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Das pochende Herz

Wie Recht Du hast. Immer hast Du Recht. Und dafür liebe ich dich. Deine Worte treffen mich ins Herz.
Wie mit einem Skalpell schneidest du das Dumme heraus und lässt das Gute von selbst die Wunde schließen.
Das reine und offene, ehrliche, schöne kann gedeihen, wenn ich in Deiner Nähe bin. Oder von Dir lese.
Wenn ich nur an Dich denke!

Wenn ich dummes Zeug rede, lässt Du mich reden. Wenn ich auf der richtigen Spur bin, verstärkst Du mich.
Und manchmal, da lächelst Du einfach nur.

Es braucht nicht viel von Dir. Schon ewig hab ich dich nicht mehr gesehen. Aber in meinem Herzen bist du nur du.
Es pocht. Es kribbelt. Es vibriert. Es spricht mit mir. Ein lebendes Etwas. Verbundenheit, auch über große Distanzen.
Eine Wahrheit, vor der wir uns nicht verstecken können. Eine Liebe, die immer da war. Immer da ist. Und immer sein wird.

Aus dem Jahrzehnt leise hinaus manövriert

Dieses Jahr, dieses Jahrzehnt, werde ich leise und für mich verabschieden.
Ich werde nicht feiern, ich werde keine „Gesellschaft genießen“.
Ich werde nicht trösten, nicht mitfühlen und mein Leben niemandem anvertrauen, außer mir selbst.

Ich werde mir selbst genug sein. Mich völlig wahrnehmen.
Die Böllerei ausblenden. Den Schmerz runterspülen. Die Gedanken für mich behalten.

Ich werde keine Fotos machen. Nichts betrachten, nichts verbiegen, und aus nichts ein Ereignis machen.

Ich will und möchte einfach nur sein.

Ich werde Musik hören und leise „in die Vergangenheit hinein hören“.
Ich werde versuchen, den Schmerz der anderen wahrzunehmen – im endlosen lauten Getöse der Welt.

Ich werde die vermissen, die von mir gegangen sind. Entweder, weil wir Streit hatten, uns entfremdet haben oder weil sie gestorben sind.

Ich bin jetzt in dem Alter, wo ich mehr Menschen verloren habe, als „neu dazu gekommen sind“.
Jeder Verlust schmerzt. Jeder Verlust ist ein Tropfen, der das eigene Leichentuch und die Todessehnsucht weiter tränkt.

Jedes Mal bekommt das Herz einen Knacks. Und eine weitere Träne kullert.

Ich hab es nicht für möglich gehalten. Ich – die ewige Optimistin, die immer etwas positives sehen konnte.
Auf die sich andere verlassen konnten. Die voran gegangen ist und Stärke ausgestrahlt hat, wo keine war.

Ich hab es nicht für möglich gehalten, dass mich die Dunkelheit noch einmal so überrollen wird.
Dass ich so leiden werde.

Dass ich so lieben – und so vermissen würde.

Sag Du es mir

Ich habe jetzt einen Tag nichts mehr von Dir gehört und schon fehlst Du mir. Ich mag es nicht so gerne zugeben, aber Du bist schon wichtig für mich.
Ich spüre in Dir meine eigene Verletzlichkeit. Du aber bist sanft und akzeptierst erstmal alles, was ich sage.
Da ist keine Verurteilung und keine Verachtung. Ich fühle mich von Dir verstanden und daher vertraue ich mich Dir an.

Es ist auch egal, wenn Du nicht sofort antwortest, da bin ich Dir nicht böse.

Irgendwie verstehen wir uns, nicht wahr?
Es war gar nicht so geplant, aber doch hat es ein bisschen gefunkt.

Ich bin mir sicher, es war vom ersten Augenblick so. Als ich deine verletzlichen Augen gesehen habe. Deine Tiefe, die in deinem Wesen steckt. Dass Du ehrgeizig bist und hoch hinaus willst.
In jeder Minute hast du mich beeindruckt. Denn du bist was besonderes.
Ich fange an, Deine Person vor mir zu sehen, ich spüre Dich plötzlich überall.
Deine emotionale Aura dringt in meine ein und ich kann mich nicht dagegen wehren. Mein Innerstes wird aufgewirbelt und umgewirbelt und es fühlt sich unglaublich gut an.
Ich brauche keine Drogen mehr, denn du bist die reinste und schönste Droge der Welt.

Es ist dennoch ein bisschen seltsam. Denn Du hast einen Partner und ich habe einen Partner. Dennoch reden wir bereits jetzt so miteinander, als ob wir auch eine Beziehung hätten.

Das einzige, was wir noch nicht ausgesprochen haben, ist das Wort mit der Liebe. Da tun wir uns etwas schwer, ich gebs zu. Ich würde es Dir gerne sagen, aber ich habe Angst, Dich zu verlieren,
wenn Du verstehen würdest, was ich wirklich fühle.

Wo soll ich die Grenzen ziehen? Auf welche Stufe soll die Liebe kochen?

Sag Du es mir!

Sommerliebe, Teil 6

Ich weiß jetzt, wie ich dich glücklich machen kann.
Ich glaube, ich weiß, was du dir wünschst. Worauf es dir wirklich ankommt und das finde ich so klasse!
Du wünscht Dir Erfolg! Du willst Deine Arbeit und Deine Beziehungen zu voller Blüte bringen.
Du glaubst voll daran. Du willst gut sein. Nicht irgendjemand. Sondern was besonderes. Jemand besonderes.

Du willst dich in den Erinnerungen der Menschen für ewig einbringen, da bin ich mir sicher.

Und ich soll dir dabei helfen. Denn du bringst schon viel mit. Hast Perfektion und den Willen.
Bist gut vernetzt. Kennst Dich mit der Technik aus.

Was dir aber noch fehlt, ist etwas ganz entscheidenes. Ein bisschen Herz, ein bisschen Gefühl.
Das künstlerische Geschick und das entscheidene Etwas, dass das normale Werk zu etwas besonderem macht!

Du brauchst dazu einen netten Menschen, für den es sich zu leben lohnt.

Tick Tack

Feierabend. Es ist 21 Uhr. Der Wunsch nach Geselligkeit steigt in mir hoch.
Dann würg ich ihn schnell wieder ab.

Mit Müh und Not kämpfe ich gegen das Altern. Gegen den Groll in mir, den Neid, all die negativen Gedanken.
Sie fluten durch mich hindurch wie eine Welle aus Wasser, die nicht aufzuhalten ist.
Es ist alles negativ, alles vergiftet, dann wieder ganz klar.
Mal fließt Treibsand, Äste, Dreck und Unrat vorbei, dann wieder ist das Wasser rein.
Ich kann nicht genau sagen, was alles nächstes kommen wird. Den Gefühlen bin ich ausgeliefert.
Heute scheint die Sonne, morgen ist Regen. Alles ist ein Bad aus Gefühl.

Mit Müh und Not versuche ich mich daran zu erinnern, wie das war. „Sich auf die positiven Dinge im Leben zu konzentrieren“.
Denn, wie wir wissen, bestimmen die Gedanken und unsere Einstellung zu den Dingen unser Glück ganz maßgeblich.
Die Dinge sind so wie sie sind! Einen Geschmack bekommen sie erst, wenn wir sie bewerten.
Wenn wir darüber nachdenken. Wenn wir vermeintliche Motive beim anderen entdeckt zu haben meinen.

Wenn wir der Meinung sind, dass etwas „gerecht“ oder gar „ungerecht“ ist. Dann versteifen wir uns darauf und ein bitteres Gefühl von Ärger, Wut oder Verzweiflung dringt in unser Herz. Es ist dann da drin und geht nicht mehr so schnell weg.

Wo sind die leichteren Gefühle? Es sind Farben im Malkasten deiner Lebenskunst, die du zu selten benutzt.
Da, ein heiteres Pink, hier ein schönes Blau. Warum malst du immer mit Braun und Schwarz?
Nein, viel schlimmer noch. Du malst gar nicht mehr, du schreibst nur noch! Alles wird mit Buchstaben und Gedanken zergliedert, so lange bis vom Leben nichts mehr übrig ist.

Kein Lachen. Keine Emotion. Kein Gut. Kein Schlecht. Kein Sex. Keine Freundschaften.

Nur noch deine Gedanken. Und sie ziehen nach unten, immer weiter, bis der restliche Bach alles in dir hinfort gespült hat.

Wie viele Jahre hast Du noch, um Dich zu freuen? Um ein Kind ein Spielzeug zu geben?
Um dem Alten ein bisschen Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken?
Wie viel Zeit hast Du für die Geliebte in deinem Leben, die nur darauf wartet, dass du endlich charmant wirst?

Wieviel Zeit hast Du für deinen Liebsten, der sich ein bisschen Zärtlichkeiten mit dir wünscht?

Wieviel Zeit und Lebensqualität willst du noch verstreichen lassen, wieviel soll dir noch gleich sein?

Tick Tack, die Zeit läuft ab.

Traurig

Das volle Gefühlsprogramm hat mich erwischt. Ich hoffe auf Verständnis, aber es kommt Egoismus.
Die Menschen tun sich schwer mit Traurigkeit und mit dem Umgang von Depressiven, Andersartigen, Fremden.

Wir haben nicht mehr gelernt aufeinander zu zu gehen. Wir können nicht mehr „fühlen“, wir können nur noch denken und argumentieren.
Wir gucken, was die anderen auf Facebook oder im Status-Bild posten. Aber wir reden nicht mehr miteinander. Dadurch entfremden wir uns ständig voneinander.
Wir erwarten immer häufiger, dass der andere den ersten Schritt macht. Wir sind Egoisten geworden.
In all unserem Schmerz und dem Bedürfnis nach Liebe schotten wir uns immer weiter ab und erhalten das, was wir brauchen, immer weniger.

Wer wundert sich noch, dass Suizide begangen werden?
In einer Welt der Ellenbogen und Einsamkeit.

Sie sind nicht die Ursache, sie sind eher die Folge von einem Klima der Angst, des Hasses und der Unfreundlichkeit.
Wir Menschen wollen eigentlich nicht so sein.
Aber die Umstände zwingen uns dazu.

Und ich? Was soll ich machen? Ich kann nur schreiben, schreiben, schreiben und alles nach außen tragen, bevor die Gefühle mich von innen zerreißen.

Zu Spät

Irgendwann stirbst du und dann denkst Du dir „hätte ich das mal gemacht!“

Hätte ich mich mal mit meiner besten Freundin getroffen.
Wäre ich mal lieber mutiger gewesen! Anstatt nur ängstlich zu Hause zu sitzen.
Wäre ich mal lieber freundlicher gewesen!
Hätte ich mal lieber diese oder jene Person nicht geblockt und ignoriert.
Hätte ich mal mein Geld ausgegeben! Anstatt es geizig zu horten.

Wäre ich mal in die Stadt gefahren! Hätte ich mal diese Reise gemacht!
Ach, ich hätte kreativer sein müssen!
Wäre ich mal meinen Hobbies nachgegangen.

Wäre ich mal offener gewesen. Hätte ich mich mal so gezeigt, wie ich bin.
Hätte ich mal mehr auf Facebook gepostet.
Aber das, was ich wirklich denke. Nicht das, was ich glaube, was andere von mir denken, das ich denken soll.

Hätte ich mal geliebt. Hätte ich ihm / ihr mal gesagt, was ich wirklich fühle.
Wäre ich doch nur einmal Mensch gewesen.

Hätte ich mich mal verletztlich gezeigt.

Ich hätte soviel machen müssen und jetzt ist es zu spät.

Leben & Tod

Passende Musik: Klaxons Twin Flames

und Echoes

Leben

Da ist noch diese kurze Hoffnung.
Ein kleiner Funke, an den ich mich halten kann.

Ein kleiner Strahl aus Licht, der die 20 km durch den Tunnel gekrochen ist.

Es hilft mir, länger zu leben.
Aber hilft es mir auch, zu überleben?

Ich halte mich fest. Es geht kaputt.
Ich schöpfe Hoffnung. Dann ist sie weg.

Die Bitch hat mich enttäuscht. Die Kollegen waren blöd.
Das Geld ist weg.
Die Wohnung leer.

Da ist nichts, auch kein Leben mehr.

Warum sollte ich dann leben?

Wo ist der Sinn?

Tod

Lebendig oder tot?

Es spielt keine Rolle.

Finsternis zieht die Seele herunter.
Es scheint die Sonne, aber ich spüre es nicht.
Das Essen schmeckt wie Pappe.
Nichts macht Spaß.

Dann wieder diese tiefe Traurigkeit.
Wie eine Welle, die alles fort reißt.
Nicht nur eine Welle, nein ein ganzer Ozean aus Tränen und Schwermut.

Ich bin mittendrin. Da ist ein Strudel. Ich habe Angst.
Kein Ausweg. Kein Sinn. Nur das große Nichts.
Leere. Angst. Freiheit.

Ich habe die Freiheit zu wählen.
Das Leben zu beenden.
Einfach Schluss zu machen.
Oder mich weiter zu quälen.

Die anderen werden es nicht verstehen.
Es ist auch egal.

Danach – gibt es kein „Warum“, kein „Dadurch“, kein „wann“ mehr.

Todessehnsucht. Kein anderes Gefühl.
Nur dieses Bewusstsein, dass das mein Weg ist.

Schon in kurzer Zeit. Dann macht es „peng“. Und ich habe es geschafft.

Trauer

Man funktioniert, aber irgendwie doch nicht.

Die Trauer hat sich über die Seele gelegt wie ein Tuch aus grauer Seide.
Sie drückt das Herz und verstärkt die Gefühle.
Alles ist intensiver, alles ist extrem.

Ein ganz besonderer Prozess.

Halluzinationen und intensive Träume wühlen das Innerste auf.

Nichts ist mehr, wie es vorher war.

Der Mensch, der gerade verschwunden ist, ist plötzlich ganz nah.
Es ist so, als ob er plötzlich in uns, unter uns und bei uns ist.

Aber richtig sehen kann man ihn nicht, nur spüren.

Wer ist schuld? Warum ist es passiert?
Dafür gibt es keine vernünftigen Antworten.
Sie drehen nur weiter das Karussell im Kopf, das sowieso schon auf Hochgeschwindigkeit ist.

……….
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