Warum ich lieber mit Frauen als mit Männern schreibe

Ich überlege mir irgendwas Nettes. Eine schöne Formulierung an ihn. Extra für ihn. Fein zusammengelegt und gebügelt und mit Schleifchen versehen. Bin etwas unsicher, ob es der richtige Ton ist. Überlege nochmal. Stelle die Formulierung um. Dann warte ich kurz, bin immer noch unsicher. Ich schicke die Nachricht am Abend endlich ab. Passend zur Feierabendzeit, damit er es lesen kann. Es kommt nichts zurück. Ich warte. Nichts. Muss nochmal nachhaken. Nur ein kurzer Kommentar. Kaum Auskunft. Dann warte ich. Vielleicht überlegt er sich nochmal. Wieder nichts. Ich warte. Und warte. Rätsel rum. Zerbreche mir den Kopf. Kommt nichts bei raus. Warte weiter. Nichts. Schließlich gebe ich es genervt auf und stelle fest, dass Männer und Frauen nicht zusammen passen.

( Und wenn man mal einen Typen findet, bei denen es besser passt, und die Harmonie besser zu spüren ist, dann ist er garantiert schwul! )

Ich schreibe an sie. 3 Sekunden später kommt eine nette Nachricht über WhatsApp. Ich verstehe sie sofort. Die Wellenlänge ist gleich da. Sie schreibt nur ein paar Sätze, aber ich weiß gleich was gemeint ist. Ein kleiner Ping genügt, dann ist der Kontakt wieder da. Super schön dann machen wir es so hab dich auch lieb Herzchen bis bald.

Das Lustige daran ist, dass das nur bei mir so ist. Ich kenne Menschen, bei denen ist es genau anders herum. Die können mit Männern viel besser und einfacher kommunizieren. Und finden Frauen ganz schrecklich.
Tja, Kommunikation liegt sehr viel an einem selbst. „Wie man gestrickt ist“. Dieses Kleid kann man nicht so leicht ablegen.




Freundschaften auf Instagram

Kann man auf einer Plattform wie Instagram Freunde finden?

„Das ist ungefähr so einfach, wie auf einer Formel 1 Rennstrecke einen Menschen zu finden, der in Ruhe ein Pläuschen mit Dir halten will!“

Nein, Spaß beiseite. Die Frage ist ziemlich schwierig zu beantworten. Man kann durchaus Freunde finden, aber man muss ein paar wichtige Dinge beachten und die Spielregeln dort kennen. Denn wie bei jedem menschlichen Miteinander finden sich dort erstmal Menschen ohne größeren Vorbedingungen zusammen und die Regeln entstehen quasi „von selbst“ in einem sich selbst-regulierenden System. Von Seiten des Anbieters wird ja die „Freundschaft-Funktion“ nicht sonderlich geregelt oder verwaltet. Man kann jemand anderen folgen, der kann zurückfolgen, dann kann man sich Nachrichten mit einer ziemlich einfachen und intuitiven Chat-Funktion schreiben.

Die Software gibt zwar das grobe System vor, aber was der Mensch daraus macht, ist mal wieder völlig ihm selbst überlassen! Zuerst ist es so, dass große Anbieter und Sammler von Daten wie Facebook oder Instagram alles dafür tun, damit sie deine Bilder bekommen. Sie profitieren davon, weil sie dann herausfinden können, wo sich ihre Nutzer so rumtreiben, welchen Kaffee sie gerade trinken, in welchem Restaurant sie sind, wer eine bestimmte Location aus welchem Grund toll findet – usw !! (Stichwort Datensammelwut) Außerdem bekommen sie völlig kostenlos eine riesige Menge an Bilddaten völlig umsonst auf ihre Server geladen, mit denen sie auch noch tun können, was sie wollen, denn die Bildrechte werden zum großen Teil abgegeben. Die Nutzer profitieren wiederum von einem völlig kostenlosen Dienst und der Möglichkeit, für sich selbst und ihre Arbeit „Werbung“ zu machen. Also tut man alles dafür, dass die eigenen Fotos gut werden und versucht, die eigene Arbeit zu optimieren.

Die große Frage aber ist, warum tun das Menschen eigentlich? Warum verbringen sie soviel Zeit mit dieser Tätigkeit, die keine unmittelbare materielle Belohnung gewährt und die auch augenscheinlich nach etwas „unfairen“ Startbedingungen verwaltet wird?
Wenn die Nutzer eigentlich genau wissen, was mit ihren Daten passiert und dass andere – nämlich der große Dienstleister im Hintergrund – die Kohle damit macht?
Neben der Werbemöglichkeit ist der wichtigste Grund wohl das soziale Feedback, der „Like“. Menschen wollen für ihre Arbeit gelobt werden, sie wollen Feedback bekommen. Entweder in Form von Likes oder von Kommentaren. Hauptsache man wird beachtet. Dieser Antrieb ist für den Menschen anscheinend sehr groß und stellenweise eine größere Belohnung als Geld. Es ist dabei auch völlig egal, ob du die Person kennst, die dich gerade likt. Es geht immer wieder um neue Menschen und man muss streng genommen zu dem einzelnen keine Beziehung aufbauen. Eine Freundin von mir sagte „Wenn ich ein Bild hochlade, möchte ich neue Follower gewinnen. Die alten sind mir ja sowieso schon treu!“. Und sie postete daher ihre Bilder immer genau zu der Uhrzeit, wo man das meiste Feedback erwarten kann und am ehesten neue Menschen dazu kommen (in der Feierabend Zeit zwischen 18 und 20 Uhr). Es geht also um „viele Menschen“, nicht unbedingt um „gute Beziehungen zu einem einzelnen Menschen.“ Ich saß mit ihr im Café und wollte mit ihr reden, sie sagte aber „warte mal bitte, ich muss gerade mal ein Story-Posting machen“ und sie postete ein Bild von unseren Drinks in der untergehenden Abendsonne. Das war schön, zweifelsohne. Ich aber fühlte mich verraten. Warum sollte es jetzt die ganze Welt wissen, was wir machen, wo wir sind und wer alles dabei ist? Die schöne Stimmung war ein bisschen zerstört worden. Und dass alles nur, damit andere applaudieren oder im schlimmsten Falle neidisch sind?

Normalerweise kann man sich auf Instagram sehr gut mit anderen vergleichen und schauen, was die anderen so machen. Man kann sich für seine Arbeit Inspiration und Anregung holen. Wer einen kreativen Beruf hat, kann sich neue Anregungen holen (z.B. Design-Ideen, Foto-Vorlagen, interessante Videos, Musik, usw.) oder Menschen kennenlernen, die ähnliches tun und für sich ähnliche Dinge interessieren. Wer etwas macht, was andere ganz besonders toll finden, wird dann irgendwann „Influencer“ genannt. Aber ich habe festgestellt, dass man auch schon mit wenigen Leuten „Influence“ kreiert und von anderen nachgemacht wird (Beispiele dafür folgen in einem gesonderten Artikel). Wenn andere Leute Deine Arbeit und somit auch Dich wertschätzen, hast Du schonmal eine Grundlage für ein interessantes Gespräch. Denn nichts ist wichtiger, als ein „gemeinsames Thema“. Ob dann wirklich eine Freundschaft daraus entsteht, liegt an euch beiden.

So schön das Like-System auch funktioniert, es bleibt ständig im Hintergrund als „Bewertungsmaßstab“. Das ist schwierig, weil man sich (ob man will oder nicht) immer ein wenig daran orientiert. Wer hat wie viele Follower? Wer bekommt mehr Likes für ein Bild? Über wen spricht man öfters? Und wer wird öfters mal gefeatured? Auch wenn man selbst sehr gut ist, wird man immer wieder Leute finden, die „mehr“ haben und einen größeren Einfluss generieren. Das materielle Denken schlägt also voll zu und man kann ihm auch in der virtuellen Welt nicht entkommen. Es ist sogar bekannt, dass die Menschen, die viel Zeit mit sozialen Netzwerken verbringen, insgesamt materialistischer veranlagt sein sollen als andere.

Männer nutzen Instagram dazu, um schöne Frauen zu finden und sich deren Bilder anzuschauen. Frauen wiederum genießen die Zuwendung und die Aufmerksamkeit, die ihnen entgegenschlägt.

Und dort soll man jetzt Freunde finden können? Das ist sehr schwierig. Denn eine gute Freundschaft muss ja eigentlich frei von solchen äußeren Maßstäben sein. Frei von Vergleichen, frei von sexuellen Bedürfnissen und frei von Neid. In einer Freundschaft muss man den Menschen mit seinen Gefühlen sehen können, mit seinem Wesen, seinen Ängsten und seiner Person. Instagram ist aber eine Schein- und Blendwelt. Die Menschen zeigen dort alles, aber nicht ihre wahre Seite, ihr wahres Ich. Auch wenn es die Möglichkeit eigentlich geben sollte, denn niemand gibt ja vor, mit welchem Inhalt das nächste Foto versehen werden soll. Die Möglichkeit ein Foto hochzuladen, ist erstmal ein weißes Blatt Papier und der Inhalt wird vom Menschen und seinen inneren Entscheidungen bestimmt.

Auf Instagram versucht jeder, sein bestes nach vorne zu krempeln, um die Zahl der Likes und der sozialen Rückmeldungen zu erhöhen. Jeder zeigt nur sein persönliches „Schaufenster“, niemals aber das ganze Wesen. Für sozial akzeptierte Fotos und Bildaussagen bekommt man Zuspruch und die anderen stürzen ins Bodenlose. „Der Markt“ ist da gnadenlos und sortiert erbarmungslos aus. Frauen werden belohnt, wenn sie ihr Äußeres präsentieren, Männer für „Leistung“ und gute „Arbeit“. Generell bekomme ich für Story-Postings, die einen materiellen Bezug haben (was hab ich mir gekauft, etc.) mehr Feedback als für Posts, die sich hauptsächlich auf meine innere Einstellung und persönlichen Gedanken beziehen.

Ich habe daher festgestellt, dass die persönlichen Treffen mit anderen Instagrammern einen ganz anderen Charakter haben und für mich viel wertvoller sind als das ganze Herumgewische auf dem Handy. Ich würde es jedem empfehlen, sich mit den Leuten hinter den Accounts zu treffen. Es ist eine schöne, bereichernde Erfahrung, weil man die Menschen ohne „Schutzhülle“ und ohne Maske kennenlernt.

Solche Treffen zu organisieren ist schwierig. Vor allem die Zeit-Koordination macht Probleme. Alle Leute unter einen Hut zu bekommen und sei es nur für ein gutes „Instameet“, das vielleicht 30 Minuten dauert. Denn jeder hat ja heutzutage tausend Verpflichtungen und „immer irgendwas zu tun“. Entweder Arbeit, in der Familie eingebunden, mit Freunden unterwegs. Und dann soll man sich nochmal freie Zeit für völlig unbekannte Menschen freimachen? Die Bereitschaft sich darauf einzulassen, ist nicht besonders hoch.

Und wenn jemand kommt, dann sind es sowieso meistens die Leute, die friedlich im Umgang sind und einen ausgeglichenen Charakter haben.

Die Leute, die Instagram als große Leistungsshow sehen, werden nicht kommen. Oder sie kommen, um sich Applaus einzuholen, aber nicht, weil sie dich mit all deinen Schwächen und Stärken kennenlernen wollen.

Instagram ist nur ein Medium. Es liegt an Dir, was Du daraus machst.




Weiterbildung

Hab mich für einen Französisch-Kurs an der Volkshochschule Kaiserslautern eingeschrieben. Das ist ein gutes Gefühl.
Gestern kam der Teilnahmeausweis in meine Email-Inbox reingeflattert. Das ist schön. Das ist offiziell. Jetzt bin ich angemeldet und kann im März endlich loslegen. Es gab mehrere Optionen, entweder 2 Stunden die Woche, einmal wöchentlich, entweder vormittags oder abends. Das würde dann fast 4 Monate dauern, bis der Kurs fertig ist. Oder ein Gesamtpaket, als „Crash-Kurs“, sechs Stunden am Tag, fünf Tage hintereinander. Das habe ich gewählt. Das liegt mir mehr. Wenn ich mich mit etwas beschäftigen möchte, dann richtig. Ich muss zwar dann um 5:30 Uhr aufstehen und ca. 35 Minuten nach Kaiserslautern fahren, dafür bin ich gegen 14 Uhr fertig und hab was aus dem Tag gemacht! Allein das ist ein gutes Gefühl.

Ich hatte ja leider kein Französisch in der Schule (nur Englisch und Wahlfach Latein), aber ich habe festgestellt, dass wir die Sprache im beruflichen Alltag öfters mal brauchen. (Frankreich ist ja ein enger Wirtschaftspartner von Deutschland). Die französische Kultur ist ja überall, unsere Verwandten im Saarland wohnen beinahe direkt an der Grenze. Ich könnte also einfach zu Fuß rüberlaufen und meine neu gewonnenen Sprachkenntnisse dort ausprobieren. 😉 Außerdem möchte ich mal wieder nach Paris. Mir das Land anschauen. Und dann nicht wie eine „dumme Deutsche“ ohne Vorbildung aussehen. Ich mag die französische Kultur. Sie ist ein bisschen anders als bei uns. Manches sehen sie lockerer. Die Arbeit ist nicht ganz so wichtig. Beim Essen wird sich viel Zeit gelassen. Und die Frauen sehen immer sehr chic aus und legen Wert auf Mode und ein gutes Äußeres. 😉

In die Schule gehen. Allein das finde ich schon witzig. Ich bin ja eigentlich ein ziemlicher Autodiktat und bringe mir Dinge gerne selbst bei. Die Möglichkeiten sind unzählig. Mit Youtube, mit Wikipedia, mit den ganzen Apps, die es heutzutage so gibt. Aber die Sprache ist etwas Lebendiges. Die lernt man am besten „mit anderen“. Die muss man sprechen. Und dann braucht man auch Leute, die einen korrigieren oder sagen, wenn es nicht so gut klingt.




Das pochende Herz

Wie Recht Du hast. Immer hast Du Recht. Und dafür liebe ich dich. Deine Worte treffen mich ins Herz.
Wie mit einem Skalpell schneidest du das Dumme heraus und lässt das Gute von selbst die Wunde schließen.
Das reine und offene, ehrliche, schöne kann gedeihen, wenn ich in Deiner Nähe bin. Oder von Dir lese.
Wenn ich nur an Dich denke!

Wenn ich dummes Zeug rede, lässt Du mich reden. Wenn ich auf der richtigen Spur bin, verstärkst Du mich.
Und manchmal, da lächelst Du einfach nur.

Es braucht nicht viel von Dir. Schon ewig hab ich dich nicht mehr gesehen. Aber in meinem Herzen bist du nur du.
Es pocht. Es kribbelt. Es vibriert. Es spricht mit mir. Ein lebendes Etwas. Verbundenheit, auch über große Distanzen.
Eine Wahrheit, vor der wir uns nicht verstecken können. Eine Liebe, die immer da war. Immer da ist. Und immer sein wird.




Dein Style

Warum bist Du immer noch nicht da, wo Du eigentlich sein wolltest?
Warum verdienst Du immer noch keine zwei Millionen pro Jahr, sondern musst im Supermarkt die Angebote raussuchen?
Warum hängst Du immer noch mit den gleichen Freunden ab, die Du im letzten Jahrhundert hattest?
Und warum ist niemand „hippes und cooles“ dazu gekommen?
Warum denkst Du klein, fährst ein zehn Jahre altes Auto und hast Sorgen um den nächsten TÜV?

Warum geht es mit deinen Twitter- und Instagram-Followern nicht aufwärts?

Weil Du immer noch zuviel auf andere hörst. Weil Du Dich immer noch nicht selbst gefunden hast.

Weil Du immer noch anderen hinterher läufst und ihren Style kopierst, obwohl es einzig und allein darum geht, Deinen eigenen zu finden.

Weil Du zuviel Zeit mit Gedanken verbringst, wo andere schon längst Tatsachen schaffen.

Weil Du ganz tief in Deinem Inneren, Angst vor dem Wandel, vor der Zukunft und Deinen eigenen verdrängten Anteilen hast.

Lass es alles raus. Befrei Dein Ich. Erschaffe etwas großes. Und fang endlich an!!




Spiegelübung

Meine Stimmung ist derzeit zweigeteilt. Einerseits habe ich Aufbruchstimmung und fühle mich gut wie lange nicht.
Dann aber gibt es alte Schattenscheiten aus meinem Leben, die mich immer wieder einholen. Negative Erfahrungen, die noch nicht ganz verdaut sind. Die – wie verdorbenes Essen- schwer im Magen liegen und den Gesamtorganismus belasten. Ihr merkt es vielleicht an meinen Texten, die bilden meine derzeitige Stimmungslage ziemlich gut ab.

Wie auch immer, ich habe mir letztens ein paar sehr interessante Videos auf Youtube angeschaut, von so einem Esoterik-Heini. Zuerst musste ich lachen, weil er so ulkig aussieht und über so lustige Dinge wie „Dualseelen“ redet (das scheint derzeit ein ziemlicher Trend in der Esoterik-Welt zu sein und es bezieht sich hauptsächlich auf liebende und gute Beziehungen zu anderen Menschen).

Aber vor allem das Video über die Spiegelübung fand ich sehr interessant. Da geht es nämlich um die Frage, was einen an anderen Menschen stört. Welche Probleme man mit ihnen hat. Und wie man dann versucht, seine eigenen Anteile zu erkennen. Sich bewusst auf seinen eigenen Schmerz einlässt. Und ich stelle fest, dass es tatsächlich oft so ist, wenn ich wütend auf andere bin oder mit ihrem Verhalten nicht zufrieden, dass es oft auch an mir liegt. An meinem Verhalten ihnen gegenüber. Das ist vermutlich mit „Spiegeln“ gemeint.

Schlimme Erkenntnis! Da bricht erstmal viel über einen herein. Dann wird man kleinlaut. Dann ist es einem peinlich. Aber irgendwann befreit man sich auch wieder davon! Geht die richtigen Schritte aufeinander zu. Und dann ist wirklich „Heilung“ möglich.




Teamwork

Was für eine naive Vorstellung, heutzutage noch an Teamwork zu glauben,
wo die ganze Gesellschaft auf Individualität und Konkurrenzdruck aufgebaut ist.

Die Gruppe verbleibt als „Mittel zum Zweck“ und sie wird nur da genutzt, wo sie Vorteile bringt.
Aber Verantwortungsgefühl gegenüber völlig Fremden, außerhalb der „familia“, das kann man nun wirklich nicht erwarten.




Ihr Name

Ihr Name rutscht in meiner WhatsApp Liste immer weiter nach unten. Meine letzte Nachricht hat nur einen Haken, das bedeutet, das sie mich geblockt hat und meine Nachrichten nicht mehr lesen wird. Auch ihr kleines Profil-Bildchen sehe ich nicht mehr. Jeden Tag scrolle ich die immer länger werdene Liste nach unten und schaue, ob sie die Blockade aufgehoben hat. Aber jedesmal das gleiche Ergebnis. Ich frage mich, wie lange ich das noch machen werde. Zwei Monate, drei Monate? Wann wird es mir zu dumm? Wann werde ich endlich einsehen, dass es nicht weitergeht? Dass die Energie zwischen uns irgendwie blockiert ist, dass es keine Lösung dafür gibt? Ich hab es auf anderen Kanälen probiert, aber sie hat angedroht, dass sie mich da auch blockiert, falls ich es weiter versuchen sollte. Ich fühle mich dumm. Naiv und ausgenutzt. So wie immer. Ich hab an das Gute geglaubt und ihr Zeit und Energie geschenkt, aber ihr wurde es zuviel. Ich habe vermutlich „zuviel“ geliebt. Ich wusste nicht, dass es das gibt, dass man „zuviel lieben“ kann. Oder ich habe „falsch geliebt“. Wie auch immer. Vielleicht liegt es gar nicht an mir. Vielleicht liegt es an ihr. Vielleicht muss sie erstmal was mit sich selbst ausmachen und sie möchte nicht, dass ich ihr bei diesem Prozess zusehe. Das gibt es oft. Menschen schämen sich, wenn sie Schwäche eingestehen müssen. Manchmal braucht man auch seine „äußere Ruhe“, wenn man „im Inneren“ eine Wandlung durchmacht. Es gibt soviele Gründe, warum andere Menschen einen blocken. Klar, fühlt man sich zuerst einmal zurück gewiesen. Aber wenn ihr wirklich mit Mitgefühl an die Sache herangeht und versucht, den anderen zu verstehen, werdet ihr feststellen, dass es noch ganz andere Gründe gibt. Und dass es viele Dinge gibt, die man gar nicht beeinflussen kann.




Mit voller Kraft

Der D-Zug des neuen Jahres rollt über mich hinweg. Ich will das alte Jahr noch festhalten, klammere mich letzter Kraft an den immer schneller werdenen Waggon. Doch es ist aussichtslos! Der neue Zug nimmt Fahrt auf und die Lokomotive ganz vorne schnauft und dampft, als ob es kein Morgen gäbe. Der Heizer hat alle Reserven mobilisiert, bis zum Sonnenuntergang müssen wir in Moskau sein. Es ist kalt, doch der Lokführer wischt sich unbeirrt den Schweiß von der Stirn und schaut mich nur grimmig an. „Du wolltest doch schnell fahren oder nicht“ und dann zieht er am Seil über ihn und eine endlose Hupe tönt durch das Tal. Der Ton ist so laut und stark, er geht mir durch Mark und Bein. Jetzt, schätze ich, bin ich wach. Ich werde ankommen, denn 2000 PS und der Koloss aus Stahl um mich herum werden schon dafür sorgen. Ich fühle mich wunderbar geborgen. Ich brauche nichts tun, als mich hin und wieder zurückzulehnen, aus dem Fenster zu schauen und mich zu entspannen. Es fällt mir schwer.




Geschlechtsunterschiede bei Freundschaften

Warum sind Freundschaften zwischen Frauen soviel anders als Freundschaften zwischen Männern?
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich beides kennengelernt habe und ich kann eigentlich nur sagen, dass es für beide Arten von Freundschaft verschiedene Wörter geben müsste, da sie so fundamental anders sind. Das Wort „Freundschaft“ alleine ist nicht genau genug.

Freundschaften zwischen Männern sind oft sehr langanhaltend, verlässlich und meistens konfliktfrei. Wenn es Reibereien gibt, dann eher um die Frage „wer der Stärkere“ ist. Das gegenseitige Messen und Vergleichen (im jungen Alter körperlich, wenn man älter wird auch finanziell oder beruflich) ist bei Jungs und Männern sehr stark ausgeprägt. Dafür fragen sich Männer unteinander fast nie nach schwierigen Themen. Jeder weiß, dass der andere da seine Ruhe haben will und nicht darüber reden will, wenn es z.B. um Liebeskummer oder Probleme in der Schule / im Job geht. Was bei Freundinnen und Ehepartnerinnen oft für blankes Entsetzen sorgt „er redet nicht über seine Gefühle“ – ist bei Männern untereinander anerkanntes Gemeingut. Man versucht, eine schöne gemeinsame Zeit miteinander zu verbringen und die Aktivitäten stehen dabei im Vordergrund. Ein gemeinsames Hobby (z.B. Fußball oder Computerspiele) reicht meistens schon aus, um eine Grundlage für eine Freundschaft zu sein. Über Definitionen von Männlichkeit muss man sich nicht groß unterhalten, man lebt sie einfach aus und „demonstriert“ sie. Freundschaft findet im Außen statt und kann dort problemlos betrachtet und ausgelebt werden.

Bei Frauen ist erstmal nichts klar und alles muss grundsätzlich hinterfragt werden. Da lächeln einen die anderen Mädels freundlich an und man schwebt gleich im siebten Himmel! Und sie gibt sich Mühe, fragt, wie es mir geht, Was ich gerade fühle, will alles über mich wissen, so wie meine Mama! Die sind ja alle so nett, die lächeln ja soviel! Ja, dann bin ich mir sicher, dann muss es eine gute Freundin sein. Freundschaften unter Frauen hab ich immer viel emotionaler erlebt. Da ist jetzt endlich eine, die tickt so wie ich ticke. Es fühlt sich einfach gut an, man ist endlich auch emotional verbunden. Und genau das ist das Problem. Emotionen sind Schwankungen unterworfen. Und das Bemühen der Frauen auf der einen Seite nett und höflich zu sein, sorgt auf der anderen Seite für große Konflikte. Der letzte Streit mit meiner Freundin fing so an: Sie hat zu mir gesagt, dass ich „bitte alles offen und ehrlich zu ihr sagen soll, weil das zu einer Freundschaft dazu gehört“.. ich habe dann herumgedruckst und wollte ihr nicht alles sagen, weil ich meistens im Umgang mit anderen Menschen zurückhaltend bin. Sie hat dann aber darauf bestanden und nicht locker gelassen. Ich habe ihr tatsächlich zuerst den Vorschlag gemacht, dass wir lieber mehr an der Oberfläche bleiben, und die gemeinsamen Hobbies in den Vordergrund stellen (mein Versuch, eine männliche Freundschaft mit ihr zu führen). Das war ihr überhaupt nicht recht! Sie wollte alles wissen und bestand darauf. Ich habe ihr dann meine ehrliche Meinung zu bestimmten Themen gesagt, die sie mir pausenlos angeboten hatte (es ging um Arbeit und Partnerschaft). Meine inhaltlichen Aussagen (teils richtig) waren ihr überhaupt nicht recht. Sie ist förmlich explodiert, so als ob sie nur darauf gewartet hätte, dass ich irgendwas falsches sagen würde. Danach wurde der Kontakt ohne große Umscheife komplett eingestellt. Wenn Frauen Beziehungen beenden, dann meistens sehr radikal.

Bei Männern hab ich oft mehr ein „Ausschleichen“ erlebt. Man trifft sich noch eine Weile, merkt dann aber doch, dass es irgendwie nicht passt und geht meistens ohne Groll. Nicht so bei Frauen. Die beenden Beziehungen ganz bewusst, weil sie einen verletzen wollen. Weil sie einen ganz bewusst und auch persönlich ablehnen. Weil jede wiederum weiß, wie wichtig eine intakte Beziehung zu einer anderen Freundin ist, weiß sie gleichzeitig auch, dass sie da stark verletzen kann.
Frauen versuchen einen meistens auch viel mehr zu „erziehen“, z.B. über psychische Kontrollmittel. Es wird bewusst geschwiegen und der andere muss raten, was gerade schief gelaufen ist. Das Spiel bedeutet dann „Wenn du mich wirklich magst, dann zeig es mir, indem du mich nach meinem Befinden fragst, auch wenn ich dir erstmal keine Anhaltspunkte gebe“.
Das ist unglaublich kompliziert! Solche Spielen laufen unbewusst und verdeckt ab, eben typisch „weiblich“.

Auch wenn es zwischen Frauen oft eine große Energie und eine tolle emotionale Verbundenheit geben kann, kann es auf der anderen Seite auch ein unglaublich großes Konflikt- und Enttäuschungspotential geben.

Frauen sind meistens unabhängiger und bauen selbstständig ein größeres soziales Netzwerk auf. Sie sind oft nicht erpressbar und können ihre Freundinnen und Kontakte schnell ändern. Sie wissen, dass sie bei vielen Männern gut ankommen und versuchen dann, an Wissen und Einfluss zu kommen, indem sie manipulieren. Das geht bei Frauen untereinander oft viel schwieriger, weil sie gegenseitig solche Machtspiele durchschauen. Was bei Männern noch „süß“ und „attraktiv“ wirkt, löst bei ein anderen Frau eher Neid und Eifersucht aus. Das ist vor allem dann der Fall, wenn eine Frau sehr attraktiv ist und diesen Bonus voll auslebt. Im schlimmsten Fall sind Frauen zuerst freundlich und nett und ziehen einem möglichst viele private Infomationen aus der Nase. Danach beenden sie die Freundschaft und ziehen mit peinlichen Informationen über ihre ehemals „beste Freundin“ her. Daher kann es sein, dass man anderen Frauen gegenüber misstrauisch wird, weil man gleich das schlechteste vermutet. Eine normale Kommunikation wird immer schwieriger. Besonders aufgefallen ist mir auch die grundsätzliche Abneigung von Frauen gegenüber anderen Frauen. Und dass viele „Ältere“ Frauen einem erzählen, wie schwierig es sein kann und dass man selbst mit viel zu großen Optimismus an die Sache herangeht.

Ich habe es oft erlebt, dass Frauen andere Männer anhimmeln, ihnen hinterherlaufen, sie mit Lob und Komplimenten überschütten, wenn es um deren Arbeit oder Leistung geht.. Frauen hingegen müssen oft damit leben, dass man sie nicht so „anhimmelt“, es sei denn für ihr Äußeres oder auf der sexuellen Schiene. Da von Frauen in der Gesellschaft ganz andere Dinge erwartet werden, werden sie auch mit anderen ganz anderen Kriterien bemessen. Eine Frau soll fürsorglich, nett, „mütterlich“ sein und sie wird mit Argwohn betrachtet, wenn sie ihren Job oder ihren beruflichen Ehrgeiz zu stark betont. Ich denke, dass das vor allem auch ein deutsches Problem ist. Die Frauen sitzen also in der „Erwartungsfalle“. Und diese Erwartungen, die permanent an sie herangetragen werden, machen auch die unbeschwerten Freundschaften zu anderen Frauen schwierig. Denn frei, sind die meisten leider überhaupt nicht.