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Konformität und Verschiedenheit

Eben lief die Wiederholung einer Sendung im Fernsehen, die so traurig und bewegend war, dass ich sie noch mal anschauen musste und nicht weitergeschaltet habe. Es ging dabei um einen an Amnesie erkrankten Patienten, der durch seine Krankheit seine Arbeit, Familie und Kinder verloren hat und der zudem auch keine Freunde und Gleichgesinnte mehr findet. Wenn er keine Eltern hätte, die sich rührend um ihn kümmern, hätte er niemanden mehr und wäre völlig alleine.
Den Fall finde ich deswegen so besonders und auf der anderen Seite unverständlich, weil der Mensch sehr, sehr nett rüberkommt, ein freundliches Lächeln hat, sehr aufgeschlossen, intelligent und humorvoll wirkt. Das einzige Problem, was er hat: er kann sich halt nichts merken!

Durch einen Unfall lag er im Koma, dabei wurde sein Gehirn mit Sauerstoff unterversorgt, das Ergebnis ist eine partielle Amnesie. Die Reportage zeigte nun, wie sich dieser Mensch mehr schlecht als recht durch den Alltag bewegt, wie er professionelle Hilfe von einem Arzt bekommt (Gedächtnistrainer) und wie er persönlich damit umgeht, und was er darüber denkt.
Wie gesagt, er ist eigentlich “normal”, er hat nur eine kleine Besonderheit, die macht ihn sogar recht liebenswert- es mag eine große Belastung für ihn sein, aber er geht auf eine interessante Art und Weise damit um. Er lächelt über sich selbst, kann sich aber auch nicht verstehen, er hat einfach ein gutes Stück weit die Orientierung verloren, so wie ein Kind, dass immer nur gerade spielt, aber an keine Verpflichtungen denkt, keine Termine, kein Gestern und kein Morgen fürchtet.

Aber doch- war seine Krankheit für andere soweit abstoßend, dass man ihn deswegen verlassen hat. Dieser Punkt ist das eigentliche Krankhafte an der ganzen Geschichte und wie immer- kann der Patient eigentlich das Wenigste dafür.

Warum verlassen Menschen also andere Menschen, wenn diese den Anschein erwecken, psychisch nicht ganz gesund zu sein? Im Zusammenhang mit Schizophrenie und ähnlichen Erkrankungen habe ich schon vergleichbares gehört, bzw. gelesen.

Ist es die allgemeine Unfähigkeit in unserer Gesellschaft, Krankheit zu akzeptieren? Machen wir das Normale, das klinisch reine, ja sterile soweit zu unserem Maßstab, dass wir vergessen, wie verrückt und chaotisch das Leben sein kann und dass es am wenigsten einen normalen, sauber abgesteckten Pfad laufen mag?

Wer ist also der zu nennen, der jemand verlässt und im Stich lässt, nur weil der andere etwas anders ist und eine Sache hat, die ich nicht kenne?

Ist die Angst das entscheidende Kriterium?
Das mangelnde psychologische Feingefühl?
Die Kurzlebigkeit der Welt?
Der ständige Druck, erfolgreich sein zu müssen?
Die Angst, von der Gruppe ausgeschlossen zu werden, wenn ich einen Freund habe, der “anders” ist?

Wie auch immer, und wenn es eine Mischung aus allem ist, mir scheint diese Probleme scheint es häufig zu geben- ja, es muss sie sogar sehr häufig geben, weil die Natur die letzte ist, die Einheitlichkeit und Konformität möchte. Das wollen nur wir Menschen, weil wir meinen, dass es so schöner wäre, wenn die Rasenkanten ganz gerade geschnitten sind, das Grundstück nach einem rechten Winkel vermessen wurde, die Wände genau gerade stehen und die Menschen darin, genau den gleich, hehren, arithmetischen Idealen folgen.

Ich bin nur froh, dass die Realität so nicht ist. Dass sich nur der Mensch nennen kann, der das Leben so akzeptiert, wie es kommt. Der das krumme, unfertige lieben kann. Der das Leben schmutzig, dreckig, verworren und lustig in sein Herz lassen kann. Den finde ich bewundernswert.

Der nicht traurig wird, wenn ein bestimmter Plan nicht in Erfüllung geht. Derjenige, der sich der Besonderheit, der Krankheit und dem Schicksal mit solch einem Mut stellen will und kann, der darf wahrlich mutig und edel genannt werden.

Die anderen sind einfach nur der Grund, warum ich Fragen stelle.

Googlen hat die Welt verändert

Ich erinnere mich noch an eine schöne Zeit. Studenten-Zeit.. WG und so. Ich saß an meinem damals brand- modernen 400Mhz-PC, mit Windows 98 und musste irgendwas recherchieren. Von meinem Papa hatte ich das erste Mal das Wort „Suchmaschine“ gehört, aber viel Ahnung hatte ich nicht davon. Ich weiß nur, dass ich die Anordnung der Worte „Suchen“ und „Maschine“ schon etwas seltsam und neuartig fand. Bis dato hatte ich die URLS von externen Quellen immer so rausgesucht, oder Links angeklickt, aber „googlen“ gab es damals noch nicht.
Damals, ich weiß es noch genau, benutzte ich also „MetaGer

Das war sicherlich ein Geheimtipp aus irgendeiner Zeitung. 😉 Auch ein paar andere benutzte ich… bis zu dem einen Tag….

Ein Kommilitone kam vorbei und empfahl mir eine Seite mit dem seltsam anmutenden Namen Google. Das besondere daran war, dass bei jeder Suche das ooooo in die Länge gezogen wurde und die Geschwindigkeit für einen damaligen PC und Internet erfrischend schnell war. Noch ein paar bunte Bildchen im Banner und meine Begeisterung für Google war geweckt.(Mist, Schwäche von mir, ich lasse mich zu schnell beeindrucken!)
Allen anderen ging es auch so. Google war damals erfrischend anders, frech und überlegen. Es sprach sich in der Uni schnell rum und alle nutzten nur noch Google (zumindest die Insider, die diesen erlesenen Tipp erhalten hatten).

Dank Massendruck und Erfolgserlebnisse vergingen die Jahre so auf diese Weise und niemand störte sich daran. Google lieferte immer alles pünktlich und sehr genau auf den Tisch. Später kam das Riesen-Lexikon Wikipedia dazu und die Arbeit verlagerte sich auch meinerseits immer mehr auf die Netz-Recherchen. Das Studium endete vorzeitig, die Richtung wechselte, ich orientierte mich um. Mit den neuen Möglichkeiten der Technik war ich auch persönlich bereit, andere, neue und frische Wege zu gehen. Informatik war passé, jetzt sollten neue Zeiten anbrechen.

Hätte man früher so etwas wie „E- Learning“ noch belächelt oder als Fernstudiumsanzeige auf die letzte Zeit geklebt, so war es plötzlich dank Internet möglich, den Großteil der Informationen aus dem Netz zu ziehen und einen Großteil des eigenen Lebens rückwirkend in die virtuelle Welt zu stellen. Diese virtuelle Welt beanspruchte immer mehr meine Zeit. Das Internet hatte 1999 bereits mein Leben verändert. Ich besuchte Seiten auf der ganzen Welt und erfuhr, wie andere Menschen lebten. Ich versuchte sie nachzumachen. Ich versuchte, die ganze Weisheit die da über die Datenleitung tröpfelte und später in großen Bahnen floss, in mein eigenes Leben zu lenken und mich mit Hilfe der Bits und Bytes zu erleuchten.

Teilweise klappte es.

Ein paar Jahre später ist Google riesig geworden. All die Menschen, die damals wie ich, die Maschine nutzten um das Leben zu verbessern, haben etwas zurückgegeben, Links und Banner geklickt und die Firma zu einem Riesen gemacht. So groß, dass wir anfangen, uns vor den Schatten zu fürchten- und so, wie es damals schick war, auf Branchenriesen wie Microsoft zu schimpfen und mit der letzten, hakeligen Linux- Distribution zu hacken, ist es jetzt selbstverständlich ein „Google- Hasser“ zu sein. (und wer jetzt das Wort „Hass“ googelt, der hat mich nicht richtig verstanden…)

Verdrehte Welt! Mein damaliger Insider-Tipp wurde zu einer Krake und ich bin daran schuld! Angewidert weiche ich von der Tastatur und will meine Fehler rückgängig machen, aber oh weh, die Geister, die ich rief, sie lassen nicht mehr von mir!
Alle regen sich darüber auf, was Google an Privatsphäre speichert, preisgibt, wie machtvoll die Möglichkeiten der persönlichen Rasterung sind. Das sind alles Dinge, da hätten sich in den 80er Jahren noch die Haare aufgestellt! Aber heute?
Die Leute stellen alles ins Netz. Nicht nur ein bisschen Privatsphäre, nein die ganze Ladung und jegliche erdenklichen Details, alle Facetten, alle Emotionen- alles wird gebloggt. Müssen wir uns noch wundern, dass es kein Respekt mehr vor dem Datenschutz gibt? Wir liefern ja selbst die besten Argumente!!!

Die Zögerlichen werden überrannt und mit Gewalt zieht die virtuelle Welt in die Wohnzimmer von Millionen Seelen. Es wird nicht lange dauern (Achtung, wackelige, wissenschaftlich nicht zertifizierte Vorhersage!) und die virtuelle Welt wird uns so normal vorkommen und soviel Chancen bieten, wie die „reale Welt“.

Und wenn man genau überlegt, bietet sie das schon jetzt. Es liegt nur an uns, welches Tempo wir damit fahren wollen.

Erinnert sich noch jemand an den Herrn Löwenzahn, ein gewaltiger, schöner Teil meiner Jugend? Der sagte immer so schön am Schluss: Und jetzt, Abschalten!

Also Kinder, abschalten! 🙂

Bevor Google euch auffrisst!
……….

Idee zum Post dankend erhalten… Via Twitter, Claudia und Michael

Nachtrag: Gegründet wurde Google 1998, in dem Jahr bin ich eingestiegen…. Tja, schicksalhafte Entscheidung…

Der Spießer, ein nachwachsender Rohstoff

Die Gegner der Spießer haben es nicht leicht gehabt in den letzten Jahren. Vor allem die einprägsame Werbung einer Bank für Bausparverträge hat auch noch den letzten Gegnern der Bürgerlichkeit das Wasser abgegraben und die Ära der Alt-Hippies, Punks und Rebellen der 70er Jahre endgültig begraben.

Heutzutage ist es also wieder „in“, ein Spießer zu sein. Denn wir wollen alle in den eigenen vier Wänden wohnen, wie uns die Werbung suggeriert. Sonst sind wir böse Menschen und schlechte Eltern. (…)

Die Emanzipation hat ebenfalls ihren Zenit überschritten und die Traditionalisten der alten Frauenrolle haben wieder Hochkonjunktur. Doch es wäre gefährlich, die Bedeutung eines „Spießers“ zu unterschätzen und zu meinen, nur weil man sich nicht mehr darüber aufregt, würden die Probleme dahinter einfach so verschwinden. Es ist vielmehr so, dass unsere Achtsamkeit gegenüber die Gefahren eines übermäßigen, konservativen Denkens verloren geht.

Es gibt höchstens ein einziges klägliches Lied, das in den werbe-finanzierten und von Kommerz durchseuchten privaten Radiosendern rauf und runter gedudelt wird, und Widerstand gegen die Volks-Verspießung leistet: Es geht hierbei um „Lass sie reden“ von den Ärzten. Der Tenor dieses Songs liegt darin, eine gewisse Gleichgültigkeit über Menschen aufzubauen, die hinter dem Rücken schlecht reden und dieses Verhalten mit Ignoranz zu strafen.

Gerade in einer kleinbürgerlichen Nachbarschaft besteht diese Gefahr des „Lästerns“ und Anschwärzens umso mehr, und es scheint ein typisch deutsches Problem von verhärtetem Neid, versteckten Aggression und generellem Argwohn dem Nächsten gegenüber zu sein.

Wenn man genau hinschaut, ist der Spießer nicht viel mehr als ein Produkt der Gesellschaft und Kommunikationsstrukturen, in der er lebt, vielleicht „gefangen“ ist.

Was ist also ein Spießer genau und was ist Bürgerlichkeit?

Bürgerlichkeit bezieht sich auf bestimmte Ideale und Wertvorstellungen, wie man zu leben hat, welche Ziele richtig sind, wo die Tabuthemen liegen, was man „darf“ und was nicht. Bürgerlichkeit schafft sich stets neu und durch den Wechsel der Generationen entsteht immer wieder eine neue elitäre und konservative Schicht, die meistens den Großteil der Macht- in Form von Geld und Lebensqualität- hat. Daher ist es wohl auch so, dass die Bürgerlichkeit eher von älteren Menschen verkörpert und daher zu Recht von einer jungen und nachwachsenden Generation angegriffen und hinterfragt werden sollte.

Ehemals junge, revolutionäre Menschen werden durch die Erfahrungen in Beruf und Privatleben über die Jahre selbst zu „Spießern“. Wenn sie früher noch mit Kartons als Wohnzimmertisch und in einer unaufgeräumten WG-Wohnung leben konnten, so legen sie diese Eigenschaften mit der Zeit ab und übernehmen immer mehr den Werte-Kanon ihrer – selbst gewählten- sozialen Umgebung.

Ewige Rebellen gibt es eher selten. Meistens ist es so, dass der Gruppendruck und das soziale Übergewissen stärker als die eigene Abwehr von Ängsten ist. So übernimmt man im Laufe des Lebens unzählige Wertvorstellungen, die man früher noch belächelt oder nicht ernst genommen hat. Psychologen sprechen dann von einer „Introjizierung“ einer Gruppen-Norm.

Diese jeweiligen Normen sind gefährlich, weil sie kollektiv gelten und nur schwerlich vom Individuum gesteuert werden. Rollenbilder- und Rollenklischees z.B. fallen ganz eindeutig in diese Gruppe. Der Großteil der Gesellschaft ist voll von kulturell gesteuerten Masken- und Rollenerwartungen und über den Gruppendruck muss man sich daran halten. Wer bestimmte Erwartungen nicht erfüllt, wird bestraft (z.B. durch sozialen Ausschluss). Grundlage für so ein Denken ist das autoritäre Erziehungs- und Belohnungssystem, mit dessen Hilfe man Menschen dressieren und manipulieren kann. Alle scheinen eingebunden zu sein: In erster Linie aber Institutionen, die Macht verteilen oder starke Eigeninteressen haben: Politiker, das Bildungssystem, die Wirtschaft, Werbung und bestimmte nur auf ihre Eigeninteressen konzentrierte Einzelpersonen.

Der heutige kulturelle Überlebens- und Machtkampf besteht im Wesentlichen daraus, Werte und Ideale als „alleingültig“ herauszuarbeiten und mit Hilfe der Durchsetzung von bestimmten „Handlungsprämissen“ Druck und Manipulation auf diejenigen auszuüben, die sich nicht wehren können. Die Inhalte dieser Kämpfe sind mit der Zeit immer feiner und psychologischer geworden und auf Grund der wachsenden Komplexität schlecht zu durchschauen.

Woran erkennt man also Spießer, wie kann man sich verhalten, was ist zu tun?

Spießer erkennt man z.B. daran, dass sie sich alle schnell beeilen, ihre Mülltonnen rauszustellen und möglichst früher wieder von der Straße zu holen. Man erkennt sie zudem daran, dass sie stets als erstes den Gehweg vom Schnee frei räumen und dann andere mit Verachtung und Stolz betrachten, wenn sie sehen, dass sie die Ersten waren. Es stellt sich dann vielleicht ein Gefühl der Genugtuung ein, schneller und besser als der andere gewesen zu sein. Welch eine Freude, wenn der – aus welchen Problemen auch immer- es nicht schafft, den Gehweg zu räumen und man ihn- oh welch überschäumendes Hochgefühl! – dann noch bei der Gemeinde oder der Polizei anzeigen kann.

Spießigkeit ist das Gegenteil von Toleranz und Mitgefühl. Spießigkeit bedeutet Engstirnigkeit, Neid, Argwohn und schlechtes Selbstbewusstsein. Gerade bei Leuten aus Schichten, die nicht soviel Einfluss haben, ist dieser Druck noch stärker- ein soziales Problem. Je mehr Unfreiheit ein Mensch durch Beruf und Status hat, desto größer ist der kollektive Druck aus dem Über-Gewissen, der von oben nach unten weitergegeben wird. (es gibt hier das Phänomen, dass gerade niedrige, soziale Schichten zu übermäßigem Putzwahn und solchen Dingen neigen, weil sie einfach nicht die psychologische Kraft haben, sich von den Erwartungen und Pflichten frei zu machen… Akademiker sind auf der anderen Seite von ihrer Studienzeit schon verwöhnt und haben stets gehört, dass sie die Elite sind… sie haben mehr Freiheiten, sowohl materiell als auch was die Zeit angeht.. dadurch baut sich bei ihnen nicht so ein starkes Über-Ich auf.).

Der Spießer ist also durch und durch ein soziales und psychologisches Problem. Je mehr Spießer eine Gesellschaft hat, desto schlechter ist es um sie gestellt. Wer zu den Spießern gehört, hat seine eigene Freiheit und die Macht zu wählen, aufgegeben. Wer zu den Spießern gehört, führt ein Leben, dass nicht aus seiner Seele kommt- er lebt nur für andere, für die fiktiven Erziehungspersonen, für die Chefs, für die Partnerschaft- aber nicht für sich selbst!

Das Mittel gegen Spießigkeit ist der schrittweise Abbau von Forderungen aus dem „Über-Ich“: Übertriebene Moral, Schuldgefühle, Manipulationen, unnötige Erwartungen, übertriebene Pflichten.

Die Erkenntnisse der Psychologie können hier sehr gut helfen. Man muss allerdings selbst den Wunsch haben, sich wirklich frei davon zu machen.

Den Wunsch hat man meistens nach einer Krisensituation, wenn man merkt, dass man so nicht weitermachen kann.

………….
Links

der LBS Spießer
• nur kurze Erklärung des Begriffs bei Wikipedia
• interessante Erklärung des Spießers
Spiegel-Artikel „Spießer“
Lass sie reden (Ärzte)
• Erklärung Introjektion

Aussehen und Schönheit

Das Ideal „Schönheit“ ist ein Ur-Ideal und so alt wie die Menschheit selbst….

Was mir immer so auffällt, wenn ich auf verschiedene Blogs und Seiten gehe, die von Frauen gemacht werden: Die wenigsten haben Bilder von sich darauf und wenn, dann nur wenige oder kleine. Selbst wenn sie vielleicht hübsch sind oder „das gewisse Etwas“ haben, Bilder von Frauen entdeckt man meistens in einem sexualisierten oder kommerziellen Zusammenhang. Das Frauenbild in den Medien ist einseitig und auf den männlichen Geschmack ausgerichtet. Es gibt meiner Meinung nach zuwenig Bilder von Frauen „in natürlicher Umgebung“, frei von Erwartungen und Rollenbildern ihrer männlichen Kollegen. Dabei kann die natürliche, weibliche Schönheit auch ihren Reiz haben.

Wenn eine Frau Karriere machen will oder einen bestimmten intellektuellen Ruf aufbauen möchte, kann es hinderlich sein, als „Sexobjekt“ angesehen zu werden, überhaupt denkt man bei Frauen viel eher, dass sie ihr Aussehen dafür benutzen würden, um auf der Karriereleiter aufzusteigen. (Komischerweise sagt man das bei einem hübschen Mann nie oder nur sehr selten!)

„Aussehen und Schönheit“ weiterlesen

Das Blog, mein Wohnzimmer?

Inwieweit eignet sich das Internet und die eigene Homepage als ein Wohnzimmer, bzw. ein Empfangszimmer für vorbeischauende Gäste? Wenn man davon ausgeht, dass das Internet ein Kommunikations-Gemisch bildet und man nur Menschen empfängt, die ähnliche Interessen haben, ist es eigentlich kein Problem. Durch die Masse der Daten hält sich der Missbrauch in Grenzen und das Blog ist dann wie ein offenes Zimmer zu betrachten, in das jeder hineinschauen kann, wenn er möchte. Man kann sich dazu setzen, miteinander reden, Anregungen verteilen. Je nach Charakter ist es mehr eine Kommunikations-Runde, ein Stammtisch für Philosophen oder eine Künstlerwerkstatt mit offenen Ateliers. Viele Menschen ziehen das „Zaun-Gespräch“ oder das Straßengespräch vor, so wie man Menschen im echten Leben trifft und mit ihnen plaudert. Bei stillen Menschen herrscht Stille, bei lauten Menschen geht es meist laut zu, bei sozial engagierten Menschen kommen soziale Themen auf den Tisch, bei Wissenschaftlern wissenschaftliches, usw.
Von diesem Blickpunkt aus gesehen gibt es keine Trennung zwischen einem echten Wohnzimmer und einem virtuellen. Und doch ist der virtuelle Raum dafür verantwortlich, dass sich die Details anders verhalten.

„Das Blog, mein Wohnzimmer?“ weiterlesen

Meinungsfreiheit

Einleitung
Wozu habe ich einen Blog? Die Frage muss ich mir immer wieder stellen. Manchen mag sie abgedroschen oder langweilig erscheinen, und wenn das eigene Projekt nicht oder nie hinterfragt wird, braucht man auch nicht darüber nachzudenken, dann macht man es einfach, weil es Spaß macht. Bloggen ist aber im Grunde geschriebene Sprache, etwas mündlicher als ein fertiges Buch oder eine Zeitung. Es ist ein typisches Zwischending, ein Produkt unserer schönen, neuen Internet-Welt. Und da es Sprache ist, und von einem menschlichen Wesen kommt, liegt es in der Natur der Sache, dass Aussagen und Wertungen abgegeben werden, diese Aussagen bestimmte Ziele und Absichten haben und – nicht immer ganz auszuschließen- dass es jemand verletzt oder sich jemand davon kritisiert fühlt. Wenn ich überlege, ist das sogar ein wichtiges Ziel, ich sage dazu „Teilhabe am Gesellschafts-Prozess“. Bloggen bedeutet Sprache, bedeutet Meinungsfreiheit, bedeutet letztendlich Meinungsbildung und Mensch-Sein. Bloggen kann für den modernen Menschen so was wie Luft, wie Atem und eine Sache des seelischen Überlebens werden. Wie oft gibt es im Alltag Situationen, die man einfach nur schluckt, über die man sich ärgert, aufregt, die man nicht begreift? Oder Dinge, über die man sich freut, die man mitteilen und „verteilen“ möchte? Es ist ein Menschheitsbedürfnis, ein Grundgefühl und ein Grundrecht, dass sich jeder für sich beanspruchen sollte. Wie alle Grundrechte im Leben gibt es aber Grenzen, so wie dem Verbrecher die Grenzen der Freiheit gezeigt werden, wenn er gegen die Regeln seiner Gesellschaft verstößt. Wo aber sind die Regeln, die moralischen und praktischen Grenzen beim Bloggen? Was ist guter Geschmack, was soll man schreiben, was nicht? Was ist legitimer: Der eigenen Unzufriedenheit Luft zu verschaffen und jemanden anzuklagen? Oder die Sache des Respekts wegen wieder herunterzuschlucken und darauf zu warten, dass es von selbst weggeht? Im Schreiben, im Denken und im Äußern aber entwickelt man doch erst seine Ethik, sein Gefühl, es ist der Spielgrund für die menschliche Psyche, für den ureigenen und menschlichen Wunsch, teilzuhaben, sich mitzuteilen, ganz unabhängig von den Rückmeldungen, einfach aus dem Bedürfnis des Atmens heraus.

Meinungsfreiheit ist Arbeit
Wie viele Leute kenne ich, die dieses Recht auf freie Meinungsäußerung für sich beansprucht haben und dann an der Mauer der Abwehrhaltung, den Ressentiments ihr Leser gescheitert sind, und eines Tages ihr Blog, ihre Homepage geschlossen haben! Es ist nicht so, dass man die Freiheit geschenkt bekommt. Die individuelle Freiheit für den Menschen in der heutigen Zeit ist- aller Technik und Erleichterungen zum Trotz- immer kleiner geworden. Freiheit ist – wenn sie gut und echt sein soll- eine Sache, für die man kämpfen muss.

Gedankliche Freiheit mag im Internet eine leichte Sache sein, aber ist letztendlich auch nur eine technische Freiheit, eine pure Ansammlung von Wissen, frei von jeder Bewertung. Die individuelle menschliche Freiheit, das zu sagen, was einen bedrückt, es im Raum stehen zu lassen und zu behaupten „Ich mache das nicht mehr mit“ ist das Wichtigste überhaupt. Niemand sollte es einem streitig machen, dieses Recht in Anspruch nehmen zu dürfen. Weder im Arbeitsleben, noch im Internet.
 
Und es liegt an den Autoren- den Menschen- selbst, das in einer Schärfe und Deutlichkeit zu machen, dass es dem eigenen Wohl, und somit der Gesamtkritik einer Gesellschaft, dieser Ansammlung von Einzelpersonen zuträglich ist.
 
Sicher gibt es auch Dinge, die man nicht äußern sollte, Dinge die aus gutem Grund verborgen bleiben und nur für Vertraute zugänglich sind. Das im Einzelnen immer neu abzuwägen und die Wahl der Worte zu prüfen, bleibt die Aufgabe eines guten Bloggers- und ob er jetzt über sein Privatleben, die Weltpolitik, den Kaninchenzüchterverein von nebenan oder sein neues Auto schreibt.
 
Angst oder Mut?
In letzter Zeit gibt es so viele Stimmen in den Medien, die dem freien Menschen Angst einflößen sollen, die unsere Angst vor der freien Meinung schürt und uns wieder zu bequemen, angepassten Menschen zwingen will. Da ist z.B. der viel zitierte Arbeitgeber, diese unsichtbare, übermächtige Autoritätsperson aus dem Untergrund, die uns scheinbar auf Schritt und Tritt überwacht und beinahe wie manisch nach dem neuen Bewerber googelt. Dem unschuldigen Blogger, dem Schüler und allen- noch leicht zu manipulierenden Schäfchen- wird eingetrichtert, dass er nur hübsch artig zu sein braucht, seine Zivilisationsmaske aufziehen soll und dass es ein Unding wäre, mit einer Bierflasche am Bahnhof fotografiert zu werden und wenn es nur auf der Abschlussfete gewesen ist!
 
Und, viel schlimmer noch, die Bedrohungen unseres Staates, der ständigen Angst vor dem „gläsernen Bürger“, dass auf der einen Seite politisch hoch gebauscht wird, und auf der anderen Seite eine tatsächliche, gefährliche Entwicklung darstellt, mit der wir uns alle auseinandersetzen müssen. Menschen erschaffen Gedanken und Gedanken erschaffen letztendlich Gesetze.
 
Wollen wir den totalen Überwachungsstaat und die Reduzierung des menschlichen Individuums auf seine Daten? Wollen wir den Schülern beim Bloggen Angst einflößen und sie daran hindern, darüber zu schreiben, was sie wirklich denken? Wollen wir eine unfreie Jugend, eine Gesellschaft voller Angst und Zweifel?

Voraussetzungen für Meinungsfreiheit
Wie kann man der Gesellschaft helfen, noch mehr echte Meinungsfreiheit zu entwickeln? Sie zu ermutigen, die eigene Meinung zu äußern, und auch unbequeme Dinge auf den Tisch zu bringen?
Mir scheint, die technischen Möglichkeiten dazu haben wir schon längst, doch was hängt, das ist der Mut!

Meinungsfreiheit bedarf zwei wichtiger Voraussetzungen:

1.)Man braucht eine Erziehung, die sich moralisch für Meinungsfreiheit einsetzt. Dazu gehört, dass man die Ungleichheit in den gesellschaftlichen Schichten – maßgeblich durch ihre Beurteilung von außen – abschaffen muss. Es kann nicht sein, dass der Doktor der Physik, der Anwalt oder der Arzt mehr Gehör bekommt, als der einfache Arbeiter. Beide zählen gleich viel! Beide haben das Recht, sich zu äußern, in Talkshows zu sitzen und ihren Wahlzettel abzugeben. Der Doktor, der Mittelständler, der Müllmann und die Putzfrau sind gleich! Durch die moralische Gleichmachung und der Abschaffung der Klassen-Unterschiede wird die Grundlage für Freiheit geschaffen. Ansonsten bleibt immer (!) das ungute Gefühl und letztendlich die bittere Realität, dass man einem einfachen Arbeiter nicht zuhört, nicht glaubt, noch ihn ernst nimmt. Schülern darf in der Hauptschule nicht mehr vermittelt werden, dass sie überflüssig sind und sowieso keine Perspektive mehr haben, nur weil sie vielleicht eine praktischere Lebensbegabung haben und nicht so gut im Lesen und Schreiben sind!
2.)Eng damit verbunden ist das Vermitteln von Bildung. Nur in der Bildung, in der Sprache selbst liegt die Kraft, sich überhaupt artikulieren und teilhaben zu können. Wer es nie gelernt hat, noch dazu ermutigt wurde, sich zu äußern, wird es sehr schwer haben, für seine Grundrechte einzustehen und sich innerlich über die Zustände zu stellen, die er vielleicht ändern will. Bildung bedeutet letztendlich, Komplexität zu ergreifen, die Zusammenhänge zu verstehen, die Regeln zu kennen. Bildung ist harte Arbeit, kostet Zeit und Eigeninitiative. Es ist das wichtigste und menschlichste Werkzeug, das wir überhaupt haben können. Man sollte jeden Tag in die eigene Bildung und letztendlich auch in die Bildung von anderen investieren.

Meinungsfreiheit in der Pädagogik
Eltern müssen sich die Frage stellen, ob sie die freie Meinung ihrer Kinder dulden wollen und können. Gerade in einem bestimmten Alter, z.B. der Pubertät, können Kinder sehr unbequem werden. So wie sie in jungen Jahren erst ihre Zunge entdecken, mit ihr Spielen und irgendwann Laute produzieren, entdecken sie in der Pubertät ihr Gewissen, ihre Fähigkeit alles und jeden zu hinterfragen. Damit bekommen sie die wunderbare Fähigkeit, ein glücklicher, kritischer und gesunder Mensch zu werden. Unterdrückt man in dieser Phase alles Kindliche, alles Revolutionäre an ihnen, darf man sich später nicht wundern, wenn ein Erwachsener dabei herauskommt, der keinen Mut oder Willen hat, sich zu äußern. Auf der anderen Seite muss man sich fragen, ob Eltern es überhaupt wollen. Wenn sie selbst eine schwierige und unterdrückte Kindheit hatten, werden sie es sich schwer tun, ihre Kinder zu ermutigen, anders und freier zu leben. Hier ist der richtige Ansatz für Psychologie, für Schwierigkeiten, für Wachstum, Abgrenzung und Wandel. In der Auseinandersetzung mit den Fragen der Pubertät, werden die Eltern und Kinder gleichermaßen reifen und eine neue Lebensmitte finden können, die im Idealfall von Selbstbewusstsein, Selbstständigkeit und Verantwortungsgefühl gezeichnet ist.

Fazit
Durch die richtige Kombination der Eigenschaften „Moral“ und „Bildung“ sollte es einer Gesellschaft möglich sein, Meinungsfreiheit für alle zu erwirtschaften und durchzusetzen.

Es ist ein hypothetisches Ziel, ein Ideal, dass im besten Falle über jeder politischen Anstrengung und jeder individuellen, menschlichen Handlung stehen sollte.

Am Anfang war das Wort. Wenig später kam WordPress zwei Punkt sieben !

Ramstein

Eine seltsame Mischung aus Traurigkeit und Angst hat sich in meinem Körper breit gemacht, nachdem ich eben die 45-minütige Reportage über das Flugtagunglück von Ramstein gesehen habe. All die Gefühle von früher kommen wieder hoch. Die Autos, die Kleidung von früher. Ich war damals 10 Jahre alt und die Erinnerungen sind bruchstückhaft.

Ich erinnere mich daran, dass ich selbst auch dort gewesen bin und wie die Stimmung auf dem Flugplatz plötzlich umgeschlagen war. Wie ich es als Kind komisch fand, dass plötzlich eine schwarze Rauchwolke hinter dem einen Gebäude an den Himmel stieg, gerade als wir überlegt hatten, uns noch einen Hotdog zu bestellen. Irgendwas war passiert, soviel war klar. Mein Vater meinte noch so was in der Art, was denn jetzt los sei und an seiner Reaktion merkte ich, dass es etwas sehr Schlimmes gewesen sein müsste.

„Ramstein“ weiterlesen

krasser bericht und so

Mood: aggressive
Music: rammstein

Ey Alder, ey isch hap letzt was krasses gelesen und so da gings um thema bildung
die wollen das bessa machen, damit alle was lernen und so und nicht mehr so dumm sind, ey.

vor allem wier haubtschüler, wier haben ein krasses problem. schule und so und ausbildung dahinter gehd voll nicht. erst hab ich kein bock gehapt und jetzt fint ich nix, ey

ich würds voll gern papa sagen aber der ist weg, hat ne neue Schlampe
mama hat keine zeit die ist gerad beim arbeitsamt.

muss ich halt saufen
oder dem sozial-typen da vom amt eine reinhauen

lol

Reichtum

Gestern kam eine interessante Fernsehsendung über besonders reiche Menschen, also Personen, die sich vor allem über persönliche Leistung Reichtümer aufgebaut haben und jetzt zu den „Oberen Zehntausend“ gehören. Beim Schauen der Sendung wurde mir schnell klar, dass es nicht die Leistung alleine ist, die motiviert, sondern vielmehr der Reichtum und die daraus resultierenden Annehmlichkeiten und auch Freiheiten.

Der eine Mann sagte sinngemäß, wenn ihm heute danach sei, nach Timbuktu zu fliegen, mache er es halt einfach. Der andere betonte diesen Aspekt der Freiheit auch besonders, dass er jederzeit machen könne, was er wollte und durch keinerlei materielle Grenzen gehindert sei.

Also jederzeit machen können, was ich will, kann ich auch. 😉 Sieht man mal von den lästigen Pflichten ab, die so was wie Lebensinhalt oder Lebensaufgabe darstellen.

Für mich bedeutet Freiheit, vor allem geistige Freiheit und innere Gelassenheit, die doch ein wenig schwieriger zu erreichen ist.

„Reichtum“ weiterlesen

Bunt und geteilt

Zigarettenschachteln sind ein Sinnbild für unsere Gesellschaft. Schön bunt liegen sie vor uns, von erfahrenen Designern und Marketingstrategen durchdacht, eckig, praktisch -gut für die Hosentasche. Ein paar flotte Sprüche, bunte Bildchen, abhängig machende Stoffe, die Zutaten für ein Erfolgsprodukt. Grotesk eigentlich, dass mit so einer augenscheinlichen Droge Geld gemacht wird, nicht viel anders beim Alkohol.

Dick und böse anprangernd erinnert ein warnendes, Todesfurcht verbreitendes Schild den unerfahrenen und verdrängenden Benutzer des Industrielollis daran, dass es tödlich und gefährlich ist und der „Genuss“ der Zigarette zum baldigen Tod führen kann- nein muss.

Lakonisch und beinahe nebenbei- man kennt es ja- das Steueremblem. Dieses weist artig darauf hin, dass die meiste Kohle sowieso der Staat bekommt (wie immer) und dass die Dinger verdammt teuer sind.

Wie soll da noch Freude aufkommen?

Der erfahrene Dichter interpretiert nun folgendermaßen:
Die Menge der gezeigten Bilder und sinnlichen Genüsse steht in harter Konkurrenz zu der gestalterischen Tragweite der eigenen Negativ-Werbung. So ein Produkt ist zum Sterben verurteilt, wurde durch die Mühle der Weltverbesserer, der Oberschicht und der Politiker getrieben, um einen seelischen und langsamen, „vernünftigen“ Tod zu sterben.

Die Raucher: Freiwild, auf die man modern, unauffällig und geistig schießt, sie durch Separierung mit Raucherzimmern und ähnlichem Unfug von der „gesunden Gesellschaft“ trennt.
Die Raucher sind sowieso meist Handwerker, Bauern oder Arbeiter, die die marmornen Toilettenschüsseln in den Villen der Reichen installieren, sich dabei zu Tode schuften und für die körperliche und seelische Ertüchtigung, mehr zur Eigentherapie, ab und zu an dem Glimmstängel lutschen.

Herje- was für eine bunte, geteilte Welt!