Aus der Dunkelheit

image_pdfimage_print

Passend dazu: Mondscheinsonate

Es ist Nacht und die Sonne ist heute früh untergegangen. Eine große Dunkelheit hat dich umhüllt. Obwohl du voller Angst bist und immer angespannt, läufst durch heute langsamer als sonst durch die mittelalterlichen Gassen. Heute schaust du dich nicht um, sondern nur nach vorne. Vor dem alten Fachwerkbau mit der hübschen Außenfassade bleibst du stehen. Rechts sind die Häuser, du stehst auf der Straße und links geht es den steilen Berg mit der Stadtmauer hinab. Die Tiefe scheint dich zu verschlingen. Ehrfürchtig bleibst du ein Stück vom Geländer entfernt. Die Aussicht in die Rheinebene hat dich in Beschlag genommen. Es ist wie eine Sucht. Du musst noch näher zum Geländer gehen und da runter schauen. In der Ferne glitzern die Lichter. Man sieht die Umrisse von weit entfernten Häusern und Fabriken. Eine Straße am unteren Ende des Berges ist noch stark befahren. Ein Autofahrer überholt einen anderern auf einer engen, kurvigen Straße. Es liegt eine eigenartige Stimmung in der Luft. Du atmest die kalte Luft tief ein… sie riecht fast noch sommerlich, aber ein Klang von Herbst ist auch schon darin.

Der Anblick hat einen Glanz von Weite… du bist in dieser Freiheit, in dieser Weite. Das Bewusstsein dehnt sich über die Landschaft aus, über alle Menschen darin, über die Autos, Tiere und Pflanzen. Du bist ganz in dem Moment. Es ist so schön.

Drinnen sitzen nette Menschen mit guter Laune. Ihr werdet freundlich behandelt und respektiert. Und ihr respektiert auch die anderen. Es gibt Essen und Wein. Interessante Gespräche. Es vergehen vier Stunden voller Seeligkeit.

Als du nach Hause willst spürst du den Alkohol ein bisschen. Es geht durch dich hindurch. Schlaf spielt keine Rolle mehr. Du bist voll wach und voll da. Du bist hier, bei DIR. Und somit auch automatisch bei allen anderen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.