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In Zeiten der Krise

Die große Trauer, sie läuft langsam über Dein Gesicht.
Der Schmerz- so real und ich – dir so nah.

Deine Gedanken, ich will sie teilen.
Deine Gefühle, ich will sie alle spüren.

Dein Wesen, es soll jetzt meines sein.
In der größten Krise
entdecke ich die größten Gefühle

Was machst Du?
Gehts Dir gut?

Die Gedanken laufen kreuz und quer.
Sorge um die Mitmenschen, Sorge um die Nachbarn.

Eine innere Vertrautheit
eine Intimitiät die es lange nicht mehr gab.

Zwischen mir und den anderen
keine Trennung mehr
alles wird geteilt.

Der Moment wo alles egal wird
das Geld, das wir verdienen
die Zukunft, die uns oft so quält

In diesem Moment der Krise ist nur eines wichtig-
die Liebe zu anderen Menschen.
dass es ihnen gut geht
und dass sie gesund sein mögen.

Worte des Tages vom 16.3.2020

Notstand
Gottesdienste
Busreisen
Gesellschaftliche Vollbremsung
Stillstand
6700 Menschen infiziert
14 gestorben
Katastrophenfall zum „durchregieren“
Weisungsbefugt
Whatever it takes
Systemrelevante Berufe
Digitalisierung der Bildung
Einreisestop für Nicht EU Bürger
Sonderflüge
9000 Punkte
Werksschließung
Absatzrückgänge
CO²-Reduktion
Maßnahmenwirksamkeit

Verantwortung übernehmen

Ich glaube, so langsam dämmert es allen Menschen, dass wir in einer richtigen Krise sind. Dass das jetzt nichts mehr ist, was einfach vorüber geht. Die getroffenen Maßnahmen sind heftig. An meinen täglichen „Wasserstands- bzw. Wortmeldungen“ könnt ihr erkennen, dass sich auch die verwendeten Vokabeln eindeutig verändert haben.
Es wird aber auch ein Ende der Krise geben. Wir werden alle deutlich durchgeschüttelt. Der Virus wird zum „Game Changer“, so wie ich das schon prophezeit habe. Danach wird alles anders werden. Das Gesundheitssystem wird sich neu aufstellen müssen, die Wertschätzung der Pflegearbeit wird endlich neu durchdacht und verändert werden müssen. Die enorm große Abhängigkeit von China wird auf den Tisch gelegt, die Produktion von Medikamenten hoffentlich wieder ins eigene Land geholt. Auch Sicherheitsaspekte, Grenzkontrollen, Notfall-Programme werden eine völlig neue Bedeutung bekommen, denn jetzt kann man nicht mehr sagen: SARS gibt es nur in den asiatischen Ländern! Schlussendlich werden wir aber auch erkennen können, dass wir verletzlich sind und einander brauchen. Dass gegenseitige Solidarität die beste Gesundheitsvorsorge gegen alle Krankheiten und Krisen ist.

Ich habe gestern abend lange mit meiner Schwester telefoniert und sie hat gemeint, dass sie den Eindruck hat, dass bei vielen Menschen die „Realität“ noch nicht durchgesickert ist. Zum Beispiel waren viele ihrer Freundinnen noch vor ca. 3 Wochen im Skiurlaub in Südtirol. Obwohl es sich da schon abzeichnete, dass die Krise dort kommen wird und es von überall schon Virus-Meldungen gab. Sie haben es auf die leichte Schulter genommen und nicht glauben wollen. Und waren jetzt bei der Wiedereinreise überrascht, dass das Gesundheitsamt Quarantäne anordnet! Es ist ja auch nicht zufällig, dass die Bundesländer und Städte, in denen viele reiche Menschen wohnen, auch mehr Geld zum reisen haben und dadurch stärker betroffen sind!

Ich höre außerdem den täglichen Podcast von Christian Drosten (https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html ) , der einen auch immer mit interessanten Informationen über die aktuelle Lage versorgt. Wie wohltuend wissenschaftliche, neutrale Aussagen in diesen Tagen sind! Von ihm stammt z.B. die Information, dass die Gesundheitsämter regresspflichtig sind, wenn sie Veranstaltungen absagen und den Veranstaltern dann Kosten oder Einnahmeausfälle entstehen. Und das ist oft der Grund, warum sie sich dann zurückhalten, obwohl es medizinisch gesehen vielleicht sinnvoll wäre, alles abzusagen. Und immer wieder hört man jetzt die Meldung, dass eine Veranstaltung zwar auf 1000 Besucher gedeckelt ist, aber die Veranstalter dann einfach 999 Besucher anmelden.
Das ist eine Frechheit, finde ich. In dieser Krise sollten alle Menschen versuchen, mehr Verantwortung zu übernehmen!

Wie sind Eure bisherigen Erfahrungen mit der Krise?

Worte des Tages vom 15.3.2020

Bundespolizei
Grenzkontrollen
Knappe Ressourcen
Krisenstab
Ausnahmezustand
5500 Menschen
Hamsterkäufe im grenznahen Bereich
Höchste Alarmstufe
Ausgangsbeschränkung
CureVac
Ostermesse
Sündenablass
Soziale Kontakte
Problemgebiete
Einheitliche Kontrollmaßnahmen
Bundeswehrkrankenhaus
Lohnfortzahlung
Notbetreuung
Regelbetrieb
Videokonferenz
Bewegungsfreiheit
Berufspendler
Kommunalwahlen
Eigener Stift

Die Lehrerin – 2

Beim Französisch-Kurs gab es vor allem ein klares Konzept: Soviel sprechen, wie man nur kann. Und ihr könnt Euch denken, dass das genau die Schwierigkeit ist, mit der ich mich am meistens herumschlage.
Denn eigentlich rede ich nicht gerne. Durch die viele Computerarbeit habe ich mir das „stille Denken“ angewöhnt, hin und wieder wird ein Text geschrieben oder eine Email verschickt. Das ist „schriftliche Kommunikation“ -und auch sehr wichtig. Im Unterricht aber waren wir gezwungen, ständig zu sprechen. Ich muss zugeben, das hat mich wirklich gefordert, weil man bei einer neuen, ungewohnten Sprache doch eher davor zurückschreckt. Aber was bringt mir eine Sprache, wenn ich sie nicht sprechen kann? Wenn ich kein Gefühl dafür bekomme? Genau das ist auch der Grund, warum ich zu einer Lerngruppe wollte, wo man die Sprache zusammen mit anderen austauscht. Die Theorie vertiefen kann ich hinterher immer noch mit E-Learning oder dem klassischen Buch.

Sprache ist so unglaublich lebendig. Mit der Sprache verbinden wir die Gefühle und Gedanken zwischen Menschen. Es gibt unzählige Sprachen und somit auch unzählige Art und Weisen zu denken. Bei den Vokabeln gibt es sehr viele Ähnlichkeiten mit dem Englischen. Die gemeinsame Vergangenheit der Sprachen wird sichtbar. Die Franzosen sprechen sehr schön. Es klingt alles weich und angenehm. Sie wollen keine „hässlichen Laute“ in ihrer Sprache, also wird alles glatt-gebügelt und in schöne Watte gepackt. Wer nach Frankreich reisen will, sollte Französisch sprechen können! 😉

Die Lehrerin

Die Frau mit der endlosen Geduld. Hat ihr Wissen direkt in mein Gehirn gestopft. Nun weiß ich alles, bin genauso schlau wie sie. Dann schaut sie mich an, stellt mir eine Frage und ich komme mir wieder vor wie in der ersten Klasse, als ich noch nichts schreiben, sprechen oder formulieren konnte. Alles, was ich mir gerade zurechtgelegt hatte, ist plötzlich verschwunden!

Aber .. das ist nicht schlimm. Bei ihr darf man auch dumm und unwissend sein. Sie nimmt es mir nicht übel. Mit der endlosen Geduld, korrigiert sie jeden Schüler einzeln und immer wieder, immer wieder. Wie oft haben wir das falsch ausgesprochen? Wie oft gestottert beim Lesen? Wie oft haben wir die Verbform gesucht, die Vokabel nicht gefunden? Ich kann unsere „Fehlversuche“ nicht mehr zählen, aber das tolle ist: Bei ihr macht das überhaupt nichts!

Sie hat die Gabe, die jeder Lehrer und jede Lehrerin unbedingt braucht: Sie nimmt einem die Angst vorm Lernen, sie motiviert, unterstützt und leitet an. Sie geht auf jeden Schüler individuell ein, sie ist motiviert, lustig, freundlich und sie weiß unglaublich viel. Sie ist die beste Lehrerin, die ich je hatte.

Worte des Tages

5:45 Uhr
Bonjour
Français
schwer
Kopf raucht
Migräne
Regenschauer
180 km/h
Auspuff dröhnen
nach Hause kommen
Feierabend
Corona-Virus
alle verrückt geworden
Dosenwurst
Einreiseverbot
unsichtbare Gefahr
Einschränkungen
Shutdown
Home Office
Panikmache
WannkommtderFrühling
Vorerkrankung
Nordrheinwestfalen
Kurzarbeit
Ansteckungsgefahr

Mit Maß und Mitte

Dieses Jahr entwickelt sich ganz anders als das letzte. Ich find das immer spannend, wie sich so gegen Januar- Februar immer heraus kristalliert, in welche Richtung es geht. Meistens hängt das mit Stimmungen zusammen, was man so machen will, und „wohin die Reise so gehen“ soll. Wie die Beteiligten drauf sind und was sie sich für Ziele gesetzt haben. Kurzum: Das letzte Jahr war das Jahr der Reisen und Fotoausflüge und dieses Jahr fühlt sich nach dem „Jahr der Arbeit“ an. Das erste Jahr, in dem wir wirklich beide an einem Strang ziehen und uns voll der Selbstständigkeit widmen. Oder anders ausgedrückt: die letzten beiden Jahre haben wir ein bisschen herumgebummelt und uns der Freizeit gewidmet, aber dieses Jahr können wir uns diesen Luxus nicht länger erlauben.
Ein Termin jagt im Moment den Nächsten, mein Terminkalender füllt sich schneller, als ich ihn abhaken kann. Die Projekte und Ideen stapeln sich auf dem Schreibtisch, ich komme kaum dazu, sie alle zu überblicken und rechtzeitig umzusetzen. Dazu kommt meine natürliche Schlafmützigkeit und der Hang, mir die Zukunft lieber ein bisschen „auszuträumen“, als sie wirklich umzusetzen. Wenn man sich eine Sache nämlich vorstellen kann, ist es fast so gut, wie sie auch real zu erleben! Menschen mit Phantasie müssen weniger arbeiten und weniger besitzen. Eigentlich eine ganz praktische Sache!

Dennoch fühle ich mich so gehetzt. Ich hab immer das Gefühl, nicht wirklich „angekommen“ zu sein. Wenn man viele Träume und Ideen hat und für sich selbst große Ziele steckt, dann jagt man diesen Zielen immer ein Stück weit hinterher. Und es ist ganz natürlich, dass man immer zuerst „die wichtigen Projekte“ sieht, aber die schönen Dinge, die Belohnungen nach hinten schiebt. „Jetzt machen wir erst Projekt x und y fertig und dann fahren wir in den Urlaub“ heißt es oft bei uns. Aber wird Projekt x und y wirklich fertig? Und was machen wir, wenn sich zwischenzeitlich das noch wichtigere Projekt Z dazwischen mogelt? Ich bin dann oft diejenige, die die Handbremse zieht. Die für Entschleunigung und Entspannung sorgt. Das ist wichtig. Manchmal fühle ich mich blöd dabei, weil ich dann schnell mal als „faul“ oder „bequem“ abgestempelt werde und weiteren Druck abbekomme. Außerdem habe ich ein sehr großes Schlafbedürfnis und werde vom Wetter stärker beeinflusst als andere Menschen. Aber in meinen Prinzipien kann ich auch eisern sein. Die Gesundheit ist das Wichtigste!

Mein Körper beantwortet all diese Fragen nämlich gerne mit seiner eigenen Art. Er macht bei Überlastung nicht so, wie ich das möchte. Er zickt rum, er zeigt mir, dass er altert und ständig diese Immunschwäche. Irgendeine Stimme in mir würde es gerne langsamer angehen, träumerischer, gemütlicher, aber der Druck der Realität reißt mich je aus meinen Träumen. Das ist ein Konflikt. Ein Konflikt der tatsächlichen „Notwendigkeiten“ des Lebens und ein Druck der „inneren Stimme“, die etwas anderes möchte.

„Die Realität“ ist voller unangenehmer Termine. Die Abgabetermine für die Steuererklärung, der monatliche Wechsel bei der Umsatzsteuer, der Druck alle Unterlagen beisammen zu haben, dann der Termindruck und die Besuche bei Kunden. Messen müssen geplant und bereist werden, Kontakte gepflegt, neue Produkte entwickelt werden und die Werbung muss hinterher kommen. Ein Leben für die Arbeit, so wie es das Steuer-, Finanz- und Bürokratiesystem in unserem Land gerne hätte.

In dem Moment wird man krank. Wenn man den Widerspruch nicht aushalten kann, wenn er nicht gelöst werden kann. Wenn der Druck von außen zu groß wird und du nichts entgegen setzen kannst. Wenn Du keine Lust hast, aber dennoch arbeiten musst. Vor allem, wenn Du Deine eigenen Bedürfnisse ständig nach hinten schiebst, aus Angst etwas nicht erfüllen zu können. Wenn Du das perfekte Rädchen geworden bist und Deine Zahnräder schon ein bisschen abgeschliffen sind.

Überhaupt der Druck! Manche kommen ganz gut mit ihm klar. Brauchen ein bisschen Action und Drama, um überhaupt erst wach zu werden. Für andere reichen kleinere Einflüsse völlig aus, um mental überzulaufen.. Ich merke das immer beim Autofahren: Mein Partner möchte immer schnell und actionreich fahren. Mittendrin gähnt er und langweilt sich. Ich hingegen fühle mich wie in der Achterbahn! Gehe mit den Eindrücken und der Geschwindigkeit also ganz anders um! Für empfindliche Menschen ist das normale Leben viel anstrengender. Sie nehmen mehr auf, sie können weniger herausfiltern und sie brauchen längere Ruhephasen, um wieder „ins Lot zu kommen“.

Die ruhigen Menschen bremsen die gehetzten Menschen aus, wenn sie mal wieder zu viel zu schnell wollen! Und der gehetzte Mensch sorgt dafür, dass der Träumer nicht vollends einpennt.

Die Hamsterkäufe

Etwas zu hamstern, ist ein Urinstinkt des Menschen. Wer Vorräte bilden konnte, war dem anderen überlegen.
Also rennen wir alle in den Supermarkt und nehmen, was wir nur kriegen können. Das ist schon die Vorstufe der Anarchie. Denn in dem Moment, wo ich mir Sachen in meinen Wagen gepackt und nach Hause gekarrt habe, kann es mir der andere erstmal nicht mehr wegnehmen. Der Effekt verstärkt sich, wenn ich sehe, dass es mein Nachbar auch so macht. Wir brauchen die Nachrichten schon längst nicht mehr, das soziale Lernen und die Bewegung der Masse übernehmen den Rest.

Glaubt ihr wirklich, in diesem Moment werden die Menschen „auf den Schwächeren“ Rücksicht nehmen? Je größer die Angst, desto weniger Mitgefühl gibt es für den anderen. Wenn sich der Trieb des Überlebens erstmal voll durchgesetzt hat, gibt es „kein Erbarmen“ mehr. Genau das ist der Grund, warum „Panik“ entstehen kann. Das Mitgefühl anderen gegenüber ist nur im Promillebereich vorhanden und es schützt diejenigen Gruppen, die schlauer sind als andere. Aber der große, egoistische Rest wird untergehen.

Nein, es ist alles gut, sagen die Nachrichtenmacher. Die Situation ist unter Kontrolle, sagt der Minister. Aber das Vertrauen in Nachrichten und Politiker ist verloren gegangen, spätestens seit der letzten Flüchtlings- und Finanzkrise. Wir spüren instinktiv, dass es jetzt schnell alles anders laufen kann. Vorbei die Zeiten des unbekümmerten „In den Tag Lebens“ und das Gewissen, dass es „uns schon nicht treffen wird“.

Und da wundert sich noch jemand darüber, dass Angst- und Protestparteien gewählt werden und die extremistischen Strömungen wieder Aufschub erhalten und ungestört morden können?

Uns wird es treffen. Uns hat es schon getroffen. Heinsberg ist in Deutschland. Allein der Name ist schon so deutsch. Italien ist nur ein paar Autostunden entfernt. Und die Flüchtlinge, die zu uns kommen? Sind auch manchmal aus dem Iran. Die Produktionsströme mit China vernetzt. Uns wird es treffen. Das ist jedem klar, spätestens wenn man mal intensiver die „Made in China“ Aufdrucke an seinen Waren genauer betrachtet hat.

Die ganzen Menschen, die jetzt zu uns kommen. Die „Germany“ in die Kamera sagen, dass sie da von einem besseren Leben mit Ausbildung, Job, Haus und Auto träumen. Und wenn es sich nicht erfüllt? Weil schon tausende vor ihnen gekommen sind? Wenn der Platz auch hier eng wird? Was machen wir dann? Wann endet unsere Solidarität und wie können wir sie neu beleben?

Die Menschen, sie sind eine einzige große Spezies auf diesem Planeten. Aber wirklich friedlich zusammen zu leben, das haben sie noch nicht gelernt.