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Laffer-Kurve und andere Schieflagen

Nächstes Thema, andere Zeitung. Diesmal geht es darum, dass in Deutschland der „Fleißige der Dumme“ ist.

Wie so oft, trifft hier die eher konservative „Welt“ mit ihren Beiträgen in das Herz der Leistungsträger-Mittelschicht. Der Artikel ist recht gut geschrieben, hier geht es um die Tatsache, dass man eine Steuerlast im Land nicht „unendlich hoch“ schrauben kann, sondern dass es Grenzen gibt und das Steueraufkommen durch bestimmte Gegenreaktionen der Bürger dann tlw. sogar wieder zurückgeht. Erklärt wird das z.B. mit der Theorie von Arthur Laffer mit seiner berühmten Laffer-Kurve.

Daraus folgt ein wichtiges Fazit, wenn man durch eigene Mehrarbeit sowieso überproportional viel an Steuern und Sozialversicherungsabgaben zahlen muss, ist es nur sinnvoll („rational“), die Arbeitszeit zu reduzieren und sich eben nicht zusätzlich anzustrengen. Der eigenen Anstrengung wird durch Aufbau des Steuersystems eine Grenze gesetzt. Die kalte Progression nimmt z.B. einen großen Teil von Gehaltserhöhungen weg, wenn man Pech hat. Ähnliches gilt übrigens auch für die Erwerbsarbeit von Frauen, die meistens steuerlich benachteiligt wird, wenn sie z.B. in einer Ehe leben!

Dementsprechend habe ich dann auch meinen Kommentar formuliert, der so lautete:

Früher wurden die Leute ausgebeutet, indem die Arbeitszeiten unmenschlich und die Bedingungen schlecht waren. Heute werden Sie vom Staat über die hohen Belastungen ausgebeutet. Ist klar, dass man sich da freiwillig mit dem Engagement zurückzieht. Vor allem wenn man sieht, was alles mit den Steuergeldern angestellt wird. „Für sein Land einsetzen“ ist ja auch keine Option mehr, da wir jetzt alle Europäer sind. Die offenen Grenzen signalisieren zudem, dass es egal ist, ob man hier geboren ist oder nicht. Woher soll die Motivation zu mehr Anstrengung und Arbeit kommen?

Dieser Beitrag hat bis heute (23.06.2019) 430 Likes bekommen und es gab noch einige weiterführende Kommentare dazu.
Zusammenfassend denke ich, dass so eine Meinung eine hohe Zustimmung erhält, weil es hier um die subjektive Einschätzung der Situation im eigenen Land geht. Man wird verpflichtet, einen hohen Abgabebeitrag auf Arbeit zu leisten, also möchte der einzelne auch wissen, was mit dem Geld passiert. Das ist eigentlich nur gerecht. Einfach nur „Geld abdrücken“ und dann sehen, wie es anderer Stelle verschwendet wird, ist sehr schwer zu ertragen. Dennoch gibt es nur wenige Politiker, die sich für die „Steuerzahler“ einsetzen. Ähnliches gilt für die Grenzen und das „Nationalgefühl“. Für den Menschen ist es leichter, sich für eine kleine Gruppe (z.B. die Familie) zu engagieren, als für alle. Das ist evolutionstechnisch gar nicht sinnvoll. Wer überleben will, muss dafür sorgen, dass es seiner eigenen Familie zuerst gut geht(!). Das ist überall im Tierreich so, warum sollte es beim Menschen anders sein? Evt. kann man noch ein „Gemeinschaftsgefühl“ erzeugen, indem man sich für den eigenen Ort oder den Landkreis engagiert. Aber da hört es bei vielen schon auf. Eine Motivation für das „eigene Land“ aufzubauen, ist noch schwieriger. Vor allem, wenn es keine aktuellen Krisen gibt (z.B. Hochwasser), ist sich erstmal jeder selbst der nächste. Denn es ist viel schwerer zu begreifen, was das eigene Land eigentlich ausmacht. Zumal in Deutschland ja jeglicher Nationalismus gleich als „böse“ bewertet wird und man es sich nicht vorstellen kann, dass es hierbei auch positive Aspekte geben kann. Noch diffuser ist eine Einordnung als „Europäer“. Wo soll dieses Europa beginnen, wo soll es aufhören? Wo ist das gemeinsame Gefühl? Wo ist die kulturelle Basis, auf der wir alle wachsen, damit wir uns so nennen können? In der geschichtlichen Vergangenheit war Europa ein Flickenteppich aus unterschiedlichsten Fürstentümern, Kaiserreichen, Interessenguppen und meistens lag man miteinander im Krieg. Da ist (außer der euopäischen Union) erstmal nichts „gemeinsam gewachsen“.

Und die Globalisierung und die Tatsache, dass wir plötzlich „für die ganze Welt und alle Leidgeplagten“ darin zuständig sein sollen, ist noch viel schwerer zu vermitteln. Zumal die Steuerbelastung ja meistens die arbeitende Bevölkerung betrifft und Großkonzerne, reiche Erben, Internet-Giganten (Amazon, Facebook, Google) und Banken, die richtig viel Geld erwirtschaften, überdurchschnittlich verschont werden. Man erwartet also vom „einfachen Mann“ Solidarität für alle Armen dieser Welt, aber die großen Player lässt man laufen. Das ist einfach nicht zu vermitteln, hier muss die Politik scheitern. Und was die Grünen in ihrem Aufwind derzeit veranstalten, kann man eher als „Öko-Populismus“ denn als sinnvolle Politik bezeichnen. Auch hier gibt es Ideologie und auch hier wird eigenes Gedankengut ziemlich rücksichtslos und mit Härte durchgesetzt. Das gezielte Aushöhlen des Industrie- und Leistungsstaates Deutschland wird zuerst die einfachen Leute und die Industriearbeitsplätze beschädigen, währenddessen die grünen Büro- und Verwaltungsjobs und die Lehrerstellen natürlich erhalten bleiben. Die Ausgrenzen von Andersdenkenden, z.B. wie der AfD geht in eine Richtung, die wir einem „freiheitlich-demokratischen“ Land eigentlich nicht akzeptieren sollten.

Ich hatte am frühen Morgen noch einen Beitrag auf Twitter gelesen, in dem sich „Kaffeecup“ zu einem Beitrag von Friedrich Merz äußert, der betont, dass wieder ein positiver Nationalismus benötigt wird („Wir müssen das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Nation, das Nationalgefühl in Deutschland ernst nehmen und wieder als ein wichtiges Thema ansehen- ohne dabei nationalistisch zu werden“)

Erwartungsgemäß wurde dieser Beitrag von den zumeist links-intellektuellen Twitter-Nutzern schlecht geredet. Es kann sich anscheinend keiner vorstellen, dass es auch einen Zusammenhang zwischen „positiven Nationalismus“ bzw. einer „Vaterlandsliebe“ gibt, die dann dazu führt, dass man sich für sein eigenes Land verantwortlich fühlt und sich stärker dafür einsetzt! Aber was wird bei Kaffeecup denn eigentlich beklagt? Wohnungsnot, Pflegenotstand, Lehrer- und Ärztemangel, soziale Ungerechtigkeiten, Umweltzerstörung, Klimawandel, etc.

Das sind alles Probleme, die man eher und leichter angehen würde, wenn sich der Einzelne stärker verantwortlich fühlen würde! Denn in einem Beruf wie der Pflege zu arbeiten, kann man nur leisten, wenn man andere Menschen und sein Land überdurchschnittlich liebt. Von der Bezahlung kommt die Motivation bestimmt nicht. Ähnliches gilt für den Beruf des Lehrers, der von einer starken persönlichen Grundmotivation getragen sein muss. Umweltzerstörung und Klimawandel sind eher Probleme, die durch Gemeinsamkeit und Zusammenarbeit auf internationaler Ebene gelöst werden müssen. Auch hier ist eine Bekenntnis zum eigenen Land wichtig, denn nur so kann ich bei Verhandlungen ernst genommen werden.

In der jetzigen Welt-Situation ist es so, dass wir eine gewisse Grenzenlosigkeit und Enthemmtheit erleben:
Die Menschen stehen durch die Globalisierung enorm unter Druck. Wenn sie eine gewisse Arbeit im eigenen Land nicht für einen Hungerlohn und mit ausbeuterischen Rahmenbedingungen verrichten wollen (z.B. Altenpflege, Paketbote, Bademeister, BäckereiverkäuferIn, etc.) dann ist es doch klar, dass man sich einfach Leute aus dem Ausland holt, indem man die „Grenzen schleift“. Grenzenlosigkeit ist nämlich immer ein Vorteil für die großen Weltkonzerne, für das Staatswesen (je größer, desto mächtiger) und zum Nachteil der kleinen Leute. Diese profitieren von geschützten Rahmenbedingungen eher, als gut ausgebildete, anpassungsfähige und flexible Menschen mit dem nötigen Kleingeld für Berufs- und Lebensveränderungen.

Wer am oberen Ende der Leistungs- und Ausbildungsskala steht, hat mit den enormen Globalisierungs- und Wettbewerbsdruck nicht so große Probleme. Und es ist anzunehmen, dass die meisten Menschen, die sich intellektuell auf Twitter äußern

– eine gute Ausbildung, zumeist Abitur haben
– Studiert haben und gelernt haben, sich über Schrift und Sprache auszudrücken und zu argumentieren
– eher einen Bürojob unter geschützten klimatischen Bedingungen haben mit der nötigen Zeit, sich auch auf Twitter zu beteiligen
– die Bildung und das Bewusstsein haben, dass die Teilname an der politischen Öffentlichkeit wichtig für die Demokratie ist

Mein persönliches Fazit lautet, dass es ja nach Medium sehr unterschiedliche, politische Ansichten und Gesinnungen gibt. Und dass ich durch das Kommentieren bei Zeitungs-Artikeln eher Leser und Zustimmung erhalte, als wenn ich das nur in meinem eigenen Blog mache.

Es ist auch viel interessanter, weil man auf großen Plattformen mit mehr unterschiedlichen Meinungen konfrontiert wird und dadurch die eigenen Positionen öfters hinterfragen und neu durchdenken muss.

Für unser Land sehe ich allerdings schwarz, wenn die nötigen Reformen nicht endlich angegangen werden. Und durch die jahrelange Untätigkeit der Politik ist mittlerweise einiges aufgelaufen !

Weltflüchtlingstag

Neulich bei Facebook, ich bin noch etwas schläfrig, muss erstmal einen Kaffee trinken. Die Nachrichtenredaktion von „ZDF heute“ postet ein kleines Bild, auf dem aufgelistet wird, welches Land die meisten Flüchtlinge aufgenommen hat.
An oberster Stelle steht die Türkei mit 3.7 Millionen Menschen, ein langer orange-farbener Balken dehnt sich über das Bild. Dann kommt Pakistan mit 1.4 Millionen, Uganda mit 1.170 Millionen Menschen. Der Sudan hat noch 1.07 Menschen aufgenommen, dann kommt schon Deutschland mit 1.06 Menschen. Es folgen der Iran, Libanon, Bangladesch, Ähtiopien und Jordanien.

Ich schreibe einen kleinen Rant dazu
„äh wo sind denn USA, Frankreich, England, und andere reiche westliche Länder?“

Weil ich tatsächlich verwundert bin, dass man in der Liste der Top Ten keine westlichen oder gemeinhin als „reich“ bekannte Länder sieht. Dazu gehören für mich neben den genannten auch Saudi-Arabien, China, Japan, Australien, etc.

Diese kurze Reaktion hat bis heute (20.6.2019)
304 „Gefällt mir“, 3 „Traurig“, 2 „Herz“ und 2 „Lachen“ausgelöst, außerdem hab ich ein paar Freundschaftsanfragen von Menschen aus dem Raum Türkei / Naher Osten bekommen. Daran sieht man, dass auch kleine, politische Äußerungen durch die sozialen Medien intensive Feedback-Wellen auslösen können. Ich bin zugegeben, etwas überrascht darüber, weil es sehr wenig vorher zu sagen ist, was die Menschen gerade bewegt. Und weil man mit seinen Äußerungen auch mal schnell ins „Fettnäpfchen“ treten kann, wenn man die Worte falsch wählt.

Im Folgenden noch ein paar Reaktionen darauf, was andere Facebook-Nutzer zu dem Thema meinen und auf meinen Kommentar geantwortet haben:

  • Die USA sind in den TOP 3 der Fluchtverursacher. Kein anderes westliches Land unterstützt so offen Diktatoren, Despoten und Oligarchen wie die USA.
  • Diese sind nur für das überfallen, zerstören und ausbeuten der Länder der Flüchtlinge zuständig.
  • die reichen stecken das geld in den krieg. nicht für humanitäre hilfe sonder waffen
  • Schaut euch jemen an alles deutsche waffen die das land zerstört haben und dann starten die deutschen Behörden eine spenden aktion fur jemen
  • wo sollen die sein ? Eventuell haben die sich ja demokratisch dafür entschieden keine Menschen bei sich aufzunehmen.
  • Damit beschäftigt die Flüchtlinge aus ihrem Land zu treiben.
  • USA nehmen keine Muslime auf…
  • Das sind die Verantwortlichen dafür das es überhaupt Flüchtlinge gibt’s.
  • Frankreich sagte sie können vielleicht 1000 Flüchtlinge aufnehmen…..
  • Mich würde vielmehr interessieren, wo die reichen arabischen Länder sind? Warum nehmen die ihre Glaubensbrüder nicht auf?
  • Die suchen im persischen gulf nach Krieg!
  • die anderen Länder waren schlauer..
  • (darauf die Reaktion) Inhumanität ist nicht clever sondern verabscheuungswürdig.
  • Wieso ihr Land? Sprecht ihr ausschließlich von den Ureinwohnern? Alle anderen sind Immigranten.
  • oder Saudi Arabien die so spendabel sind beim Moscheebau…..
  • Die sind asozialer und scheren sich einen Dreck um Menschen den es schlecht geht und die Hilfe benötigen. Wir sind da halt viel menschlicher und das ist auch gut so
  • Sie machen Geld draus ?
  • die helfen auch mit waffen???
  • (Eine Amerikanerin) Nee wir tun unser Bestes,die Terroristen aus unserem Land rauszuhalten…heisst aber nicht,dass wir keine muslims reinlassen!
  • They are busy making plans how to produce even more refugees.
  • Naja, die Leute ertrinken bereits beim Versuch das Mittelmeer zu überqueren, versuch mal durch den Atlantik zu schwimmen…

Meine Meinung dazu ist: Solange es Ungerechtigkeit bei der „Verteilung“ von Flüchtlingen gibt, kann das Flüchtlingsproblem nicht gelöst werden. Dazu ist es mittlerweile zu groß. Genauso wie man bei vielen Dingen mittlerweile eine „europäische Lösung“ braucht, braucht bei vielen drängenden Menschheitsproblemen wie der Flüchtlingsthematik, der Überbevölkerung, Hunger, dem Rohstoffmangel oder dem Klimawandel globale Lösungen.

Die Welt ist zu sehr vernetzt. Es gibt keine „Inseln der Ruhe“ mehr, auf die sich manche Menschen zurückziehen können und dann anderen zuschauen, wie die sich mit ihren Lösungen herumquälen.

Deutschland fühlt sich durch seine historische Verantwortung verpflichtet, sich in besonderer Weise für den Frieden und  das Gemeinwohl einzusetzen. Außerdem sind wir ein „starkes Land“ und weil das Thema Asyl im Grundgesetz verankert ist, müssen wir natürlich unseren Beitrag leisten. Es ist der Bevölkerung allerdings nur schwer zu vermitteln, warum Deutschland als Teil der EU (die ja jedes Mal so hochgelobt wird) so viel mehr leisten soll, als andere Länder das tun. Oder warum die USA Wirtschaftskriege und echte Kriege anzetteln kann, aber sich für die Folgen ihres Handelns nicht im Geringsten interessiert. Mir scheint, wir haben derzeit eine „parallele Weltordnung“. Manche Länder bewegen sich noch in ihren alten imperialistischen Denkweisen und andere haben begriffen, dass die meisten Themen nur in der Gemeinschaft und in der kooperativen Absprache mit anderen zu lösen sind.

 

Insta-Overload

Johannisbeer-Busch, eine kleine weiße Johannisbeere in der Hand und zwischen den Fingern
Weiße Johannisbeere

Feinsinnige, wohl durchdachte und ausführlich recherchierte, philosophische Gedanken kommen auf Instagram deutlich zu kurz. Es ist eine kurzlebige, hektische Welt, die unsere ohnehin schon zu stark aufgeladene, visuelle Kortexrinde zusätzlich auflädt und belastet. Wir werden von oberflächlichen Dingen wie ein Magnet angezogen. Der schöne bunte Klick-dich-durch-die-Bildchen Stream hat was von einem Bilderbuch, dass man einem Zweijährigen vorhält, der seit 20 Stunden nur geschlafen und Brei geschlürft hat. „Endlich Input!! Endlich bunte Bildchen!! Und Herzchen und Likes und Feedback!!“ Ist klar, dass wir total darauf abfahren. Ein Lob von Mama! Ein Herzchen von der Lehrerin! Ein guter väterlicher Rat vom Kollegen! Brauchen wir noch mehr fürs Glücklichsein?

Ich will nun nicht gänzlich dagegen reden, denn schließlich bin ich selbst in dem Sog der bunten Quadrate-Bilder seit ca. 2 Jahren. Ich habe mir extra ein neues Handy gekauft, nachdem ich mit der Bildqualität meines alten Apparates nicht mehr zufrieden war. Und nachdem ich gemerkt habe, dass das immer noch nicht reicht und ich die „professionellen Bilder“ damit auch nicht nur annähernd erreiche, musste extra noch eine etwas teure Profi-Kamera her. Und nachdem ich gemerkt habe, dass andere mit besseren Objektiven und noch besseren Profi-Kameras noch bessere Bilder erzielen, musste ich… aber hey. STOP !!!!

Wer stoppt diesen Wahnsinn endlich und warum machen wir all das?
Was ist mit unseren inneren Bildern, die wir früher mühsam mit Gedanken, Schreibstift und Phantasie selbst „ermalen“ mussten?

Jetzt laufen wir nur noch durch die Gegend und richten einen „Ausschnitt“ auf das Leben. Nur eine Millisekunde unseres Lebens. Ein kostbarer Moment. Den man nicht beschreiben, aber festhalten kann.

Was ist mit dem Fluss der Worte und Gedanken? Mit dem Werden und Enstehen, dem Verfallen und Vergessen? Den schönen Worten zwischen den Menschen, die Brücken bauen. Die ganze Kommunikation… Bild zu Gehirn, Gehirn zu Bild, Wort in Bild, Bild in Wort.

Klar gibt es eine Verbindung. Mit Bildern erreiche ich Menschen, die meine Sprache nicht sprechen.

Letztens habe ich ein Bild von einem Johannisbeer-Busch auf Instagram gepostet. Ich habe einen Follower aus Afghanistan, der immer gerne meine Bilder anschaut und auch auf meine Stories reagiert. Normalerweise beschrifte ich meine Bilder oft und schreibe wenigstens ein Wort oder ein Hashtag dazu. Beim Johannisbeer-Bild habe ich nichts dazu geschrieben, weil ich gedacht habe, dass es klar ist, was es darstellt.

Prompt schrieb mir mein afghanischer Freund „What?“ . Er tut sich etwas schwer mit Englisch und konnte anscheinend keinen ganzen Satz schreiben. Erst fand ich etwas unhöflich und habe gedacht, dass ich es ignorieren sollte. Aber dann hab ich mir überlegt, dass er vielleicht wirklich nur wissen will, was das ist. Also hab ich auf Englisch und auf Deutsch die Begriffe erklärt und gefragt, ob er solche Beeren auch kennt? Er hat sich sehr über die Antwort gefreut und tausendmal bedankt. Aber solche Beeren gibt es anscheinend am Hindukusch nicht. 😉 Das weiß ich jetzt, obwohl ich noch nie dort war! Und er weiß jetzt, wie es in Germany aussieht. 😉

So long, ihr Insta-Mäuse, die nächste aufregende Foto-Geschichte wartet schon.

Maggikraut

Bilder-Collage, Maggikraut, offener Suppentopf mit Löffel, geschnittenes Gemüse
Liebstöckel und geschnittenes Gemüse im Rindfleischeintopf

Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, nie eine langweilige „Food, Mode und Haushaltsbloggerin“ zu werden, die mit ihren belanglosen, gänzlich unpolitischen Einträgen ganze Frauenzeitschriften füllen könnte, aber hey, nun ist es soweit!

Ich werde Euch von meinen Erfahrungen mit dem leckeren Liebstöckel berichten! 😉

Denn normalerweise koche ich recht gerne „Rindfleischeintopf“ und würze den mit verschiedenen Dingen. Entweder Pfeffer, Salz, mal ein Brühwürfel, viel Majoran und was sonst noch so in der Küche rumsteht. Jetzt ist bei uns aber im Hof ein ehemals kleiner Liebstöckel sehr groß gewachsen und meine Mutter hat sich sogar schon ein paar Zweige abgeknipst, nachdem sie das letzte Mal bei uns Blumen gegossen hatte.

Beim Suppe kochen gestern hab ich mich daran erinnert, denn eigentlich hab ich ja die Kräuter im Hof genau für diese Zwecke gepflanzt! 😉
Mit einem großen, nassen und grün-duftenden dicken Liebstöckel-Zweig bin ich also wieder in die Küche geeilt und hab diesen sogleich mit einer Küchenschere meines Vertrauens in den Eintopf zerstückelt. Hmmm! Das Ergebnis war sehr gut, hat mich selbst überrascht! Der Liebstöckel würzt den Eintopf sehr intensiv, beinahe wie ein normaler Brühwürfel. Er heißt ja auch nicht umsonst „Maggikraut“.

In der ganzen Wohnung roch es danach nach dem frischen Kraut, so dass mein Mann dann auch gesagt hat „es riecht nach Brühwürfel!“.. Der Liebstöckel ist ja eigentlich nicht besonders salzig, allerdings sehr kräftig würzig, so dass man sogar das Salz in der Suppe reduzieren kann, wenn man viel davon reinmacht. Ich bin auf jeden Fall restlos davon begeistert und werde jetzt kräftige Suppen öfters damit würzen. 😉

Im „Kräuter Buch“ steht außerdem, dass er gut mit Knoblauch harmoniert, was ich bestätigen kann. Ich hatte noch extra viel Knoblauch in die Suppe gemacht und es hat sehr gut geschmeckt.

Die Liebe braucht nicht viel

Die Liebe braucht nicht viel
manchmal reicht ein kleiner Stupser
um sie in dir zu wecken
meistens wehrst du dich noch dagegen

aber wenn sie da ist, dann ist sie da!
dann kannst du es nicht mehr leugnen
und auch nicht unterdrücken
wenn sich zwei Menschen lieben wollen
dann machen sie es

die Natur findet einen Weg
und schweißt beide zusammen
auch wenn sie sich zuerst wie Katzen umstreifen
und nicht so richtig näher kommen wollen.

Dieses starke Gefühl, dass du im anderen ganz genau spürst
es zeigt sich meistens schon, wenn man nur ein Foto von ihm oder ihr betrachtet
schon da wird irgendwie klar, ob du ihn oder sie magst.

Du spürst, dass dieser Mensch etwas ganz besonderes ist.
Du hörst gerne, wenn andere über ihn reden
und du redest selbst gerne über ihn
er geht dir nicht aus dem Kopf

du musst ständig an ihn denken
und du denkst dir „warum denn bloss?“
dein Verstand findet keine Erklärung
aber dein Herz ist ganz weit.

Im Kopf gibt es tausend Stimmen
die dir alles ausreden wollen,
aber im Inneren freust du dich,
wenn du ihn bald wieder siehst

dein Kopf bleibt in der Vergangenheit kleben,
aber dein Herz will galoppieren!
dein Gefühl will triumphieren!

Sein Glück soll dein Glück werden,
die Welten sollen sich vereinigen,
Licht und Liebe soll die Welt erhellen,
und du mittendrin.

Ich muss den Kopf leeren

Nach der langen Reise muss ich erstmal den Kopf leeren.

Da ist noch zuviel drin, da geht noch nichts. Alles schwirrt und summt, tausend neue Eindrücke gilt es zu verarbeiten.

Einfach umschalten und direkt mit der „normalen Arbeit“ weitermachen? Das geht bei mir meistens nicht so einfach.

Besonders schwer ist es immer auf der „Gefühlsebene“. Wenn starke Gefühle berührt werden oder man Menschen trifft, die einen besonders begeistern, wo die Chemie gleich unglaublich gut stimmt. Oder ich es bereue, dass ich den Kontakt nicht intensivieren konnte. Dann denke ich mir immer „Hätte ich diese Leute doch früher getroffen! Wäre ich doch früher mutig gewesen und wäre ich ihnen schon früher begegnet. Warum hab ich nur so lange gewartet?“ Dabei vergisst man schnell, dass es den perfekten Zeitpunkt nicht gibt, bzw. er meistens dann kommt, wenn man unbewusst am meisten dafür bereit ist.

Ich merke diese Schieflage nach Reisen immer zuerst auf der Körperebene. Da drückt sich meistens etwas aus, was ich ansonsten nicht wahrgenommen hätte.

Z.B. durch eine Schieflage im Darm, durch Verdauungsprobleme, weil man „zuviel in rein gefressen hat“ oder auch bei den Gefühlen, weil man stärker berührt ist, als man das vermutet hätte. Nach einer langen Reise weine ich gerne mal. Einfach die Schleusen aufmachen und losheulen. Unglaublich befreiend! Wie äußert sich dieser Druck noch bei mir?

Gerne bekomme ich auch Kopfschmerzen, Migräne oder Schwindelattacken. Essen vertrage ich besonders schlecht und meistens ist dann erstmal Fasten angesagt oder mein Körper stopft sich irgendwelche ungesunden Dinge in sich rein.

Ich habe meistens einen „Kommunikationsstopp“. Ich kann und will plötzlich nicht mehr reden. Ich sitze einfach nur rum und starre in die Luft. Mein Körper schaltet auf „Not-Meditation“. Gerne höre ich auch sehr ausgiebig Musik und schreibe dazu einen Text oder mache Bildbearbeitung. Auch das Zusammenfassen von Gedanken-Schnipseln und die Abfuhr im Blog oder auf Twitter ist hilfreich.

Menschen denken dann schnell, ich wäre unhöflich oder ich interessiere mich nicht für sie, wenn ich nicht mit ihnen rede oder mich nur kurz halte. Dabei stimmt das gar nicht.

Ich kann nur einfach im Moment nicht gut reden, nicht mehr aufnehmen. Ich bin sozusagen „voll“.

Oft sage ich das anderen Menschen aber andere Menschen verstehen das nicht oder können die Grenze nicht akzeptieren.

Wie oft habe ich schon gesagt „mir geht es im Moment nicht so gut, ich brauche ein wenig Abstand“. Dann wird man schnell belächelt.

Andere Menschen wollen das nicht gerne akzeptieren. Wenn man von einer Reise zurück gekommen ist, denken alle, man ist ja erholt, dann kann man auch gleich wieder voll loslegen. Das Gegenteil ist der Fall! Die Leute, die zu Hause in ihren gewohnten Bahnen geblieben sind, sind diejenigen, die erholt sind.

Sie haben sich ja nicht verändert und Unmengen an Informationen und Gefühlen zu verarbeiten gehabt! Sie sind es nicht , die pro Tag 18.000 Schritte durch die Stadt, den Regen, die Ubahn-Stationen und die Untiefen der täglichen Verwandtschaftsverhältnisse gewandert sind!

Bereichernde, menschliche Begegnungen finden immer an der Grenze statt. An der äußeren und inneren Grenze.

 

Reisen 2

Reisen ist das beste Mittel gegen Depression.
Warum? Weil man gezwungen ist, sich mit Eindrücken „von außen“ zu beschäftigen, weil man dadurch nicht zum Nachdenken kommt.

Ich hab es nicht geplant, es hat sich so ergeben. Wie immer.
Letztes Jahr fing es an.

Wenn wir zu Hause sind, fangen wir an zu streiten. Wenn wir unterwegs sind, ist alles gut.
Es ist unsere Therapie gegen schlechte Laune und innerlichen Stillstand oder Abstumpfung.
Es ist ein Mittel gegen das Altern, weil das Gehirn gefordert wird, sich auf neue Eindrücke einzustellen.
Es verschärft die „innere Flexibilität“ und es fördert die Bildung von neuen Nervenzellen.

Reisen öffnet die Sinne. Es ist einfach herrlich! Im Sommer, wenn der Fahrtwind durch Deine Haare streicht.
Die warmen Strahlen der Sonne auf Deiner Haut. Jeden Tag woanders, völlig ungeplant.
Es ist spontan, es ist schön. Liebe ist möglich, wenn man reist.

Natürlich wirst du auch mal Durchfall bekommen oder zuviel essen. Dann lernst du, damit umzugehen und deinen Körper auf Reisen besonders gut zu behandeln!

Mich inspirieren Reisen immer ungemein. Die Tatsache, dass man als Mensch nicht gezwungen ist, an einem Ort zu verharren.
Dass man frei ist und sich bewegen kann. Dass wir all diese tollen Transportmittel, Autos, Züge, Flugzeuge haben und mit unserem Smartphone in der Hand alles perfekt organisieren können!

Ein großes Haus und ein Hof sind dabei nicht von Nachteil! Natürlich bleibt die Arbeit ein paar Tage liegen, wenn man weg ist.
Aber danach hat man neue Eindrücke gesammelt, das Herz ist voll mit Ideen und guter Laune und man will alles neu gestalten.

Für die Selbstständigkeit erzeugen die geschäftlichen Reisen immer neue, erfrischende Impulse.
Ich empfinde es daher auch nicht als „Belastung“, sondern als positiven Input. Man trifft die Menschen, für die man Systeme und Software zusammen geschraubt hat.
Man sieht, wie sie damit arbeiten, was die Probleme sind und wo alles gut läuft. Man reist, man hört sich ihre Probleme an, man berichtet von den eigenen Erfahrungen.
Reisende sind eigentlich immer gerne gesehen und willkommen, überall auf der Welt!

Außerdem muss ich reisen, um die Verwandtschaftsbeziehungen zu pflegen. Was kann ich denn dafür, dass meine Schwester in Hamburg, meine Cousinen in Hannover und Berlin oder tlw. in Düsseldorf leben? Es ist halt so! Meine besten Freunde aus dem Internet- in ganz Deutschland verteilt. Es ist eben so. Dann muss man reisen, dann muss man nicht nur ein digitaler Nomade, sondern ein echter Nomade werden.

Die Grenzen verschwimmen, die eigene Region, die Heimat wird immer unwichtiger. Von überall kommen Menschen zu uns, warum sollen wir auch nicht überall hinfahren und reisen?

Und die Welt ist so groß! Es gibt so viel zu entdecken! Gerade man fotografieren will, MUSS man an neue Orte reisen. Überall gibt es was zu entdecken.

Reisen muss auch nicht teuer sein. Ein bisschen planen, günstige Hotels und Restaurants raussuchen und das eigene Auto rechnet sich eh am besten, wenn es „bewegt“ wird und nicht nur rumsteht.

Reisen

Ein Auto in der Nacht von rechts fotografiert. Man sieht nur die rechte Tür und den Außenspiegel und die Reflektionen auf dem Lack.
Unterwegs

Städte, in die ich dieses Jahr gereist bin:

Ahrensburg, Göttingen, Frankfurt, Saarbrücken, Völklingen, Mannheim, Kaiserslautern, Hannover, Duisburg, Krefeld, Nürnberg.
Meistens waren es geschäftliche Reisen oder Verwandtschaftsbesuche.

Städte in die ich dieses Jahr noch reisen werde: Düsseldorf, Erfurt, Weimar, Leipzig, Hamburg, vielleicht Berlin (CSD!).

Was ich gerne sehen würde: New York, Boston, Los Angeles, Paris, London, Singapur.
Glückliche und freie Menschen, Menschen mit einem inbrünstigen Optimismus, an den ich mich „dranhängen“ kann. 😉

Was mir noch fehlt: Ausführliche Reiseberichte!
Mal Zeit, alles zu verarbeiten.

Warum ich „Die Partei“ gewählt habe

Der Wahlzettel zur Europawahl 2019 in Deutschland
Der Wahlzettel zur Europawahl 2019 in Deutschland

Okay, das soll jetzt kein eindeutiger Artikel zur Europawahl und auch keine „Beeinflussung durch Nachdenken“ werden, aber ich erzähle Euch jetzt trotzdem mal, warum ich zur Europwahl 2019 „Die Partei“ gewählt habe. 😉

Gestern öffnete ich die Briefwahlunterlagen, weil sie wie immer, schön früh gekommen sind und ich den Schreibtisch aufräumen wollte.
„Achja , da war ja noch was“ hab ich mir gedacht“ und den Umschlag geöffnet. Was heraus kam, war ein schlechter Witz!
Ein Klopapier-Zettel, so lang, das er nicht vernünftig auf den Schreibtisch gepasst hat und ca. 40 Parteien stehen zur Auswahl.
Ich wollte ein Foto für Instagram machen, aber das Ding passte zuerst nicht vor die Linse. Erst als ich den Fladen auf meinen schicken orange-farbenen Teppich ausgebreitet habe, konnte ich das Teil so halbsweg einfangen.

Viele Parteien kenne ich überhaupt nicht. Die klingen zwar schon sehr gut und witzig, z.B. „Die Humanisten“, „Liebe“, „Menschliche Welt“ „Partei für die Tiere“, usw. aber wer weiß schon, wer wirklich dahinter steckt und was die Absichten sind?

Den Wahl-O-Mat hab ich vor ein paar Tagen natürlich auch brav absolviert und heraus kam die SPD, eine Partei, die ich fast noch nie gewählt habe. 😉

Es ist irgendwie ein Witz: Da wählt man das größte und mächtigste Parlament, was wir in Europa je erlebt haben, mit Befugnissen, die über 500 Millionen Wahlberechtigte beeinflussen werden, aber jeder Wähler / jede Wählerin / divers hat gerade mal eine (!) Stimme. In den Medien sind stets die großen Parteien präsent und die kleinen Splitterparteien können sich natürlich nicht die große Aufmerksamkeit leisten. Daran sieht man: Auch die Medien sind nicht demokratisch, weil sie ihre Blickwinkel zu sehr auf „die großen“ und zu wenig auf „die kleinen“ konzentrieren. Mit dem „AfD-Blocker“ zeigt die Partei in die richtige Richtung: Viele Parteien bekommen mehr Aufmerksamkeit, als ihnen zusteht.

Da passt doch irgendwas nicht zusammen. Für die Wahl meines Kreistages habe ich 48 Stimmen und kann „kumulieren und panaschieren“, aber für das große EU-Parlament erlaubt man mir gerade mal ein kleines Stimmchen. Die Selbstbestimmung ist sehr groß auf der kommunalen Ebene, wird aber „nach oben raus“ immer weniger.

Bei „Der Partei“, der Satire-Partei von Martin Sonneborn bin ich mehrfach hängen geblieben. Ich kenne den Satiriker und Nico Semsrott (der ebenfalls auf der Liste steht) aus dem Fernsehen und fand beide immer gut. Auch die Parteiprogramme (sowohl für die letzte Bundestagswahl, als auch die Europawahl) klingen sehr lustig. Humor ist genau das, was wir in dieser Zeit der Krise und des Umbruchs brauchen! Jeglicher Dogmatismus, jegliche Ideologie ist für mich ein Irrweg, egal in welche politische Richtung es nun geht, am Ende warten immer Rechthaberei und Extremismus. Je schwieriger die Zeiten werden, desto größer ist die Gefahr, dass Ideologie-Berge aufeinander prallen und es ungemütlich wird. Satire ist befreiend und der Ausweg aus „Rechthaberei“. Dann muss sie allerdings auch „gerecht“ sein und sich gegen jede politische Richtung wenden. Satire ist unabhängig, im besten Falle journalistisch neutral, sie ist scharfzüngig, trifft auf den Punkt und traut sich unbequeme Wahrheiten auszusprechen und den „Status quo“ sowohl bei Politikern, als auch Medien-Schaffenden zu hinterfragen. Gute Satire deckt sich damit auch ziemlich dem Ethos, dem man sich als freie, unabhängige Bloggerin auferlegt hat.

Satire ist die stärkste Antwort der Intellektuellen auf einen großen, überbordenen Machtapparat wie ihn die EU derzeit bildet.

Der stärkste Ausdruck für die Missbilligung des herrschenden Politik-Betriebes ist die Nichtwahl.
Der stärkste, gleichzeitig demokratische Ausdruck für die Missbilligung des Politik-Betriebes ist die Wahl einer Satire-Partei.

Außerdem hat mir der mutige Wahlwerbe-Spot sehr gefallen, weil er ins Herz trifft.

Das bestialische Arbeitsleben

In der letzten Zeit häufen sich bei mir die Eindrücke
dass die Arbeit für viele ein großes Problem ist.

Immer wenn es Probleme mit der Freundschaft gab
wenn jemand „keine Zeit“ hatte
oder trotz langer Suche, einfach „keine Zeit“ gefunden hat
oder mangels finanzieller Möglichkeit zu keinem Treffen kommen konnte

war irgendwie „die Arbeit“ schuld!
Entweder beruflich so eingebunden, so überfordert, so ausgebeutet
oder das Gegenteil: Ohne Arbeit und ohne Geld.

Aber was ist das für eine Zivilisation, was ist das für eine Gesellschaft?
Wenn wir alle Sklaven der Arbeit werden? Und niemand mehr „freie Zeit“ findet?

Wer sind wir, wenn wir über das ureigene, nämlich unsere Lebenskraft und Lebenszeit nicht mehr frei verfügen können?

Dann sind wir nicht besser als Amöben, in einem großen Gesamtorganismus.

Jegliche Freiheit wird beschnitten! Und Freiheit ist heute auf jeden Fall auch „finanzielle Freiheit“. Die Freiheit, mal nicht arbeiten zu müssen, weil man „gespart“ hat. Die Freiheit, einen Beruf auszusuchen, der Spaß macht, nicht weil er „viel einbringt!“.

Die Freiheit, als Frau „zu Hause zu bleiben“, weil das Geld des Mannes reicht. Darüber wagt schon niemand mehr nur ansatzweise nachzudenken!

Die ganze Kraft der Menschen wird dem „produktiven Kapital“ untergeordnet alle werden ausgebeutet, wo es nur geht
damit es „dem Staat“ und den „Banken“ und dem „Finanzamt“ besser geht

Der Stempel, der für alles herhalten muss, ist die „Solidarität“.
Und es lebt sich gut mit der Vorstellung, dass es so sein könnte.

Wo bleibst du bei all dem?
Wo ist deine Würde?
Deine Freiheit?

Die Freiheit selbst zu bestimmen, wer dein Geld bekommt?
Die Freiheit, über Deine Gedanken und die Entfaltung Deiner Möglichkeiten selbst zu bestimmen?

Wir sind heute nicht besser dran als Sklaven.
Unsere Fesseln sind nur unsichtbar.
Sie heißen „Steuererklärung“, „Rentenlücke“, „Arbeiten bis 75“ und „Zurückgehende Staatseinnahmen“.
Sie heißen aber auch „Ökosteuer“, „Umsatzsteuer“, „Solidaritätszuschlag“ und „Sektsteuer“.

Die Fesseln heißen „Schichtarbeit“,  „Unbezahlte Überstunden“, „Fachkräftemangel“ und „Personalengpässe“.

Die Antreiber auf der Galeere heißen „Politiker“ und „Manager“. Oben herrscht Ego-Mentalität, Skrupellosigkeit, Korruption und Mitnahmementalität und die unteren Gesellschaftsschichten sollen brav in die Sozialkassen einzahlen.

Freiheit, vor allem materieller oder beruflicher Natur wird uns nur vorgegaukelt, aber wirklich möglich ist sie fast niemanden.