Behutsame Worte

Aus der Reihe: „Er und sie“

Wenn ich an Dich denke, dann schüttelt es mich.
Ich will Dir eigentlich nicht schreiben. Ich bin schüchtern und habe Angst.
Ich will Dir nicht zeigen, was ich fühle oder wer ich bin.
Aber du machst es mir nicht leicht. Du sagst nichts und schweigst nur.
Andere müssen die Initiative ergreifen. Du wählst dann ruhig aus, was du sagst.
Du prüfst die Menschen mit deinem abschätzenden Blick. Bis sie sich endlich offenbaren.

Du bist kühl und reserviert und ich bin hitzig und aufgeregt.
Wer macht wohl den ersten Fehler? Wer zeigt Schwäche in diesem Spiel?

Ich weiß schon jetzt, bei Dir kann ich nur verlieren.
Ich verliere meine Seele und mein Herz an Dich. Und am Ende zerbröselt der Verstand.
Ganz leise, aber immer mehr ziehst du mich an.
Ich kann Dir nicht widerstehen.

Es ist etwas zerstört worden. Und ich hab die verdammte Pflicht, wieder etwas aufzubauen.
Ganz egal, um welches „Feld“ es dabei geht. Ob jung oder alt, ob in der Mitte des Lebens oder an den Rand gedrängt. Es gibt eine Verbindung zwischen uns, die sehr wichtig ist. Und darauf baut alles andere auf.

So wie die zu wenig gesagten Worte zuviel zerstört haben,
so muss ich jetzt dafür sorgen, dass das richtige zur richtigen Zeit behutsam ausgedrückt wird.

Mit einer einzigen Zeile kannst du ein Leben zerstören.
Und mit den richtigen Worten zwei retten.