Ausgeloggt

Naturschutzgebiet, Blick auf einen See
Naturschutzgebiet, Blick auf einen See

Freitag nachmittag! Ich hab mich aus der Woche ausgeloggt. Ganz bewusst, ganz spontan bleibt heute mal die Arbeit liegen.
Ich fahre den Computer herunter, ziehe mir meine einfache Hose, ein schlabbriges T-Shirt und die festen Wanderschuhe an. Um die Augen wird noch schnell ein bisschen Kajal drauf geschmiert, aber das wars schon. Die Haare bürsten? Bringt eh nicht viel, kann ich auch später noch machen. Wer soll mich schon sehen? Ich schnappe meine Handtasche mit den Siebensachen und fahre mit dem Auto ins nahegelegende Naturschutzgebiet mit den schönen Seen.

Eine herrliche, frische und freie Luft empfängt mich. Die Last der letzten Woche fällt von mir ab. „Bewusst runterkommen“ wie wichtig das ist. Ich bin die ganze Zeit krank gewesen und hab mir wohl einen Grippe-Virus eingefangen. Dennoch musste ich die ganze Zeit arbeiten, denn als Selbstständige hat man ständig Termin- und Zeitdruck.
Es war mir heute ein Bedürfnis, den Fluss der Zeit mal kurz anzuhalten. „Gotta get away from me!“

Termine absagen, auf die man sich eigentlich gefreut hatte. Die Freunde reagieren verständnisvoll, daran erkenne ich, dass es gute Freunde sind. Ich will ihnen etwas von mir geben, aber heute hab ich erstmal eine Grenze. Es geht nicht weiter.

Das Projekt wird mittendrin „abgebrochen“, der Computer hat alles gespeichert, ich kann auch am Montag noch weitermachen. Ich bestimme, wann ich aufhöre und ich bestimme, wieviel geht. Diese Freiheit fühlt sich gut an.

Auf dem See sind ein paar Enten. Die Natur ist noch im Wartemodus. Alles ist grau. Grüne Spitzen und Blütenansätze sieht man nur, wenn man genau hinschaut.
Gut Ding will Weile haben, alles braucht seine Zeit.




5 vor 11

Frankfurt, Blick vom Maintower nach Nordwesten
Frankfurt, Blick vom Maintower nach Nordwesten

Am Vortag hast du schon schlecht geschlafen. Du wälzt dich in deinem Bett hin und her, die Gedanken laufen Achterbahn. „Was wird mich erwarten? Werden wir alles finden? Werde ich pünktlich kommen? Soll ich das wirklich machen?“

Du bist dir immer noch nicht sicher, über das, was du vorhast. Es erinnert dich an eine alte Zeit, eine schmerzliche Zeit, die du hinter dich gebracht zu haben scheinst. Aber die Geister der Vergangenheit holen dich immer wieder ein. Du kannst nicht vor ihnen davon laufen. Sie kommen immer wieder, wenn du deine Stimme hörst, wenn du in den Spiegel schaust. Deine Vergangenheit ist überall.

Also hast du nur eine Wahl. Du musst dich in eine Zeitmaschine setzen und die Dinge, die passiert sind, verändern. Du musst Energie einsetzen, z.B. in Form von Geld. Du brauchst Geschwindigkeit, du musst Distanzen überwinden und Zeit und Raum krümmen.

Du musst nach Frankfurt fahren!

Dein treuer Begleiter, Mann und Vertrauter, dein Psychologe, Trainer und schärfster Kritiker sitzt mit an Bord. Er ist sogar so nett und fährt dich. Was soll noch passieren?

Das Wetter ist schön und sonnig. Eigentlich hast du genug Energie, wenn du nur nicht so schlecht geschlafen hättest. Ihr fliegt über die Autobahn. Das Navi sagt „Fahrzeit ca. eine Stunde“ und es geht auch erstaunlich schnell und gut voran, obwohl Freitag ist und die Straßen relativ voll sind.
Du würdest gerne, dass er langsamer fährt, dass er nicht so rast. Aber er ist unerbittlich und lässt nicht mit sich reden. Du bist doch diejenige, die am morgen soviel herumgetrödelt hat. Sei doch froh, dass er Deine Trägheit jetzt mit seiner Energie und Aktivität wieder gerade bügelt! Sei doch froh, dass es andere für dich übernehmen, was du selbst nicht kannst.

Als ihr nach Frankfurt reinfahrt, fühlst du dich wie ein kleines Kind, das zum ersten Mal in eine Großstadt kommt. Du reißt die Augen auf! Alles strahlt und glänzt, die Glasfassaden sind beeindruckend. Diese Stadt fühlt sich schon auf dem ersten Meter wie eine Großstadt in den USA an.

Frankfurt Hochhäuser und zwei Kondensstreifen
Frankfurt Hochhäuser
und zwei Kondensstreifen

Du reibst dir in den Augen. „Bin ich wirklich noch in Deutschland? Das ist ja krass!“ Ein interessanteres Gebäude folgt dem Nächsten. Manche sehen aus wie Ufos. Der Messeturm ragt in der Ferne auf und rückt immer näher. Eine seltsame Figur an der rechten Seite schwingt einen komischen Hammer. Du willst sie noch anschauen und überlegen, was das genau bedeutet, da seid ihr schon dran vorbei geflogen. Die ganze Zeit ging es zügig vorwärts, doch jetzt, wo ihr euch der Innenstadt nähert, wird es langsamer. Eine rote Ampel folgt der nächsten, die Verkehrsdichte nimmt zu, ihr nähert euch „downtown“. (https://de.wikipedia.org/wiki/Hammering_Man )

Ihr fahrt genau zu dem Parkhaus, dass du zu Hause am Computer herausgesucht hattest. Die Bewertungen waren gut, es ist in der Nähe von deinem Ziel-Ort, was soll schon schief gehen? Als ihr ankommt, merkst du, dass ringsherum um das Parkhaus eine riesige Baustelle ist! Scheiße, denkst du dir, mal wieder ein derber Planungsfehler. Straßen sind abgesperrt, überall ist Baulärm, das Parkhaus sieht total verbaut aus. Trotzdem kann man reinfahren. Überall sind rote Flatterbänder und provisorische Stahlstützen, die die Decke absichern. Viele Parkbuchten sind nicht zu befahren. Eimer mit Mörtel und Werkzeuge liegen herum. Das ganze Gebäude vibriert und dröhnt, weil die Stockwerke über euch schwer gearbeitet wird. Das also bedeutet die Figur mit dem Hammer…

Du hast nicht viel Zeit zu überlegen und rast mit deinem Begleiter nach draußen. Jetzt müsst ihr nur noch schnell die Adresse finden! Es ist schon 5 vor 11, viel Zeit bleibt nicht mehr!

Aber so einfach ist das nicht. Zuerst muss mal das Smartphone und dein innerer Kompass„eingenordet“ werden. Wo geht´s hier lang? Wo bin ich überhaupt?
Du hast zwar eine Adresse, aber hier an der Junghofstraße herrscht erstmal Chaos. Du gehst durch eine Fußgängerunterführung. Du kommst in eine sehr chice und edle Straße mit teuren Boutiqen und Schmuck-Geschäften. Meine Güte! Wenn das hier überall so aussieht, dann bin ich ja genau richtig. Der Kleidungsstandard schießt plötzlich steil nach oben. Überall kommen dir chic angezogene Herren mit Anzügen und teuren Mänteln entgegen. Duftwolke um Duftwolke reihen sich aneinander. Auch die Damen sind natürlich sehr gut angezogen, mit teuren Handtaschen und edlen Schuhen. Die Haare perfekt frisiert. Und dazwischen du. Du fragst dich schon wieder, warum es dir eigentlich nicht wirklich gelingt, deinen eigenen „Standard“ noch weiter nach oben zu schrauben, warum du damit so große Probleme hast? Warum hast du schon wieder nur eine einfache Jeans und einen relativ normalen Pulli (immerhin mit eingewebten Glitzerfäden) angezogen? Was mache ich hier überhaupt? Schon wieder diese Zweifel!

Alte Oper in Frankfurt
Alte Oper in Frankfurt

Aber dafür bleibt keine Zeit! Es bleibt einfach keine Zeit. Denk an die Zeitmaschine. Da musst du jetzt durch, das Ticket ist schon fast gebucht. Du musst nur noch zum Schalter rennen, den Knopf drücken, in die Kamera lächeln und schon wird dir aufgetan…

Ein sehr netter Herr begrüßt Dich. Er hat dich schon erwartet. Wartezeit 0.0. Mit einer Punktlandung nimmst du in dem edlen und hellen Beratungszimmer Platz. Die Stühle sind bequem und es wird dir sogleich etwas zu Trinken angeboten. Ein junges Mädchen kommt dazu. „Wir sind heute nicht ganz alleine. Ich hoffe, das ist okay für Sie?“ sagt der eloquente Herr im mittleren Alter, der sofort eine beruhigende Wirkung auf dich ausübt. „Das ist eine junge Medizinstudentin. Sie lernt das alles hier.“

„Nein, hab ich kein Problem damit.“ Du lächelst sie an. Warum will ich immer nett zu allen sein? Das denkst du dir noch, doch das Programm geht gleich weiter.

Der nette Herr stellt dir ein paar Fragen, dann schiebt er dir gleichen einen Fragebogen (zwei Seiten) rüber. Das hast du schon erwartet. Krankheitsvorgeschichte, irgendwelche Operationen in den letzten Jahren, Adresse, Email, Werbung JA oder NEIN und wie bin ich aufmerksam geworden?

Ja, wie bin ich aufmerksam geworden? Über das Internet natürlich. Über Bewertungen, über Vergleiche mit anderen…

„Ist denn bei ihrer Nase alles in Ordnung?“ Du horschst in dich hinein und musst spontan antworten „Ja, ist alles in Ordnung.“

„Kein Unfall gehabt in der letzten Zeit? Nie gebrochen?“ „Nein….“

„Probleme mit der Nasenatmung?“ „Nein, eigentlich nicht. Funktioniert alles gut.“

„Wie lange denken sie schon darüber nach, ihre Nase operieren zu lassen?“ „Eigentlich schon über 10 Jahre“

Du denkst nochmal nach. Nein, seit Anbeginn der Zeit. Noch viel länger. Seitdem ich 16 bin. Also schon über 25 Jahre. Ein Vierteljahrhundert denke ich darüber nach, meine technisch einwandfreie, sehr gut funktionierende, aber nicht ganz makellose und etwas knollig-dicke-männliche Nase operieren zu lassen.

„Dann warten sie bitte einen Moment, die Frau Doktor kommt gleich“. Ok…

Mainufer, Blick auf Dom und EZB
Mainufer, Blick auf Dom und EZB

Du wartest einen Moment. Du bist aufgeregt, drehst das Glas mit Wasser in deiner Hand hin und her und guckst aus dem Fenster und die Einrichtung an. Aber dir fällt nicht viel auf. Du kannst nicht viel sehen. Du bist im Gedanken bei der Frau Doktor.. Du hast sie schon im Internet gesehen. Sie sah nett aus. Sympathisch, vertrauenserweckend, irgendwie.. Das war auch einer der Gründe, warum du dich für sie entschieden hast und in diese seltsame Zeitmaschine fernab deiner Heimat steigen wolltest.

Eine junge Frau kommt mit schnellen Schritten in den Raum (der typische Chirurgenschritt) und sie fasst dich gleich an der Schulter an.

„Ja Hallo, da bin ich. Und sie sind Frau Böttcher? Freut mich!“

Sie lächelt dich sofort an und du kannst fast kein Ton mehr herausbringen. Wenn sie dich nicht gleich angefasst hätte, wärst du gleich zur Salzsäule erstarrt, mindestens.

Sie stellt die gleichen fachfraulichen Fragen wie ihr Kollege, nur noch ein bisschen fundierter. Sie schaut dich eindringlich an, natürlich auf deine Nase, deine Schwachstelle. Es ist dir peinlich. Sie schaut genau hin, kann dich sofort einordnen. „Sie haben eine dicke Haut…“… und „Ihr Gesicht ist nicht ganz symmetrisch, z.B. die Augenbrauen sind etwas unterschiedlich“. (Echt?) „Aber ihr Gesicht ist länglich, da passt eine schmalere Nase schon…“

Du gehst mit ihr zum Stuhl, legst dich drauf und fühlst dich fast wie beim Zahnarzt. Sie ist dir jetzt ganz nah. Sie hat ein seltsames Gestell auf der Nase und beugt sich über dich. Schnell kommen weitere medizinische Fachbegriffe herausgeschossen. Der nette Herr schreibt alles auf. Die Medizinstudentin sagt nichts und beobachtet nur. „Septumdeviation links, Septumleiste…“

„Aha? Das hatten die anderen HNO Ärzte aber nicht gefunden“, stelle ich erstaunt fest. Sie lächelt.

Ihre Untersuchung ist genau und präzise. Sie ist nett und zuvorkommend. Sie hört mir zu. Sie kann alle Fragen beantworten.

Und sie ist sauteuer. Sie ist die beste und ich will nur noch die Beste.

Die anderen Fragen und Formalitäten rauschen nur noch an dir vorbei. Es ist egal. Preis, Hotelzimmer, Nachsorge, es kommt dir jetzt alles lächerlich vor.

Du hast dich schon entschieden in dem Moment, als sich eure Seelen begegnet sind. Das ist so ein Frauending. Versteht man sich oder nicht?
Passt es oder nicht?

Und es passte.

Enten am Mainufer
Enten am Mainufer




Organisationstalent

 

Ich gebe zu, ich bin ein wahres „Organisationstalent“. Bzw. ich halte mich für eins!
Was ich schon alles an Zetteln und Listen angelegt habe.

Ich stelle sie euch mal vor:
Erstmal der Jahreskalender in einer schicken A4-Übersicht, der Wochen-Querkalender zum Blättern und der Online-Kalender für unterwegs (der war früher ein kleines Büchlein und wurde jetzt aufs Smartphone verlegt). Erweitert werden diese Jahres- und Monatsplanungen mit Terminen meiner Schwester (wegen der Schulferien in einem anderen Bundesland) und den speziellen Terminen für Weinfeste (gibt einige in der Pfalz) und alle interessanten Konferenzen und Messen. Wenn das nicht schon genug an „Planung“ wäre, schießt mir Dr. Facebook immer noch rechtzeitig wahnsinnig interessante Veranstaltungen dazwischen, die ich auf keinen Fall verpassen sollte!

Dann hab ich Listen mit Menschen, die ich kürzlich kennengelernt habe (Soziale Kontakte) und Dinge, die ich mit anderen Menschen machen möchte (Soziale Aktivitäten). Da ich naturgemäß ein ziemlich starker Einsiedler mit Hang zur Unabhängigkeit bin, helfen mir diese Listen, meinen inneren Schweinehund zu überwinden und mich auf das Wesentliche (nämlich das Mitmenschliche) zu konzentrieren. Ich habe des weiteren eine Sammlung mit allen Selfies (nach Jahren sortiert) und eine Sammlung mit meiner äußeren, optischen Veränderung (seit ca. 1999 – ich bin immer dicker und weiblicher geworden).

Ich hab einen ganzen Ordner mit „Reiseplanungen“, da sind alles Reisen drin, ich ich mal gemacht habe oder machen möchte.
Diese sind wiederum unterteilt in „Essen gehen in der Pfalz“, in „Wandern“ und der Rest ist meist nach Städten und Ländern sortiert.
Die letzte Reiseplanung einer größeren Stadt war übrigens München, da hab ich jetzt alle Unterlagen von 2011 gelöscht. Denn die Reise wurde nie angetreten, nur geplant. 😉

Ich habe eine Übersicht mit allen Computerspielen, die ich mal gekauft habe (sind einige) und alle guten Filme und Serien, die ich mal auf Netflix anschauen möchte. Eines der wichtigsten Dokumente der letzten Zeit heißt „Neues Konzept für meine Webseite“ und natürlich „Schreibprojekte“. In diesem Konzept sammle ich Ideen und Leitfäden für das neue Blog-Projekt. Umgesetzt wurde bis jetzt nur wenig, denn es kommen ständig neue Ideen dazu. Die Schreibprojekte enthalten angefangene Texte und Sammlungen, die über den üblichen Umfang hinaus gehen. Auch diese verlangen nach Fertigstellung, denn immer nur anfangen und nie fertigstellen ist die größte Krankheit der Kreativen.

Ich habe ein Dokument, wo ich mir überlege, was ich alles fotografieren möchte (Orte, Schauplätze, Szenen, etc.), wann und zu welcher Tageszeit ich sie am besten besuchen sollte und wie ich es durch theoretisches Wissen „verbessern“ kann. Denn schaut euch z.B. mal die Fotos auf Instagram zu Mannheim an: Hashtag „quadratestadt“, da seht ihr was ich meine. (https://www.instagram.com/quadratestadt/) Wie erreicht man so eine herausragende Bildqualität? Nur durch akribisiche Planung und beste Vorbereitung, indem einfach „alles passt“. Dem Zufall überlässt nur der Laie das Leben. Wo wir schon bei Instagram sind: Da will ich demnächst auch eine Liste anlegen mit guten Hashtags zu bestimmten Themen, damit man nicht immer wieder aufs neue „raten“ muss, sondern aus einer gut gewählten Vorauswahl an Doppelkreuzen wählen kann.

Ganz wichtig und neu dazu gekommen ist mein „Diätplan“, wo ich meine Ernährung protokolliere und der „Sport-Plan“ wo ich eigentlich meine sportlichen Aktivitäten protokollieren sollte. Darüber hat sich mein Schatz schon lustig gemacht und gelästert, dass ich immer nur solche Listen schreibe, sie aber selten mit Inhalt fülle und bei der Umsetzung sowieso die größten Schwierigkeiten hätte! In diese Kategorie passt auch der „Gewichtsplan“. Ich habe seit Januar 2018 kontinuierlich an Gewicht verloren (ca. 3.5 kg), als das erfolgreiche Abnehmen dann im November 2018 stockte (die Weihnachtszeit bahnte sich an), habe ich das weitere kleinliche Notieren meines Gewichtes erstmal unterlassen. Selbstbetrug! Scheinheilig! Mögt ihr denken und ihr habt Recht.

So wie die meisten Listen eigentlich nur den hehren Wunsch nach Erfüllung beinhalten. Dennoch finde ich sie sinnvoll!
Denn die Listen sind der Versuch des denkenden Bewusstseins das Kraut an Möglichkeiten und Chancen, die das Leben so bietet, erstmal durchzukämmen und anschließend eine Ordnung aufzusetzen. Bzw. der Ungewissheit des kommenden Jahres ein Schnippchen zu schlagen und durch emsige Planung und Vorbereitung alle (auch unangenehmen) Eventualiäten des Lebens vorzubeugen. Dennoch sollte man nicht die Praxis und die eigentlich Umsetzung aus den Augen verlieren. Denn in der Praxis erweisen sich Dinge oft als völlig anders. Gerade bei den Reiseplanungen in unbekannte Städte ist das so. Man schaut sich die Stadt vorher auf der Karte an und schreibt sich die wichtigstens Adressen raus. Wenn man die Stadt dann wirklich besucht, treten völlig unvorhergesehene Dinge auf: Diese oder jene Straße ist gesperrt und es gibt kein Durchkommen! In der Stadt mit den vielen Tunneln geht plötzlich das Navi nicht mehr! Dieses Restaurant wurde gut bewertet, aber das Essen schmeckt gräuslich. Jenes Hotelzimmer sah so hübsch aus, aber es liegt an einer viel befahrenen Straße und es gibt keine Lärmschutzfenster.

Dennoch bin ich lieber „mit Planung“ unterwegs als „ohne Planung“. Eine gute Planung ist die Landkarte für das Leben. Es hilft im Dschungel der Möglichkeiten die Übersicht zu behalten. Aber einen Weg bahnen muss man sich immer noch selbst.




Licht und Schatten

passende Musik „Peet“ von P. Kalkbrenner

Heute war die Stimmung nicht so gut wie sonst. Es war einfach zu warm. Zu heiß, zu schwül. Alles klebt. Im Gehirn ist nur Matsch. Die Motivation für irgendwelche produktiven Arbeiten geht gegen null. Alles kostet Geld. Überall Barrieren, überall Widerstände. Keiner hilft. Keiner sagt mal was nettes. Man bemüht sich ewig und keiner ist da, der es wertschätzt. Man kann sich nur selbst wertschätzen. So wie man es in 99% der Fälle sowieso immer machen muss.

Die Emotionen sind voll da. Mal so und mal so. Schön, wenn sie nach oben gehen! Aber wehe, wenn sie drohen, wieder in die Tiefe zu fallen. Dann muss schnell die nächste Tablette her. Das hormonelle Anti-Depressivum gegen die Verzweiflung. Die blaue Wunderpille, die hübsch und weiblich macht. Doch es ist wie bei einer Droge: Zuerst wirkt es gut und man hat ein „high“… danach verändert sich der Körper in Richtung weiblich und der Körper will immer mehr davon. Die Seele auch. Die Gefühle auch. Die Identität auch.

Doch bleibt alles nur eine Illusion, eine Täuschung. Geiles Gedankenkino, ohne Frage. Aber nur Einbildung, nur Wunschdenken. Nicht wirklich real. Willkommen in der Zwischenwelt.

Gestern bin ich vom Zahnarzt die viel befahrene Straße nach Hause gelaufen. Ich merke, dass mir die Autofahrer hinter her gucken. Wenn das Auto sehr männlich wirkt und auf Dominanz designt ist, sind meistens auch die Fahrer männlicher und gucken eher zu mir rüber. Und ich gucke auch eher zurück. 😉 Meine Formen haben sich schon verändert, das Gewicht ist weniger geworden. Die Leute fangen an, anders auf mich zu reagieren. Egal, was ich anziehe, mein Gang wird immer weiblicher. Die Fettverteilung hat sich verändert, die Muskeln sind schwächer geworden. Ich fühle mich wie auf dem Präsentierteller. Empfinde es teils als reizvoll, teilweise auch unangenehm. Mein Gesicht wirkt auch weiblich, wenn es ungeschminkt ist. Ich muss es nicht betonen. Aber ich kann es auch nicht verbergen. Auf dem Weg kommt mir eine Gruppe junger Frauen mit Kopftuch entgegen. Wahrscheinlich junge Flüchtlinge. Sie sehen alle sehr fremdländisch aus und haben mal wieder keinen Mut, mir in die Augen zu schauen. Ihre Kultur ist anders als unsere, das merke ich beim ersten Blick. Ganz unverhohlen mustere ich sie von oben nach unten. Ich beneide sie manchmal um ihr Kopftuch und dass sie sich verstecken können, wenn ihnen danach ist.

Die eine Frau trägt ein Kind auf dem Arm. Sie gehen zum Bus.
Ich gehe zum Auto und stelle fest, dass zwischen ihnen und mir nur noch eine ganz kleine Distanz ist. So geht es mir im Moment mit vielen Frauen. Die Resonanz zu ihnen wird viel stärker. Ich kann mich besser in sie hineinversetzen. Und alles männliche rückt von mir ab, gewinnt daher an Reiz.

Die Zahnarzthelferin war heute sehr freundlich und hilfsbereit. Sie hat das richtig klasse gemacht mit der Zahnreinigung. Sie war sanft und hat mehrfach gefragt, ob es mir weh tut und ich eine Pause brauche. Ja, hat weh getan, aber dennoch ist sie so gefühlvoll und erfahren vorgegangen, dass mir fast die Tränen vor Rührung gekommen wären. Da ist jemand, der sich um mich kümmert. Der sein ganzes Berufsleben dafür hergibt, anderen Menschen hübsche Zähne zu machen und die Ängste zu nehmen. Ich fand sie so klasse. Dann hat sie noch ganz ausführlich die Zahnreinigungstechniken und verschiedene Zahnbürsten (elektrische) erklärt. Als kleinen Bonus hab ich noch eine Zahnpasta gegen Zahnfleischbluten und eine kleine Bürste für die Zwischenräume bekommen.

Nach der Zahnreinigung musste ich noch ca. 30 Minuten auf dem Zahnarztstuhl liegen (fast ganz nach hinten) und eine bequeme Position für den Kopf suchen. Warum haben sie mich nicht gleich fixiert? „Der Doktor kommt gleich, bitte haben sie noch etwas Geduld!“ Also hatte ich noch etwas Geduld. Schließlich bin ich ja auch sehr gut behandelt worden, die Frau hat mal wieder die Arbeit gemacht. Dann kam der Chef, ein sehr netter freundlicher Arzt, der auch Kinderbuchautor sein könnte, der aber mit seinen Werkzeugen auch höllische Schmerzen bereiten kann. Er guckt kurz mit dem Spiegel in meine Kauleiste, murmelt etwas, guckt nochmal rechts und nochmal oben und meint dann, dass ich ruhig öfters kommen kann, wenn das nicht besser wird mit der leichten Entzündung. Ich auch die Zahnreinigung öfters machen sollte. Weiß ich ja. Hab nur meistens keinen Bock drauf. 😉




Supermarkt und so

 

Mutti, gestern war ich einkaufen. Ganz normal, musste mal sein.
Die ganze Woche war elend heiß, Mann, hat mich voll abgenervt. Kopfkino, Gesangstraining, Barbie-Träume, mehr war nicht die Woche.

Und nix frisches im Haus.. nur so Sachen, auf die ich null Bock hatte. Brot z.B. Was will ich mit Brot, wenn ich keinen Belag habe?

Also rein in die Dusche, rein in die Klamotten (warum schlabbert die Hose so?)
und dann ins Auto gehüpft. Wetter war ok. Die Tussi von früher hat mir so eine geile Karre in den Hof gestellt ich war schon neugierig, wie der abgeht.

Also Zündschlüssel drehen.. auf Gaspedal drücken. Hui, das gibt ja ein Satz nach vorne. 😉

Ich weiß nur eins, 16-Jährige Mädchen im Körper einer 39-jährigen sollten keine Autos mit V6-Motor fahren dürfen. Die Automatik (4 Gänge) ist schlecht abgestuft, der Motor heult ständig auf, wenn man es übertreibt. 😉
Ansonsten macht es mega Spaß. Und mein Typ hat mir geholfen, den Luftdruck in allen vier Reifen genau gleich hoch einzufüllen, so dass die Straßenlage jetzt auch besser ist.

An der Ampel konnte ich es kaum erwarten, mal so richtig draufzudrücken.
Oh Mist hier ist ja 60… und ich bin schon drüber… auf der Landstraße dann so ein Depp mit großem SUV, der von hinten gedrängelt hat und gemeint hat, weil ich eine Frau bin, muss er mal zeigen, wer hier den größeren hat.

Hehe, den hatte ich dann. Weil ich so schnell um die Kurven gefahren bin, dass ich ihn abgehängt hab.
War aber auch gefährlich, auf der Landstraßen kommen einem tausend Autos entgegen (Freitag mittag)
und es ist nicht immer klar, dass die auch auf ihrer Spur bleiben und so.

Dann mit Vollgas über die breitere Umgehungsstraße und schwupps war ich schon im Supermarkt.

Mit dem breiten Grinsen durch die Gänge gelaufen. Warum grinsen mich alle Leute zurück an?

War recht voll. Ich bin als erstes zur Strumpfabteilung… weil die feinen Dinger oft nicht so halten.
Frauenproblem. Es gibt hier eine Packung, 10 Strumpfhosen für den Preis von 2 Euro!! Mann das ist ja geil. Leider war die Packungen verdrückt und tlw. geöffnet, dass ich die doch nicht genommen hab. ICH TRAU DENEN NICHT.

Bei der Auswahl der richtigen Strumpfhose bin ich dann durcheinander gekommen. Maaaan, nicht gut, wenn man ungeduldig ist, es eilig hat und ständig andere Leute von hinten den Wagen an einem vorbei fahren oder quengelnde Kinder irgendwas dazwischen schreien. Jetzt werd ich schon wieder voll aggro!! Mal gibt es ne Einheitsgröße und mal nicht. Und dann diese komischen Bezeichnungen für die Farben!! Ist das jetzt schwarz oder hautfarben?? mehr braucht man doch nicht.

Egal, ich also weiter, erstmal zum Beauty-Regal. Nagellackentferner brauch ich noch dringend, das letzte Mal ewig gesucht in den 100 Quadratmeter- Frauen-Schönheits-Regalen.. aber jetzt. AUF ANHIEB!

Noch einen Duft ausssuchen… mein Parfüm ist schon wieder alle, keinen Plan warum.
Mal testweise an einem Männer-Duft geschnuppert. Ist fein, macht mich sofort an, Kopfkino und so.

Aber für mich gibt es nur eines…. Christina Aguilera, I love it.
Gibt es jetzt auch als „Glam-Version“, leider ohne Produkt-Tester… daher konnte ich nicht sagen, ob das gut ist oder nich. Und wieviel wollen die im Supermarkt dafür haben? Waaat the fuck, 10 Euro für 15 Milliliter???
Mein neues Frauen-Leben ist teuer geworden, überall wird man abgezockt. Noch einen Concealer für die Augenringe rausgesucht… whaaaat ?? 6 Euro???? Für ein bisschen Chemie-Paste, die in der Herstellung 30 Cent kostet??
Egal muss sein.. Schönheit geht über alles.

Dann noch zum Brotregal. Eine ältere Dame war verunsichert, suchte etwas („diese kleinen Vollkorn-Scheiben“), aber ich als Freundin und Helferin wusste sofort wo die stehen und hab ihr geholfen. Side-Effect! Ist cool, wenn man nett sein darf. 😉

Also bin ich weiter nett und voll grinsend durch den Supermarkt gehüpft und hab alles in Prinzessin-Rosa Farben gesehen. War cool. Irgendwas eingekauft, etwas planloser als sonst.
Tausend Sachen vergessen, egal.

Draußen dann noch ein Kiwi-Verkaufsstand, grüne und gelbe Kiwi mit Spießchen zum Probieren. Ich natürlich probiert. Weil Frühstück war mal wieder nich. Zwei sehr nette Leute, die das promoted haben. Sehr nett, ich mich gleich auf ein Schwätzchen eingelassen (mach ich sonst nicht, alles ist anders) und 8 Kiwis gekauft. Vier gelbe und vier grüne. Dazu gab es zwei Speziallöffel zum Kiwi-Auslöffeln. Super, Vitamin C- Bombe genau das worauf ich im Moment stehe.

Tja dann den ganzen Kram in den Kofferraum gekippt.. Noch schnell zur Apotheke gehastet und dann endlich daheim und die 200 kg Einkäufe erstmal verstaut. Ach ne beim Aldi war ich ja noch. Und hab eine Ladung H-Milch gekauft (voll schwer, hab ausgerechnet, müssen 12 kg sein). Zu Hause dann festgestellt, dass ich noch ganz viel Milch hab (im Vorratslager) aber mir die Dosenmilch fehlt! Aaargh! Ansonsten war es cool. Bis denni.




Freitag vor Pfingsten

Eine junge Frau zwischen 30 und 40 Jahren hat heute beschlossen, das „kühle Wetter“ am Vormittag zu nutzen und ein bisschen Gartenarbeit zu machen. Nur nicht so lange warten und wieder stundenlang am PC abhängen… Man muss die Gunst der Stunde nutzen und früh ans Werke gehen! Denn, so flüsterte mir mein schlechtes Gewissen ein, an der Garage würde das Unkraut und die Hecke schon kräftig sprießen und auch aus allen anderen Ritzen an der Straße und im Vorgarten wartet einiges an Arbeit.

Gesagt, getan. Natürlich musste erstmal ein Kaffee getrunken werden, um auf Touren zu kommen. Das Frühstück lässt die junge Frau traditionsgemäß weg, das belastet nur und drückt schwer auf den Magen. Aber einen zweiten Kaffee kann man sich ruhig gönnen. Und noch die eine Schlagzeile hier und die andere Schlagzeile dort im Internet angeklickt. Geistige Nahrung für das News-Frühstück. Habt ihr schon gehört, dass Trump jetzt aus dem Klimavertrag von Paris aussteigen will? So ein Irrer, was hat der sich bloß dabei gedacht? Die Replik des französischen Präsidenten lautete daher auch passend: „Make our planet great again“. das kann ich nur unterschreiben…. und beim nächsten Blick auf die Uhr war es schon 10 Uhr!

Heute ist ein besonderer Tag, denn zeitgleich warteten wir auch auf ein besonders wichtiges Paket, das mit Express-Dienst gerade heute, meinem so wichtigen Garten-Tag zugestellt werden sollte! Noch ein Grund mehr, zeitig an die Arbeit zu gehen und nicht so sehr zu trödeln. Aber einen dritten Kaffee kann man sich noch gönnen. Mann, der wärmt auf! Lieber noch was kaltes trinken und dann gehts endlich an die Arbeit! 😉

Als ich am Platz der Arbeit angekommen bin, stelle ich fest, dass die rüstigen Rentner neben mir schon längst bei der Arbeit sind. Es ist jetzt 10 Uhr und so wie es aussieht, sind sie schon gleich fertig und bereit sich ins kühle Haus zurückzuziehen. Ein Blick aufs Außenthermometer verrät, dass es jetzt schon 28 Grad sind, dazu drückende Schwüle. Die junge Frau war mal wieder zu spät und hat zu lange herum getrödelt. Die Hecke ist schnell abgeschnitten, parallel achte ich immer mit einem Auge auf den Paketboten. Nachdem die Kämpfe mit Hecke und Unkraut fast gewonnen sind und ich die bis oben hin gefüllte Schubkarre zum Eingang schiebe, kommt gerade ein kleines Auto um die Ecke gebogen! Oh schön, denke ich, da ist endlich das Paket!

Eine junge Frau zwischen 20 und 30 Jahren steigt aus dem Wagen und begrüßt mich mit einem strahlenden Lächeln. „Nanu, kein Paket in der Hand, denke ich mir. Und was ist das für ein komischer schwarzer Wagen. Müsste der nicht gelb oder weiß oder in einer anderen Farbe sein?“.
„Guten Tag, die Schornsteinfegerin“ entgegnet sie mir da schon, als sie aussteigt und ich bin tatsächlich überrascht. Lasse mir nichts anmerken, dass ich über eine Frau in Männerberufen doch etwas überrascht bin und schaue an meiner dreckigen Hose, dem verschwitzten T-Shirt und dem Gartengerät herunter, das gerade so neben mir liegt.
„Störe ich, passt es?“ fragt sie mich höflich, was ich sehr nett finde und von Männern ähnlicher Dienstleistungen meistens überhaupt nicht berücksichtigt wird. Sie hat schon einen Punkt bei mir gewonnen. „Ich hab gesehen, dass das Auto dort steht und die Tür offen war, da hab ich gedacht, endlich seit ihr mal anzutreffen.“ „Nein, sie stören überhaupt nicht, kommen sie ruhig rein“ sage ich zu ihr und habe gerade das Gefühl, eine gute Freundin zu empfangen und ihr gleich ein Glas Apfelschorle anzubieten.
Die Heizung wird kurz angeworfen, ein paar technische Fragen werden ausgetauscht – aber sie nimmt Rücksicht und lässt die Heizung nicht ganz durchlaufen. Bei der Hitze bin ich recht erleichtert, denn in den Innenräumen ist es schon über 24 Grad. Ich habe gerade noch Zeit, mir meine Hände zu waschen und den Schweiß und Dreck aus dem Gesicht zu wischen, da ist die Routinekontrolle auch schon fertig. Ich erfahre noch, dass ihr Kollege jetzt seit 12 Wochen krank ist (Bandscheibenvorfall) und daher die Arbeit liegen geblieben ist. Sie ist also die neue, die als Vertretung einspringen musste, aber jetzt erstmal die liegen gebliebene Arbeit aufarbeiten muss. Ich bin ganz angetan und freue mich endlich mal eine weibliche Schornsteinfegerin angetroffen zu haben. Das bringt bestimmt doppeltes Glück. 😉 Sie fragt noch nach einer Adresse eines Nachbarn und wie man den erreichen kann. Das Hofgut hat nämlich zwei Eingänge. Einmal zur vorderen Straße und einmal hinten heraus. Der offizielle Eingang ist schwer zu finden und liegt quasi an einem Feldweg.

Ich verabschiede die Schornsteinfegerin und mache mit der Arbeit weiter. Alles ist trocken, nur die wichtigsten Pflanzen werden gegossen und versorgt. Wasser sparen, save our planet! Hier hat es schon sehr lange nicht mehr geregnet, man spürt die Folgen deutlich.

Und das Paket ist immer noch nicht da. So langsam werden wir ungeduldig. Wenn sie uns vergessen haben? Und das wichtige Teil erst nach Pfingsten kommt? Ich mache weiter mit meiner Straßenkehrer-Arbeit, zupfe mit meinen kleinen Fingern das Unkraut aus den Ritzen und treffe dabei eine junge Frau zwischen 30 und 40 Jahren. Eine Nachbarin, die mit ihrem Hund spazieren geht. Wir grüßen uns freundlich und sind im Geist verbunden. Tja, die Pflichten, die müssen halt getan werden. Derweil sitzen die besten Ehemänner der Welt im Kühlen und genießen ein schattiges Plätzchen….

Meine bessere Hälfte redet mit mir über das Paket. Ich gehe duschen, damit er in der Zwischenzeit auf den Boten aufpassen kann. So wechseln wir immer hin und her. Es kommt aber keiner. Er fährt zur Arbeit und genau in dem Moment kommt gerade ein neues Auto in die Nebenstraße gebogen.

Eine junge Frau zwischen 30 und 40 Jahren steigt aus dem Auto. Mit schnellen Schritten eilt sie zum Eingang, dabei hat sie ein kleines Paket in der Hand. Sie fragt: „Na, habt ihr schon auf mich gewartet?“, vermutlich, weil ich sofort an der Tür bin.

Ich lächle und entgegne „Ja, wir haben sie bereits erwartet.“

Was bin ich froh, dass es junge Frauen zwischen 20 und 40 Jahren gibt, sonst hätte dieser Vormittag vermutlich ganz anders ausgesehen.




Pflichtübungen

Gestern war ich mal wieder im Supermarkt einkaufen. Ich hatte gehofft, etwas interessantes zu erleben oder zu sehen und dann einen passenden Artikel in das Blog zu stellen, so quasi als „Nebeneffekt“ zur eher langweiligen Routinearbeit. Leider wurde ich damit etwas enttäuscht, denn der Dienstag war ausgesprochen ruhig und nur wenige Menschen tummelten sich in den Gängen. Das Klientel bestand hauptsächlich aus Hausfrauen, älteren Ehepaaren und Einzelpersonen. Jüngere Menschen oder Familien mit Kindern, vor allem in größeren Gruppen, sieht man eigentlich hauptsächlich am Samstag, dann wenn es am vollsten ist (und das Einkaufen somit auch am Streßigsten).

Ein älteres Ehepaar stand bestimmt 10 Minuten vor dem Soßenregal und Fertiggerichten, das Angebot war so groß und unübersichtlich, dass es mir auch schwer fiel und ich neben ihnen bestimmt auch 10 Minuten nach den Soßennamen „gescannt“ habe. Die Lebensmittelindustrie hat sich wirklich auf jede Individualität eingestellt. Nur bei der Orientierung bräuchte man eine angeschraubte Tablet-Regal-Suchmaschine – oder noch besser einen persönlichen Assistenten, „Verkäufer“ genannt (die haben keine Zeit, fahren gerade mit den Paletten-Hubwagen spazieren). Irgendwann war der Ehemann etwas genervt und auf einem lustigen bayrischen Akzent fragte er dann seine Frau „und hoschd es?“.. woraufhin sie irgendwas grummelte und die beiden von dannen zogen.
Große Beliebtheit erfreuten sich auch die Regale mit den Gesundheitsprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln, wo man wieder auffällig viele ältere Menschen beobachten konnte. Direkt daneben, das Schönheitsregal, wurde allerdings intensiv von ein paar jungen Frauen bevölkert. Gesundheit und Schönheit- wichtige Faktoren im Leben. Auch ich machte hier kurz halt und steckte eine Packung Bierhefe-Tabletten in den Warenkorb (nur 1.95 Euro – wie war das? wahre Schönheit kommt von innen, hoffe ich doch mal). [ Blick zurück: Vor einer halben Stunde stehe ich vorm Badezimmer-Spiegel, in der einen Hand die Probe mit der „Anti Falten-Creme“. Brauche ich wirklich schon Anti-Falten- Creme? Und wie komme ich eigentlich in den Besitz dieser Probe? Wegschmeißen will ich sie nicht, dazu sieht sie zu teuer aus. Also suche ich mein Gesicht verzweifelt nach Falten ab, um die irgendwo draufzureiben, aber vergebens. Okay, wird sie halt als normale Tagescreme benutzt. Hm… fühlt sich gut an. Hey, die Haut wird ja wirklich geschmeidig! Bilde ich es mir ein oder werde ich heute tatsächlich von allen Seiten angestarrt? ]

Der Rest des Einkaufs lief weiterhin ruhig und ohne merkenswerten Ereignisse. Ich wechselte den Markt, um im Discounter noch eine Lage H-Milch zu kaufen (nur 59 Cent, schon wieder reduziert! ). Auf dem Weg zum Ausgang entdecke ich noch was geniales: Halloween-Suppe! Mit einem grinsenden Kürbis drauf und einer gruseligen Hexe. Das Motiv spricht mich sofort an, dazu noch reduziert- zugreifen! Zu Hause merke ich dann, dass der Kürbis-Anteil leider nur bei 15 Prozent liegt und das ganze noch mit Apfel-Püree gestreckt wurde (Apfel-wtf? Das ist aber wirklich gruselig). Egal, nächstes Halloween mache ich die selbst, so wie eigentlich geplant..

Am Ausgang fällt mir dann eine junge Dame auf, die gar nicht anders kann, als aufzufallen. Allein schon von der Lautstärke und ihrer klaren, dialektfreien Stimme her. Um den Bauch hat sie einen neumodischen Tragegurt mit Baby drin, an der Hand ein kleines Mädchen und irgendwo zwischen den Regalen saust noch ein etwas älterer Junge hin und her. Ich zähle mit und komme auf drei Kinder. Die Mutter hat alle Mühe, ihre Kleinen zusammenzuhalten, vor allem die beiden Kleinkinder sausen überall hin und her und machen keine Anstalten auf die Rufe der Mutter zu hören. „Marvin komm her! Nein Lara, nicht unter das Regal klettern. ach lass doch bitte den Schrank zu. Nein das nehmen wir nicht mit, soviel Geld hab ich nicht…wo seid ihr denn jetzt schon wieder??“

Bei allen anwesenden Frauen (ältere…) wird anscheinend automatisch ein Pflege-Instinkt ausgelöst, denn plötzlich bemühen sich alle um diese deutsche Ausnahmeerscheinung „Mutter“ zu buhlen. Die eine lässt sie vor und räumt dafür extra ihre Waren auf dem Band um („kein Problem, soviel Zeit hab ich noch“) … Die anderen nehmen Kontakt mit ihr auf und reden über die Kinder und ihre eigenen Erfahrungen damit. Plötzlich haben wir Kindergarten mitten im Supermarkt! Eigentlich ganz lustig. Dennoch kann ich mein Mitleid (Mitgefühl?) über diese junge Mutter vor mir nicht ganz unterdrücken. In Frankreich oder in Dänemark hätte sie ihre Kinder ganz locker in einen Hort gegeben, hätte dann den Einkauf in Ruhe machen können und nachmittags noch ihrem Hobby nachgehen können. So oder ähnlich stelle ich es mir vor. Nur in Deutschland heißt Mutter-Sein anscheinend immer noch: Vollzeit-Mutter sein, ansonsten Rabenmutter. Entweder Mutter sein oder gar nicht. Ein „dazwischen“ gibt es nicht.

Mutter sein bedeutet: Bemitleidet werden für diesen jämmerlichen Zustand, bei dem du rund um die Uhr arbeitest, dafür aber kein Geld „verdienst“ und vor lauter schlechtem Gewissen der Nicht-Eltern mit „Mitgefühl“ überschüttet wirst. Sehr verdächtig, soviel Anteilnahme und Mitgefühl. Da muss was dran faul sein!

Ich versuche mich in das lockere Kinder-Kassen-Gespräch einzuschalten, aber es gelingt mir nicht. „Na viel los heute an der Kasse. Ist das wegen dem Umtausch?“ versuche ich die Discounter-Kassiererin in ein Gespräch zu verwickeln. Eben hat sie noch lustig-locker mit ihrem (männlichen) Kollegen erzählt, über die Köpfe der Kunden hinweg. Dann ist sie gut drauf, schließe ich. Sie schaut mich jedoch nur entgeistert an. Eine halbe Minute. Schweigt. Guckt etwas beleidigt und fängt an, mich zu mustern. Damit hat sie jetzt nicht gerechnet, dass sie jemand anspricht. Dazu noch zu einem „Kunden-fernen“ Thema, den Wartezeiten oder den seltsamen Umtausch-Gewohnheiten des Discounters …

Bezahlen und weg hier. Der Wocheinkauf ist wenigstens wieder erledigt.




Nichts anderes spielt eine Rolle

Der passende Song dazu: „Nothing else matters“ https://www.youtube.com/watch?v=9_-AU2eQ6n4

Hatte der Tag irgendwas erstrebenswertes, merk-wertes, schreibbares? Eigentlich nicht und eigentlich würde ich ihn auch gerne so beenden, wie viele andere Tage vorher. Einem guten Tag muss man nichts weiter hinzufügen. Ein guter Tag war, löst sich auf in Sein, wird zur Erinnerung, verblasst eines Tages. Dennoch will ich mich darin üben, wieder öfters zu schreiben, mich mehr dazu zu zwingen, die Gedanken zu sortieren und im Blog dann auch anderen „zugängig“ zu machen, wenn man das überhaupt kann.

Heute zog sich der Schmerz durch den Tag. Ein lang anhaltender tiefer Schmerz auf der rechten Körperhälfte, der mich schon heute morgen daran erinnerte, wie eng gestrickt das körperliche Korsett ist, in dem wir uns befinden. Wenn der Körper keine Probleme hat, nehmen wir ihn kaum war, erwarten wir das als „normal“ und beuten ihn weiter aus mit unserem Kopf und unseren Gedanken, bis er uns seine ganz eigene Grenze zeigt. Computer und Maschinen haben keine Grenzen, könnten theoretisch pausenlos, stundenlang, tagelang, wochenlang laufen. Der Mensch nicht. Er ist komplett anders aufgebaut. Ein Tag „gesündigt“ und die Rhythmen zu stark verändert, rächt sich am nächsten Tag brutal. Man steckt nicht einfach was weg. Alles hinterlässt seine Spuren. Die „guten Taten“, so wie auch die „schlechten“…

Die Migräne also. Nur leicht, aber unübersehbar und mit Nadelstichen quälend. Eine Tablette am Mittag hat dann geholfen und gerade jetzt, 10 Minuten bevor ich den Text angefangen habe zu schreiben, taucht sie wieder auf. Um mir den Feierabend zu vermiesen? Um mich um 22 Uhr ins Bett zu schicken und leise, fast unüberhörbar zu ermahnen, es heute abend nicht so lang zu treiben? Der Körper hat eine eigene Art von Bewusstsein, sagt man manchmal. Er weiß Dinge schon vorher, bevor unser Verstand, den wir doch -ach so gerne- ganz nach oben heben würden, überhaupt „weiß, was los ist“.

Die Müdigkeit? Wozu ist sie gut? Manchmal kommt sie mir so überflüssig vor. Ein Akku, der ständig leer ist und wieder gefüllt werden muss. Wo doch die Maschinen und das Internet auch „always on“ ist, so wären wir auch gerne „always on“… wir würden uns gerne von den menschlichen Grenzen lösen und größer, spirituell und überlegen sein.

Aber sind wir das, wo wir immer alles in den Maßstäben des eigenen Ichs aufdröseln und beschreiben wollen?

Wer nur das Ich kennt, kennt im Grunde niemanden. Denn die großen Wunder des Leben passieren nicht im Wettstreit mit dem „Ich“, vielleicht noch mit den eigenen Gedanken, Untiefen und Schwächen. Sie zu überwinden ist wichtig. Aber was ist das Ziel? Die große, spirituelle Vision, die uns in tausend Religionen und philosophischen Gedanken entgegen strahlt?

Es sind doch immer die Begegnungen mit dem anderen, mit den anderen. All die Dinge und die Begriffe, die man einfach und vereinfacht mit dem Wort „Liebe“ bezeichnen kann. Jeder Akt der Liebe, passiv oder aktiv ist ein Ding, das uns weiterbringt.

Alles andere hat keinen Sinn und wird schnell wieder vergessen. Wie ein Alltag, von dem nicht viel übrig bleibt.




Eine neue Tastatur

Zeit für einen Wochenrückblick. Wobei das mittlerweile eher ein Monats- oder ein Halbjahresrückblick werden müsste..
Also muss ich das ganze wohl in mehrere Artikel aufteilen.

Es fängt an mit dem Alltag. Dem einfachen, gewöhnlichen, der beim genauen Hinblick doch die eine oder andere Überraschung offenbart.

Mittlerweile habe ich die fünfte oder sechste Tastatur in meinem Leben verschlissen. Programmieren, Schreiben, Produzieren, Surfen.. es geht schon einiges über das „human interface device“. Eines schönes Tages machte Windows nur „blubb-blubb“ dieses Geräusch, wenn ein neues USB-Gerät angesteckt wird.. immer wieder, als ob es nie was anderes gemacht hätte. Erst verabschiedet sich die externe Festplatte, dann das Schreibgerät. Alle USB-Geräte entfernen, wieder anstöpseln, aber die Tastatur will nicht mehr. Der Festplatte hilft ein neuer Treiber.

Der Typ wird nicht erkannt! Dabei waren Gerätemanager und die Tastatur schon seit Jahren „per Du“, sie sahen sich jeden Tag, waren die besten Freunde und mit einmal, aus dem Nichts heraus, konnten sie nicht mehr miteinander.

Also eine neue, unbequemere, aber günstigere muss her, ohne Handballenauflage. Die stört beim Schreiben. Die Hände schweben so in der Luft, ich kenne das gar nicht mehr. Dafür klackert die mehr als die alte. Vielleicht werden die Texte dann auch zackiger? Pointierter? Treffender?

Meine Tastatur. Die Verbindung zur Außenwelt. Eine direkte Schnittstelle, etwas eigentlich sehr wichtiges. Aus der Haptik, dem Gefühl in Verbindung mit dem bei 29 Grad im Schatten aufgeweichten Gehirn entsteht etwas Fantastisches…

Also hab ich die alte Tastatur in die Ecke gelegt. Blöder Platz, das steht ihr gar nicht so gut. Einst war sie der Star! Leuchtend und bunt! Neu und unberührt! Jetzt steht sie kurz vorm Altersheim. Neuen Elektroschrott produzieren. Sich mit der Ersatz-Tastatur rumärgern (die aber definitiv den besseren Anschlag hat).

Ein Blick auf Amazon und Co offenbart: Tastaturen gibt es schon ab 10 Euro, mit Handballenauflage für 20 Euro. Dennoch Geld und CO2, Transportkosten und Erdöl. Mein Geiz wird geweckt. Ich hab die doch damals auch gekauft. Warum jetzt nochmal Geld ausgeben? Und was ist mit der Ersatztastatur? Die wäre dann auch überflüssig..

Also nochmal in ein Forum geschaut, am Treiber herumgebastelt, alle Einträge aus der Registry gelöscht. (Gutes Programm dafür: http://www.resplendence.com/registrar_pro )

Windows will immer noch nicht. „Unbekanntes Gerät“ steht da nur öde. Dann die Lösung! Endlich! Anstatt den Treiber-Automatismus laufen zu lassen, muss man einfach ein Standard-Gerät aus der Liste wählen. Also statt „hightech cyber schnickschnack Tastatur“ „Standard-USB-Gerät“ wählen. Klingt zwar nicht so toll, funktioniert aber!

Also nicht den hauseigenen Treiber wählen (der hat Fehlermeldungen), sondern den Standard-Gedöns von Microdoof.
Für alle zwei USB-Ports wiederholen und bei Tastatur nochmal „HID-Gerät“ auswählen. Zack, passt, als ob die Tastatur nie etwas anderes gemacht hätte.

Der Streit ist vergessen, sie vertragen sich wieder.

Und ich? Was denkt der Mensch, vor der Maschine? Der Anschlag kommt mir irgendwie blöd vor… die Tasten sind so ausgeleiert. Bei der Ersatz-Tastatur war er besser… Die Handballenauflage hat in der Mitte ein Loch…. Den Dreck zwischen den Tasten bekomme ich nicht mehr weg…

.. ich glaub, ich brauche bald eine neue Tastatur…




Sommergerichte: Kartoffelsalat

Zutaten

  • Kartoffeln, möglichst festkochend (erst kochen, dann schälen)
  • Eine große Zwiebel
  • Gewürzgurke oder Salatgurke
  • Salz, Pfeffer
  • Gewürze, z.B. Petersilie
  • Essig
  • Mayonaise
  • Öl (kann man bei Mayonaise auch ganz weglassen)

Heute habe ich meinen ersten Kartoffelsalat gemacht. Immer ist die Frage bei warmen Wetter gleich: Was soll ich nur kochen? Auf alles große und „richtige“ habe ich keine Lust, aber einfach nur hungern oder Eis essen ist keine gute Alternative.

Der Plan war einfach: Zuerst Kartoffeln schälen, ins Wasser, kochen lassen und dann nebenbei im Internet schauen, ob es ein Rezept gibt. Meistens gibt es ja tausende, von nochmal so vielen Benutzern. Man muss nur das richtige raussuchen… Eigentlich.

Als die Kartoffeln dann fast weich gekocht waren, hab ich festgestellt, dass in den Rezepten überall „mit Schale kochen, dann pellen“ drin gestanden hat. Egal! Das geht bestimmt auch andersrum. 😉

Größtes Problem: Wie schneide ich die Kartoffeln klein, wenn sie noch so heiß sind.. und wie fische ich die Dinger eigentlich aus dem Abtropfsieb, wenn ich mir dabei ständig die Finger verbrenne??

Und vor allem: Wie kühle ich alles möglichst schnell herunter, weil der Hunger bereits im Anflug ist?

Die Lösung war dann einfach, alles mit viel kaltem Wasser abschrecken. Nach und nach in Scheiben schneiden und die Kartoffelscheiben alle einzeln auf Teller und Glasschüssel verteilen, so dass sich die Oberfläche vergrößert. Kartoffeln speichern Energie nämlich ganz schön lange und dampfen dabei wie verrückt. Alternativ kann man noch den Ventilator drüber pusten lassen, ich weiß aber nicht, ob das so regelkonform ist… in den ganzen Rezepten stand auf jeden Fall nichts darüber.

Der Rest ist einfach gewesen: Große Zwiebel aussuchen, schälen, in kleine Würfel hacken. Eine Gurke nehmen, gutes Stück absäbeln, dann ebenfalls in kleine Hackwürfel zerhacken. Dabei bissel Frust abbauen nicht vergessen. Wer keinen Frust hat, ist auch okay. Dann schön sanft mit dem Messer durch die Zwiebel wiegen und sich dabei entschuldigen, dass man schon wieder soviel Hunger hat und dass man nicht im Geringsten davon abgehalten wird, dass sie so scharf und feurig sind.

Alles beimischen und untermischen. Dabei aufpassen, dass nicht alles zermatscht. Ist zwar geschmacklich egal, ich finde aber dass ein guter Kartoffelsalat auch nach Kartoffelstücken „schmecken“ sollte. Die Konsistenz ist wichtig. Im Rezept steht, dass erst alles abkühlen soll und dann soll man erst das Dressing machen. Es ging aber auch direkt nach dem Kochen, sobald die Scheiben lauwarm waren.

Danach das ganze abschmecken mit Essig, Öl und wer mag, Mayonaise. Macht dick, schmeckt aber gut. Bissel Salz und Pfeffer, evt. noch Kräuter und Gewürze, z.B. Petersilie.

Braucht gar nicht so lange abkühlen. Ca. eine Stunde, dann war es schon genießbar.

Fazit: Nicht ganz nach Anleitung, hat aber geschmeckt. Statt den Salatgurken soll man eigentlich Gewürzgurken nehmen. Ich hab aber festgestellt, dass ein bissig Essig darüber den gleichen Effekt hat.
Wer etwas mehr Kartoffeln nimmt, hat für den ganzen Abend und evt. den nächsten Tag auch noch was zu essen. Dazu passen Würstchen und natürlich als Beilage zum Grillen. Geht aber auch pur. Ist bis auf die Zwiebeln auch recht leicht verdaulich und fühlt sich vollwertig an. Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte die Zwiebeln, aber auch die Mayonaise etwas reduzieren.

Dauer: ca. 2 Stunden, mit Vorbereiten, Aufräumen und Spülen. Ist zwar viel, im Vergleich zum fix- und fertigen Kartoffelsalat aus dem Supermarkt, bei dem man einfach den Deckel abreißt und danach die Schale wegwirft. Aber der Aufwand lohnt sich in vielerlei Hinsicht. Es ist umweltfreundlicher, nahrhafter, man produziert kein Plastik und letzendlich auch man auch Spaß bei der Zubereitung. Außerdem sind keine Zusatzstoffe drin, vor allem kein Zucker und die Kartoffeln sind garantiert frischer, und somit auch vitaminreicher.