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Betrifft: Throwback Thursday – 2

Lange habe ich im Glauben gesucht, um eine akzeptable Möglichkeit zu finden, mit dem Thema „Transidentität“ umzugehen.

Hier meine Ergebnisse dazu, in ziemlich knapper Kurzform:

Christentum: Dort gibt es das Thema „Transidentität“ eigentlich nicht wirklich. Mann und Frau, aus fertig, zack bumm. Frau ist an allem schuld, Mann ist der Überlegende und heißt DER Jesus und DER Gott. Was soll man da finden? Vielleicht noch, dass Gott alle seine Schäflein lieb hat. Und wer große Sünde auf sich geladen hat, muss halt schauen, wie er damit klar kommt, bla bla.

Islam: Kein Kommentar. Ist das nicht die Religion, die in ihrem Namen noch Schwule steinigt oder gefesselt ein Haus runterschmeißt?

Buddhismus: Die einzige Religion, mit der ich halbswegs eine Antwort gefunden habe. Es liegt wohl irgendwie am Karma, irgendein Ding aus einem vergangenen Leben. Ja, es tröstet mich ungemein, dass ich die Hoffnung auf ein „nächstes Leben“ habe. Vielleicht eins, wo alles zusammenpasst? Wo ich den „richtigen Körper“ gleich von Anfang an habe? Aber was bringt mir das im jetzigen Leben? Da muss ich warten, da muss ich Gutes tun, positives Karma ansammeln und hoffen, dass der gleiche Scheiß nicht in zwei Leben hintereinander kommt. Kann ja auch sein, dass ich gleich als Wurm wiedergeboren werde. Dann hat sich das Problem eh erledigt.

Wissenschaft: Auch hier gibt es bisschen „Glaube“, der hilfreich sein kann. Rein wissenschaftlich führe ich nämlich ein ziemlich interessantes Leben. Könnte für die „Geschlechterforschung“ und die „Gender studies“ und wie das alles heutzutage heißt, sehr nützlich sein. Wo sind die Unterschiede im Geschlecht? Was ist angeboren, was ist erlernt, was ist hormonell begründet, was wiederum kommt direkt aus der „Form/ Bauweise des Gehirns“? Und wo sind einfach nur die Männer schuld?

Das Problem daran ist nur: Für Wissenschaft, vor allem für biologische oder hormonelle Fakten interessiert sich heute kaum einer.
Passt nicht zu unseren klaren Leitbildern der Gender-Ideologie, an der wir uns so verzweifelt festklammern.

Kunst: In der Kunst bzw. der Kunst-Therapie liegt alles. Die einzige Ausdrucksform, die mir Erleichterung und Heilung verschafft.

Kunst ist nicht die Frage, sondern die Antwort.

Betrifft: Throwback Thursday

You want it darker (Kalkbrenner Remix)

Zwanzig Jahre danach ist noch immer alles zerrissen. Ich bekomme die Teile immer noch nicht zusammen und werde es vermutlich nie schaffen.

Mir läuft ein kalter Schauer über den Rücken, wenn ich die alten Bilder sehe. Noch habe ich keinen Mut, sie zu teilen, aber vielleicht irgendwann.

Wie frei und offen manche damit umgehen. Als ob es nix wäre.

Für mich ist das immer noch ein Riesenklops. Ein Schatten war es vorher, ein Schatten ist es heute. Nur in anderer Richtung, mit anderem Geschlecht.

Klar denke ich mir manchmal: Komm, jetzt teilst du das Bild von Dir halt, so wie du früher ausgesehen hast.
Du wirst bestimmt ein bisschen Rückmeldung und Likes bekommen, wie toll die Wandlung war und wie mutig Du damals gewesen bist.
Gibt ja nicht so viele Transmenschen. Jede Wandlung ist ein kleines Wunder für sich.
Auch wenn ich es nicht wollte, ist die Reise zwischen den Geschlechtern der größte Schritt, den ich je gemacht habe.
21 Jahre war ich ein Mann, knapp 21 Jahre eine Frau.

Er wäre perfekt geeignet, es zum „Markenzeichen“ von mir zu machen. Eine Trans-Identität auf der alles andere aufbaut.
Die niemand sonst hat. Die niemand sonst teilen oder nachvollziehen kann, der es selbst nicht gewesen ist.
Die mich wirklich besonders und einzigartig macht. Suchen wir das nicht alle heutzutage? Das Besondere, dass es sonst nirgendwo anders gibt?
Ein Wunder auf Erden?

Aber: Solche Bilder sind für mich höchst privat. Wenn ich es nicht teile, weiß es auch keiner. Die alte Person verschwindet völlig aus dem Bewusstsein der Menschen. Nur ich hüte noch den Schatz dieser Bilder. Mich macht es stolz. Wenn ich die Fotos in die Internet-Welt werfe, dann kann sie jeder besitzen.
Dann kann jeder ein Screenshot machen und sich darauf einen runterholen. Ich möchte das eigentlich nicht. Nein, so notgeil bin ich noch nicht.

Aber ich bekomme es einfach nicht zusammen. Der ganze Widerspruch wird deutlich, wenn man die Bilder sieht. Ich bin „zwei“ Menschen gewesen.
Eine männliche und eine weibliche Person. Sie sind nicht zu trennen und doch ganz weit entfernt.

Der Graben zwischen den Geschlechtern er ist so unendlich tief. Und man kann leicht darin ertrinken.

Und die Mädels heute, wie machen die das? Die posten ein Bild von sich auf Instagram, machen ein Smiley dazu und weiter geht´s im Text.

Direkte Ansprache

Gestatten- ich bin diejenige, die ständig ins Fettnäpfchen tritt. Ich bin eine Widderin mit Schütze-Aszendent. Das macht mich sehr direkt.

Ich sage immer, was ich denke und meistens ist es die Wahrheit. Das passt nicht jedem Menschen gleich gut.
Meistens habe ich das Geschick, mir die Leute auszusuchen, die darauf sehr empfindlich reagieren. Ich finde also meistens Leute, denen es selbst schwerer fällt, die Wahrheit auszusprechen. Wenn ich jemanden (z.B. von meinen Freunden) meine Meinung sage, dann immer sehr direkt und ehrlich. Ich mache das, weil ich die anderen Leuten mag, weil sie mir wichtig sind. Ich finde diese Ehrlichkeit wichtig.

In der letzten Zeit habe ich aber festgestellt, dass meine Freunde auf meine Ehrlichkeit „nicht gut reagieren“. Sie hätten mich lieber anders. Weicher vielleicht, nicht so ehrlich.

Sie hätten es vielleicht lieber so, dass ich ihnen immer nur das sage, was ich ihnen passt und nutzt. Also angepasst, weiblich und immer fürsorglich – selbst wenn der andere den größten Scheiß macht. Das ist die Liebe, wie wir sie eigentlich von der Mutter kennen. Die Mutter verzeiht immer. Die Mutter ist immer für dich da. Es ist ein allumfassende Liebe, die völlig ohne Bedingungen ist. Leider fehlt damit der mütterlichen Liebe oft die nötige Strenge, die oft eher von der Vaterfigur kommt.

Denn da wo die Mutter immer liebt, können keine Regeln gemacht werden. Die Regeln kommen vom Vater, vom männlichen Element.
Dieses stellt Bedingungen, stellt Forderungen und erzieht das Kind nach bestimmten Gesichtspunkten. Das ist nicht zum Nachteil vom Kind, sondern zum Vorteil.

Heutzutage haben wir gelernt, alles Männliche und alles Väterliche abzuwerten. Wir kennen nur noch das Weibliche. Es ist angenehmer für uns und der Vater „nervt“ uns nur.
Also aus dem Leben tilgen. Der Vater soll die Buhmannrolle und den schwarzen Peter bekommen. Die ganze Liebe ist allein der Mutter vorbehalten. Dabei ist die väterliche Liebe auch sehr wichtig.

Männliche Regeln helfen dir, in deinem Inneren besser klar zu kommen. Grenzen zu akzeptieren. Auch mal ein „Nein“ zu akzeptieren. Es schützt dich vorm Einfluss anderer Menschen. Dein „innerer Vater“ hilft dir innerlich stärker zu sein, also schützt es auch vor Drogen, vor Sucht, vor Ängsten. Wenn du stark sein willst, musst du „nein“ sagen können.

In der Realität ist es nicht so, dass du von allen geliebt wirst. Ganz im Gegenteil. Das Leben ist sehr hart und meistens stößt man auf Ablehnung, auf Konkurrenzkampf, auf Egoismus. Oft trifft man Leute, die Machtspielchen mit einem machen wollen und an der eigenen Energie zehren. Wirkliche Begegnungen auf „Augenhöhe“ sind sehr selten und damit kostbar. Meistens sind Beziehungen irgendwie ungleich. Einer gibt mehr, der andere nimmt mehr. Einer ist dominant, der andere eher unterwürfig. Wenn man in so einer Welt bestehen will, muss man wissen, wo die eigenen Grenzen sind. Was man geben kann, wo man bereit ist Energie zu investieren und wo es nicht mehr geht.

Wenn ich der Meinung bin, dass der andere was falsch gemacht hat oder ich mir ein bestimmtes Verhalten von ihm wünsche, dann sage ich es ihm direkt.
Ich denke unter Freundschaften hat man immer beide Elemente, also mütterlich-fürsorgliches, aber auch väterlich-strenges. Man gibt dem Freund auf der einen Seite was, aber man sagt auch deutlich, wo es nicht mehr weiter geht.

Ich mache dem anderen keinen Gefallen, wenn ich mit meiner Meinung immer hinter dem Berg halte. Denn so würde ich ungute Situationen, mit denen ich mich vielleicht nicht gut fühle, nur unnötig in die Länge ziehen. Wenn ich direkt sage, was ich denke, beende ich Situationen, bevor sie mich oder den anderen krank machen können.

Beweisführung

Was man als Trans*frau am meisten hasst, ist das „Beweisen müssen“.

Man muss irgendwem beweisen, dass man im Kopf eine Frau ist und daher auf die Damentoilette geht und die männliche Umkleidekabine hasst.
Man muss den Eltern erklären, wie es dazu gekommen ist.
Die Freunde sollen es verstehen, warum sie jetzt „sie“, statt „er“ sagen soll. Die meisten sagen trotzdem weiter „er.“

Man soll etwas beweisen, für dass es nur ein Gefühl gibt.
Ein weibliches Gehirn in einem genetisch männlichen Körper.

Man soll seine weibliche Identität beweisen und erklären und man soll sie rechtfertigen.
Man muss Gutachten haben. Unabhängige Stellen müssen es belegen und bezeugen.

„Normale Frauen“ müssen nichts beweisen. Sie sind einfach Frauen.
Genau hier entsteht die Ungerechtigkeit.

Dazu kommt die gesellschaftliche Einordnung und das Unverständnis.
Sobald man irgendetwas tut, was etwas männlicher ist, heißt es gleich „klar, die war ja auch ein Mann. Wundert mich nicht!“.

Wenn man sich zu weiblich verhält, ist es auch nicht gut.
Dann sagen die Feministinnen: Ja, aber wir haben dafür gekämpft, dass alles weibliche und männliche gleichgeschaltet wird.
Und ihr wollt jetzt unbedingt rosa Kleidchen tragen und euch süß und passiv verhalten? WARUM ???

Beweis mir doch erstmal, dass du eine Frau bist! Und dich klar vom Männlichen abgrenzt.
Oder beweis mir, dass du ein Mann bist und ja nicht zum Weiblichen tangierst!

Beweis es, steh gerade und diskutier das bitte mit mir.

Nein danke, hab ich keine Lust drauf.

Ich bin einfach so wie ich bin. Der Name ist mir egal. Das Geschlecht ist mir egal.
Ob es jetzt eine Mischung ist oder eindeutig- zweideutig.

Alles nur ein Sturm im Wasserglas. Man geht da durch, ob man möchte oder nicht.
Man ist ein Mensch, man ist eine Mischung aus zwei Geschlechtern (Vater und Mutter) und man muss nichts trennen.

Gleichberechtigung heißt: Männer dürfen weibliche Dinge machen, Frauen dürfen männliche Dinge machen.
Die Geschlechter sind gleich. Man kann sich aussuchen, was für Klamotten man anzieht, mit wem man Sex hat, befreundet ist und welchen Job man ausübt.
Man ist komplett frei.

Daher – ist auch jede Diskussion darüber sinnlos, weil sie impliziert, dass es Redebedarf gibt.
Warum willst du reden und beweisen? Weil du es nicht glaubst, weil du es nicht begreifen kannst.

Weil du nicht trans* bist.

Die Unsicherheit und die Probleme beginnen genau dann, wenn Worte gesucht werden.
Dann brauchst du Schemata, dann fängst du wieder an einzuteilen. Und dann wirst du unfrei und – im schlimmsten Fall- auch ungerecht.

Sichtbar machen

Auf Instagram bin ich die letzten Tage mal wieder unweigerlich zum Thema „Transgender“ bzw. „Transidentität“ gestoßen. Ich bin einfach neugierig und interessiere mich dafür. Ich bin selbst „betroffen“, warum soll ich zum Thema also nichts schreiben und nicht dazu stehen? So einfach war das lange nicht. Ich hab oft überlegt und gemerkt, dass es einfacher ist, „als Frau“ unterzutauchen und sich die eigene Lebensgeschichte nicht ganz einzugestehen. Zugegeben, es wurde mit der Zeit auch immer einfacher. Das Passing wird besser, das Gefühl „angekommen zu sein“ ist stärker – man fühlt sich einfach wie eine Frau, man hat den weiblichen Vornamen, alle sekundären und primären Geschlechtsmerkmale sind vorhanden, das Umfeld ist okay – warum sich also noch mit der Vergangenheit quälen? Es lebt sich einfacher und besser, wenn man darüber nicht mehr redet und es nicht ständig aus dem Dunkeln holt.
Auf Instagram hab ich jetzt gemerkt, dass es aber durchaus T*Frauen gibt, die ganz offen zu dem stehen, was sie sind oder WER sie sind. Es sind vor allem Frauen, die gerade in der „Transition“ stehen oder das ganze gerade hinter sich haben. Es gibt viele Fotos (vor allem Selfies) und interessante, teils berührende Texte. Mal wieder scheinen mir andere Länder (vor allem die USA) etwas weiter als das langsame Europa zu sein.

Es gibt auch viele interessante Hashtags, mit denen man diese speziellen Frauen finden kann:

zum Beispiel:
https://www.instagram.com/explore/tags/thisiswhattranslookslike/
https://www.instagram.com/explore/tags/transisbeautiful/
https://www.instagram.com/explore/tags/girlslikeus/
https://www.instagram.com/explore/tags/transisbeautiful/

Beim Recherchieren hab ich auch rausgefunden, dass es in den USA wohl einen speziellen Gedenktag gibt, der das Thema Transidentität in den Vordergrund stellt und „sichtbar“ machen möchte: Er nennt sich „Transgender Day of Visibility“ und wurde (so Wikipedia) 2015 vor allem für diesen Zweck gegründet.

(mehr dazu: Link 1 und Link 2)

Was soll ich sagen? Ich bin mal wieder total angetan und merke in meinem Innersten, dass ich das gut finde.
Ja, man muss dazu stehen! Ja, die Öffentlichkeit muss mehr erfahren. Wegschauen und verdrängen sind keine guten Lösungsansätze.
Das Leben bietet so viel Potential und so viele Möglichkeiten. Wenn man nur zu Hause rumsitzt und traurig ist, verändert man nichts und ist auch kein Nutzen für die Gesellschaft. Man muss laut sein und sich engagieren und man muss Netzwerke aufbauen und anderen helfen. Wer ausreichend kommuniziert, hilft anderen automatisch. Und NATÜRLICH gibt es eine Menge Gegenwind. Das ist doch ganz klar. Veränderung bedeutet eben auch „Widerstand überwinden“. Die Frage ist nur: Wieviel Kraft hat man und wo ist die Kraft erschöpft? Kleine Erfolge motivieren dann, um weiter zu machen. Das betrifft nicht nur die Transthemen, sondern alle anderen sozialen / menschlichen Themen.

Mir ist aber auch klar, dass das noch ein verdammt weiter Weg ist.
Die Situation mit den Blogs ist in Deutschland allgemein schwierig. Die Zunahme von rechtem Gedankengut (z.B. AfD) macht die Sache nicht leichter. Die Stimmung ist allgemein aufgeheizt. Ein Zustrom von Menschen aus Ländern, die zum Thema Schwul oder Trans sehr ablehnend eingestellt sind, macht unsere Situation nicht einfacher. Die Intoleranz in Deutschland war vorher schon sehr stark ausgeprägt, wenn man jetzt auf noch krassere, religiös-totalitäre Meinungen trifft, wird das verdammt schwierig.

Es gibt weitere Probleme: In Deutschland herrscht oft ein „Vereinsdenken“. Man organisiert sich in größeren Clubs oder Treffen, dann muss aber die „Clubmeinung“ übernommen werden. Abweichungen werden auch hier wiederum nicht gerne gesehen. Es enstehen dann „innere Kämpfe“ und Probleme, die den Zusammenhalt nach außen gefährden. Ich denke das ist z.B. ein Phänomen, an dem die Piratenpartei gescheitert ist. Nicht jeder akzeptiert Neuerungen und innovative Gedanken! Sie sind immer zuerst bedrohlich. Alles muss geregelt und irgendwie „organisiert“ sein. An unserem Weg aber ist nichts geregelt. Er ist chaotisch, verwirrend, er macht Angst und ist oft bedrohlich. Wir verändern uns sehr heftig.

Alle haben ein Problem mit uns: Andere Frauen beneiden und bekämpfen uns. Hierzu ein interessantes Beispiel aus einer Instagram-Geschichte. Die junge T*Frau schreibt, sie sei bei dem Besuch einer Hochzeit angefeindet worden und andere hätten behauptet, sie würde der Braut die Schau stehlen wollen. Die junge T*Frau hatte gerade eine Brust-Op hinter sich und andere Frauen auf der Hochzeit hatten Angst davor. Das zeigt, wie schnell man bei anderen Frauen in der deren Konkurrenz-Gegenwind gerät. Eigentlich wäre es lustig und ich musste schmunzeln. „Hey, es zeigt doch, dass sie dich fürchten und deine Weiblichkeit bereits beneiden. Kann es ein besseres Kompliment für Dein Aussehen geben?“.

„Normale“ Männer haben Angst davor „schwul“ zu sein. Deren Angst-Abwehr und hetero-normative Selbstdeutung wird dann mit Aggression, Ablehnung und Abgrenzung aufgefüllt.  Sehr schnell wird man von der Gesellschaft in eine schmuddelige Ecke gestellt und nicht wenige Transfrauen landen dann auf dem Strich (gerade in ärmeren nicht so priveligierten Ländern. ) Das mit der eigenen Familie ist oft ein großes Problem. Nicht immer ist die volle Unterstützung da und so wird man ganz schnell zum Außenseiter. Sehr schnell wird man einsam und passt einfach nicht dazu. Die Identität ist nicht sichtbar, es ist eine Kopfsache- also wird man auch schnell für einen „Spinner“ gehalten. Extrovertiertes Auftreten (gerade von Transfrauen, Dragqueens, Transvestiten, etc.) und ein Spiel mit der Provokation macht die Akzeptanz nicht leichter.

Wir treten in den schwierigen grauen Zwischenbereich zwischen den Geschlechtern und der ist voll mit Problemen.

Ein Grund mehr, das ganze „sichtbar“ zu machen.

Stimmwunder

Ich hab auf Soundcloud zwei neue Podcasts hochgeladen. Das geht erstaunlich schnell und einfach:

https://soundcloud.com/julia-adriana-1/stimme-biologie-u-identitaet
https://soundcloud.com/julia-adriana-1/lustige-stimmen-fuehren-zur

Einfach das Smartphone zücken, auf „Diktiergerät“ klicken und Aufnahme starten. Danach den Button für „Teilen auf Soundcloud“ anklicken (die App muss installiert sein). Noch ein Bild auswählen- fertig! Ich finde die Qualität ist recht gut und rauschfrei. Manchmal bewege ich meine Hand zu sehr am Handy-Rahmen, dann raschelt es. Oder ihr hört, wie der Hund sich schüttelt und das Halsband klappert. 😉

Besonders blöd ist es aber, dass ich im Nachhinein nicht korrigieren kann und sich schnell Fehler einschleichen. Der erwähnte Film im Podcast heißt z.B. „Enthüllung einer Ehe„, nicht „Szenen einer Ehe“.

Da ist der Text etwas im Vorteil. Vor allem auch durch die direkten „Linkmöglichkeiten“.

Den wissenschaftlichen Artikel zum Thema Östrogen und Stimme gibt es hier.

Und hier gibt es nochmal das lustige „Stimmwunder„-Video, wer es verpasst hat.

In den Podcasts habe ich vor allem das Thema „weibliche Stimme“, aber auch „TS-Stimme“ als Inhalt gehabt.
Das ist ein weites Feld, über das man sehr viel reden kann. Für die Persönlichkeitsentwicklung und das „Glück“ ist die eigene Stimme ein ganz zentraler Baustein. Nicht nur für Transgender, sondern für alle Menschen.

Nur wer sprechen kann, wird gehört.

Ich mag… – Teil 2

passende Musik

Ich mag Deine Augen, die mich permanent mustern… die Tatsache, dass du dich überwunden hast und mich hier endlich im Café getroffen hast. Ich habe ewig darauf gewartet… hm, was ich noch an Dir mag? Es ist schwer zu sagen, ich rede da nicht so offen darüber wie du.

Ich mag, dass du die Rechnung bezahlst und einen dicken Geldbeutel hast. 😉 Ich schätze deine Hände, an denen soviel mehr Haare als an meinen wachsen. Deine Arme sehen kräftig und muskulös aus. Dein Humor ist ganz nett, er vermischt sich aber auch mit Unsicherheit und Angeberei. Ich würde Dir gerne helfen, den Humor noch mehr aus deinem Wesen zu pellen… ich mag, dass du mir die Tür aufhälst und mir in die Jacke hilfst. Dass du ständig um mich herum bist und dich sehr bemühst.

Ich mag, dass du dich anstrengst. Auch wenn du noch nicht komplett bist. Ich mag dein altes rostiges Auto und die Unvollkommenheit, die überall an Dir ist… ich mag Deine Ängste und Zweifel… ich würde Dir gerne helfen.
Manchmal tust du mir leid. Du hast schon soviel versucht, und so wenig erreicht.

Ich möchte dich gerne etwas bemuttern und bedauern. Ich habe Mitgefühl für Dich.
Ich glaube, du bist der Schwächere von uns beiden. Aber dann, urplötzlich zeigst du wieder Deine Stärke.
Das ist etwas verwirrend für mich.

Ich mag Dein Wissen und dass du über alles nachdenkst, so wie ich. Ich könnte stundenlang mit Dir reden und plaudern. Es ist immer spannend, immer aufregend und schön.

Ich mag Deine Abenteuerlust und dein offenes Wesen. Ich mag, wie du Kinder anschaust und dass du ein weiches Wesen hast. Ich mag es, wenn du mich überraschst oder mir eine kleine Aufmerksamkeit zukommen lässt.

Die Idee, zusammen auf die Wiese zu fahren, fand ich sehr gut. Ich merke, wie du mich anschaust und berühren möchtest. Ich bin nicht sicher, ob ich das will… und überlasse Dir den ersten Schritt…

ich mag Dich, einfach so wie du bist.

Geschlechter – Harmonie

Ein bisschen Brainstorming zum Thema „Geschlechterverhältnis“ und wie man Östrogen/ Testosteron in gesellschaftliche Begriffe „übersetzen“ kann. Kein Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Kommentare sind gerne gesehen und die Liste kann jederzeit ergänzt/ korrigiert werden.

Übertriebene Männlichkeit (überschießendes Testosteron)

  • angeben, übertreiben
  • eindringen
  • jemand nerven
  • unkontrollierte Aggression
  • körperliche Gewalt
  • Hass
  • mit LKW durch Menschen fahren
  • Sadismus, andere quälen
  • Kriminalität
  • Sucht / Alkoholismus
  • Grenzen überschreiten
  • Hang zu Extremen
  • schlagen
  • demütigen, vergewaltigen
  • Männer herrschen über Frauen

Ausgeglichene Männlichkeit:

  • die Grenzen der Frau akzeptieren
  • vorsichtig vorgehen, aber nicht schwächlich sein
  • reife Persönlichkeit und Erfahrung
  • Humor
  • Frauen beschützen
  • sich für Schwächere einsetzen
  • das eigene Wissen weitergeben
  • stark sein, aber nicht damit angeben
  • mutig sein, aber nicht dumm
  • die eigene Kraft dosiert einsetzen

Übertriebene Weiblichkeit (überschießendes Östrogen)

  • den Halt verlieren
  • keinen Plan vom Leben haben
  • seelische Aggression, Mobbing
  • andere schlecht reden, lästern
  • alles zerreden, nörgeln
  • anderen alles vorschreiben und überall reinreden
  • ständig Bestätigung suchen bei anderen
  • Gefühlsduselei
  • Schwäche
  • Depression
  • Introvertiertheit
  • Bulimie/ Magersucht
  • sich selbst hassen
  • weinen
  • nur aufs Äußere fixiert sein
  • Nymphomanie
  • Frauen herrschen über Männer

Ausgeglichene Weiblichkeit:

  • Verantwortungsgefühl
  • andere Frauen tolerieren
  • sich für alle anderen einsetzen
  • nett sein, freundlich sein
  • Pflegen, beschützen, nähren
  • Bescheidenheit und Selbst-Akzeptanz

Harmonische Männlichkeit/ Weiblichkeit

  • produktives Zusammenarbeiten
  • konzentriert arbeiten
  • sich gegenseitig helfen, miteinander arbeiten
  • kommunizieren, austauschen, reden
  • Werte erzeugen
  • Vertrauen aufbauen
  • die Abhängigkeit erkennen und akzeptieren (Familie)
  • Frieden
  • Akzeptanz & Toleranz
  • Bedürfnisse erkennen und akzeptieren
  • Raum für Freiheiten schaffen
  • Frei sein
  • glücklich sein
  • angekommen sein
  • keiner herrscht über den anderen, alle sind gleichberechtigt

Östrogentherapie: Nebenwirkungen

Kein Medikament ohne Nebenwirkungen, so auch nicht beim Estradiol:

Ich fühle mich etwas hibbeliger als sonst und unternehmungslustiger. Es fällt mir zunehmend schwerer, nichts zu tun und einfach nur am PC zu sitzen. Langwierige Aufgaben empfinde ich schnell als langweilig und monoton. Programmieren oder Software-Testen geht im Moment nicht so gut.. beim Lesen schweife ich schnell ab.

Fernsehgucken, Facebook und Internet-Surfen fühlt sich alles attraktiver als früher an, ist aber leider auch oberflächlicher.

Ich fahre mehr Auto und gehe mehr unter Leute. Das empfinde ich auch nicht mehr als schlimm, sondern als reizvoll. Meine Ängste haben sich fast alle zurückgebildet. Ich fühle mich mutiger und abenteuerlustiger.
Mein kleiner Ort, in dem ich lebe, fühlt sich jetzt oft „zu klein“ an, ich habe wieder mehr Lust auf eine städtische Umgebung mit mehr Reizen (mehr Input).

Das Gehirn fühlt sich jetzt „richtig verdrahtet“ an. Viele Abläufe im Alltag sind geschmeidiger und funktionieren so wie gewollt. Die Muskeln werden besser mit Sauerstoff versorgt, Radfahren ist wieder einfacher und ich habe mehr Ausdauer (mehr dazu).

Die Muskeln gehen allerdings zurück, gerade morgens empfinde ich ein richtiges Schwächegefühl am ganzen Körper.
Daraus entsteht ein Paradoxon: Ich will mich mehr bewegen, aber der Körper baut Muskeln ab. Ich hab deutlich mehr Energie, dafür weniger Kraft.

Schreiben und Denken gehen an sich sehr gut, ich springe aber auch viel mehr zwischen den Themen und vernetze Dinge miteinander, die ich früher besser „trennen“ konnte. (Biologisch gesehen erkläre ich mir das mit dem verbesserten Fluss zwischen beiden Gehirnhälften und dass nicht mehr eine Seite dominiert). Diese neue „Zweigleisigkeit“ im Gehirn führt dazu, dass ich im Supermarkt den Wagen plötzlich rückwärts oder seitwärts schiebe, so wie es gerade passt. Vorher bin ich immer geradlinig durch die Gänge gefahren und hab den Wagen immer nur vorwärts geschoben. Kleinere Schreibtests haben ergeben, dass ich neuerdings sogar mit rechts schreiben kann (früher reine Linkshänderin). Es sieht zwar mangels Übung nicht so gut aus, aber es geht eindeutig. Beim Heimwerken kann ich mich nie entscheiden, ob ich das Werkzeug in die rechte oder linke Hand nehmen soll.

Überhaupt Entscheidungen! Bestellungen von Klamotten im Internet dauern jetzt deutlich länger. Ich finde alles schön, ich sehe überall Farben und Formen und kann mich NULL entscheiden. Ich habe nur das unstillbare Bedürfnis, meine Kleidungsstil und meinen Look nachhaltig zu verändern. Meine ganzen alten Klamotten kommen mir langweilig und grau vor. Da ich jetzt mittlerweile auch etwas abnehme (bis jetzt 2.5 kg) und mein Bauchfett deutlich weniger wird, muss ich so langsam meine Garderobe anpassen. Meine Kleidergröße sinkt derzeit von 44 auf 42… durch die zunehmenden Rundungen am Po passen auch alte Hosen nicht mehr so gut, oder je nach Schnitt: besser.

Weibliche Kleidung ist generell mehr auf „gutes Aussehen“ getrimmt. Das hat mich früher eher gestört (weil ich nicht auf ein Sexual-Objekt reduziert werden wollte), mittlerweile empfinde ich es als okay (was nicht heißt, dass ich reduziert werden möchte, aber ich empfinde die Weiblichkeit an mir okay).

Meine Schuhe empfinde ich derzeit als langweilig. Keine meiner Alltagsschuhe haben einen Absatz. Gestern hab ich mir alle Frauen in der Stadt angeschaut und festgestellt, dass hohe Absätze bei den meisten Mangelware sind. Daher hab ich beschlossen, nächste Woche nach Mannheim zu fahren und mir mal ein paar chice Schuhe zu kaufen. 😉

Den Kleiderschrank muss ich wohl deutlich entrümpeln.

Putzen der Wohnung geht mittlerweile leichter und ich bin motivierter, weil ich – wie gesagt- besser riechen kann.
Ich ertrage schlechte Gerüche überhaupt nicht mehr gut.

Bestimmte Besuche, z.B. auf Weinfesten sind dadurch viel attraktiver geworden, weil eine völlig neue Sinnes-Komponente dazu gekommen ist.

Essen ist derzeit problematisch. Meistens hab ich keinen Appetit. Es dominiert nach wie vor der Hunger auf Eiweiß und frische Sachen.

Letztens bin ich nach Hause gekommen und hatte einen starken Appetit: Ich hab das erste Brötchen – so wie sonst immer- schnell heruntergeschlungen. Was ist dann passiert? Meinem Körper ging es zu schnell, ich musste mich übergeben.

Die Kontrolle der Nahrung scheint durch das Östrogen viel stärker zu sein… das ist ja biologisch auch „sinnvoll“, das Baby muss vor negativen Einflüssen geschützt werden, die Mutter isst immer für zwei Leute mit…

Musik hat eine noch stärkere Wirkung auf mich. Musik kann mich richtig ablenken, aber auch die Gefühle stark lenken. Es ist der Schlüssel zum eigenen Wohlbefinden.

Kopfschmerzen und Migräne-Anfälle haben deutlich zugenommen. Immer einhergehend mit gesteigerter Empfindlichkeit und „Über-Erregung“ der Nervenstränge.

Meine Aggression hat zugenommen und die eigene Frustrations-Toleranz ist gesunken.

Dagegen hilft: Bewegung.

Das Matriarchat in Dir

Jetzt bekommt mein „Internet-Tagebuch“ mal wieder Sinn, denn bei mir passiert im Moment recht viel. Wie bei empfindlichen Menschen so üblich, passiert das meiste „im Inneren“ und bedarf daher einer besonderen Aufmerksamkeit und Pflege der eigenen Gedanken. Wenn ich so recht überlege, hat mein Tagebuch (egal ob offline oder online) seit 2001 nie einen anderen Zweck gehabt. Ich versuche in dem Text einen Bogen zu spannen von den eher globalen, größeren Themen hin zu den kleinen Alltagsthemen..
Klar spielt bei mir die Transidentität im Moment eine große Rolle, es ist aber nicht alles was wichtig ist. Die TI ist mehr eine Verbindungsstelle zu den großen Lebensthemen, darüber hatte ich ja auch schon im Artikel „Der Lebensweg“ geschrieben.
Es ist nur natürlich, wenn man diese anstößt, dass gleichsam alle anderen Themen mit angestoßen werden und „ins Rollen kommen“.

Jeder Mensch hat ja diese sexuellen Themen, die meistens auf Grund von Angst oder Unsicherheit verdrängt werden. Aber die eigene Sexualität ist zu wichtig, als sie zu verdrängen oder zu glauben, dass sich die Probleme und Konflikte im Sexualleben „von selbst“ lösen.

Wenn ich mir die Gesellschaft und die Welt so ansehe, dann hab ich oft das Gefühl, dass sie voller Angst, Neid, Hass und schlechter Gefühle ist. Es wird zu wenig geliebt! Die Menschen kanalsieren ihre negative sexuelle Energie (denn nichts anderes ist Hass) und bekämpfen sich gegenseitig. Wieviel besser wäre es, wenn wir nicht durch die Lösungsmöglichkeiten der Schimpansen (Krieg, berechnete Auseinandersetzung, Konkurrenz) in unseren Genen wecken würden, sondern auch die eher friedliche Herangehensweise der Bonobos die Konflikte in den Gruppen meistens durch Sex und Zärtlichkeiten lösen.

Ich hab die Woche versucht, meine eigene Einstellung zu verändern. Es ist etwas leichter als sonst, weil ich mich durch den erhöhten Östrogen-Spiegel „weiblicher“ fühle, aber auch viel mehr bei mir selbst und glücklicher bin. Ich bin mehr an der entwickelten Persönlichkeit, die die Natur für mich geplant hat (mit Aussuchen ist da nicht viel).
Interessant fand ich mal wieder „Die Kunst des Liebens“ von Erich Fromm. Diese Buch ist mir ein guter Wegweiser, weil darin z.B. steht, dass Liebe immer ein aktiver Schritt ist. Um also „geliebt zu werden“, muss man stets selbst den ersten Schritt gehen und anderen Menschen Liebe und Aufmerksamkeit entgegen bringen. Wie gesagt, das ist viel leichter, wenn man sich selbst weiblich fühlt. Dann macht man von sich aus mehr für andere, ist hilfsbereiter, etwas sanfter und friedlicher eingestellt und die revolutionären Krawallgedanken verschwinden in den letzten Winkel des Gehirns. Es fühlt sich dann „natürlicher“ an. Ich hinterfrage die Dinge auch nicht mehr so stark, sondern fühle mich eher voller Liebe und bin auch von selbst ganz bereit, diese Liebe zu teilen und anderen zu geben. Die Hintergedanken (was kommt zurück? werde ich auch geliebt?) verschwinden fast völlig und spielen kaum noch eine Rolle. So lebt es sich eindeutig einfacher und ausgeglichener. Ich habe einen Frieden mit mir selbst geschlossen und bin jetzt einfach „ich“.

Erich Fromm betont in seinem Buch, dass es einen starken Unterschied zwischen dem Partriachart  und dem Matriarchat gibt und dass die Systeme sich grundlegend unterscheiden. Ich will weder das eine oder das andere „schlecht“ oder „gut“ reden, aber es sind doch Unterschiede zu erkennen. Das Matriarchat beruht mehr auf Gegenseitigkeit, auf Gleichwertigkeit der Individuen, auf Anerkennung untereinander. Die Mutter liebt alle, bedingungslos, ohne zu fragen, die Liebe ist einfach da… beim Partriachart ist es eher so, dass man sich die Anerkennung „verdienen“ muss, dass das Vorankommen hier mehr auf Arbeit, auf Anerkennung durch Leistung, aber auch auf Ehre und Stolz basiert. Wahrscheinlich haben wir auf Grund unserer Eltern beide Elemente in unserem Verhalten und in den Genen. Aber wie ist die Gesellschaft beschaffen? Wenn ich mir so meine Facebook-Kontakte, aber auch die Leute in echt so anschaue… was fehlt? Es ist die Liebe und Anerkennung zwischen den Menschen. Vor allem die, die frei und ohne Hintergedanken ist. Die wirkliche, menschliche Wärme, das Mitgefühl und das „Zuhören können“ ist immer eine kostbare Ressource (Und, obwohl das so ist, wird sie im kapitalistischen System schlecht bezahlt). Jeder ist mit sich beschäftigt. Wenn ich in einen Chat mit jemand gehe, bombardiert der mich erstmal mit seinen Problemen, seinen Bildern und seinen Konflikten und erwartet wie von selbst, dass ich alles für ihn löse.
Ich bin freundlich und höre bereitwillig zu. Ich gehe auf seine Probleme ein und versuche wirklich eine Lösung zu finden. Es kostet mich Zeit und Nerven, die ich jemand anders gebe (ohne zu fragen, warum). Am Ende frage ich ihn noch, ob er vielleicht meine Freundschaftsanfrage beantworten möchte… es kommt keine Antwort darauf und die Anfrage bleibt leer im Raum stehen. Er hat ja das bekommen, was er will, warum noch etwas zurück geben?
Es besteht zu wenig Aufmerksamkeit für den anderen. Wir sind alles zu große Egoisten geworden. Das eigene Matriarchat in uns verkümmert…

Was die Gesellschaft also eindeutig benötigt, ist mehr Weiblichkeit. Die Weiblichkeit an sich muss wieder groß geschrieben werden. Das bedeutet jetzt nicht, dass alle Frauen wie Männer werden (was ja lange Zeit die eigentliche Verheißung des „Feminismus“ und der „Emanzipation“ war)…oder die Männer nur noch schwächlich und angepasst sein sollen- sondern dass man Weiblichkeit, Mütterlichkeit, Mitgefühl, Vertrauen und Wärme wieder als alleinstehende Werte erkennt und diese in der Gesellschaft integriert. Wie kann man das am besten machen und was ist die kleinste Keimzelle der Gesellschaft? Es sind die Individuen mit ihrem individuellen Verhalten, also jeder Mensch, ob Du oder ich… Menschen sollten wieder stolz sein, weiblich zu sein und sich weiblich zu verhalten. Es ist keine Schwäche, sondern eine große Stärke, die oft unter Hass, Neid, Gier, Kapitalismus und Konkurrenz vergraben wird. Diese negativen Eigenschaften der Gesellschaft sind für sich genommen nicht „männlich“ oder „weiblich“, sondern meistens ein Zeichen, dass im Geschlechtergefüge etwas durcheinander geraten ist.

Und diese „Weiblichkeit“ ist ein universeller Wert, den jeder erlernen kann. Egal ob Mann, Frau oder Transgender. Wer seine Weiblichkeit akzeptiert und erkennt, erkennt auch die eigene Männlichkeit.
Und wer beide Werte in sich entdeckt und akzeptieren kann, der findet am Ende zur Menschlichkeit.