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21 years later

Wir werden geboren- wir erkennen, dass alles falsch ist. Wir versuchen, den „Irrtum“ zu korrigieren.

Es gelingt nur teilweise. Zumindest soweit, dass wir nicht von der Brücke springen. Aber alles ist und bleibt nur eine Krücke. Wir erkennen es sehr deutlich, unser geliehenes Leben. Dass wir nie da ankommen werden, wo wir eigentlich hinwollen. Der genetische Bauplan ist mit keiner OP der Welt zu korrigieren, daher wird auch zu Recht von „Angleichung“ gesprochen. Eine Angleichung ist nicht „identisch“. Zuerst müssen wir die offensichtlichen Fehler unserer eigenen Evolution korrigieren, am Ende dann kämpfen wir gegen das Alter und die Schwerkraft, so wie alle Frauen.

Unser Leben ist nur eine Illusion, ein Schein, von dem was wirklich sein könnte. Und dafür werden wir gehasst und ausgeschlossen. Die anderen Menschen erkennen, dass wir anders sind und sie wollen uns nicht „integrieren“. Und auch wir wollen nicht über einen Kamm mit allen geschoren werden und so bleiben wir die ewig bunten Paradiesvögel. Das Spektakulum im großen Zirkus der Eitelkeiten.

Wir begreifen die Virtualität aller Geschlechter. Dass das, was alle für „real“ halten, am Ende nur ein Muster ihrer Selbst ist.

Also wollen wir unser Selbstbild den anderen erklären. Sie aber begreifen es nicht. Also schreiben wir Text um Text, wälzen Gedanken um Gedanken, aber das Rätsel ist nicht zu lösen. Diese Gleichung hat keine Auflösung. Sie hat viele Lösungswege, aber kein Ergebnis.

Was uns bleibt, ist der Blick „von außen“, auf die Gesellschaft mit ihren Beschränkungen.

Warum aber – sollten wir dann nicht zugeben wollen, dass es so ist?

 

 

Geschlechtergerechtigkeit beim Fotografieren

Eigentlich wollte ich das feministische Thema nicht mit in das andere Hobby „Fotografie“ nehmen, mit der Zeit drängt es sich aber immer mehr auf. Die Themen Geschlechtergerechtigkeit, Feminismus, Geschlechterwirkung, soziale Unterschiede („Gender Studies“) laufen aber in der stillen Beobachtung bei mir immer nebenbei und mit der Zeit lädt sich ein riesiger Müllberg auf, der hin und wieder in das Blog gegossen werden muss.

Was fällt mir auf? Erstmal, der prozentuale Anteil von männlichen Fotografen ist auf Instagram viel höher und die männlichen Profile haben meistens auch viel mehr Besucher, mehr Likes, – kurzum „mehr Influence“. Zumindest wenn es um die klassische Fotografie, z.B. Landschaftsaufnahmen, Naturfotografie oder Street geht. Es gibt natürlich auch viele weibliche Fotografen, aber sie haben meistens andere Motive und daher auch andere Rückmeldungen und „Klickzahlen“. Erfolgreiche weibliche Instgram-Kanäle haben fast alle mit Ernährung, Mode, Fitness oder Beauty zu tun. Sehr auffällig ist z.B. bei männlichen Fotografie-Accounts, dass sich oft eine große Schar von „weiblichen Fans“ bildet, die dann den männlichen Fotografen anhimmelt. Umgekehrt habe ich noch kein einziges Profil gefunden, bei dem das so ist! Eine weibliche Fotografin, die von männlichen Fans für ihre Arbeit gelobt und angehimmelt wird? Das gibt es meistens nur, wenn die Arbeit sich auf die Präsentation ihres eigenen Körpers oder Gesichtes beschränkt.

So hat mir ein „Fan“ auch einmal unverblümt über Instagram eine Nachricht geschickt „mehr Fotos von der Fotografin selbst wären schön“ und mich damit erstmal verdutzt im Regen stehen gelassen. Als ich diesem Wunsch erstmal nicht nachgekommen bin, gingen mit der Zeit seine Likes auf meine Bilder stark zurück. Überhaupt scheint die „männliche Zuwendung“ zu Frauen sehr stark auf die Sexualität gebunden zu sein und weniger auf das, was die Frau leistet oder an ebenbürtiger Arbeit hervorbringt.

Wenn man als Frau Fotos von sich postet, steigt das Interesse und somit auch die Rückmeldungen von anderen Fans stark an. Interessant ist aber auch, dass auch weibliche Fans auf Fotos von Frauen sehr gut reagieren. Entweder weil sie sich dann besser „mit der anderen Frau“ vergleichen können, oder aber weil es einfach damit zusammenhängt, dass Frauen gerne „Gesichter“ anschauen und meistens auch stärkere soziale Interessen haben. „Als Frau“ kommt man also früher oder später nicht darum herum, den eigenen Körper irgendwie direkt oder indirekt zum Mittel des „eigenen Erfolges“ zu instrumentalisieren.

Sympathie- Likes: Als Frau bekommt man meistens Likes, wenn man bei anderen Menschen auch likt und sich als Person höflich und nett hervortut. Man bekommt dann oft als Gegenleistung nette Kommentare oder Likes. Wenn sich das Verhältnis zu einem Menschen (das über den Chat aufgebaut werden kann) abkühlt, gehen meistens auch die Likes und die freundlichen Kommentare stark zurück.

Besonders schlimm sind die Männer mit „Anspruchshaltung“. Sie quatschen einen über den Chat an und wollen sofort eine Antwort und sind dann beleidigt, wenn man sich zwei drei Stunden Zeit lässt und nicht sofort antwortet. Das kann dann sogar mit Beleidigungen und Entfollowen enden.

Auch sexuelle Anmachen und Flirtversuche sind fast an der Tagesordnung, wenn man sich bei Instagram „als Frau“ präsentiert.

Beim weiblichen Geschlecht („den Verbündeteten“) gibt es oft kein Verständnis darüber, man steht dann mit seinen Problemen alleine da. Ich habe mich mal mit einer Bekannten auf Instagram unterhalten, und mich beklagt, dass diese sexuellen Anmachen und teilweise auch Belästigungen so stark sind, darauf ihre Antwort „ich mache auch keine Selfies von mir und hab daher meine Ruhe“. Aber nur seine Ruhe zu haben, weil man sich selbst nicht zeigt, ist noch keine sexuelle Freiheit!! Das geht nämlich in die gleiche Richtung, als wenn man sagt „die Frau ist selbst schuld, dass sie vergewaltigt wurde, weil sie sich so sexy angezogen hat“.

Frauen haben mit der Präsentation ihres Körpers und ihrers Aussehens eine starke Macht über andere Menschen, vor allem Männer. Diese Macht wird ihnen aber nicht in vollem Umfang zugestanden, sondern ist auch Regeln und „Vorschriften“ unterworfen.

Ein Beispiel: In einer Facebook-Gruppe dürfen Hobbyfotografen Fotos von sich posten. Meistens sind es Natur- oder Landschaftsaufnahmen. Eine Teilnehmerin postet ein Selfie von sich und wird dafür stark kritisiert. Ihre Kritiker sind alle männlich und machen sie auf Grund ihres Fotografie-Stils deutlich herunter. Durch die Blume ist aber erkennbar, dass die Männer hier den Stil der Gruppe vorgeben wollen, keine „weiblichen Fotos“ tolerieren und die „Reinheit dieser Gruppe“ quasi verteidigen. Die Frau wird aus der Gruppe ausgeschlossen, bzw. verlässt die Gruppe aus eigenem Anlass. (Ähnliche Probleme hat man ja mit der Gestaltung der Themenbereiche auf Wikipedia, wo soziale, psychologische, esoterische und weiche Themen auch deutlich unterrepräsentiert sind; wir nehmen das oft gar nicht wahr und halten die Abbildung des Wissens dort für repräsentativ, aber es sind immer die Menschen, die die Wertungen vorgeben, auch bei einem „sachlichen Lexikon“).

Es ist also auch in der Fotografie stark abgegrenzt, was weibliche oder männliche Fotos sind und wie sie auf das Publikum wirken.

Meistens definieren Männer den Geschmack von großen Foto-Websites, das hat dann zur Folge, dass „weibliche Motive“ wie Körper, Menschen, Tiere, Blumen als „Schnickschnack“ abgetan werden und nicht in den großen Männerzirkus aufgenommen werden. „Als Frau“ hat man dann vor allem Erfolg, wenn man sich diesem männlichen Diktat beugt und dann quasi als „Chamäleon“ an den Männer-Stil anpasst. Dann verliert man aber auch die ureigene, weibliche Identität, die wiederum prägend auf die Gesellschaft wirken kann. Oder die Männer tun sich als große Kritiker hervor und kritisieren die vermeintlich unwissende und dumme Frau, die mit der Technik nicht umgehen kann. Auch diesen Fall habe ich selbst schon erlebt.

Warum ich lieber mit Frauen als mit Männern schreibe

Ich überlege mir irgendwas Nettes. Eine schöne Formulierung an ihn. Extra für ihn. Fein zusammengelegt und gebügelt und mit Schleifchen versehen. Bin etwas unsicher, ob es der richtige Ton ist. Überlege nochmal. Stelle die Formulierung um. Dann warte ich kurz, bin immer noch unsicher. Ich schicke die Nachricht am Abend endlich ab. Passend zur Feierabendzeit, damit er es lesen kann. Es kommt nichts zurück. Ich warte. Nichts. Muss nochmal nachhaken. Nur ein kurzer Kommentar. Kaum Auskunft. Dann warte ich. Vielleicht überlegt er sich nochmal. Wieder nichts. Ich warte. Und warte. Rätsel rum. Zerbreche mir den Kopf. Kommt nichts bei raus. Warte weiter. Nichts. Schließlich gebe ich es genervt auf und stelle fest, dass Männer und Frauen nicht zusammen passen.

( Und wenn man mal einen Typen findet, bei denen es besser passt, und die Harmonie besser zu spüren ist, dann ist er garantiert schwul! )

Ich schreibe an sie. 3 Sekunden später kommt eine nette Nachricht über WhatsApp. Ich verstehe sie sofort. Die Wellenlänge ist gleich da. Sie schreibt nur ein paar Sätze, aber ich weiß gleich was gemeint ist. Ein kleiner Ping genügt, dann ist der Kontakt wieder da. Super schön dann machen wir es so hab dich auch lieb Herzchen bis bald.

Das Lustige daran ist, dass das nur bei mir so ist. Ich kenne Menschen, bei denen ist es genau anders herum. Die können mit Männern viel besser und einfacher kommunizieren. Und finden Frauen ganz schrecklich.
Tja, Kommunikation liegt sehr viel an einem selbst. „Wie man gestrickt ist“. Dieses Kleid kann man nicht so leicht ablegen.

Warum es Trans- und Intersexuelle Menschen so schwer haben

Warum haben es Trans- und Intersexuelle Menschen so schwer und was sind die Hürden bei der Entwicklung von Toleranz und Aufklärung diesen geschlechtlichen Minderheiten gegenüber?

Zum einen: Wir sind es gewohnt, Menschen in zwei Geschlechter zu teilen. Trans-und Intersexuelle Menschen aber haben ein besonderes Geschlecht, dass eher zwischen den Geschlechtern einzuordnen ist („divers“) und darüberhinaus auch fließend sein kann. Man findet in den Menschen also oft Züge beider Geschlechter.

Dieses Faktum ist nicht unerheblich und nicht klein und es geht weit über die „beiden Symbole“ an den Toiletten hinaus, die oft mit viel Liebe gestaltet und verziert werden, aber dann doch auf eine starre „Zweiteilung“ hinauslaufen.

Denn die Teilung der Menschheit in „Männlein“ und „Weiblein“ ist sehr alt und quasi die Säule für unsere abendländische und christliche Kultur. Wir können sie nicht so einfach aufgeben oder in ein Weltbild integrieren, wie es in anderen Ländern (z.B. Thailand) möglich ist.

Wir sind gewohnt, dem „Mann“ eher Werte wie Härte, Durchsetzungsvermögen, Stärke und ein hohes Einkommen zuzuschreiben und alle weichen-pädagogischen Werte wie Liebe, Zartheit, Schönheit und Emotionen der Frau zuzuordnen. Damit verbunden ist dann auch oft, dass wir unbewusst von einem Menschen ein Verhalten erwarten, dass sich an dieser Geschlechternorm ausrichtet und wir sind überrascht, wenn nicht sogar verärgert oder irritiert, wenn ein Mensch unseren Erwartungen diesbezüglich nicht entspricht.

Geschlechter bieten Sicherheit

Ich denke, dass wir in einer Zeit der gesellschaftlichen Unsicherheit leben und es daher gerade die Geschlechter und Geschlechterrollen sind, an denen wir krampfhaft festhalten, weil sie uns vermeintliche Sicherheit und Stabilität in einer Welt der unzähligen Umbrüche liefern.
So wie die einen das ganze Elend und die „Schuld“ den Migranten oder der Überfremdung zuschieben, so können andere Menschen ihren Frust auf Geschlechter und Normen ausbreiten, von denen sie nicht überzeugt sind und deren biologische Besonderheit sie nicht teilen. Der Mensch sucht unbewusst immer einen „Feind“, jemand anderen , der seiner eigenen Gruppe nicht entspricht. Diese „Feindbilder“ gehen gerade bei Trans- und Intermenschen über alle soziale Schichten und auch alle politische Weltanschauungen hinweg.

Trans-Menschen ziehen da ganz leicht den Hass und das Misstrauen anderer Personen gegen sich. Den normalen Männern sind die Transfrauen zu weiblich und zu sanft, sie passen nicht in ihr Selbstverständnis von Männlichkeit. Den „normalen Frauen“ sind Trans-Frauen ebenfalls zu anders und zu fremd, weil sie erkennbar Merkmale des „falschen Geschlechtes“ haben (z.B. höhere Testosteron-Spiegel in der frühen Pubertät oder einen komplett „fremden“ Chromosomensatz). Einfach das Gehirn, bzw. die „Identität“ als gemeinsames Merkmal anzuerkennen, ist bei vielen nicht möglich. So etwas wie eine „Identität“ kann man nur schwer beweisen und andere Merkmale sind offensichtlicher und für andere irritierender. Denn oft sind Transfrauen auch optisch anders, haben eine etwas tiefere Stimme, stärkere männliche Gesichtszüge und breite Schultern, so dass sie ganz leicht als „fremd“ und „anders“ einzuordnen sind. Durch eine stärkere männliche Erziehung und Prägung sind sie oft durchsetzungstärker und selbstbewusster als „normale Frauen“ und werden nicht selten dafür beneidet, aber wenig geliebt.

Aber wo passen sie dann hin? Die Männer wollen sie nicht und für die Frauen sind sie auch nicht ganz passend. Als extreme Minderheit kann man sich zudem kaum einer Lobby anschließen und die Interessenvertretung über Selbsthilfegruppe oder Verbände scheitert oft an der großen inneren Zerissenheit (und Zerstrittenheit der Teilnehmer).

Wenn Du jemand nicht kennst, urteile nicht!

Ein anderes Problem bei der Akzeptanz besteht darin, dass wir gerne über andere Menschen urteilen, ohne auch je mit ihnen geredet zu haben oder uns mit ihrer Lebensweise individuell auseinander gesetzt zu haben. Ich z.B. habe in meinem Leben soviel Kontakt mit anderen transsexuellen Personen gehabt, dass es für mich mittlerweile ganz normal ist und eine Integration in meine Lebensanschauung immer einfacher geworden ist. Dennoch gibt es immer wieder Vertreter „dieser Gattung“ (vor allem Trans-Frauen), die sich sehr schräg und unangepasst verhalten, teilweise sehr pubertär-provozierend sind und den Umgang mit ihnen nicht gerade einfach werden lassen.

Zwischen den Geschlechtern zu leben ist nämlich zum einen eine „Bürde“, d.h. eine große Belastung, für einen selbst oft unverständlich und anstrengend, aber es verleiht auch Kräfte und Einsichten, die „normale Geschlechter“ nicht haben, weil sie nur eine Seite kennen gelernt haben. Diese Macht kann teilweise überheblich werden lassen. Außerdem ist es schwierig, sich selbst richtig einzuordnen. Im schlimmsten Fall schwankt man dann zwischen den Geschlechtern hin und her und nimmt mal diese und mal jene Verhaltensweise und Norm an. Die – jede für sich- sogar gut und „normal“ wäre, aber in einer Person integriert- eben für heftige Widersprüche sorgt.

Direkte Ansprache

Gestatten- ich bin diejenige, die ständig ins Fettnäpfchen tritt. Ich bin eine Widderin mit Schütze-Aszendent. Das macht mich sehr direkt.

Ich sage immer, was ich denke und meistens ist es die Wahrheit. Das passt nicht jedem Menschen gleich gut.
Meistens habe ich das Geschick, mir die Leute auszusuchen, die darauf sehr empfindlich reagieren. Ich finde also meistens Leute, denen es selbst schwerer fällt, die Wahrheit auszusprechen. Wenn ich jemanden (z.B. von meinen Freunden) meine Meinung sage, dann immer sehr direkt und ehrlich. Ich mache das, weil ich die anderen Leuten mag, weil sie mir wichtig sind. Ich finde diese Ehrlichkeit wichtig.

In der letzten Zeit habe ich aber festgestellt, dass meine Freunde auf meine Ehrlichkeit „nicht gut reagieren“. Sie hätten mich lieber anders. Weicher vielleicht, nicht so ehrlich.

Sie hätten es vielleicht lieber so, dass ich ihnen immer nur das sage, was ich ihnen passt und nutzt. Also angepasst, weiblich und immer fürsorglich – selbst wenn der andere den größten Scheiß macht. Das ist die Liebe, wie wir sie eigentlich von der Mutter kennen. Die Mutter verzeiht immer. Die Mutter ist immer für dich da. Es ist ein allumfassende Liebe, die völlig ohne Bedingungen ist. Leider fehlt damit der mütterlichen Liebe oft die nötige Strenge, die oft eher von der Vaterfigur kommt.

Denn da wo die Mutter immer liebt, können keine Regeln gemacht werden. Die Regeln kommen vom Vater, vom männlichen Element.
Dieses stellt Bedingungen, stellt Forderungen und erzieht das Kind nach bestimmten Gesichtspunkten. Das ist nicht zum Nachteil vom Kind, sondern zum Vorteil.

Heutzutage haben wir gelernt, alles Männliche und alles Väterliche abzuwerten. Wir kennen nur noch das Weibliche. Es ist angenehmer für uns und der Vater „nervt“ uns nur.
Also aus dem Leben tilgen. Der Vater soll die Buhmannrolle und den schwarzen Peter bekommen. Die ganze Liebe ist allein der Mutter vorbehalten. Dabei ist die väterliche Liebe auch sehr wichtig.

Männliche Regeln helfen dir, in deinem Inneren besser klar zu kommen. Grenzen zu akzeptieren. Auch mal ein „Nein“ zu akzeptieren. Es schützt dich vorm Einfluss anderer Menschen. Dein „innerer Vater“ hilft dir innerlich stärker zu sein, also schützt es auch vor Drogen, vor Sucht, vor Ängsten. Wenn du stark sein willst, musst du „nein“ sagen können.

In der Realität ist es nicht so, dass du von allen geliebt wirst. Ganz im Gegenteil. Das Leben ist sehr hart und meistens stößt man auf Ablehnung, auf Konkurrenzkampf, auf Egoismus. Oft trifft man Leute, die Machtspielchen mit einem machen wollen und an der eigenen Energie zehren. Wirkliche Begegnungen auf „Augenhöhe“ sind sehr selten und damit kostbar. Meistens sind Beziehungen irgendwie ungleich. Einer gibt mehr, der andere nimmt mehr. Einer ist dominant, der andere eher unterwürfig. Wenn man in so einer Welt bestehen will, muss man wissen, wo die eigenen Grenzen sind. Was man geben kann, wo man bereit ist Energie zu investieren und wo es nicht mehr geht.

Wenn ich der Meinung bin, dass der andere was falsch gemacht hat oder ich mir ein bestimmtes Verhalten von ihm wünsche, dann sage ich es ihm direkt.
Ich denke unter Freundschaften hat man immer beide Elemente, also mütterlich-fürsorgliches, aber auch väterlich-strenges. Man gibt dem Freund auf der einen Seite was, aber man sagt auch deutlich, wo es nicht mehr weiter geht.

Ich mache dem anderen keinen Gefallen, wenn ich mit meiner Meinung immer hinter dem Berg halte. Denn so würde ich ungute Situationen, mit denen ich mich vielleicht nicht gut fühle, nur unnötig in die Länge ziehen. Wenn ich direkt sage, was ich denke, beende ich Situationen, bevor sie mich oder den anderen krank machen können.

Beweisführung

Was man als Trans*frau am meisten hasst, ist das „Beweisen müssen“.

Man muss irgendwem beweisen, dass man im Kopf eine Frau ist und daher auf die Damentoilette geht und die männliche Umkleidekabine hasst.
Man muss den Eltern erklären, wie es dazu gekommen ist.
Die Freunde sollen es verstehen, warum sie jetzt „sie“, statt „er“ sagen soll. Die meisten sagen trotzdem weiter „er.“

Man soll etwas beweisen, für dass es nur ein Gefühl gibt.
Ein weibliches Gehirn in einem genetisch männlichen Körper.

Man soll seine weibliche Identität beweisen und erklären und man soll sie rechtfertigen.
Man muss Gutachten haben. Unabhängige Stellen müssen es belegen und bezeugen.

„Normale Frauen“ müssen nichts beweisen. Sie sind einfach Frauen.
Genau hier entsteht die Ungerechtigkeit.

Dazu kommt die gesellschaftliche Einordnung und das Unverständnis.
Sobald man irgendetwas tut, was etwas männlicher ist, heißt es gleich „klar, die war ja auch ein Mann. Wundert mich nicht!“.

Wenn man sich zu weiblich verhält, ist es auch nicht gut.
Dann sagen die Feministinnen: Ja, aber wir haben dafür gekämpft, dass alles weibliche und männliche gleichgeschaltet wird.
Und ihr wollt jetzt unbedingt rosa Kleidchen tragen und euch süß und passiv verhalten? WARUM ???

Beweis mir doch erstmal, dass du eine Frau bist! Und dich klar vom Männlichen abgrenzt.
Oder beweis mir, dass du ein Mann bist und ja nicht zum Weiblichen tangierst!

Beweis es, steh gerade und diskutier das bitte mit mir.

Nein danke, hab ich keine Lust drauf.

Ich bin einfach so wie ich bin. Der Name ist mir egal. Das Geschlecht ist mir egal.
Ob es jetzt eine Mischung ist oder eindeutig- zweideutig.

Alles nur ein Sturm im Wasserglas. Man geht da durch, ob man möchte oder nicht.
Man ist ein Mensch, man ist eine Mischung aus zwei Geschlechtern (Vater und Mutter) und man muss nichts trennen.

Gleichberechtigung heißt: Männer dürfen weibliche Dinge machen, Frauen dürfen männliche Dinge machen.
Die Geschlechter sind gleich. Man kann sich aussuchen, was für Klamotten man anzieht, mit wem man Sex hat, befreundet ist und welchen Job man ausübt.
Man ist komplett frei.

Daher – ist auch jede Diskussion darüber sinnlos, weil sie impliziert, dass es Redebedarf gibt.
Warum willst du reden und beweisen? Weil du es nicht glaubst, weil du es nicht begreifen kannst.

Weil du nicht trans* bist.

Die Unsicherheit und die Probleme beginnen genau dann, wenn Worte gesucht werden.
Dann brauchst du Schemata, dann fängst du wieder an einzuteilen. Und dann wirst du unfrei und – im schlimmsten Fall- auch ungerecht.

Sichtbar machen

Auf Instagram bin ich die letzten Tage mal wieder unweigerlich zum Thema „Transgender“ bzw. „Transidentität“ gestoßen. Ich bin einfach neugierig und interessiere mich dafür. Ich bin selbst „betroffen“, warum soll ich zum Thema also nichts schreiben und nicht dazu stehen? So einfach war das lange nicht. Ich hab oft überlegt und gemerkt, dass es einfacher ist, „als Frau“ unterzutauchen und sich die eigene Lebensgeschichte nicht ganz einzugestehen. Zugegeben, es wurde mit der Zeit auch immer einfacher. Das Passing wird besser, das Gefühl „angekommen zu sein“ ist stärker – man fühlt sich einfach wie eine Frau, man hat den weiblichen Vornamen, alle sekundären und primären Geschlechtsmerkmale sind vorhanden, das Umfeld ist okay – warum sich also noch mit der Vergangenheit quälen? Es lebt sich einfacher und besser, wenn man darüber nicht mehr redet und es nicht ständig aus dem Dunkeln holt.
Auf Instagram hab ich jetzt gemerkt, dass es aber durchaus T*Frauen gibt, die ganz offen zu dem stehen, was sie sind oder WER sie sind. Es sind vor allem Frauen, die gerade in der „Transition“ stehen oder das ganze gerade hinter sich haben. Es gibt viele Fotos (vor allem Selfies) und interessante, teils berührende Texte. Mal wieder scheinen mir andere Länder (vor allem die USA) etwas weiter als das langsame Europa zu sein.

Es gibt auch viele interessante Hashtags, mit denen man diese speziellen Frauen finden kann:

zum Beispiel:
https://www.instagram.com/explore/tags/thisiswhattranslookslike/
https://www.instagram.com/explore/tags/transisbeautiful/
https://www.instagram.com/explore/tags/girlslikeus/
https://www.instagram.com/explore/tags/transisbeautiful/

Beim Recherchieren hab ich auch rausgefunden, dass es in den USA wohl einen speziellen Gedenktag gibt, der das Thema Transidentität in den Vordergrund stellt und „sichtbar“ machen möchte: Er nennt sich „Transgender Day of Visibility“ und wurde (so Wikipedia) 2015 vor allem für diesen Zweck gegründet.

(mehr dazu: Link 1 und Link 2)

Was soll ich sagen? Ich bin mal wieder total angetan und merke in meinem Innersten, dass ich das gut finde.
Ja, man muss dazu stehen! Ja, die Öffentlichkeit muss mehr erfahren. Wegschauen und verdrängen sind keine guten Lösungsansätze.
Das Leben bietet so viel Potential und so viele Möglichkeiten. Wenn man nur zu Hause rumsitzt und traurig ist, verändert man nichts und ist auch kein Nutzen für die Gesellschaft. Man muss laut sein und sich engagieren und man muss Netzwerke aufbauen und anderen helfen. Wer ausreichend kommuniziert, hilft anderen automatisch. Und NATÜRLICH gibt es eine Menge Gegenwind. Das ist doch ganz klar. Veränderung bedeutet eben auch „Widerstand überwinden“. Die Frage ist nur: Wieviel Kraft hat man und wo ist die Kraft erschöpft? Kleine Erfolge motivieren dann, um weiter zu machen. Das betrifft nicht nur die Transthemen, sondern alle anderen sozialen / menschlichen Themen.

Mir ist aber auch klar, dass das noch ein verdammt weiter Weg ist.
Die Situation mit den Blogs ist in Deutschland allgemein schwierig. Die Zunahme von rechtem Gedankengut (z.B. AfD) macht die Sache nicht leichter. Die Stimmung ist allgemein aufgeheizt. Ein Zustrom von Menschen aus Ländern, die zum Thema Schwul oder Trans sehr ablehnend eingestellt sind, macht unsere Situation nicht einfacher. Die Intoleranz in Deutschland war vorher schon sehr stark ausgeprägt, wenn man jetzt auf noch krassere, religiös-totalitäre Meinungen trifft, wird das verdammt schwierig.

Es gibt weitere Probleme: In Deutschland herrscht oft ein „Vereinsdenken“. Man organisiert sich in größeren Clubs oder Treffen, dann muss aber die „Clubmeinung“ übernommen werden. Abweichungen werden auch hier wiederum nicht gerne gesehen. Es enstehen dann „innere Kämpfe“ und Probleme, die den Zusammenhalt nach außen gefährden. Ich denke das ist z.B. ein Phänomen, an dem die Piratenpartei gescheitert ist. Nicht jeder akzeptiert Neuerungen und innovative Gedanken! Sie sind immer zuerst bedrohlich. Alles muss geregelt und irgendwie „organisiert“ sein. An unserem Weg aber ist nichts geregelt. Er ist chaotisch, verwirrend, er macht Angst und ist oft bedrohlich. Wir verändern uns sehr heftig.

Alle haben ein Problem mit uns: Andere Frauen beneiden und bekämpfen uns. Hierzu ein interessantes Beispiel aus einer Instagram-Geschichte. Die junge T*Frau schreibt, sie sei bei dem Besuch einer Hochzeit angefeindet worden und andere hätten behauptet, sie würde der Braut die Schau stehlen wollen. Die junge T*Frau hatte gerade eine Brust-Op hinter sich und andere Frauen auf der Hochzeit hatten Angst davor. Das zeigt, wie schnell man bei anderen Frauen in der deren Konkurrenz-Gegenwind gerät. Eigentlich wäre es lustig und ich musste schmunzeln. „Hey, es zeigt doch, dass sie dich fürchten und deine Weiblichkeit bereits beneiden. Kann es ein besseres Kompliment für Dein Aussehen geben?“.

„Normale“ Männer haben Angst davor „schwul“ zu sein. Deren Angst-Abwehr und hetero-normative Selbstdeutung wird dann mit Aggression, Ablehnung und Abgrenzung aufgefüllt.  Sehr schnell wird man von der Gesellschaft in eine schmuddelige Ecke gestellt und nicht wenige Transfrauen landen dann auf dem Strich (gerade in ärmeren nicht so priveligierten Ländern. ) Das mit der eigenen Familie ist oft ein großes Problem. Nicht immer ist die volle Unterstützung da und so wird man ganz schnell zum Außenseiter. Sehr schnell wird man einsam und passt einfach nicht dazu. Die Identität ist nicht sichtbar, es ist eine Kopfsache- also wird man auch schnell für einen „Spinner“ gehalten. Extrovertiertes Auftreten (gerade von Transfrauen, Dragqueens, Transvestiten, etc.) und ein Spiel mit der Provokation macht die Akzeptanz nicht leichter.

Wir treten in den schwierigen grauen Zwischenbereich zwischen den Geschlechtern und der ist voll mit Problemen.

Ein Grund mehr, das ganze „sichtbar“ zu machen.

Stimmwunder

Ich hab auf Soundcloud zwei neue Podcasts hochgeladen. Das geht erstaunlich schnell und einfach:

https://soundcloud.com/julia-adriana-1/stimme-biologie-u-identitaet
https://soundcloud.com/julia-adriana-1/lustige-stimmen-fuehren-zur

Einfach das Smartphone zücken, auf „Diktiergerät“ klicken und Aufnahme starten. Danach den Button für „Teilen auf Soundcloud“ anklicken (die App muss installiert sein). Noch ein Bild auswählen- fertig! Ich finde die Qualität ist recht gut und rauschfrei. Manchmal bewege ich meine Hand zu sehr am Handy-Rahmen, dann raschelt es. Oder ihr hört, wie der Hund sich schüttelt und das Halsband klappert. 😉

Besonders blöd ist es aber, dass ich im Nachhinein nicht korrigieren kann und sich schnell Fehler einschleichen. Der erwähnte Film im Podcast heißt z.B. „Enthüllung einer Ehe„, nicht „Szenen einer Ehe“.

Da ist der Text etwas im Vorteil. Vor allem auch durch die direkten „Linkmöglichkeiten“.

Den wissenschaftlichen Artikel zum Thema Östrogen und Stimme gibt es hier.

Und hier gibt es nochmal das lustige „Stimmwunder„-Video, wer es verpasst hat.

In den Podcasts habe ich vor allem das Thema „weibliche Stimme“, aber auch „TS-Stimme“ als Inhalt gehabt.
Das ist ein weites Feld, über das man sehr viel reden kann. Für die Persönlichkeitsentwicklung und das „Glück“ ist die eigene Stimme ein ganz zentraler Baustein. Nicht nur für Transgender, sondern für alle Menschen.

Nur wer sprechen kann, wird gehört.

Ich mag… – Teil 2

passende Musik

Ich mag Deine Augen, die mich permanent mustern… die Tatsache, dass du dich überwunden hast und mich hier endlich im Café getroffen hast. Ich habe ewig darauf gewartet… hm, was ich noch an Dir mag? Es ist schwer zu sagen, ich rede da nicht so offen darüber wie du.

Ich mag, dass du die Rechnung bezahlst und einen dicken Geldbeutel hast. 😉 Ich schätze deine Hände, an denen soviel mehr Haare als an meinen wachsen. Deine Arme sehen kräftig und muskulös aus. Dein Humor ist ganz nett, er vermischt sich aber auch mit Unsicherheit und Angeberei. Ich würde Dir gerne helfen, den Humor noch mehr aus deinem Wesen zu pellen… ich mag, dass du mir die Tür aufhälst und mir in die Jacke hilfst. Dass du ständig um mich herum bist und dich sehr bemühst.

Ich mag, dass du dich anstrengst. Auch wenn du noch nicht komplett bist. Ich mag dein altes rostiges Auto und die Unvollkommenheit, die überall an Dir ist… ich mag Deine Ängste und Zweifel… ich würde Dir gerne helfen.
Manchmal tust du mir leid. Du hast schon soviel versucht, und so wenig erreicht.

Ich möchte dich gerne etwas bemuttern und bedauern. Ich habe Mitgefühl für Dich.
Ich glaube, du bist der Schwächere von uns beiden. Aber dann, urplötzlich zeigst du wieder Deine Stärke.
Das ist etwas verwirrend für mich.

Ich mag Dein Wissen und dass du über alles nachdenkst, so wie ich. Ich könnte stundenlang mit Dir reden und plaudern. Es ist immer spannend, immer aufregend und schön.

Ich mag Deine Abenteuerlust und dein offenes Wesen. Ich mag, wie du Kinder anschaust und dass du ein weiches Wesen hast. Ich mag es, wenn du mich überraschst oder mir eine kleine Aufmerksamkeit zukommen lässt.

Die Idee, zusammen auf die Wiese zu fahren, fand ich sehr gut. Ich merke, wie du mich anschaust und berühren möchtest. Ich bin nicht sicher, ob ich das will… und überlasse Dir den ersten Schritt…

ich mag Dich, einfach so wie du bist.

Geschlechter – Harmonie

Ein bisschen Brainstorming zum Thema „Geschlechterverhältnis“ und wie man Östrogen/ Testosteron in gesellschaftliche Begriffe „übersetzen“ kann. Kein Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Kommentare sind gerne gesehen und die Liste kann jederzeit ergänzt/ korrigiert werden.

Übertriebene Männlichkeit (überschießendes Testosteron)

  • angeben, übertreiben
  • eindringen
  • jemand nerven
  • unkontrollierte Aggression
  • körperliche Gewalt
  • Hass
  • mit LKW durch Menschen fahren
  • Sadismus, andere quälen
  • Kriminalität
  • Sucht / Alkoholismus
  • Grenzen überschreiten
  • Hang zu Extremen
  • schlagen
  • demütigen, vergewaltigen
  • Männer herrschen über Frauen

Ausgeglichene Männlichkeit:

  • die Grenzen der Frau akzeptieren
  • vorsichtig vorgehen, aber nicht schwächlich sein
  • reife Persönlichkeit und Erfahrung
  • Humor
  • Frauen beschützen
  • sich für Schwächere einsetzen
  • das eigene Wissen weitergeben
  • stark sein, aber nicht damit angeben
  • mutig sein, aber nicht dumm
  • die eigene Kraft dosiert einsetzen

Übertriebene Weiblichkeit (überschießendes Östrogen)

  • den Halt verlieren
  • keinen Plan vom Leben haben
  • seelische Aggression, Mobbing
  • andere schlecht reden, lästern
  • alles zerreden, nörgeln
  • anderen alles vorschreiben und überall reinreden
  • ständig Bestätigung suchen bei anderen
  • Gefühlsduselei
  • Schwäche
  • Depression
  • Introvertiertheit
  • Bulimie/ Magersucht
  • sich selbst hassen
  • weinen
  • nur aufs Äußere fixiert sein
  • Nymphomanie
  • Frauen herrschen über Männer

Ausgeglichene Weiblichkeit:

  • Verantwortungsgefühl
  • andere Frauen tolerieren
  • sich für alle anderen einsetzen
  • nett sein, freundlich sein
  • Pflegen, beschützen, nähren
  • Bescheidenheit und Selbst-Akzeptanz

Harmonische Männlichkeit/ Weiblichkeit

  • produktives Zusammenarbeiten
  • konzentriert arbeiten
  • sich gegenseitig helfen, miteinander arbeiten
  • kommunizieren, austauschen, reden
  • Werte erzeugen
  • Vertrauen aufbauen
  • die Abhängigkeit erkennen und akzeptieren (Familie)
  • Frieden
  • Akzeptanz & Toleranz
  • Bedürfnisse erkennen und akzeptieren
  • Raum für Freiheiten schaffen
  • Frei sein
  • glücklich sein
  • angekommen sein
  • keiner herrscht über den anderen, alle sind gleichberechtigt