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Die Erd-Mission 2

—– hier geht´s zum ersten Teil —–

Es dauerte nicht lang und das Expeditionsraumschiff war über dem Himmel von Tibet angekommen. Die Mannschaft drückte sich die Nase an den Panorama-Fenstern platt und stürzten die mitgereiste Putzfrau angesichts der vielen Abdrücke auf der Scheibe in eine tiefe Sinnkrise. „Da- ich kann einen Berg sehen“ rief der Wissenschaftler.. „ich sehe Schnee, oh ich liebe Schnee!“ freute sich die Praktikantin. „Ob wir auch den Dalai Lama treffen werden?“ fragte sich der Ethik-Beauftragte Moses Petemal und setzte die Stirn in Falten. Das hatte er schon oft gemacht, denn seine Stirn war tief zerfurcht von Zweifel- und Sorgenfalten.

„Nun Kinder, jetzt ist es also gleich soweit…“ der Kapitän erhob sich vom Stuhl, räusperte sich und wollte eine kleine Ansprache halten. Seine Haare waren schon etwas licht auf der oberen Schädelhälfte, aber gekonnt kämmte er die Haare so, dass es niemanden auffiel. Ein wenig Gel noch und sie hielten garantiert den ganzen Tag lang. Er war stets bedacht, seine beste Seite zu präsentieren, schließlich war er der Chef und durfte keine Schwachstellen zeigen. Ihm war klar, dass er das unangetastete Vorbild für seine Mannschaft war und diese Rolle liebte er.

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Die Erd-Mission

Außerirdische blicken auf unsere Welt

Mit ihrem kleinen Expeditionsschiff hatten sie die weite Strecke bis zur Erde endlich hinter sich gebracht. Ihre Langstreckensensoren waren sehr stark und zuverlässig und den Menschlichen weit voraus. Schon vor ein paar (irdischen) Jahrhunderten hatten sie unseren Planeten entdeckt, und da er nun mal nur einer unter vielen war, beschloss man, die lange Reise von einem Team aus Wissenschaftlern und Piloten-Neulingen machen zu lassen, die dabei ihren ersten Orden verdienen konnten.

An diesem sonnigen Frühlings-Montag kreisten sie also mit aktivierten Tarnschild über unserem Luftraum und verschafften sich einen ersten Überblick über unsere Spezies. Die Radioempfänger waren dank Auto-Kalibrierung und Übersetzungsprogrammen schnell auf die menschlichen Frequenzen eingestellt und nach kurzer Zeit kamen die ersten Botschaften aus den Lautsprechern. „Ah sieh an“ sagte der Käptn Pius Hiergehtslang „mir scheint, die große Kulturleistung der Erdlinge sind Werbung und Gewinnspiele…“ er lauschte andächtig den hastigen Worten der Radio-Moderatoren. „Nicht zu vergessen die vielen einzigartigen Werbeblöcke“ fügte sein erster Offizier Kalle Oberschlau hinzu. „Die Menschheit ist besessen von den vielen Einspielern, man räumt jedem Sender 240 Minuten Werbung am Tag ein, die Menschen lieben das“.

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Verliebt & Erwischt

Verliebt

Im Grunde habe ich es ja schon lange gewusst. Dieser Mensch ist einfach etwas Besonderes. Er war mir von Anfang an aufgefallen, die Haare so duftend, das Gesicht so rund und weich, der Gang geschmeidig. In jeder Zelle ihres Körper pulsiert das Leben, eine geheimnisvolle Aura umstrahlt ihre Haut. Und wenn sie erst ihren Mund aufmacht! Leute, das müsst ihr mal hören. Da ist kein Raum für blödes Gelaber…. Dieser Mensch ist Anmut in Person!

Kein Wunder, dass ich sie so liebe. Sie hat Verstand, politische Bildung und Intellekt. Sie kennt die meisten Filme, hat einen guten Geschmack, kann kochen und ist gut im Bett.

Ich liebe diese Frau. Männer sind immer so kantig, hart, haarig und grob. Frauen haben diesen Sinn fürs Feine, eine musikalische Ader vielleicht oder literarischen Geschmack. Ständig ist sie in dieser bezaubernden melancholischen Stimmung, macht etwas aus ihrem Leben, macht sich rar, verschenkt sich nicht. Ist selbstständig, selbstbewusst und hat gute Manieren. Sie lässt sich nichts sagen, hat eine eigene Meinung und besteht auf dem Prinzip Gerechtigkeit und Fairness.

Ich liebe diese Frau.

Sie ist fantastisch, sie hat alles, was ich möchte, ich hab es schon gesagt. Schaut euch diesen Körper an, gestylt, trainiert und gelenkig. Kein Alter, keine Wunden, die Reinheit in Perfektion! Und dieser Augenausdruck, das romantische und verspielte, es ist einfach hinreißend! Moment mal, die Augenbraue da kommt mir bekannt vor und auch diesen Mitesser habe ich schonmal gesehen… sieh an, diese Strähne, die kenne ich doch.

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Erwischt
Lange hatte er gewartet. Diesen einen Moment genau abgepasst. Er hatte heimlich auf sie gewartet, ihre Bewegungen genaustens studiert, sich bei ihr eingeschleimt, ein paar Späher losgeschickt. Er wollte alles über sie erfahren und er war sicher, inzwischen wusste er das Wichtigste. Wie ein Tier hatte er Fallen aufgestellt, sie eingekreist, wie ein Jäger hatte er Schaum im Mund und konnte es nicht mehr erwarten.

Heute war der Tag endlich gekommen, der Tag an dem seine Bosheit auf die Erde niederfahren sollte. Er freute sich, rieb sich die Hände und konnte sich kaum noch halten vor Geilheit.

Er ging in sich, entfaltete seinen Plan, schob die volle Kraft in seine Pläne und legte los. Nach wenigen Stunden hatte er erstes Land erobert und war endlich in ihrer Nähe, endlich sichtbar. Endlich wurde er beachtet!

Sie krümmte sich vor Schmerzen und fluchte laut, was seine positiven Emotionen noch mehr beflügelte. Schnell breitete er sich aus und machte sich un-umkehrbar. Nun würde sie sein sein, niemand käme mehr an sie heran, endlich hatte er sie für sich! So entstellt wollte niemand was mit ihr zu tun haben und er war am Ziel!

Der Mann in Weiß wich von ihrem Körper zurück und dachte kurz nach. Dann räusperte er sich und sprach:

„Ein eindeutiger Fall von Herpes Simplex, Frau W.. Ich verschreibe ihnen eine Salbe. Achten sie in Zukunft auf ihr Immunsystem.“

Sehnsucht

Stunde um Stunde hatte sie jetzt am Computer gesessen und Seite um Seite im Internet angeklickt. Sie war von einer Shopping-Seite auf die nächste gesurft, ständig dabei, die Preise zu vergleichen und zu überlegen, wo es noch etwas günstiger gewesen sein könnte. Nebenbei hörte sie innerlich Musik und hatte einen großen Spaß daran, die technischen und ästhetischen Details aller Produkte zu untersuchen, auf die so gestoßen war. Egal welche Produktgruppe, in dieser Woche hatte sie irgendwie an allem Gefallen. Ob das nun exquisite Kleidung, teure Möbel, aufwändige Bilder, geniale Mp3-Player oder andere Spielereien für den Computer waren. Ständig entdeckte sie was Neues und stellte sich vor, ihr eigenes Zimmer, das Haus oder gar das ganze Leben mit diesen Dingen einzurichten. Was würden die anderen sagen, wenn sie das gekauft hätte? Würde sie bewundert und geachtet werden? Welches Produkt würde sie benötigen, um ihren Ruf zu verbessern? Wo gäbe es am meisten Beifall, wo den meisten Neid? Welches Produkt würde man kaufen müssen, um den anderen zu beeindrucken, zu gefallen oder zu schmeicheln?

Welche Rolle würde sie spielen wollen, auf welche Farbe hatte sie gerade Lust, welches Gimmick fehlte noch in ihrem Leben? Im Moment war sie bereit für Neues, und wollte alles zusammen, das merkte sie ganz klar.

Sie träumte sich auf diese Weise ihr Leben bunt und verbrachte Stunden und Tage in diesen Welten. Im Geist war ihr ganzes Leben auf diese Weise verbracht und ausgestattet. Viele nette Menschen würde sie treffen, fröhliche Gespräche führen und endlich mal wieder in der wärmenden Sonne spazieren gehen.

Sie würde sich vielleicht neu verlieben, einen netten Mann kennenlernen. Für ihn würde sie sich sehr hübsch machen und nur die feinsten Stoffe verwenden. Mit ihrem neuen Handy würde sie ihn anrufen, in der neuen Lederhandtasche ihr Handy verstauen, den neusten Lippenstift in pink für ihre natürliche Aura verwenden.

In einer stillen Nacht würde sie ihn mit dem neusten Duft verführen, herzlich umarmen und innig küssen, nur um dann ganz leise in seine Hosentasche zu greifen und sein Portmonai zu entlocken.

Von dem auf diese Art und Weise gewonnenen Geld würde sie sich endlich neue Massivholz-Möbel kaufen- oder wer weiß, vielleicht gleich ein neues Haus? Ein hübsches, am Strand. Ein gemütliches in den Bergen. Oder beide? Dazu ein Auto, ein neues. Im glänzenden Rot, vielleicht in Schwarz. Es hätte einen guten Motor, zuverlässig und stark. Ihr perfekter Begleiter für weitere Abenteuer in der Nacht.

Ihr Aussehen würde sie bei der Kosmetikerin verbessern, beim Friseur die Haare stylen lassen und letztendlich bei ihrer privaten Psychologin die Sorgen abstellen.

Wenn das alles nicht helfen würde, würde sie ein paar von diesen Pillen im Internet bestellen. Die würden die Welt bestimmt sehr schön machen. Da war sie sich sicher.

Und wie sie gerade so am Sinnieren war, da kam jemand von hinten und legte ihr die Hand auf die Schulter „So Frau W. nun wird es aber Zeit…“

Es war die Gefängnis-Wärterin. Sie forderte die junge Frau auf, den Gemeinschafts-Computer zu verlassen und wieder in ihre Zelle zurückzukehren.

Leise seuftze sie, als sie sich vom Stuhl erhob. Vielleicht im nächsten Leben..

Die Bleifigur

Mit einmal wurde es Winter. So schnell wie nie hatte sich das Wetter verlagert, im Grunde war es einfach umgekippt wie ein toter Fisch. Ein paar Sonnenstrahlen im August, nur um dann in ewige Monotonie und Gleichgültigkeit zu verfallen.

Der Regen weinte seine Sorgen aus sich heraus.

Die junge Frau hatte sich- wie immer- soviel vorgenommen, aber letztendlich zog sich der Tag doch eher wie altes Kaugummi, denn wie frisches junges Gras.

Die Deutschen war wieder deutsch, perfekt bis in letzte Detail, genau, streng, langweilig. Die Nachbarn waren zurückgezogen, die Anrufe blieben spärlich, im Radio wurde dummes Zeug erzählt und auf übertrieben lustig gemacht. Die Leute im Radio waren so wie ewig im Karneval, kaum vorstellbar, dass sie sich nicht verstellten und tatsächlich immer so lustig und potent sein konnten.

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Hausfrauenschicksal

Zu allem Überfluss hatte jetzt der Computer auch noch den letzten Text verschlungen und sich auf ein Weiteres dumm und ungeeignet gezeigt, der jungen Frau die Arbeit abzunehmen. Nachdem sie schon im Supermarkt mehr orientierungs- und richtungslos umhergeschweift war und sich darüber geärgert hatte, dass ihr ständig die Einkaufswägen vor die Laufroute geschoben wurden, war das der notwendige Tropfen, der sie völlig aus dem Gleichgewicht brachte.
Erhellend wirkte da nur die Zeit, die die Menschen mit einem gemütlichen Plausch in aller Ruhe verbrachten, während andere gehetzt von einem Regal zum anderen liefen und in der Sparte „Berufstätig und wenig Zeit“ eine seltene Besetzung des derzeitigen Kundenstamms darstellten. So wunderte es auch nicht, dass die meisten Einkaufswägen eher spärlich beladen wurden und die Leute sich viel Zeit nahmen, die Angebote und Preise zu vergleichen, um ja das richtige Produkt zu wählen. Den ganzen Tag schon war die junge Frau in einer weinerlichen Stimmung gewesen, die ungefähr gestern begann, als ein schon seit geraumer Zeit verschicktes Paket zurückkam, nur weil das Lesegerät der Post die Schilder mit Absender und Empfänger verwechselt hatte.

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Eine Insel- Teil 2

SI3

Erster Teil

Als sie endlich angekommen war, wurde es schon dunkel. Der schöne Sonnenuntergang hatte sich in ein dunkles, intensives Blutrot verändert und in der Ferne sah man ein kleines Segelschiff als Silhouette auf dem Horizont… Sie war etwas aufgeregt und als sie sich an den kleinen Tisch mit Blick aufs Meer gesetzt hatte, merkte sie, wie ihr Herz heftig am Hals pochte. Durch sie Aufregung war sie sehr schnell gelaufen, schneller als normal. Ein wenig Angst hatte sie, dass sie vielleicht zu spät sei und er jetzt endlos warten müsste. Doch er war zum Glück noch nicht da. Sie hatte ein wenig Zeit, über die Runde der anwesenden Gäste zu schauen, einen kleinen beobachtenden Blick aus dem Augenwinkel zu starten. Viel war noch nicht los. Das Lokal war für die guten Live-Musik bekannt und da heute Freitag war, ging das Ganze erst spät los. Sie bestellte sich einen Tequila und ein Glas Mineralwasser mit Zitrone.

Eigentlich hatte sie auch Hunger, aber durch die Aufregung würde sie garantiert keinen Bissen herunterbekommen. Mit zittrigen Fingern kramte sie in ihrer kleinen Handtasche und holte einen schwarzen, glänzenden Spiegel hervor. Mit fachmännischem Blick musterte sie schnell ihre Gesichtskonturen und die Textur des Makeups. Keine Ränder am Hals und auch der Mascara und der Eyeliner hielten noch. Beruhigt klappte sie ihn wieder zu und atmete tief durch.

Beinahe wäre ihr langweilig geworden, da setzte schwere, E-gitarrenbasierte Musik aus den Lautsprechern ein. Sie war etwas laut eingestellt, aber die junge Frau mochte es. Augenblicklich kippten ihre Gefühle um. Sie merkte, wie der Alkohol wirkte und sich ihr Denken veränderte. Der Rhythmus des Schlagzeugs belebte das Denken und Fühlen.

Die Farben an den Wänden erschienen ihr plötzlich intensiver und leuchtender. Ihrem Magen tat der Schnaps nicht gut, da sie keine Grundlage gelegt hatte. Mutig bestellte sie noch einen Zweiten. Sie wollte sich Mut antrinken.

Nach dem dritten und auch nach dem vierten Glas war er noch immer nicht gekommen.

Etwas besoffen blickte sie in das Glas und stellte sich vor, er würde aus dem Glas kriechen. Das eine Auge hielt sie sich zu, mit dem anderen stierte sie auf den Boden des kleinen Gefäßes.
Doch soviel wie sie blinzelte, er kam nicht heraus. Sie wurde langsam unruhig, ungeduldig und als er nach dem sechsten Glas immer noch nicht da war, bezahlte sie, stand auf und verließ genervt den Raum.

Eine Insel- Teil 1

„Klack“ die Tür ihres brandneuen, silbernen Cabrios schloss sich mit einem satten, schmatzenden Geräusch. Mit ihren zarten Fingern umschloss sie das lederne Lenkrad und atmete kurz durch. Dann drehte sie den Schlüssel. Der bullige V8 Motor sprang sofort an und versetzte ihrem Gehirn ein Glückshormonstoß. Sie schnallte sich an, schaute noch kurz in den Rückspiegel und drückte aufs Gas. Ihr Kollege kam gerade die Treppe herunter. Sie winkte ihm noch kurz zu, lächelte ein wenig und freute sich über seinen erstaunten Blick.

Die junge Frau trug ein enges, mit roten Blumen übersätes Sommerkleid. An den Füßen funkelten hübsche mit Strass verzierte Sandalen, die bestimmt einen fünf Zentimeter hohen Absatz hatten. Noch mehr wäre beim Fahren unbequem geworden. Sie genoss jetzt den warmen Wind, wie er ihr um die offenen, rötlich gefärbten Haare wehte. Sie fuhr nicht schnell, genoss die Promenade und die klar geputzten Auslagen der Schaufenster, an denen sie vorbei fuhr. Bei jedem parkenden Auto, bei jedem Baum machte es „raschh, rassch“ und der eintönige Sound dieses Rauschens beruhigte ihren Puls. So konnte sie den Streß vergessen, mit dem sie sich heute geplagt hatte und der letzte Anpfiff ihres Chefs zog schnell in die Vergessenheit. „Im Grunde ist er ein warmes Würstchen“ dachte sie sich verärgert. „Was ihn wohl bewegt, so zu sein, wie er ist? Hoffentlich werde ich nicht mal so wie er.“ Und je mehr sie darüber nachdachte und beinahe nebenbei fuhr und kaum auf die Schilder und Ampeln achte, löste sich der ganze Stress aus dem Büro in Luft und bewegte Energie um.

Das Wetter war gut und die Palmen wogen sich im Takt der aufziehenden Musik von den Strandbars. Sie überlegte, wo sie hin fahren sollte, hatte keinen bestimmten Plan. Ihre Arbeitswoche war zu Ende, das Wochenende lag vor ihr. Auf dem Beifahrersitz neben ihr lag das Handy. Sie wartete nur auf einen Anruf und hätte es sofort aufgeklappt, wenn er dran gewesen wäre.

Aber er meldete sich nicht. Sie seufzte und drückte ein bisschen aufs Gaspedal.
Auf der großen Ausfallstraße zum Flughafen überholte sie einen langsamer fahrenden Fahrer. Mit Genuss zog sie an ihm vorbei und beobachte mit kleinen, angestrengten Augen im Rückspiegel, ob man eine Reaktion sehen konnte. Sie konnte sich einbilden, dass der Mann frustriert geschaut hatte. Das befriedigte sie irgendwie. Noch mehr Serotonin floss durch ihren hübschen Körper. Irgendwie war sie jetzt erregt.

Sie hätte noch Stunden so fahren können. Wie im Rausch überwand sie Hindernisse, kurvte um jede Kurve, meisterte jede Engstelle mit Bravur. Besonders Spaß machten ihr die Autobahnen, wo sie das brandneue Auto mal richtig ausfahren konnte. Auch bei hohen Geschwindigkeiten schnurrte der Wagen wie eine Katze und ließ sich perfekt lenken.

Mit ihren langen Fingernägeln tippte sie bei Tempo 210 km/h beiläufig etwas in ihr Navigationsgerät. Sie suchte sich ein Lokal und beschloss ihren neuen Freund einzuladen.

Es würde bestimmt gut werden. Sie gab Gas und sollte bei dem geringen Verkehr in einer halben Stunde dort sein. Die Sonne senkte sich über den Horizont und malte mit ihren letzten Strahlen die Insel in ein warmes orangefarbenes Sommermärchen… Für die lange Fahrt schaltete sie das Radio ein und stellte den Sender auf eine entspannte Mischung aus Latin-sounds und Chillout- Rhythmen. Die unregelmäßigen Gitarrenklänge und die feine Stimme der Sängerin standen im Kontrast zu der ansonsten harten Geschwindigkeit, mit der sie sich gerade durch ihr Leben bewegte.

Sie blinzelte in den Horizont und merkte, wie sie jetzt doch ein wenig müde wurde.

Zum zweiten Teil

Das Nacht- Gedicht

Es ist zu heiß, um jetzt zu schlafen
wer will uns da so heftig strafen.
Die warme Sonne in der Nacht?
lässt sie spüren ihre Macht?

Doch wie ich so nur grübeln kann-
Klebt die Hos´ am Beine an
ist der Sitz nicht ganz bequem
denk mir nur „es wird schon gehen“.

Dreh mich hin und dreh zurück
rutsche jedes Mal ein Stück
spüre die Schmerzen in dem Arm
dem Arm, dem ist schon lange warm.

Dreh mich weiter auf dem Sessel
Bin wie Wasser in ´nem Kessel
fange bald zu brodeln an
seh die Wand nur lachend an.

Kann mich kaum begreifen
die Augen auf den Wimpern schleifen
werd’ müd und rot und unbequem
ich denke, es ist Zeit zu gehen.