Die größten Hits der 90er

Aus aktuellem Anlass… hab ich mal die Musik-Bibliothek durchstöbert… und die größten Hits der 90er rausgekramt…persönliche Vorlieben sind nicht ganz ausgeschlossen…
😉

The Power von Snap (1990)
https://www.youtube.com/watch?v=nm6DO_7px1I

Verdammt ich lieb Dich von Matthias Reim (1990)
https://www.youtube.com/watch?v=x6q0ciiqyG0

All That She Wants von Ace of Base (1992)
https://www.youtube.com/watch?v=d73tiBBzvFM
(ebenfalls hörenswert: Happy Nation oder Wheel of Fortune)

Jump von Kris Kross (1992)
https://www.youtube.com/watch?v=010KyIQjkTk

Sing Hallelujah von Dr. Alban (1992)
https://www.youtube.com/watch?v=CWCycC0P5AM

Die Da ?! von den Fantastischen Vier (1992)
https://www.youtube.com/watch?v=VUosAGDM8Sg

Weil ich ein Mädchen bin von Lucilectric (1994)
https://www.youtube.com/watch?v=f0IcKQyqxY4

Eine Insel mit zwei Bergen von Dolls United (1995)
https://www.youtube.com/watch?v=eL_Dkly0CBM

Engel von Rammstein (1997)
https://www.youtube.com/watch?v=eSaa3vC_n2k

Mambo No. 5 von Lou Bega (1999)
https://www.youtube.com/watch?v=EK_LN3XEcnw

 

Die 90er…charakterisieren anhand der Musik?

  • fröhlich und lustig
  • neue Strömungen wie Dancefloor und RAP treffen auf Popmusik
  • Ein bunter Mix aus Strömungen und Experimenten
  • es ist noch nicht so ganz klar, was sich in Zukunft abzeichnet (Schwebezustand, Unklarheit vorm Millenium)
  • eine kurze Phase des Friedens und Wohlstands
  • freche Musik, freche Texte, und nur ein bisschen Schwermut
  • Viel Spaß, und wenig Ernst
  • Klassische Schlager werden noch gehört, deren Stil reicht in die 80er hinein
  • Deutscher RAP wird salonfähig (FANTA4 oder Sabrina Setlur)
  • Frauenrechte drücken sich in der Musik aus
  • Computerthemen und Computermusik finden zunehmend Eingang in die Musik
  • Musikvideos spielen eine große Rolle (wegen M-tv und VIVA)
  • “Show” und Effekte in der Musik werden immer wichtiger



Spannung und Ent-Spannung

Zur Zeit ist hier wieder alles im Lot. Meine Krankheit, über die ich ein paar Artikel geschrieben hatte, scheint sich wieder zurück zu ziehen. Und hinter der Krankheit wartet endlich das, worauf ich so lange gewartet habe: Ein bisschen Hoffnung und Kraft für einen Neuanfang. Warum braucht man eigentlich immer soviele innere Neuanfänge? Mir scheint, der menschliche Körper und die Psyche gleicht da ein bisschen der Natur: Im Winter geht alles ein, im Frühjahr gibt es einen zarten Durchbruch und im Sommer blüht alles auf!
Apropos aufblühen. Was derzeit ziemlich heftig ist und anscheinend von Jahr zu Jahr auch heftiger wird, ist meine Allergie gegen Gräser und Pollen! Vor allem jetzt, in der Hauptsaison eines jeden Pollenflugkalenders ist es echt heftig. Augen tränen, Reizhusten, Nase läuft, ein Hatschi hier, ein Hatschi dort und dann immer diese bleiernde Müdigkeit vom gestressten Immunsystem… auch ohne Medikamente stellt sich die Müdigkeit ganz von selbst ein. Eigentlich ist diese Zeit im Mai oder Juni eine Phase der Energie, des Frohen-Schaffens, wenn da nicht diese Allergie wäre. Und ich hatte gehofft, dass es mit der Arbeit und der Bewegung im Grünen, an der Natur irgendwie-irgendwann mal besser wird, weil man ja quasi den Körper ständig mit Pollen konfrontiert und ihn damit „de-sensibilisieren“ müsste.

Aber mir ist noch was aufgefallen, was Allergien angeht. Sie haben viel mit der inneren Einstellung und auch mit der Psyche zu tun. Wenn ich gut ausgeschlafen bin und wenig Streß habe, ist auch die Allergie nicht so schlimm. Wenn ich aber überanstrengt bin, bei jeder Begegnung das Negative suche, mich in allem angegriffen und bedroht fühle (( gerade bei Frauen bedeutet das auch: Dinge zu schnell zu persönlich nehmen )) , dann verstärken sich auch die Allergie-Symptome.

Was ist also das beste Rezept für einen hektischen Juni, wo die Luft voll von Lärm, von Gartenmaschinen, von hektischen und lauten Menschen, von Rasern, von rücksichtslosen Zeitgenossen und gestressten und unwilligen Kollegen ist?

Einfach mal ein bisschen abschalten und Distanz zu den Dingen aufbauen.

Man muss versuchen, eine innere Distanz zu allen Belastungen aufzubauen und sich „bewusst entspannen“. (( Ex-Kurs: Die Leistung steht in unserer Gesellschaft hoch im Kurs. Menschen definieren sich kaum noch über Geld (dank des Steuerrechts und stagnierender Löhne gleichen sich die Netto-Einkommen der Mittelschicht aneinander an), sehr wohl aber über den Grad und die Intensität ihrer täglichen Belastung und Arbeit. Es ist also chic, „belastet“ und fleißig zu sein und Müßiggänger werden eher mit Argwohn betrachtet. Menschen, die gar keine Arbeit finden, werden über die Hartz IV- Schiene sehr schnell ins finanzielle Abseits gestellt und auch gesellschaflich geächtet. Die Spaltung der Gesellschaft richtet sich heute eher in die „die arbeiten“ und die „die nichts tun“. Belastend ist jedes Extrem auf seine Weise. ))

Unser Immunsystem reagiert sehr stark auf Streß und dieser Streß ist in vielen Dingen auch eine Frage der inneren Einstellung. Wenn man den Streß unter Kontrolle bekommt und damit lockerer und „befreiter“ umgeht, sendet man dem eigenen Abwehrsystem gleichzeitig das Signal: „Hey, es ist alles okay. Jetzt komm doch mal runter, Kein Problem sich gleich wieder soviele Sorgen zu machen“. Also einfach mal was machen, worauf man wirklich Lust hat, dass man aber „wegen der vielen Arbeit“ immer wieder nach hinten schiebt. Kein Mensch wird einem die Entspannung oder die Freizeit auf dem Silbertablett servieren, sondern man muss sich diese selbst abholen. Und wenn man sie gerade auf dem Teller liegen hat und genüsslich genießen möchte, muss man sie auch verteidigen, z.B. gegen Leute, die selbst nicht frei sind und einen in diese „Unfreiheit“ oder ihren eigenen Streß immer wieder rein ziehen wollen.

Es gibt viele Möglichkeiten, ein bisschen Entspannung in das eigene Leben einzubauen. Einfach mal früher Feierabend machen, z.B. Einen Tag Urlaub nehmen. Zum Chef sagen „nein, das geht heute nicht“. Zum Partner sagen „heute bin ich müde, aber morgen geht es vielleicht“. Zu Freunden sagen „Diese Verabredung ist mir zuviel. Die nächste vielleicht“.
Diese vermeintliche „Schwäche“ erfordert sehr viel innere Stärke. Stärke und Zuversicht in das eigene Vermögen.
In das eigene „Ich“. Wer das „Ich“ aufbaut und sich selbst schützen kann, schützt auch sein Immunsystem. Denn da ist ja nichts mehr, was es bekämpfen oder niederringen muss. Es ist einfach gut, so wie es ist.

Gute Entspannungsmöglichkeiten sehen für jeden Menschen anders aus. Ich in meinem Falle denke z.B. an:

  • Ein gutes Buch lesen.
  • Entspannende Musik hören.
  • Einen Tee trinken.
  • Durchatmen.
  • Einen guten Film gucken.
  • Die Beine hochlegen.
  • Etwas leckeres essen.
  • Schlafen.
  • mit jemanden reden, den man mag
  • sich Zeit für jemand nehmen
  • zuhören ohne zu werten
  • sich künstlerisch betätigen (malen, Musik machen, etc.)

Entspannen bedeutet: sich innerlich frei machen von dem Druck, immer irgendwie-irgendwo „präsent“ sein zu müssen.

Und es gibt in der heutigen Welt viele „Stressoren“, Dinge und Auslöser, die den täglichen Stress verstärken.

Wenn man sich dieser Dinge bewusst ist, ist es vielleicht auch leichter diese zu vermeiden oder besser damit umzugehen. Ich denke da z.B. an:

  • die ständige Erreichbarkeit über Telefon, das man auf jedes Klingeln reagiert, anstatt es einfach mal „klingen zu lassen“
  • Selbst-Präsentation auf Facebook und der soziale Druck, der damit verbunden ist (ich muss jetzt gut wirken, ich muss mich nach außen positiv präsentieren)
  • bei Frauen: Der Druck immer nett zu sein und gut aussehen zu müssen
  • bei Männern: Der Druck immer etwas zu leisten und erreichbar und stark zu sein
  • Der Druck im Beruf und die hohe Steuerlast (wenn du mehr arbeitest, bekommt nur der Staat mehr- mal darüber nachdenken)
  • Der Druck bei den Nachbarn (was denken die Nachbarn) oder Freunden, Bekannten, Verwandten
  • Erwartungen in der Familie (eine Mutter muss so und so sein) oder den Schwiegereltern
  • der Druck pünktlich, ordentlich oder fleißig zu sein (Werte aus der Erziehung)
  • der Druck etwas leisten zu müssen und viel zu verdienen (mittlerweile bei beiden Geschlechtern)
  • der Druck, Geld ausgeben und konsumieren zu müssen

Bei all dem Druck: Wer sagt Dir, dass es gut ist, so wie du jetzt gerade bist?

Leistung wird von uns jeden Tag erwartet und gefordert. Das ganze System der Wirtschaft, der Erziehung, der Gesetzgebung und der Politik baut darauf auf. Der Einzelne soll viel leisten, damit er maximal ausgebeutet und in das Wirtschaftssystem integriert werden kann.

Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass unsere Gesundheit und unser Recht auf Entspannung auch ein Menschenrecht ist. Und für die Rechte müssen wir uns jeden Tag selbst neu einsetzen!




Renovierungsbericht – 200 Jahre alter Wohnraum wird neues Schlafzimmer

Blick auf Baustelle, mit Rigips-und MDF Platten, Werkzeuge auf dem Boden

Auch gestern war es noch sehr heiß und schwül. Ich bin vor die Tür gegangen und eine Wand aus Wärme kam mir entgegen. Am liebsten hätte ich mich gleich wieder gesetzt und im Schatten einfach den schönen Tag genossen und auf den Regen gewartet. Dann wäre ich mit nassen Haaren tanzend über den Hof gehüpft und hätte „Sing Halleluja“ oder etwas ähnliches gesungen.

Zurück aus den Träumen und auf dem Alltagsboden angekommen wurde mir klar, dass für Berufstätige und deren Angehörigen der Samstag ein wichtiger „freier“ Arbeitstag ist und habe dann seufzend die Arbeitshandschuhe und die restliche Ausrüstung zusammen gesucht.

Das untere Schlafzimmer in unserem 200 Jahre alten Haus muss noch fertig renoviert werden. Unsere Vorbesitzer haben den Raum wohl als Wohnraum oder Esszimmer genutzt. Vor vielen Monaten haben wir mit den Arbeiten angefangen und eine Grundsanierung bis auf die nackten Wände vorgenommen. Dabei hat sich die Arbeit immer wieder verzögert, weil neue Herausforderungen aufgetreten sind, die das ganze in die Länge gezogen haben. Ein normales Zimmer ist schnell renoviert: Alles ausräumen, Wände befeuchten, Tapeten abreißen, Decke streichen, Tapete wieder dran kleben und fertig ist das ganze.

Bei diesem Zimmer mussten wir komplett anders vorgehen. Zuerst stellten wir fest, dass die kleine Vorratskammer neben dem zukünftigen Schlafzimmer für heutige Verhältnisse viel zu klein ist und kaum einen Nutzen hat. Das war nur ein sehr kleiner Raum, vielleicht 70 cm breit und 2 Meter lang. Man konnte sich in dem Raum kaum um die eigene Achse drehen. An den Wänden hingen alte Regale. Nach einem kurzen Wand-Test stellten wir fest, dass die Zwischenwand nachträglich eingezogen wurde und keine tragende Funktion hatte. Mit ihrer 15 cm – Wandicke war sie auch relativ schnell eingerissen und entfernt. Unser zukünftiges Schlafzimmer wurde also etwas vergrößert. Als zusätzlichen Nebeneffekt erhielten wir ein zweites Fenster zur Hof-Innenseite dazu. Leider war das alte Holzrahmen-Fenster nicht mehr zeitgemäß (Einfach-Verglasung) und musste mit viel Aufwand ebenfalls getauscht werden.

Weiter ging es mit der eigentlichen Raum-Sanierung. Die Decke war schon seit der ersten Besichtigung auffällig nach unten gebogen und zog jetzt immer mehr Aufmerksamkeit auf sich.
Damals hab ich mir noch nicht viel dabei gedacht. Als wir dann die Tapete von der Decke ablösten, fiel uns auf, dass darunter eine alte Lehmdecke angebracht ist, die seit dem Bau des Hauses drauf sein muss. Wir haben in der Decke sogar noch alte Rußspuren von einem alten, zentral gebauten Kamin gefunden, den es schon längst nicht mehr gibt. Die Lehmdecke von Hand zu entfernen, war damals sehr viel Arbeit und hat mehrere Tage gebraucht. Man muss ständig über Kopf arbeiten (Schutzbrille, Helm) und dann mit einem Meißel und Hammer Lehm und das darin verbaute Stroh durch Klopfen und Auflockern entfernen. Das ganze Zimmer staubt voll und unter der Atemschutzmaske beschlägt die Brille oder man bekommt wahlweise keine Luft mehr. Man muss die Arbeit also regelmäßig unterbrechen und durchlüften. Auf dem Boden hat man riesige Mengen an Bauschutt, die dann später noch abtransportiert werden müssen. Als das Haus vor über 200 Jahren gebaut wurde, gab es ja noch keine modernen Baustoffe wie Rigips oder Glaswolle. Der Lehm war das einfachste Baumaterial, das die Leute so finden konnten, stabilisiert wurde es mit Strohgeflechten und Draht. Der Draht leistet allerdings sehr viel Widerstand, weil er immer extra aufgeschnitten und entfernt werden muss. Dazu muss das Werkzeug ständig gewechselt werden.

Unter der Lehmdecke haben wir dann die alten Holzbalken (vermutlich Eiche) entdeckt. Diese machten weitesgehend einen guten Eindruck, nur an der einen Stelle war das Holz recht dünn geworden. Wir wollten nichts riskieren. Für diese Zwecke haben wir zwei Sachverständige um Rat gefragt, die uns versichert haben, dass die Decke stabil ist und noch lange halten wird. Dennoch haben wir als zusätzliche Absicherung neben dem älteren, dünnen Holzträger einen extra-Stahlträger eingezogen (Gewicht ca. 100 kg). Man kann sich denken, dass das auch sehr lange gedauert hat und nochmal einiges an Arbeit war. Für diese Arbeit mussten wir auch mehrere Helfer anheuern. Diesen Stahlträger konnte man nämlich nur von außen durch die Wand „einschieben“ und dann auf das alte Wand-Fundament legen. Dafür muss extra eine Aussparung im Mauerwerk geschaffen werden. Das ganze soll ja auch halten und der Decke neue Stabilität geben.

Trotz Strahlträger ist uns allerdings aufgefallen, dass die Decke leicht wippt, wenn man oben drüber herumläuft. Das ist einfach der Elastizität der restlichen Holzbalken geschuldet. So ganz abstellen können wir das nicht. Dennoch haben wir überlegt, die nun offene und sehr unregelmäßige Decken-Unterseite mit MDF-Holzplatten abzudecken und durch eine angepasste, fest verschraubte Unterkonstruktion waagrecht abzuschließen. Dazwischen wird eine Lage aus Dämm-Material geschoben, um den alten Lehm zu ersetzen. Die gewellte Decke sollte endlich der Vergangenheit angehören. Dazu mussten wir den höchsten möglichen Punkt ermitteln und von da aus mit Wasserwaage eine neue Decke einplanen. Das ist sehr aufwändig und man muss sehr exakt arbeiten. Parallel musste an einer anderen Wand die ebenfalls alte, wellige Wand mit einer Trockenbaukonstruktion vertikal neu aufgebaut werden. Dabei wählten wir eine recht dünne Wandstärke, um nicht soviel vom Raum zu verlieren.

Beim Aufbau der neuen Wände und Decken muss man aber auch gleich an alle Stromleitungen und Steckdosen denken. Denn in den alten Häusern gibt es meistens viel zu wenige Steckdosen, weil die Leute früher einfach viel weniger Strom gebraucht haben. Oft haben die alten Räume aus den 60er Jahren nur ein oder zwei Steckdosen, meistens direkt neben der Tür (für den Staubsauger). Für heutige Verhältnisse ist das natürlich viel zu wenig und so gilt es die Stromverteilung neu zu planen. „Schatz, mach mal“ (das bin in dem Fall ich) Also musste alles geplant werden („Jeder bekommt an seinen Nachttisch zwei Steckdosen“) danach mussten noch Kabelschlitze gefräst werden und hinter dem Trockenbau noch spezielle Steckdosen und Kabelkanäle verlegt werden.

Und was ist eigentlich, wenn wir abends im Bett noch Nachrichten oder einen Spielfilm schauen wollen? Für diese Zwecke mussten wir auch noch SAT-Leitungen und neue Anschlussdosen in entsprechender Höhe verlegen. In diesem Raum kam irgendwie alles zusammen… Zu diesem Zwecke wurde eine neue Sat-Schüssel und ein Vierfach-Verteiler (Quad LNB) angeschafft. Das Ganze war im Paket erstaunlich günstig (mit Kabeln ca. 100 Euro  ).. teurer und schwierig wurde es dann erst bei der Installation. Und weil das Haus sehr dicke Außenwände hat, haben wir einen Großteil der Kabel durch einen alten, nicht mehr benutzten Schornsteinschacht und über den Dachboden verlegt. Das war letztes Jahr im Sommer. Ich erinnere mich noch gut an die Hitze… Einzig die Verbindung zur SAT-Schüssel muss dann noch über die Außenwand erfolgen. Auch das war wiederum eine Herausforderung und hat mehr Zeit als nötig gebraucht. Die normalen Bohrer für Wände haben meistens nur 20-30 cm Länge, die Wand hat aber fast 45 cm Dicke. Wir mussten uns also einen Spezial-Stein-Bohrer mit mehr Länge kaufen und trotzdem noch von zwei Seiten arbeiten. („Da, siehst du schon was? Wo ist das Licht? Warum finde ich das Loch nicht? argh..“)

Beim Verlegen der Leerrohre durch den neu gebohrten SAT-Schacht gab es auch Probleme, weil diese nicht sehr flexibel sind und das gebohrte Loch eine leichte Krümmung hatte.

Nach vielen Stunden Arbeit waren wir endlich mit den Vorarbeiten fertig und nun gilt es noch die Kleinigkeiten fertig zu stellen.

Damit haben wir gestern weitergemacht. Am Fenster gab es noch einiges zu gipsen und die Oberflächen zu verbessern. Durch das neu eingebaute Fenster (Vergrößerung) entstanden Unregelmäßigkeiten im Mauerwerk, die geglättet werden müssen. Oberhalb des Fensters ist aus früheren Zeiten noch eine Rundung, die sieht sehr hübsch aus und soll erhalten werden- das ist allerdings besonders schwierig zu spachteln.
Am Fenster sieht man durch den Lichteinfall jegliche Unregelmäßigkeit, also muss man hier besonders genau arbeiten.

Die vom Vorbesitzer nachträglich eingebauten Heizungsrohre sitzen vor der Wand und mussten einen neuen Heizungsschacht bekommen. Dazu haben wir uns Holzbretter aus dem Baumarkt geholt und eine Spezialanfertigung zusammengeschraubt (Ein Quader mit ausgesparten Schlitzen für die Rohre)… Wichtig ist dabei, den Schacht nicht zu klein zu bauen und alle möglichen Berührungspunkte zwischen Holz und Rohr mit Silikon abzufedern. Denn bei den Heizungsrohr-Abdeckungen aus anderen Räumen ist uns aufgefallen, dass diese zu knacken anfangen, wenn die Heizung stark arbeitet oder es Wärme-Schwankungen gibt. Das ist sehr störend, und sollte vor allem im Schlafzimmer nicht sein. Zum Schluss kamen noch neue Plastikabdeckungen (Manchetten) über die Verbindung zwischen Rohr und Holzschacht, so dass man die ausgesägten Bereiche kaschiert. Diese haben natürlich auch nicht auf Anhieb gepasst, sondern mussten noch mit dem Cutter-Messer angepasst werden.

Jetzt fehlt eigentlich nur noch eine neue Fensterbank, ein neuer Gurt und Aufwickler für das Rollo, kleinere Kaschierungen neben der Tür und ein neues Türblatt. Dazu brauchen wir vermutlich eine Woche. Diese freie Woche zu finden ist ein anderes Thema…

Wenn die Vorarbeiten fertig sind, kann endlich mit der eigentlichen Renovierung gestartet werden. Decke streichen, Tapete draufkleben, Teppichboden ausrollen. Danach wird das Schlafzimmer mit neuen Möbeln bezogen. Der Einfachheit erstmal von der Stange, noch besser wären natürlich selbst-gemachte, speziell angepasste Möbel.

Wie auch immer, wenn das Schlafzimmer fertig ist werde ich mich erstmal so richtig ausschlafen! 😉




Freitag vor Pfingsten

Eine junge Frau zwischen 30 und 40 Jahren hat heute beschlossen, das „kühle Wetter“ am Vormittag zu nutzen und ein bisschen Gartenarbeit zu machen. Nur nicht so lange warten und wieder stundenlang am PC abhängen… Man muss die Gunst der Stunde nutzen und früh ans Werke gehen! Denn, so flüsterte mir mein schlechtes Gewissen ein, an der Garage würde das Unkraut und die Hecke schon kräftig sprießen und auch aus allen anderen Ritzen an der Straße und im Vorgarten wartet einiges an Arbeit.

Gesagt, getan. Natürlich musste erstmal ein Kaffee getrunken werden, um auf Touren zu kommen. Das Frühstück lässt die junge Frau traditionsgemäß weg, das belastet nur und drückt schwer auf den Magen. Aber einen zweiten Kaffee kann man sich ruhig gönnen. Und noch die eine Schlagzeile hier und die andere Schlagzeile dort im Internet angeklickt. Geistige Nahrung für das News-Frühstück. Habt ihr schon gehört, dass Trump jetzt aus dem Klimavertrag von Paris aussteigen will? So ein Irrer, was hat der sich bloß dabei gedacht? Die Replik des französischen Präsidenten lautete daher auch passend: „Make our planet great again“. das kann ich nur unterschreiben…. und beim nächsten Blick auf die Uhr war es schon 10 Uhr!

Heute ist ein besonderer Tag, denn zeitgleich warteten wir auch auf ein besonders wichtiges Paket, das mit Express-Dienst gerade heute, meinem so wichtigen Garten-Tag zugestellt werden sollte! Noch ein Grund mehr, zeitig an die Arbeit zu gehen und nicht so sehr zu trödeln. Aber einen dritten Kaffee kann man sich noch gönnen. Mann, der wärmt auf! Lieber noch was kaltes trinken und dann gehts endlich an die Arbeit! 😉

Als ich am Platz der Arbeit angekommen bin, stelle ich fest, dass die rüstigen Rentner neben mir schon längst bei der Arbeit sind. Es ist jetzt 10 Uhr und so wie es aussieht, sind sie schon gleich fertig und bereit sich ins kühle Haus zurückzuziehen. Ein Blick aufs Außenthermometer verrät, dass es jetzt schon 28 Grad sind, dazu drückende Schwüle. Die junge Frau war mal wieder zu spät und hat zu lange herum getrödelt. Die Hecke ist schnell abgeschnitten, parallel achte ich immer mit einem Auge auf den Paketboten. Nachdem die Kämpfe mit Hecke und Unkraut fast gewonnen sind und ich die bis oben hin gefüllte Schubkarre zum Eingang schiebe, kommt gerade ein kleines Auto um die Ecke gebogen! Oh schön, denke ich, da ist endlich das Paket!

Eine junge Frau zwischen 20 und 30 Jahren steigt aus dem Wagen und begrüßt mich mit einem strahlenden Lächeln. „Nanu, kein Paket in der Hand, denke ich mir. Und was ist das für ein komischer schwarzer Wagen. Müsste der nicht gelb oder weiß oder in einer anderen Farbe sein?“.
„Guten Tag, die Schornsteinfegerin“ entgegnet sie mir da schon, als sie aussteigt und ich bin tatsächlich überrascht. Lasse mir nichts anmerken, dass ich über eine Frau in Männerberufen doch etwas überrascht bin und schaue an meiner dreckigen Hose, dem verschwitzten T-Shirt und dem Gartengerät herunter, das gerade so neben mir liegt.
„Störe ich, passt es?“ fragt sie mich höflich, was ich sehr nett finde und von Männern ähnlicher Dienstleistungen meistens überhaupt nicht berücksichtigt wird. Sie hat schon einen Punkt bei mir gewonnen. „Ich hab gesehen, dass das Auto dort steht und die Tür offen war, da hab ich gedacht, endlich seit ihr mal anzutreffen.“ „Nein, sie stören überhaupt nicht, kommen sie ruhig rein“ sage ich zu ihr und habe gerade das Gefühl, eine gute Freundin zu empfangen und ihr gleich ein Glas Apfelschorle anzubieten.
Die Heizung wird kurz angeworfen, ein paar technische Fragen werden ausgetauscht – aber sie nimmt Rücksicht und lässt die Heizung nicht ganz durchlaufen. Bei der Hitze bin ich recht erleichtert, denn in den Innenräumen ist es schon über 24 Grad. Ich habe gerade noch Zeit, mir meine Hände zu waschen und den Schweiß und Dreck aus dem Gesicht zu wischen, da ist die Routinekontrolle auch schon fertig. Ich erfahre noch, dass ihr Kollege jetzt seit 12 Wochen krank ist (Bandscheibenvorfall) und daher die Arbeit liegen geblieben ist. Sie ist also die neue, die als Vertretung einspringen musste, aber jetzt erstmal die liegen gebliebene Arbeit aufarbeiten muss. Ich bin ganz angetan und freue mich endlich mal eine weibliche Schornsteinfegerin angetroffen zu haben. Das bringt bestimmt doppeltes Glück. 😉 Sie fragt noch nach einer Adresse eines Nachbarn und wie man den erreichen kann. Das Hofgut hat nämlich zwei Eingänge. Einmal zur vorderen Straße und einmal hinten heraus. Der offizielle Eingang ist schwer zu finden und liegt quasi an einem Feldweg.

Ich verabschiede die Schornsteinfegerin und mache mit der Arbeit weiter. Alles ist trocken, nur die wichtigsten Pflanzen werden gegossen und versorgt. Wasser sparen, save our planet! Hier hat es schon sehr lange nicht mehr geregnet, man spürt die Folgen deutlich.

Und das Paket ist immer noch nicht da. So langsam werden wir ungeduldig. Wenn sie uns vergessen haben? Und das wichtige Teil erst nach Pfingsten kommt? Ich mache weiter mit meiner Straßenkehrer-Arbeit, zupfe mit meinen kleinen Fingern das Unkraut aus den Ritzen und treffe dabei eine junge Frau zwischen 30 und 40 Jahren. Eine Nachbarin, die mit ihrem Hund spazieren geht. Wir grüßen uns freundlich und sind im Geist verbunden. Tja, die Pflichten, die müssen halt getan werden. Derweil sitzen die besten Ehemänner der Welt im Kühlen und genießen ein schattiges Plätzchen….

Meine bessere Hälfte redet mit mir über das Paket. Ich gehe duschen, damit er in der Zwischenzeit auf den Boten aufpassen kann. So wechseln wir immer hin und her. Es kommt aber keiner. Er fährt zur Arbeit und genau in dem Moment kommt gerade ein neues Auto in die Nebenstraße gebogen.

Eine junge Frau zwischen 30 und 40 Jahren steigt aus dem Auto. Mit schnellen Schritten eilt sie zum Eingang, dabei hat sie ein kleines Paket in der Hand. Sie fragt: „Na, habt ihr schon auf mich gewartet?“, vermutlich, weil ich sofort an der Tür bin.

Ich lächle und entgegne „Ja, wir haben sie bereits erwartet.“

Was bin ich froh, dass es junge Frauen zwischen 20 und 40 Jahren gibt, sonst hätte dieser Vormittag vermutlich ganz anders ausgesehen.




Das war der Eurovision Song Contest 2017

Samstag-Abend, ESC Abend! Ich hab mir voller Vorfreude den Show-Act komplett angeschaut, auf den anschließenden Teil mit den langwierigen Punkte-Vergaben aber dankend verzichtet.

Schon bei den ersten Auftritten hab ich gedacht, ein Packung mit süßen Bonbons hätte sich in meinen Gehirnwindungen verklebt, jemand hätte mir gleichzeitig Ecstasy verabreicht und noch eine Flasche Hochprozentiges hinterher gekippt… dieses Feuerwerk an Farben, Bildern, Emotionen, Klängen, Tanzeinlagen, Gezappel, Feuerwerk, Bildern, Videos war am Anfang erstmal schwer zu verarbeiten. Immer wenn du denkst, es geht nicht mehr, wird es nächstes Jahr noch schlimmer. 😉

Es gab bei den ganzen Videos eigentlich nur zwei Auftritte, die zwischen dem bunten Ganzen kaum Ausdruck hatten, farblos, langweilig und ernüchternd wirkten. Davon hat einer den ersten Platz gewonnen und einer den vorletzten

Die Darbietung des Siegers Portugal empfand ich wirklich als schlechtes, langweiliges Lied. Auch das viel besagte „Gefühl“ habe ich dort nicht rauslesen können.

Aber Levina mit Deutschland war sogar noch schlechter. Grau in grau und ohne Ausdruck, nur ein debiles Dauergrinsen, für die Kameras zurechtgeschneidert. Da wäre deutlich mehr drin gewesen. Am schlimmsten aber ist, dass der Song zu 100 Prozent wie „Titanium“ von David Guetta klingt.  Mein Vorschlag: Die Verantwortlichen für die Vorentscheide auswechseln und sich endlich mal neue Auswahlverfahren ausdenken, die nicht nur den deutschen Geschmack treffen, sondern international konkurrenzfähig sind. Dabei ruhig Mut „zur eigenen Marke“ beweisen und warum nicht mal ein Lied mit deutscher Sprache? Frankreich hat bewiesen, dass das geht und gar nicht mal so schlecht klingt.

Die lustigen Spanier landeten mit dem einzigen Lied, bei dem ich mehrmals lachen musste, und das wirklich nicht so schlecht war, unverdient auf den letzten Platz.

Ansonsten ist die Kritik am ESC allseits bekannt und nicht neu. Zuviel Massengeschmack, zuviel Klon, zuviel Show.

Es ist schwierig, einprägsame Lieder zu finden, die aus der Masse heraus stechen oder gar „musikalisch anspruchsvoll sind“.
Aber es geht nunmal auch um gute Unterhaltung. Man sollte einfach nicht zuviel hinein interpretieren oder erwarten.

Meine persönlichen Favoriten des Abends waren daher:

Hey Mamma“ aus Moldawien, ein Lied, das zum Muttertag passt und im Länder-Ranking auf den dritten Platz kam.
Witzig, frech, eine tolle Tanzeinlage und ein sehr einprägsamer Refrain.

Der interessante und musikalisch gut gemachte Disco-Beat „Grab The Moment“ aus Norwegen hat mir persönlich auch sehr gut gefallen (offiziell: Platz 10).

Die witzige Tanz-Perfomance „Yodel it!“ aus Rumänien war ebenfalls gut, außerdem haben die beiden Interpreten gut ausgesehen und für eine tolle Stimmung gesorgt.

Mystische und „dunkle“ Songs, die etwas zu schlecht bewertet wurden, gab es aus
Armenien „Fly with me“  und Belgien „City Lights“.  Gerade der belgische Song kam auch verdient auf den vierten Platz. Ich bin mir sicher, von dieser Sängerin werden wir noch mehr hören.

Hat noch jemand diesen Klasse-Rock-Titel aus der Ukraine gehört?
Warum kam der nur auf den drittletzten Platz? Der Vorwurf, dass der ESC „reine Politik“ ist, kann also auch nicht ganz stimmen.

Aber ein bissen Spontanität und Unberechenbarkeit bei der Stimmvergabe scheint es durchaus zu geben.

………

Wen es interessiert, hier kann man nochmal alle Ergebnisse nachlesen:
https://www.eurovision.de/news/Salvador-Sobral-aus-Portugal-gewinnt-den-ESC-2017,gewinner396.html

Weitere Live-Videos und offizielle Musik Videos zum letzten ESC gibt es hier
https://www.youtube.com/user/eurovision