Bilder, Texte und alles dazwischen

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Ja eigentlich, gäbe es genug zum bloggen. Ich habe ein paar interessante Reisen gemacht, war in Hamburg, in Sylt, auf Helgoland und später dann in Koblenz, auf „Rhein in Flammen“. Auf Instagram tut sich einiges, auf Facebook hab ich viel Erfahrung gesammelt und auch politisch gäbe es viel zu schreiben.
Aber ich finde im Moment „keine Ruhe“. Innerlich sind noch zu viele Dinge aufgefühlt. Ich muss im Moment sehr viel Kraft geben, für andere da sein und es ist dann automatisch so, dass man „für sich“ erstmal keine Zeit findet. So entstehen dann Burn-Outs oder Depressionen. Man gibt solange alles, bis man merkt, dass nichts mehr geht und irgendwer, irgendwo „Stop“ schreit. Nur, wer ist dieser „jemand“ anders als das eigene Selbst?

Die Hitze der letzten Wochen hat mich zusätzlich vom Computer vertrieben. Hin und wieder schaue ich mal in die Blogs, in den Newsfeed und schaue, was ihr so schreibt. Sehr interessant das alles, aber meistens „zu viel Information“. Alleine das tägliche Surfen durch Facebook, die Nachrichtenseiten und Instagram überfordert mich stellenweise schon. Zu viel Input und zu wenig eigener Output!

Mein tägliches Bloggen hat sich vom Schreiben ein bisschen zu den Bildern verlagert. Es ist interessant, man bekommt viele „likes“, aber ich merke, dass es nicht alles ist. Dass man mit den Worten doch besser und anders verarbeitet, als wenn man nur Bilder teilt. Die Dinge müssen auch verarbeitet werden. Sie müssen mit der eigenen Stimme, mit dem eigenen Wissen hervorgekramt, durchgekaut und neu abgelegt werden. Das kann das Bildergedächtnis nicht! Das ist nur ein Speicher, der immer voller wird, der aber nicht wirklich „ablegt“. Man sagt ja auch, das Unbewusste funktioniert mit Bildern. Dort ist alles gespeichert, was wir mal erlebt und gesehen haben. Aber nur die Worte ermöglichen eine Neubewertung bzw. eine Neudefinition von Bildern.

Wenn ich schreibe, dann hole ich innere Bilder hervor… schaue sie mir innerlich an und versuche dazu ein paar Worte zu formulieren. Wenn das gut geht, werden beim Lesen wiederum Bilder erzeugt, die andere verstehen und nachvollziehen können. Es ist ein sehr abstrakter Vorgang, der im Inneren, meistens unbewusst passiert. Das Schreiben lässt diesen Vorgang „sichtbar“ werden.

Ähnlich läuft es mit Gefühlen. Wo stecken die Gefühle denn eigentlich? Wie komme ich an sie heran? Stecken sie in einem Bild selbst oder in den Gedanken, die ich zu einem Bild habe? EIN Bild kann bei 25 Zuschauern 25 verschiedene Emotionen auslösen. Ich kann als Erschafferin des Bildes nie genau sagen, was ankommt.
Beim Instagram-Posten merke ich z.B. immer mehr, dass es am besten klappt, wenn ich ein „Medium“ bin. Ich reise irgendwo hin, ich nehme die Kamera und bilde etwas ab. Die anderen schauen durch mich, durch meine Werke hindurch. Natürlich trägt es meine Handschrift, weil ich bestimme, wo der Ausschnitt gesetzt oder wie die Farben in der Bildbearbeitung ausgestaltet werden sollen. Aber letztendlich ist da kein „Ich“, kein „Selbst“. Ich bin nur die Vermittlerin von Inhalten und Pixelhaufen.
Beim Schreiben ist es ähnlich. In meinen Texten gibt es kein „Selbst“. Es gibt nur eine Bewertung eines flüssigen Ichs zu den Dingen, die ebenfalls ständig im Fluss sind. Man kann nichts halten. Es gibt kein absolutes „richtig“ kein absolutes „falsch“. Nur eine subjektive Beschreibung von Dingen, die wiederum ohne Substanz sind.

5 Gedanken zu „Bilder, Texte und alles dazwischen“

  1. Du bist ganz schön rumgekommen diesen Sommer!
    Und, hat das was in Dir bewirkt? Ich selbst war „nur“ eine Woche in Berlin, aber es hatte mich sichtlich geflasht. Es hat eine Woche gedauert, bis ich im Alltagsleben wieder angekommen bin. Offensichtlich hatte ich den Urlaub sehr nötig. Gebracht hat es mir – ausser den Erlebnissen an sich und einen Haufen Fotos -, dass ich immer Abstand zum (Familien-)Klimbim bekommen habe, den ich sehr nötig habe. (Ich habe mich nur aufgerieben sonst.)

    Wie sind denn Deine Erfahrungen mit Instagram? Ich werde da nicht auch noch hingehen, ich fotografiere zu unregelmässig, als dass es das für mich bringen würde. Und wenn, dann habe ich ja noch meinen flickr-Account.

  2. Hi Violine,

    ja rumgekommen bin ich viel, aber mir ging es ähnlich wie Dir. Erstmal muss alles verarbeitet werden, es waren in der Summe sehr viele Eindrücke und durch die Wärme auch etwas anstrengend. Ich denke, dass ich in den nächsten Wochen noch mehr darüber schreiben werde. Das Blog ist mittlerweile mein „Ruhepol“ geworden und es tut gut, was zu schreiben.
    Instagram mag ich sehr gerne, aber es ist deutlich schnelllebiger und hektischer als andere soziale Medien. Der mediale Input wird drastisch erhöht und ich frag mich immer „brauch ich das alles?“.
    Wie ist denn nochmal Dein Flickr-Account? Mich würden Deine Berlin-Bilder und Deine Erfahrungen dazu sehr interessieren.

    Viele Grüße
    Julia

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