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Kostenlose Weltenklangmusik vom Weltenherrscher

„648.234 nackte Chinesinnen suchten ganze 14 Wochen bei Google nach einem neuen Wort. Ihr glaubt ja gar nicht, was es alles schon für Wörter dort gibt. Whnsnn.“

Die Groupie hinter ihrem Blog denkt: Man mag über den Weltenherrscher sein Blog denken, was man will… aber die Musik ist geil. Hat mich zu ein paar Gedichten inspired. Und ach übrigens, es gibt sogar ne gepresste CD.. Groupie-Shopping-Tipp!! 😉

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Limits. Inspired by  (Matsch)

Limits, an die ich täglich kratze,
Limits und ne hässliche Fratze.

Limits, bremsen mich und halten,
Limits sind finstre Gestalten.

Mach dich endlich frei und lebe,
nimm dir raus ein Ziel und strebe.

Peil es jeden Tag mit Kraft neu an,
frag nicht lange, geh voran.

Limits sind doch nichts für Kinder,
Limits machen dich gesünder.

Erkenne deinen Weg und schreite,
hebe deinen Blick und weite!

Gedanken – deine!- zum höheren Erlebnis
Gedanken, eingehüllt in kalter Erstrebnis.

Brauchst du eine Farbe?
Hilft dir vielleicht die Narbe?
Was ist mit deinem Gesicht?
Was ist, erkennst du mich nicht?
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Spiegelbild Inspired by (Shred)

Im Spiegelbild der Angst gefangen,
im Spiegelbild der Seele gemustert.

In den See der Erkenntnis gegangen,
mit Sprüchen vorher aufgeplustert.

Endlich da, knietief und voller Morast
endlich da und nix verpasst.

Hügel der Angst Inspired by  (Hills)

Rauf und runter, immer wieder
rauf und runter, mit Gefieder

rauf und runter, mir wird übel
hier nimm schnell, ein Kübel

ah, nun ist es endlich gut
danke danke, verleiht mir neuen Mut

(danach war mein Kopf leer und mein Geist glücklich. glaube ich zumindest. fühlte sich so an)

Brief von einem alten Freund

geschrieben zu „Touch me

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Hallo Blog,

na wie geht es dir alter Freund? Schon lange nicht mehr gesehen! Lang ist´s her, als wir uns das letzte Mal sprachen und wie du dich verändert hast! Ich erkenne dich ja kaum noch wieder. Geschrumpft bist du, irgendwie mager geworden und was mit den Pfunden auf deiner Hüfte? Jetzt sag bloß nicht, du hast deine sportlichen Gene entdeckt und deine lyrischen Ambitionen an den Nagel gehängt? Ehrlich? Neein! Das würde so gaar nicht zu dir passen. Nie wieder bloggen? Nie wieder zum Spaß schreiben? Nie wieder endlose und sinnlose Diskussionen führen ? Nie wieder Haare spalten? Nie wieder polarisieren? Nie wieder grübeln??? Um Himmels willen! Blog, du machst mir Angst!

Blog, was ist aus dir geworden? Was ist mit deinem Humor passiert? Was mit deiner philosophischen Veranlagung? Was mit deinem Helfersyndrom? Was mit deiner Geltungssucht?

Nun komm, Blog, lach mal! Heb mal die Mundwinkel, versuch mal optimistisch zu denken. Versuche mal zu sein. Versuche mal zu leben. Versuche mal… einfach nichts zu machen.

Schalte vom fünften Gang in den Leerlauf, nimm das Gas zurück und lass dich vom Berg ab rollen. Oder steige am besten gleich auf das Fahrrad um, das ist auch viel gesünder.

Genieße den Fahrtwind, wie er um die Ohren pflügt, hebe den Kopf und sauge die Gerüche des Landes in dich ein. Trete ein wenig in die Pedale, aber nur soviel, wie es dir gefällt!

Blog, ich rate dir: Trink abends ein Bier und fühle dich frei. Zappe einfach mal planlos im Fernseher herum, gehe einfach nach draußen, wann es dir gefällt. Blog, oder eine Reise? Einfach mal weg, weit weg. Nach Mallorca vielleicht oder nach Afrika. Von mir aus auch nach Asien oder Australien. Hauptsache weit weg. Ein neues Leben. Neue Planung. Nichts passt mehr ins alte Schema. Lass dein Land zurück, die alten Miesepeter, die Neider und die Konkurrenten. Lebe einfach … und Liebe! Blog, Liebe, das ist es was dir fehlt, ist nur so ein Gefühl, aber ein Gutes!

Liebe, Blog, Liebe. Das ist es. Hey, was ist mir dir? Warum wirst du so blass? Und was willst du mit dem Baseballschläger? Blog!! Um Himmels willen!

Bin ja schon weg..

war nur so ein Vorschlag… eine Idee.

Es grüßt dich herzlichst,
ein alter Freund

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Anhang: Blatt.jpg

ein Blatt im Regen

Die Maske

Passender Song : Korn- Wake up

Hinter dem ständigen Lächeln und dem Habitus des fleißigen Menschen schlummerte eine tiefe Unzufriedenheit und eine innere Verzweiflung, die sich an manchen Stellen wie Säure Löcher in ihre perfekte Maske der Anpassung gefressen hatte.
Man sah es ihren Augen und ihrem verkrampften Gesichtsausdruck an, dass sie stets perfekt sein wollte, doch aber nie genügte und einen unverarbeiteten Komplex mit sich herumschleppte, der ihr die Schritte schwer werden ließ und sie eins ums andere Mal zur Verzweiflung brachte. Alle waren Schuld, die Welt war Schuld, die Egoisten waren schuld und ständig wurden neue Gegner gesucht. Doch der größte Gegner war sie sich selbst. Und den konnte sie nicht überwinden. Er stand immer vor ihr, immer im Weg.

Sie hätte so gerne genügt, sie wäre so gerne geliebt worden. Doch in dieser Welt der Ellenbogen und des Profits zählten ihre Werte nichts. Eine Frau sowieso nichts. Und eine naive Frau doppelt nichts.

Lange hatte sie versucht, die gute Seite in ihr abzuschütteln, sich gegen sich selbst zu stemmen und ihre auf Vernunft gegründeten Einstellungen zu eliminieren. Sie wollte endlich stark sein. Groß und mit Macht gesegnet.
Je mehr sie es versuchte, desto mehr scheiterte sie. Es war traurig, diesen Kampf mit anzusehen. Wie ein kleiner wuscheliger Hase, der gegen einen hungrigen Löwe kämpfte. Der Löwe war die Welt und die Gesellschaft und der Hase war sie. Sie hatte keine Chance. Der Löwe gewann.

Derartig an die Wand gedrängt und beinahe als Futter verwertet, hatte sie kaum noch Alternativen. Auch wenn sie nicht wollte, eine Veränderung musste her. Jetzt.

Sie riss sich das Fell vom Leib. Zertrat ihre gehasste Maske mit den wuscheligen süßen Ohren und grunzte freudig dabei. Dann wuchsen ihr wie durch ein Wunder große starke Flügel, mit der sie endlich von der Erde abheben konnte. Der Löwe guckte nur blöd, aber er wurde bald immer kleiner. Lachhaft, dieses zarte, liebebedürftige Kuscheltier! Eine Runde Mitleid für das Raubtier… Kätzchen.

Die Flügel waren ihr neues Selbstbewusstsein und ihre Krallen die nötige Aggression, mit denen sie Gegner vom Leib halten konnte. Ihr Blut war grün geworden und ihre Augen verdunkelten sich zu kleinen Schlitzen. Plötzlich sah sie viel besser, viel schärfer und sie lernte, zu trennen.

Um, endlich- diese Welt zu verlassen. Und – endlich – sich irgendwo anders, weit weg in einer wesentlich besseren, anderen Welt, niederzulassen.

Als sie aufwachte, lag sie immer noch im Bett. Aber irgendwas war anders.

Sie war so glücklich wie seit Jahren nicht mehr.

Zimmer 26

Passender Song zum Lesen: It´s no good von Depeche Mode

.

Und, was ist jetzt mit dieser Verrückten auf Zimmer 26?“ wollte der Assistenzarzt wissen.

„Ach der geht es schon wieder ganz gut“, antwortete der Chefarzt der Neurologie, streifte sich die Einweghandschuhe von den braungebrannten und muskulösen Armen und schmiss sie mit einer geübten Handbewegung in den großen Mülleimer an der Wand, der mit einem Plastikbeutel ausgekleidet war.

„Sie simuliert mal wieder, wie üblich. Sie hat gemeint, dass sie mich lieben würde, aber ich glaube ihr kein Wort. Diese Tusse ist doch bis obenhin voll mit Medikamenten und Drogen, das wird Wochen brauchen, bis wir sie wieder clean haben. Und wer weiß, am Ende tut sie sich noch was an. Hast du die Kratzer und Narben an ihren Unterarmen gesehen? Das ist das was ich meine.“

„Achja..“ der Assistent nickte und dachte kurz nach, „das ist mir auch schon aufgefallen.“

„Zimmer 26“ weiterlesen

Unmoralischer Gehirnknoten

Okay, ich hab lange darüber nachgedacht, wie mein Blog weitergeht, ob überhaupt – aber eins ist mir klar: Ich brauche neue Themen und vielleicht auch eine neue frühlingsfrische Denkweise!

Jetzt wo mein Blog schon fast an den Top 100 kratzt, jeden Tag 50 Kommentare an den Artikeln erscheinen, die Backlinks nur so eintrudeln , dass ich mich kaum davor retten kann und kaum zum Freischalten komme – selbst die Nachbarn grüßen mich bereits alle höflich mit (dem gekauften) Doktor-Titel und Namen!

Aber wieso sollte ich dann den Kurs ändern, hm? Wo doch eigentlich alles in Butter läuft? Die Freunde halten zu mir, ich habe mir ein riesiges Netzwerk aufgebaut, die Gleichberechtigungs- und Geschichtsthemen kommen super an, die Leute sind charmant und überhaupt nicht neidisch. Es gibt keinerlei Intrigen, keinen Neid, keine Missachtung, kein Mobbing. Alle halten sich an den Händen und singen „Flowers to the world!“. Streitigkeiten werden offen angesprochen, die Leute sind dialogbereit und nehmen Kritik ehrlich zu Herzen. Es herrscht eine Aura der konstruktiven Streitkultur, die vor allem vom gegenseitigen Respekt und dem Altruismus der Einzelnen zueinander gekennzeichnet ist. (im Science Fiction Film „Back to Basics“ von 2020, ein Machwerk des heute noch völlig unbekannten Regisseurs Prof. Arlus Neillson-Barre)

Es geht nicht darum, selbst das beste Blog oder die besten Ideen zu haben, sondern der freie Austausch der BloggerInnen untereinander überwiegt. Man beneidet einannder nicht die Menge der Kommentare oder des virtuellen PageRanks, nein das sind Dinge, die man gar nicht wahrnimmt. (nur im manuell zuschaltbaren Neid-Modul, dass meistens auf OFF oder zumindest im 200 Watt -Standby geschaltet ist) Auch marktwirtschaftliche oder persönliche Machtinteressen gibt es in diesem Kontext gaar nicht, da wir alle die perfekten Übermenschen sind und nach einem genetischen Muster funktionieren, das uns damals bei der Geburt die gute Mutter Matrix implantiert hat.

Es geht jetzt einfach darum, das Netzwerk voranzutreiben, die Gemeinsamkeit zu erkennen. Jeder Mensch ist nur eine kleine Gehirnzelle im großen ganzen virtuellen Gehirn, nur ein kleiner Teil und doch ist jeder Teil wichtig. (Die garstigen Teile sind weniger wichtig, aber sie verbreiten sich schneller)

Und so kommt es zu einem Kampf. Zu einem ewig-dauernden Kampf der Gehirn-Knoten und das Gehirn frisst sich am Ende von selbst, von innen auf.

Kein schöner Anblick! Überall hängen Fetzen! Die Blutgefäße sind hässlich aufgerissen, der rote Saft fließt, manches ist schon gestockt, anderes wird eitrig. In manchen Gängen befindet sich eine nicht zu vernachlässigende Menge Kalk, in der anderen nur moralisch schwarze Dunkelheit und dann gibt es noch ein paar Engel, die haben sich LSD eingeschmissen und grinsen die ganze Zeit.

Aber was wollte ich eigentlich schreiben?

Ich hab es vergessen.

Der Frühling

Der Frühling strahlt mit warmer Sonne
bringt dir Hochgefühl und Wonne
kaum zu glauben, aber wahr-
endlich ist die Wärme da.

Alle Menschen freuen sich und lachen
selbst der allerfinstre Drachen
ringt sich schnell ein Lächeln ab.

Eingesperrt in kahlen Wänden
gelebt vom Brett unter den Händen
klein war die Welt, in letzter Zeit
kommt jetzt endlich mal Zufriedenheit?

Glück und Liebe, die wir alle brauchen
Husten kommt nicht nur vom Rauchen
klar das Denken kann nun werden,
bist zu jung noch, um zu sterben.

Also- steh auf und zieh dir Sonne rein
wer weiß, wann sie denn wiederkommt?

das Gedicht stand nur auf einem Bein
und das Ende folgte prompt.

…………..
PS: Eigentlich wollte ich das Gedicht ja „live“ twittern, aber irgendwie laggt Twitter bei mir im Moment, was den Spaß beim Schreiben ein wenig schmälert.

Außerdem ist es nicht soo besonders, also könnt ihr es hier in Ruhe nachlesen.

Noch ein Tipp für alle begeisterten Hobby-Versschmiede: Lautes Vorlesen, Singen und Sprechen hilft, die haklige Sprechmechanik aufzulockern. 😉 Also das, was ich nicht gemacht habe und auch null beherrsche…

Man muss sich ja nicht zwingend an ein bestimmtes Muster halten, aber ein wenig „rund“ sollte es schon sein.

Nicht jedes Wort passt von der Silbenlänge und reimt sich gleichzeitig. Das macht die Schwierigkeit, aber auch den Spaß beim Abdichten aus!

Blick in die Geschichte

Irgendwann im 16. Jahrhundert. Wir suchen eine Stadt. Erkennst du sie? Dann schreib die Lösung in die Kommentare!

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Der Buchhalter hatte gut geschlafen. Nachdem er die Milch ausgetrunken und das restliche Frühstück zu sich genommen hatte, stand er auf und gab seiner Frau einen Kuss. Dann nahm er seinen Mantel und seine Tasche und machte sich auf den Weg. Heute war ein besonders schöner und sonniger Tag, er freute sich darauf. Er überlegte, über welche Route er zur Arbeit gehen sollte. „Soll ich mal wieder in der Siedlung vorbeischauen und einen guten Tag wünschen? Oder lieber erst die Treppen steigen und ein wenig Sport treiben?“

Er entschied sich für die Siedlung, die kleine Stadt in der Stadt. Schon als er durch das Tor spaziert war, konnte er sich einen guten Überblick über die Lage der Dinge machen. Die Sonne blinzelte gerade so über die gotischen Treppengiebel und blendete ihn ein wenig.

In den frühen Morgenstunden waren die Menschen schon wach, einige kehrten die enge Straße vor der Häuserreihe. Fast alle erkannten den wichtigen Mann und grüßten ihn freundlich. Er merkte, dass sie großen Respekt vor ihm hatten und er unterschied sich auch schon rein optisch sehr von ihnen. Er hatte die feinsten Tücher und die teuersten Schuhe der Stadt gekauft, auf ein bestimmtes, passendes Erscheinungsbild legte er großen Wert. Die armen Menschen hingegen aus der Siedlung hatten nur grobes Sackleinen und waren oft ungewaschen und ungepflegt. Ihn störte das aber nicht, er grüßte jeden und fragte manchmal auch kurz nach dem Befinden. Nachdem er die kleinen Straßen einmal im Rundgang abgelaufen war, hielt er noch einen kurzen Plausch mit dem Siedlungsvorsteher und erkundigte sich über die Lage. „Es ist wirklich dunkel des Nachts, die Menschen haben Probleme, ihre Wohnungen zu finden“, sagte dieser und fragte, ob man nicht doch eine Straßenbeleuchtung anbringen könnte. Der Buchhalter wollte darüber keine Entscheidung treffen, nicht bevor er mit seinem Chef, den Inhaber der Stiftung Jakob F., darüber beraten hätte. Er würde aber darüber nachdenken, versprach er und verabschiedete sich vorerst.

Er kehrte zurück in die viel befahrene Straße und drückte sich an den Häusern entlang, Richtung Rathausplatz. Durch die vielen Pferdefuhrwerke, die um die Zeit schon unterwegs waren, waren die Straßen eng und etwas ungemütlich. Boten auf Pferden schossen an ihm vorbei, ohne nach links und rechts zu schauen. Eine militärische Patrouille aus vier Reitern ritt majestätisch an ihm vorbei. Ihre Rüstungen klirrten im Rhythmus, hin und wieder schnaubten die großen, muskulösen Pferde.

Nach einem kleinen Fußmarsch war er vorm Turm angekommen, der zwischen den Häuserreihen die Stadt überragte und auch als optische Orientierung für Neuankömmlinge diente. Er sah den kleinen Eingang, die Ausläufer der schmalen Treppe und überlegte kurz. „Soll ich jetzt da rauf und ein wenig mein Herz und die Lunge trainieren oder lieber gleich in die Schreibstube?“

Er entschied sich für die Morgengymnastik. Der lange Mantel hinderte ihn nach wenigen Treppenstufen sehr an seinem Gang. Er knöpfte ihn von unten her auf. Auf dem zweiten Stockwerk konnte er schon etwas weiter sehen und bewunderte die malerische Kulisse seiner Heimatstadt. Endlich, nach unzähligen Stufen und vielen, vielen Absätzen war er endlich in der Spitze, ca. 80 Meter über der Stadt, angekommen. Ein hervorragender Ausblick über die ganze Stadt, weit über die Stadtmauern hinweg, bis ins ferne Land, rüber zu den Alpen. Es war ein tolles Wetter.

Der Buchhalter freute sich auf den Tag.

Bloggen ist: Egal

Egal. Es ist mir egal. Mittlerweile ist es mir egal, ob ich viele Besucher habe oder nicht. Wie hoch mein Pagerank ist. Den PR 3 habe ich einfach in die Mülltonne getreten, unwichtig- weg damit! Es ist mir egal, ob mir jemand in Twitter „Guten Morgen“ sagt oder nicht, es ist mir egal, ob ich Follower habe oder nicht, es ist mir egal, ob ich jemand halten kann oder wieder verliere. Gleichgültigkeit ist eine gute Methode, locker und unbeschwert durch das Leben zu kommen- Gleichgültigkeit ist frei von Zielen, Wünschen und Strukturen.

Dennoch, eröffnet diese grundsätzliche Gleichgültigkeit das Leben für tiefere Empfindungen wie Mitgefühl und Anteilnahme. Gleichgültigkeit gegenüber Zielen heißt nicht Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen! Aber es bedeutet: Sie nicht festklammern zu wollen.

Wenn man etwas erreichen will, braucht man ein Ziel, einen Wunsch eine Absicht. Vielleicht ein Streben nach Besitz, nach „Haben wollen“.
Wenn man alle diese Absichten überwindet oder überwinden will, ist es völlig belanglos- unwichtig, was denn nun genau geschieht. Es gibt kein Gut, kein Falsch, kein Schlecht, kein Böse und kein bewundernswert.

Frei zu schreiben, bedeutet auch den Wunsch nach Besuchern und Anerkennung zu überwinden- es ist unwichtig- letztendlich schreibt man doch immer für sich selbst. Der Wunsch, ehemals Vater der Gedanken löst sich beim Schreiben auf, man entledigt sich ihm- das verschafft die Freiheit beim Schreiben und Denken. Es ist ein erholsamer, angenehmer, süchtig machender und schöner Vorgang.

Aber- zugegeben- es ist auch etwas seltsam. Es ist seltsam, kein Ziel zu haben. Ich blogge, wenn ich Freizeit habe, wenn ich mich frei von den Sorgen des Alltags machen will. Bloggen ist mein Ventil, meine Überlebensader, mein Überdruckventil in die kosmische Leere des Weltalls. Sicherlich, es gibt Leute, die es lesen. Sicherlich, es eröffnet Reaktionen, Abwehr, Lob, Zuneigung. Aber letztendlich führt es doch nur zu einem höheren und ausgeglicheneren Zustand des Nebeneinanders auf Augenhöhe.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig ich das Bedürfnis habe, mich zu vernetzen. Auf andere zu zugehen. Mein Blog ist wie mein Leben: Ich bin gerne einsam, ich bin gerne allein. Ich genüge mir selbst, ich strebe nicht, ich ruhe in mir selbst. Streng genommen ist das ein buddhistisches Ideal, ein Ideal der Ausgeglichenheit und der inneren Mitte. Manchmal wundere ich mich und denke „huch, ich sollte mal was für die Besucher tun“ oder „huch, wo sind die Werbeeinnahmen oder was sind meine Ziele…“ ? Aber immer und immer wieder lösen sich diese Ziele auf und nichts anderes als ein Berg aus virtuellem Papier entsteht.

Bloggen ist: egal.

Ministry of Writing

Vorgärten, Wälder, Dankbarkeit

Nun, da stehe ich inmitten dieser gepflegten Vorgärten, in diesen 90 Grad Winkel genauen Abbilder eines strengen Geistes, der sich nach Regeln sehnt. Wildes Wachstum, zementiert in Geradlinigkeit. Weiße Wände, sauber und klar. Gekehrte Auffahrten, sauber gepflasterte Terrassen ohne Fehler, klar abgesteckte Blumen und ordentlich hingestellte Blumengefäße.

Gärten, in die man sehen kann, die vor Zeigen und Gesehen werden wollen nur so strotzen -und dann doch so langweilen. Langweilig, wie Werbung. Sauber und kalt, wie eine Durchsage, wie ewig nach kopiertes und immer neu gefiltertes. Schön, ja- aber auch gleichgültig.

Im Grunde ist der Garten Quell der Natur und Wildheit und doch lieben so viele Menschen diese ordentlichen Gärten. Ich bin umgeben davon und erschrecke mich davor.

Wie ein Donnergrollen in der Idylle erscheinen die vier jungen Menschen auf den zwei Motorrädern, die so plötzlich die spießige Haardtrand-Idylle mit ihren knatternden Motoren am frühen Abend durchbrechen. Eine Frau nimmt ihren Helm ab, langes Haar kommt darunter zum Vorschein, vorher hätte ich sie eher für einen Gangster gehalten. Sie schaut mich streng an, eine Mischung aus Verlangen, Neugierde und Sehnsucht ist zu erkennen. Aber auch Abwehr und kritisches Mustern. Ich gehe schnell weiter, ich spüre Unheil und Aggression. Und auf das Gespür zu hören, ist immer ein guter Rat.

Was aber stört mich an den Gärten genau? Mich stört, dass ich keine Wildheit, keine Ungezwungenheit sehe. Dass alles so ordentlich, sauber und scheinbar übersichtlich und „perfekt“ ist. Dass die gepflegten Menschen der Mittel- und Oberschicht Ideale vertreten, die sich wiederum auf die ganze Gesellschaft auswirken und sie in einer Zange der Macht und Unterwerfung halten. Wie die Unterschicht lebt, ist eigentlich egal: diese prägen die Gesellschaft nicht, sie sind mehr eine Folge der Gesellschaft, von schlechten Aufstiegschancen, widrigen Arbeitsbedingungen, Ausbeutung, Dumping-Löhnen und allen anderen Argumenten die das linke, politische Spektrum so bieten kann. Oder soll man sagen, dass die „Unterschicht“ selbst daran schuld sei, sich selbst zu produzieren und nichts aus ihrem Schicksal zu machen? Dass sie vielleicht faul und ungeeignet sind? Welches Argument hat mehr Kraft?

Wie auch immer, kann ich nur beschreiben, was ich sehe, und das sind die Gärten der Mittel- und Oberschicht – und mir wird klar, warum es in Deutschland nicht voran geht. So ängstlich und unfrei, wie die Gärten gestaltet sind- und mögen sie noch vor Liebe, Blumen und Vielfalt glänzen, offenbaren Unfreiheit. Sie offenbaren ein Ideal aus Reichtum und Erfolg, welches aber nur eine Fassade darstellt. Sie gleichen einem Rundgang durch die meisten deutschen Blogs, die auch vordergründig und perfekt sein wollen und das dahinter liegende immer nur ankratzen, nie erreichen oder gar aufwühlen.

Der neu gemachte Gehsteig von geschätzten 200 Metern Länge z.B.: Er ist so kalt geworden. Funktional ja, aber auch kalt. Verzinktes Metall, und graue Steine. Das sieht nach nichts aus. Ordentlich, ja—-praktisch, vielleicht— teuer: gewiss— aber hübsch?

Kein Unkraut wagt sich noch durch, keine Pflanze kann dieser Bastion aus Stein und Willen etwas dagegen halten, Sturheit überwiegt. Sturheit der Steine.

Und zwischendrin, ziemlich sichtbar, quer, rebellisch und dunkel, erzeugt es einen so deutlich und unübersehbaren Kontrast, offenbart die 200 Gramm schwere Hinterlassenschaft eines Hundes den ganzen Widerspruch des gesellschaftlichen Dilemmas und der kollektiven Seele unserer Gegenwart.

Dreck passt nicht. Unaufgeräumtes ist unberechenbar. Schmutz gehört verboten, Reinheit muss her. Sauberkeit, Übersicht- und doch ist das echte Leben frei und chaotisch. Der all zu saubere Mensch verkommt, wird von seiner Seele abgeschnitten, ist einsam, perfekt und – kalt. Und vor dem Dreck des Lebens schützen kann er sich auch nicht. Dreck ist Leben.

Ich bin nur froh, dass dieser Ort so fest eingebunden ist in die heilende Kraft des Waldes, der mich immer und immer wieder neu erquicken kann. Im Wald steht alles, wofür das Leben steht, das Gute und Schöne und Heilsame. Der Wald hat die Kraft, mich nach nur einer halben Stunde Aufenthalt völlig zu reinigen und mich die Welt neu sehen zu lassen. Keine Fernsehsendung der Welt, kein Genussmittel und auch kein Essen hat diese Kraft. Der Wald ist so einfach und doch so perfekt. Der Wald ist Natur, Leben. Er riecht gut, er besteht aus einer so mannigfaltigen Anordnung der Gerüche, dass mir die Worte fehlen. Einmal der sandige Boden. Die warme Sonne auf der Borke der Bäume. Die geschnittenen Bäume am Wegesrand hüllen den Wald im Mai mit einem feinen Duft- so wie eine Frau sich abends ein Parfüm auflegt, so duftet der Wald nach Holz. Kerniges, frisches Holz aus Kiefern wie ein offenes Glas aus Honig vermengt mit frischem Cannabis. Würzig und stark, intensiv und verlockend. Unendlich.

Hummeln säumen den Wegesrand und verrichten ihre fleißige Arbeit. Sie lassen sich nicht beirren. Sie schauen nicht einmal, sie fragen nicht, sie arbeiten einfach. Die Hummeln wirken auf mich glücklich. Die Blätter auch, die feinen, wie sie sich im Wind wiegen. Ein wenig Sonne durchlassen, manchmal viel, feine Strahlen, die sanft auf die Haut prallen und tlw. versiegen, mir neue Kraft geben. Danke, Wald.

Danke, dass es dich gibt!

Nie Gewesenes- Quellen der Fiktion

Live-Blogging Part 1

Der letzte Schluck Schöfferhofer Weizen prickelt über meinen Rachen und ich denke mir „aaah“. Gar nicht so schlecht, dieses Getränk. Fein-herbe und süß mit einem Hauch von Hefeweizen- Nachgeschmack. Dabei nur 2,5 Umdrehungen und recht gut zu vertragen, auch für heulsusende, zartbesaitete, dünn gebaute und wenig Alkohol vertragende Weibchen- wie mich :).

Die Erinnerungen der letzten Tage prasseln ähnlich wie der Alkohol an meiner äußeren Gehirnrinde vorbei, ohne sich groß einzulassen, aber auch nicht ohne Unruhe und Gefühlsstrudel der Wankelmut zu hinterlassen.

Der Radiosender, mein Lieblingsvertreter Sunshine Live, hämmert leise im Hintergrund und eine recht hohe Frauenstimme schickt ihre Liebesbekundungen über die trancig-treibende Melodie. Sie versetzt mich in einen sanften Zustand der Trance, in einem Gleichmut der Gefühle, in ein Hoch- ein Hoch von dem es sich aus gut schreiben lässt.

Nun, meine lieben Leserinnen und meine lieben Leser, lasst mich euch eine Geschichte erzählen, eine Geschichte über mein Leben. Wo aber soll ich anfangen? Das ist stets die gleiche Frage.. die mich quält und peinigt und schlussendlich überwunden werden will- stets aufs Neue den Anfang wagen, das ist mein Motto.

Viel passiert ist nicht, nein vielmehr zeichnet sich der feinfühlige und etwas freakhafte Autor dadurch aus, dass er aus wenigen Sinneseindrücken viel macht, dass er aus der scheinbaren Belanglosigkeit und Oberflächlichkeit der Welt auch noch das Letzte, wie beim Zerquetschen einer Zitrone, herausholt.

Dabei streichelt mir mein Hund zart den Oberschenkel und will mir sagen „hab mich lieb“.

Nachdem der Autor es nun in nur wenigen Absätzen geschafft hat, Perspektive, Ort und Zeit, Geschlechter, Personen und Handlungsbezüge gleichermaßen zu tauschen und zu wechseln, bleibt nur noch die Frage: Was bleibt? Und ich hauche Dir mit einem fruchtigen, promillelastigen Atem, „nichts“ in dein Ohr.

In diesem fatalistischen Ausgeburt meines kranken Gehirns prägt sich stets neu ein Muster, dass ich nicht festhalten kann, dass nun mal auch keine Bedeutung hat. Es fließt einfach.

Nennt es Quell für Krankheit, nennt es Quell der Kreativität, nennt es mich, nennt es Mensch, egal wie, es ist. Ich bin.

Ich habe mich z.B. heute Mittag dabei erwischt, dass ich kurz vorm Einschlafen war und im Traum etwas gesagt habe. Da es nur ein recht dünner Schlaf war, geschah etwas Erstaunliches: Ich wachte auf und sprach im Geiste diesen Satz. Ich wurde wacher und wacher und dachte über die Bedeutung oder den Sinn des Satzes nach, nur um wiederum kurz darauf festzustellen, dass er absolut überflüssig und sinnlos gewesen war- und ich noch nichtmal mehr wusste, in welchem Kontext er geäußert wurde!

Dieser bedrohliche, gewiss Angst einflößende, vielleicht auch belanglose Zustand meines Geistes passt gut zu meinem derzeitigen Leben und meinen tieferen inneren Mental-Zustand.

Seit langem kann ich mal wieder stolz und fest behaupten: Ich fühle mich depressiv, bzw. die Depression hat mich wieder.

Was aber ist die Depression und woran erkenne ich sie? Wohlgemerkt, es ist eine leichte Depression- vielleicht auch einfach nur eine Verstärkung meiner natürlichen Grundstimmung des Zögern, Zauderns und Grübelns (anbei: ich habe den Unter-Titel des J.A. Blog geändert, doch dazu evt. später mehr).

Aber dennoch bin ich inzwischen mit meinen über dreißig Jahren – und diverser erlebter „Depressionen“ soweit zu erkennen, dass es eine ist. Ich habe keine Angst mehr davor, denn ich weiß, dass ich schon viele davon- u.a. eine sehr schwere überlebt und überstanden habe. Nein, ich lächle sogar und freue mich, denn es bedeutet, dass Neues kommen wird. Dass sich Altes auflösen und neues beginnen kann.

Depressionen sind Äußerungen des Geistes, alles Bestehende grundsätzlich in Frage zu stellen. Nicht unweigerlich alles, aber doch zumindest geläufige Quellen des Glücks und des Zeitvertreibs. Mein Blog z.B.: Nie zweifelte ich so sehr darüber, wie heute und jetzt. Nie habe ich soviel über den „Sinn des Bloggens“ nachgedacht, wohl wissend, dass es Abschaum, Ekel und Gelächter, vielleicht sogar Sarkasmus, Voyerismus und Sadismus der geneigten, heimlichen Leser, wecken wird. Ich stelle mich dar. Das Blog ist Spiegel meines Selbst und derzeit ist es ein so hässlicher, trauriger Spiegel voller Fragen und ohne Antworten.

Ich stelle mich vor ein Publikum und erkläre, dass ich nichts weiß. Dass ich ein Clown bin, der das Lachen verlernt hat und dem eine Träne aus Salz über das Gesicht kullert. Der über Liebe schreibt, aber doch so oft schon unglücklich verliebt war. Der über Freundschaften schwadroniert, aber keine hat. Der sich immer und immer wieder lächerlich und blöd macht und meint, dahinter auch noch einen Sinn erkennen zu können! Wie arm!

Ich schaue mir meinem Blog an, mein „Kunstwerk“ aus mühsam zusammen gefrickelten Zeilen, meine lose Ansammlung von Papiernestern und Unvollkommmenen und meine, es wäre „mein Werk“. Wie ein unerwachsenes Kind, dass eben einen ersten Strich aus blauer Kreide gezeichnet hat und nun felsenfest das gleiche behauptet.

Ich bin so stolz auf die zwei Euro Werbeeinahmen, dass ich fast einen Orgasmus bekomme und dass ich davon erregt werde. Dass ich in den Spiegel schaue und die große, gesellschaftsprägende Autorin der Nation erkenne. Dass ich mich zart über den Popo streiche und mich an meinen schönen, weiblichen Formen erfreue, mir in meinem langen blonden Haar herumwühle und mich unwiderstehlich finde! Dass ich mit einem freundlichen Lachen durch die Welt gehe und meinem einvernehmenden Wesen auch noch die letzten Zweifler auf meine Seite- die Seite der puren Weiblichkeit- ziehe!

Ohja, davon träume ich und ich träume mir meine Welt so bunt- so schön. Wie sie vielleicht nie war.

Nun- whatever in meiner Seele steht, ich finde es ist die Pflicht einer jeden Autorin, und wenn sie noch so unberühmt, unerfolgreich und geistig arm ist, darüber zu schreiben, was ich gesehen habe, euch gleichermaßen den Spiegel vorhalte, den ich in meinem Geist erkenne, was ich erlebt, gesehen und gefühlt habe.

Damit möchte ich beginnen, doch das wird ein neuer Text!

Also gemach.. 😉