Blogs sind nicht mehr cool

Eins hab ich in der letzten Zeit gelernt. Blogs sind nicht mehr cool! Solange habe ich hier geschrieben, so viel Leidenschaft in meine Texte und Gedanken gesteckt, aber wo kommen die meisten Likes, die meisten Follower und die größte Aufmerksamkeit? Bei den kleinen Bildchen auf Instagram!

Da verbringen die Leute Stunden um Stunden. Ganz besonders fällt es mir immer bei den Stories auf.
Das sind die kleinen Bilder, die 24 Stunden lang im eigenen Profil erscheinen und dann wieder in kleine Bits und Bytes zerlegt werden und schließlich ganz zerfallen.

Wieviele Leute da immer drauf gucken! Man kann das in Echtzeit verfolgen, weil die „Views“ immer ganz genau angezeigt werden.
Es ist schön, man bekommt mit, wer sich so für einen interessiert. Und wer am eigenen Privatleben teilhaben möchte.

Und das sind ganz schön viele! Je nach Inhalt und Hashtag können die kleinen Story-Berichte auch richtig durchschlagen und eine größere Reichweite bekommen. Das meiste habe ich mit meiner München-Reise erzielt, als ich weit über 100 Story-Betrachter pro Bild hatte. Aber auch andere Bilder können „erfolgreich“ sein. Ich freue mich immer darüber, weil es schön ist zu sehen, das die eigene Arbeit einen Sinn hat. Wenn ich ehrlich bin, das Fotografieren und das Zeigen meiner Welt ist zu meinem neuen „Lebenssinn“ geworden. Ich weiß immer, dass es noch andere Menschen gibt, die von meiner Arbeit profitieren und das ist unglaublich motivierend. Ich brauche dafür kein Geld. Es ist tatsächlich das einfache soziale Feedback, das völlig ausreichend ist. So wie wenn die Menschen zufrieden an den Tisch kommen, wo ich gekocht habe und leise auf meinen Bildern herummampfen. Das ist ein schönes Gefühl.

Allerdings bin ich „textfaul“ geworden. Denn lange Texte lesen die meisten Menschen einfach nicht. Und so habe ich auch die Lust verloren, welche zu schreiben. Auch der Versuch, mit seinen Bildchen irgendwas „erreichen“ zu wollen, habe ich auf Instagram überhaupt nicht. Ich möchte gute Arbeit abliefern, qualitative und ausgewogene Inhalte ohne große politische Wertung erstellen. Und das kommt ziemlich gut an. Ich lasse einfach alles „tendenzielle“ weg und erreiche damit genau den Geschmack der Mitte.

Mein erfolgreichstes Bild in diesem Jahr war das vom Mannheimer Fernsehturm. Es hat in meinem Feed ca. 100 Herzchen bekommen und weil es vom Instagram-Kanal „Quadratestadt“ gefeatured wurde (d.h. es wurde nochmal gepostet) hat es dort auch noch einmal über 1100 Likes bekommen und mir viele neue Follower und mehr „Influence“ beschert.

Aber was mache ich jetzt mit dem ganzen „Influence“? Das klingt ja fast wie eine Grippe!

Zuviel Einfluss macht mir Angst, denn das ruft auch Neider auf den Plan. Da wo Menschen sind, gibt es natürlich auch Neid, Argwohn, Hass, Gezicke, Intrigen. Das ist ganz normal. So hört man z.B. von Leuten, dass ihr Profilbild geklaut wurde und damit Schindluder getrieben wird oder sogar ganze Accounts werden geklont und kopiert. Die Betroffenen müssen dann erstmal bei Instagram vorstellig werden, sich melden, sich beschweren. Das kann den Spaß an der Arbeit ganz schnell vermiesen. Bei Frauen gibt es oft Neid. So ist es auffällig, dass Accounts von Männern oft von Frauen gelikt werden und weibliche Accounts oft überdurchschnittlich viel männliche Follower und „Herzchen“ haben. Die Sexualität kann man natürlich nicht heraushalten und viele Männer versuchen einen auch über die „Direct Messages“ anzumachen oder anzuflirten. Ganz besonders schlimm sind die Stalker, die einem das Leben vermiesen wollen und auch vor dem Anlegen neuer geklonter Accounts nicht zurückschrecken. Dann gibt es noch die Oberlehrer und Besserwisser, die immer sehr viel auszusetzen haben, aber deren eigene Arbeit auch nicht ganz einwandfrei ist.

Bei den neuen Freunden bin ich dennoch immer sehr wählerisch. Es gibt viele, die mit einem befreundet sein wollen, aber es gibt nur ganz wenige, echte Freunde. Und eine „Social Media“ Plattform ist ein schlechter Ort, um Vertrauen aufzubauen. Das geht immer noch am besten im „richtigen Leben“. Also muss man die Leute treffen, mit denen man da so „vernetzt“ ist. Zumindest die, für die es sich lohnt.




Sommerliebe – Das Ende

In der freudigen Begegnung mit Dir steckt sogleich der Abschiedsschmerz.
Ich habe gemerkt, dass es Dir in der letzten Zeit nicht gut ging.
Und Du hast erkannt, dass Du Dich verändern musst.
Der Job passt nicht mehr, die Chefin ist blöd und Du hast sowieso ganz andere Pläne.
Also wird kurzerhand alles über Bord geschmissen und ein Neuanfang gewagt.
Der wievielte in deinem Leben?

Wann ist es dir genug?
Gerade als du irgendwie Fuß gefasst hat, kribbelt es in dir und du brauchst eine Veränderung.
Ich sitze nur da und staune und begreife, dass ich das nicht ändern kann, weil es ein wesentliches Merkmal deines ganzen Charakters ist.

„Du hast dich schon entschieden“ sage ich zu dir und muss zum Abschied süß-sauer lächeln.
Ich weiß, dass es vielleicht das letzte Mal war, dass ich dich in deiner Wohnung in Mannheim besucht habe.

Wir haben zwischen den Stühlen gesessen und es gab eine Tasse Tee.
So vieles ist nicht passiert. Aber geträumt, das habe ich.

Du wirst immer reisen, immer unterwegs sein. Keiner wird dich einfangen können.
Wie ein Schmetterling, frei und leicht schwebst du von einer schönen Blume zur nächsten.
Immer da, wo es dir gerade gefällt. Immer im Gespräch mit Leuten, die du magst.

Jedes Bild nimmst du nur ein einziges Mal auf. Ein zweites gibt es nicht.




Die Schreibkünstlerin

Da sitzt Du nun in Deiner Bude, einsam und allein.
Du schreibst endlose Zeilen über das Denken und wie schädlich es sei.
Dass es so süchtig macht und dass nur das Leben zählt!
Aber leider kannst Du selbst nicht aufhören damit.

Dann betrachtest du andere Menschen, wie sie endlich ein paar Schritte nach vorne machen
und dann steigt der Neid in Dir auf
oder ist es mehr?

ein bisschen Eifersucht?
Ein bisschen verdrängte Gefühle?
Hinter dem sorgsam gepflegten Eispanzer?

Für mich sogar?
Nein das kann ich mir nicht vorstellen
diese Vorstellung ist absurd
und hat mit der Realität wenig zu tun

lieber lausche ich jetzt weiter deinen schönen Zeilen
die da endlos fließen
und fließen
und fließen

reinste Gefühle, reinste Poesie
mein Nektar am Morgen
und meine Schlaftablette am Abend.




Das Aufputschmittel

Nein, ich brauche keine Substanzen.
Ich muss Dir nur in die Augen schauen.
Auf Deiner Welle schwimmen.
In Deiner Nähe sein.
Das ist alles, was ich will.
Echte Liebe und echte Gefühle.
Reine Energie
Besser als Zucker
besser als Heroin

besser als alles, was ich kenne
wirkt sofort und hält für eine Woche
dann allerdings, brauche ich eine neue Dosis.




Shit happens

Passende Musik  One more light

Eigentlich wollten wir uns heute treffen. Aber es wäre fast nicht zustande gekommen. Ich bin etwas krank und wollte absagen. Du hast gesagt, du gehst trotzdem. Du hast über Geld geredet und über die knappe Einteilung Deiner Zeit.

Aber du hast im Grunde nicht gefragt, wie es mir geht,
oder was du tun kannst, damit es mir besser geht.
Du hast einfach nur gesagt, du „gehst dann eben alleine“.
Das fand ich krass. Das hat mir zu denken gegeben.

Ich denke, du wolltest von mir wissen, ob du mir wichtig bist.
Bzw. es ist dir scheißegal. Du machst einfach dein Ding und du wartest nicht. Wenn jemand mitzieht, ist es okay und wenn nicht – shit happens!

Zwischen all deinen Worten steckt dennoch soviel Unsicherheit und Verletzlichkeit. Ich bin froh, dass du mir soviel anvertraust und darüber redest, was dich belastet.

Aber ändert das was an der Tatsache, wie es ist und wie du damit umgehst?




Sag Du es mir

Ich habe jetzt einen Tag nichts mehr von Dir gehört und schon fehlst Du mir. Ich mag es nicht so gerne zugeben, aber Du bist schon wichtig für mich.
Ich spüre in Dir meine eigene Verletzlichkeit. Du aber bist sanft und akzeptierst erstmal alles, was ich sage.
Da ist keine Verurteilung und keine Verachtung. Ich fühle mich von Dir verstanden und daher vertraue ich mich Dir an.

Es ist auch egal, wenn Du nicht sofort antwortest, da bin ich Dir nicht böse.

Irgendwie verstehen wir uns, nicht wahr?
Es war gar nicht so geplant, aber doch hat es ein bisschen gefunkt.

Ich bin mir sicher, es war vom ersten Augenblick so. Als ich deine verletzlichen Augen gesehen habe. Deine Tiefe, die in deinem Wesen steckt. Dass Du ehrgeizig bist und hoch hinaus willst.
In jeder Minute hast du mich beeindruckt. Denn du bist was besonderes.
Ich fange an, Deine Person vor mir zu sehen, ich spüre Dich plötzlich überall.
Deine emotionale Aura dringt in meine ein und ich kann mich nicht dagegen wehren. Mein Innerstes wird aufgewirbelt und umgewirbelt und es fühlt sich unglaublich gut an.
Ich brauche keine Drogen mehr, denn du bist die reinste und schönste Droge der Welt.

Es ist dennoch ein bisschen seltsam. Denn Du hast einen Partner und ich habe einen Partner. Dennoch reden wir bereits jetzt so miteinander, als ob wir auch eine Beziehung hätten.

Das einzige, was wir noch nicht ausgesprochen haben, ist das Wort mit der Liebe. Da tun wir uns etwas schwer, ich gebs zu. Ich würde es Dir gerne sagen, aber ich habe Angst, Dich zu verlieren,
wenn Du verstehen würdest, was ich wirklich fühle.

Wo soll ich die Grenzen ziehen? Auf welche Stufe soll die Liebe kochen?

Sag Du es mir!




Raum für neue Menschen

Du gewinnst Raum in mir, in dem Moment, als ich andere Menschen losgelassen habe. Die eine Bindung lockerte sich, es wurde Energie frei und dann konnten neue Elemente andocken.

Ich habe beschlossen, das unperfekte um mich herum loszulassen. Die Ewig-unterentwickelten Zweifelnden, die nie an sich wachsen werden.

Ich hatte keine Lust mehr auf das Einengende -Aggressive- idiotische. Die einseitige und ungute Fokussierung auf das materielle. Darauf hab ich keine Lust mehr.
Ich habe die gierigen Menschen losgelassen, die rechthaberischen und die ich-süchtigen. Ich habe die Menschen ohne Glauben fallen gelassen.
Die keine Ziele außer sich selbst kennen. Ich habe die Neugierigen und die „mit der Tür ins Haus fallenden“ alle aufgegeben. Ich habe 80 Prozent der Menschen losgelassen und es fühlt sich an wie ein Frühjahrsputz. Jetzt hab ich Platz für was Neues! Aber am schlimmsten ist es mit den Menschen ganz in meiner Nähe. Auch hier lasse ich jetzt los.

Es gelingt mir ganz einfach. Die festen Bindungen lockern sich. Wie ein Zahn, der über 30 Jahre im Körper gewesen ist und jetzt plötzlich faul und wackelig wird. Er muss etwas Neuem weichen. Ob du willst oder nicht.

Geh einfach zum Zahnarzt und lass dir ein paar neue Menschen einsetzen.

Geh zum Friseur und lass Dir eine neue Haltung frisieren. Lass Dir die Nägel und die Gefühle neu stylen.

Beim Make-Up Artist kümmere dich um deine Haut und deine Gefühle. Sie brauchen mal eine gründliche Tiefenreinigung. Ein Peeling, das aus Dir einen neuen Menschen macht.

Und das wichtigste ist der Psychologe, dem du alles anvertraust.




Sommerliebe, Teil 6

Ich weiß jetzt, wie ich dich glücklich machen kann.
Ich glaube, ich weiß, was du dir wünschst. Worauf es dir wirklich ankommt und das finde ich so klasse!
Du wünscht Dir Erfolg! Du willst Deine Arbeit und Deine Beziehungen zu voller Blüte bringen.
Du glaubst voll daran. Du willst gut sein. Nicht irgendjemand. Sondern was besonderes. Jemand besonderes.

Du willst dich in den Erinnerungen der Menschen für ewig einbringen, da bin ich mir sicher.

Und ich soll dir dabei helfen. Denn du bringst schon viel mit. Hast Perfektion und den Willen.
Bist gut vernetzt. Kennst Dich mit der Technik aus.

Was dir aber noch fehlt, ist etwas ganz entscheidenes. Ein bisschen Herz, ein bisschen Gefühl.
Das künstlerische Geschick und das entscheidene Etwas, dass das normale Werk zu etwas besonderem macht!

Du brauchst dazu einen netten Menschen, für den es sich zu leben lohnt.




Das Paradies

Fast so als ob die anderen es spüren, melden sie sich so langsam bei mir.
„Was ist denn los, was machst du so? Ich habe gerade an Dich gedacht!“

Ich habe ihnen noch nichts gesagt, aber es ist doch ganz klar.
Ein neuer Abschnitt beginnt.

Ich habe die erste Frau in meinem Leben gefunden.
Die erste, die mir wirklich versteht. Und liebt.

Es ist ein unglaubliches Gefühl.
Ich schwebe auf Wolke 7.
Ich bin vollständig glücklich.

Selbstsam entzückt.
Verrückt.
Neben mir.
Beinahe ein bisschen bekloppt.

In meinem Kopf ist nur noch sie.
Ich will sie endlich sehen.
Wieder mit ihr reden.
Ihre warme Haut neben meiner spüren.

Ihren süßlichen, schönen Geruch tief in mich einsaugen.
Und ganz im Jetzt sein.

Es gibt kein schöneres Gefühl.
So muss das Paradies aussehen.
Ich bin mir sicher.

Genau so.




Erschöpft

Wie romantisch die Menschen sich die Liebe vorstellen!
Dabei habe ich die größte Liebe immer dann erlebt, wenn es mir selbst am schlechtesten ging.

Wenn ich nicht mehr weiter wusste, wenn die erbarmungslose Fessel der Depression mal wieder jede Lebendigkeit erstickte. Wenn die Migräne den Kopf explodieren ließ. Wenn ich nur einen langen Tunnel aus Süchten und Ich-Perspektive erlebt habe. Immer dann, wenn es mir am schlechtesten geht, treten Menschen in mein Leben, die alles radikal verändern.

Dann bin ich bereit dafür. Dann kann ich es akzeptieren.

Du entwickelst Dich nicht, wenn es Dir gut geht. Wenn alles supi-dupi ist. Dann gibt es keinen Grund dazu.
Du wirst Dich entwickeln, wenn es Dir schlecht geht.
Wenn Deine Beziehung an einem Ende angekommen ist, z.B. Wenn ihr nur noch streitet, aber euch nicht mehr liebt.
Wenn ihr nichts mehr spürt und nur noch ausbrechen wollt!

Wenn euer Leben stumpf, langweilig und grau geworden ist!
Wenn sich die ersten Spuren des Lebens zeigen. Unerbittlich wird es über dich kommen und dich niederringen.
Der Strahl der Zeit trifft auch Dich!

Wenn Du auf die Uhr schaust und erschrocken bist, wieviel Zeit schon wieder sinnlos vergeudet wurde!
Wenn Du Dir seit Wochen Projekte und Ziele gesetzt hast, aber nichts davon erreicht hast! Weil Du alt bist und keinen Schwung mehr hast! Sieh es endlich ein. Dann brauchst Du jemand neues in Deinem Leben.

Dann wirst Du aufwachen. Dann wirst Du begreifen, dass Du eine neue Perspektive brauchst.
Ein Mensch, der Dich von unten bis oben vollständig umkrempelt.

Es wird ganz leise beginnen. Er wird ein paar Schritte auf Dich zumachen und plötzlich neben Dir stehen.
Er wird dich anlächeln und „hi“ sagen. Und dir schießt das Blut in den Kopf und du findest keine Worte mehr.

Dann ist es der richtige Mensch. Er wird dich verändern. Lass es zu.

Sei nicht fröhlich. Sei traurig und erschöpft! Gib alles und scheitere.
Dann wirst du den richtigen finden.