wurde, sich zu äußern, wird es sehr schwer haben, für seine Grundrechte einzustehen und sich innerlich über die Zustände zu stellen, die er vielleicht ändern will. Bildung bedeutet letztendlich, Komplexität zu ergreifen, die Zusammenhänge zu verstehen, die Regeln zu kennen. Bildung ist harte Arbeit, kostet Zeit und Eigeninitiative. Es ist das wichtigste und menschlichste Werkzeug, das wir überhaupt haben können. Man sollte jeden Tag in die eigene Bildung und letztendlich auch in die Bildung von anderen investieren.

Meinungsfreiheit in der Pädagogik
Eltern müssen sich die Frage stellen, ob sie die freie Meinung ihrer Kinder dulden wollen und können. Gerade in einem bestimmten Alter, z.B. der Pubertät, können Kinder sehr unbequem werden. So wie sie in jungen Jahren erst ihre Zunge entdecken, mit ihr Spielen und irgendwann Laute produzieren, entdecken sie in der Pubertät ihr Gewissen, ihre Fähigkeit alles und jeden zu hinterfragen. Damit bekommen sie die wunderbare Fähigkeit, ein glücklicher, kritischer und gesunder Mensch zu werden. Unterdrückt man in dieser Phase alles Kindliche, alles Revolutionäre an ihnen, darf man sich später nicht wundern, wenn ein Erwachsener dabei herauskommt, der keinen Mut oder Willen hat, sich zu äußern. Auf der anderen Seite muss man sich fragen, ob Eltern es überhaupt wollen. Wenn sie selbst eine schwierige und unterdrückte Kindheit hatten, werden sie es sich schwer tun, ihre Kinder zu ermutigen, anders und freier zu leben. Hier ist der richtige Ansatz für Psychologie, für Schwierigkeiten, für Wachstum, Abgrenzung und Wandel. In der Auseinandersetzung mit den Fragen der Pubertät, werden die Eltern und Kinder gleichermaßen reifen und eine neue Lebensmitte finden können, die im Idealfall von Selbstbewusstsein, Selbstständigkeit und Verantwortungsgefühl gezeichnet ist.

Fazit
Durch die richtige Kombination der Eigenschaften „Moral“ und „Bildung“ sollte es einer Gesellschaft möglich sein, Meinungsfreiheit für alle zu erwirtschaften und durchzusetzen.

Es ist ein hypothetisches Ziel, ein Ideal, dass im besten Falle über jeder politischen Anstrengung und jeder individuellen, menschlichen Handlung stehen sollte.

Am Anfang war das Wort. Wenig später kam WordPress zwei Punkt sieben !




Ramstein

Eine seltsame Mischung aus Traurigkeit und Angst hat sich in meinem Körper breit gemacht, nachdem ich eben die 45-minütige Reportage über das Flugtagunglück von Ramstein gesehen habe. All die Gefühle von früher kommen wieder hoch. Die Autos, die Kleidung von früher. Ich war damals 10 Jahre alt und die Erinnerungen sind bruchstückhaft.

Ich erinnere mich daran, dass ich selbst auch dort gewesen bin und wie die Stimmung auf dem Flugplatz plötzlich umgeschlagen war. Wie ich es als Kind komisch fand, dass plötzlich eine schwarze Rauchwolke hinter dem einen Gebäude an den Himmel stieg, gerade als wir überlegt hatten, uns noch einen Hotdog zu bestellen. Irgendwas war passiert, soviel war klar. Mein Vater meinte noch so was in der Art, was denn jetzt los sei und an seiner Reaktion merkte ich, dass es etwas sehr Schlimmes gewesen sein müsste.


Etwas, was nicht in diesen schönen Tag gehörte. Der Tag, der so nett und fröhlich verlaufen war. Wir Kinder (meine Schwester und ich) durften uns die Flugzeuge und Hubschrauber aus aller Nähe betrachten, was wir sichtlich genossen. Mein Vater hatte einen guten Tag und erklärte uns alles sehr ausführlich. Ich war fasziniert von den vielen Maschinen, den fremden Menschen, das schöne Wetter, Eis und alles was das Herz begehrte. Dazu gab es Flugzeuggedröhn und waghalsige Flugmanöver, und endlich mal wieder ein Ausflug.

Neugierig und ratlos gingen wir ein paar Schritte weiter, um neben das Gebäude zu gelangen. Ich erinnere mich, dass uns schon bald Menschen mit angstverzerrtem Blick entgegen liefen, dass ein weitläufiger Bereich des Platzes wohl geräumt wurde. Soldaten mit Waffen patrouillierten, verscheuchten die Menschen und viele Krankenwagen fuhren hin und her, es wurde plötzlich hektisch und ungemütlich. Ich erinnere mich auch an Krankentransporte, die mit olivfarbenen Militärbussen getätigt wurden und ich erinnere mich daran, blutige und verbundene Menschen gesehen zu haben, die angstvoll und leer aus den Fenstern starrten. Es war plötzlich kein schöner Ort mehr, an dem man sein wollte, wir hatten einfach nur das Gefühl jetzt dringend weg zu müssen.

Wir gingen in Richtung Parkplatz und hörten erst dann vom eigentlichen Ausmaß der Katastrophe, als wir das Radio eingeschaltet hatten. Ich weiß noch, wie seltsam ich das damals fand, wo wir doch so kurz davor gestanden hatten.

Zu dem Ort des Unglücks mussten es damals 500 oder 700 Meter gewesen sein. Wir wollten nicht in die erste Reihe uns hatte es genügt, die Flugschauen auch von weiter weg zu betrachten. Was bin ich im Nachhinein für diesen weisen Entschluss dankbar.

Wir mussten wohl lange gewartet haben, denn die Autobahnen waren voll und man ließ die Besucher nicht weg vom Parkplatz. Endloses Warten im Auto, Handys oder andere Zerstreuungen gab es damals nicht.
Als wir spät am Nachmittag zu Hause ankamen, kamen mir meine Verwandten, vor allem meine Oma mit einem entsetzen Gesicht entgegen, sie schlug die Hände vors Gesicht und sagte so etwas wie „Gott sei dank, sie sind da“ und ich verstand ihre Aufregung nicht. Der ganze folgende Abend verschwimmt jetzt, ich fand den Flugtag klasse und verstand nicht, warum alle so aufgeregt waren. Als Kind hat man keine Begriffe, keine Kenntnisse für eine „Katastrophe“. Ich weiß nur, dass die Erwachsenen alle sehr traurig waren, geweint hatten und dass es ein Tag ist, den ich nicht vergessen kann. Meine Mutter weint heute noch, wenn ich sie auf diesen Tag anspreche, wo sie um ein Haar ihre gesamte Familie verloren hätte.

………..
Heute weiß ich mehr, zwanzig lange Jahre sind seitdem vergangen. Für Flugzeuge interessiere ich mich noch immer, aber auf einer Flugshow war ich seitdem nicht mehr, höchstens für Modellflugzeuge. In den Medien wurde das Thema tlw. breitgetreten, tlw. instrumentalisiert. Auf jeden Fall war es ein schlimmes Unglück, aus dem man lernen muss. Mein damaliger Psychologe betreute die Hinterbliebenen, so kam ich immer wieder in meinem Leben mit diesem einen Tag in Berührung, wenn auch aus verschiedenen Blickwinkeln. Ich weiß noch, dass er mal gesagt hat, wie schlimm es ist, dass die Opfer dieses Flugtages keinen Schadenersatz für ihre psychologischen Spätfolgen bekommen und dass das sehr ungerecht und nicht zu verstehen sei. Ich denke, dem kann man nur zustimmen. Irgendwas wurde hier unter den Teppich gekehrt und es sieht oft so aus, als ob die Verantwortlichen nicht wirklich dafür gerade stehen, was gemacht wurde. Einschließlich aller Kriegstreiber und Militär-Befürworter. Der einzige vernünftige Gedenkstein wurde von den Betroffenen selbst aufgestellt. Es gab ein Tag Tiefflugverbot nach der Katastrophe (ein Witz!) und selbst die italienische Flugstaffel übt und fliegt schon längst wieder.

Unglücke sind die eine Sache- sie passieren und sind vielleicht „Gottes Wille“. Aber was der Mensch daraus macht und was er daraus lernt, das steht auf einem ganz anderen Blatt.

Links

http://de.wikipedia.org/wiki/Flugtagungl%C3%BCck_von_Ramstein Wikipedia
http://www.ramstein-1988.de/ Die Seite eines Betroffenen
http://www.crashdehabsheim.net/autre%20crash%20ramstein.htm Bilder




krasser bericht und so

Mood: aggressive
Music: rammstein

Ey Alder, ey isch hap letzt was krasses gelesen und so da gings um thema bildung
die wollen das bessa machen, damit alle was lernen und so und nicht mehr so dumm sind, ey.

vor allem wier haubtschüler, wier haben ein krasses problem. schule und so und ausbildung dahinter gehd voll nicht. erst hab ich kein bock gehapt und jetzt fint ich nix, ey

ich würds voll gern papa sagen aber der ist weg, hat ne neue Schlampe
mama hat keine zeit die ist gerad beim arbeitsamt.

muss ich halt saufen
oder dem sozial-typen da vom amt eine reinhauen

lol




Reichtum

Gestern kam eine interessante Fernsehsendung über besonders reiche Menschen, also Personen, die sich vor allem über persönliche Leistung Reichtümer aufgebaut haben und jetzt zu den „Oberen Zehntausend“ gehören. Beim Schauen der Sendung wurde mir schnell klar, dass es nicht die Leistung alleine ist, die motiviert, sondern vielmehr der Reichtum und die daraus resultierenden Annehmlichkeiten und auch Freiheiten.

Der eine Mann sagte sinngemäß, wenn ihm heute danach sei, nach Timbuktu zu fliegen, mache er es halt einfach. Der andere betonte diesen Aspekt der Freiheit auch besonders, dass er jederzeit machen könne, was er wollte und durch keinerlei materielle Grenzen gehindert sei.

Also jederzeit machen können, was ich will, kann ich auch. 😉 Sieht man mal von den lästigen Pflichten ab, die so was wie Lebensinhalt oder Lebensaufgabe darstellen.

Für mich bedeutet Freiheit, vor allem geistige Freiheit und innere Gelassenheit, die doch ein wenig schwieriger zu erreichen ist.

Zum Beispiel, schwierige Situationen ständig neu zu bewerten und an der eigenen Einstellung so lange zu arbeiten, bis man ein bestimmtes Problem überwinden kann. Vor allem im mitmenschlichen oder sozialen Bereich ist das für mich viel schwieriger. Die materiellen Ziele finde ich eher langweilig und interessiere mich nicht so dafür.

Bei den gezeigten Personen war es auffällig zu sehen, dass alle eine ähnliche Biografie hatten und durchgängig aus armen Verhältnissen stammten. Fast alle mussten einfache und schmutzige Jobs machen und haben sich dann vom sprichwörtlichen Tellerwäscher zum Millionär hochgearbeitet.

Indirekt lässt sich daraus ableiten, dass die Armut in der Kindheit eine besondere Motivation für Reichtum als Lebensziel ergibt.

Oder allgemeiner: Dass persönlich erlebte Phasen der Armut die Motivation erhöhen, einen eigenen Reichtum aufzubauen und den unangenehmen Missstand der Armut endlich zu beseitigen.

Ein reicher Mann in dem Film fuhr mit seinem Sportwagen auf der Autobahn an allen vorbei; dabei sagte er, er erhoffe sich einen Nachahmeffekt bei den ärmeren Menschen, dass diese durch Neid das gleiche wie er erreichen wollen.
Genau hier liegt aber der psychologische Stolperdraht, denn nicht jeder Mensch wird durch Neid motiviert, viel und gerne zu arbeiten. Auch hat nicht jeder Mensch diese extremen materiellen Ziele und die Masse dürfte sich sogar mit weniger zufrieden geben.

Im Gegenteil: Solche Aussagen können leicht Hohn und Spott für den „Angeber“ provozieren und ihn zum Feindbild werden lassen. Auch wenn er es nicht beabsichtigt hatte. Man denke hier an die teils unmenschliche Vorgehensweise, wie prominenten und reichen Personen durch Massenmedien zugesetzt wird.

Die Religionen sehen das einseitige Anhäufen von Besitztümern zumeist kritisch und betonen immer wieder, wie wichtig der innere Reichtum und die Zuwendung zu den anderen ist.

Wenn es also ein Ziel geben könnte, was eine logische Folgerung aus beiden Wegen ist, dann würde ich es so formulieren:

Wichtig ist, durch eigene Arbeit soviel Reichtum zu erwirtschaften, dass es allen Mitmenschen in der Umgebung gut geht und diese vom Reichtum genauso profitieren können wie man selbst.

Damit schlägt man zwei Fliegen mit der Klappe: Man arbeitet selbst und wird reich und ermöglicht es auch anderen Menschen, reich und glücklich zu sein. Reichtum wird nicht mehr ein langweiliger und dekadenter Selbstzweck, sondern bekommt einen ethischen Sinn und eine tiefer gehende, spirituelle Bedeutung.

Ich möchte aber zum Schluss darauf hinweisen, dass diese eine Theorie ist und in der Praxis wahrscheinlich nur sehr schwer zu erreichen ist. Reichtum bekommt man in unserer Gesellschaft vor allem durch Leistung, aber auch durch Konkurrenz und durch Besiegen oder Übertrumpfen von Mitstreitern. Also wie kann man diese Wege schon von Anfang an vereinen? Wenn man von Anfang an versucht, solidarisch zu bleiben und den eigenen Reichtum nicht auf die Kosten anderer zu machen, wird man wahrscheinlich sehr viel länger brauchen und vielleicht auch nie an diese materielle „Millionenspitze“ kommen.

Dafür hat man „soliden Reichtum“, der ehrlich verdient ist und niemanden neidisch gemacht hat. Somit hat man auch weniger Feinde oder Leute, die einem was wegnehmen wollen.

Ich finde diesen Mittelweg auf jeden Fall besser, als ein Extrem von den anderen beiden Möglichkeiten. (extreme Armut oder extremer Reichtum)