Besuch auf der Gamescom – Teil 2

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Der Tag war sehr intensiv, es hatten sich einige Eindrücke angehäuft, förmlich angestaut.
Ich hab so das Gefühl, dass ich noch Wochen darüber nachdenken kann und die Dinge Zeit brauchen, bis sie sich setzen.
So geht es mir im Moment mit sehr vielen Dingen im Leben. Das Leben ist sehr intensiv, wie kann man da am besten überleben und sich emotional schützen? Man beachtet erstmal die äußeren Dinge, die Struktur und das grobe Ganze…dann erst kann man in das Gefühl einsteigen, so nach und nach. Wenn man gleich alle Kanäle voll öffnen würde, würde man überflutet werden und den Halt verlieren. Dann kommt man keinen Fleck mehr vorwärts und verliert sich im Strudel der Emotionen. Die Gefahr besteht bei künstlerisch veranlagten Menschen immer, weil die Empfindungen einfach stärker sind und man das „Abstumpfen“ erstmal lernen muss. Abstumpfen ist aber kein einseitiger Effekt, man kann auch schrittweise wieder Gefühl reingeben. Die Kunst besteht darin, sich in jeder Situation entsprechend „anzupassen“ und flexibel zu reagieren. Ich merke z.B. zur Zeit an mir, dass ich viel chaotischer bin und die Gedanken viel stärker springen und emotional aufgeladen sind. Das hat mir den Besuch auf der Messe schon recht schwierig gemacht.. Dinge die normal gut laufen, sind im Moment nicht so gut zu kontrollieren (vor allem alles, was mit Planung und Koordination zu tun hat).

Auf der Gamescom hab ich versucht, stärker zu filtern und mich an dieses neue Ich-Gefühl anzupassen. Es geht am besten, wenn man gefordert wird und die Außenreize sehr stark sind. Ich hab mich nicht gegen die vielen Eindrücke gewehrt. Ich hab sie nicht bewertet, weder in gut, noch in schlecht einsortiert. Ich hab einfach versucht, meine Sinne „aufzustellen“ und die vielen Eindrücke, Bilder, Klänge, Menschen, Gesichter, Töne, Gerüche, etc. durch mich „durch fließen zu lassen“. Der Effekt ist quasi wie bei einer Meditation. Man ist unter tausenden von Menschen, wird beschallt und berieselt von allen Ecken und was macht der Geist? Er akzeptiert es einfach und lässt es fließen. Unser Bewusstsein ist eigentlich rein und frei. Unbefleckt. „Die Seele ist ohne Substanz“ sagen die Buddhisten dazu. Eine Richtung oder eine Prägung bekommt unser „ich“ erst durch die Bewertung und Beurteilung von Dingen.

Natürlich gab es viele Eindrücke, die mich schockiert haben oder über die ich im Nachhinein noch viel nachdenken muss. Aber ich schau mir das jetzt in Ruhe an. Ich werde noch mit ein paar Leuten darüber reden, die mich natürlich auch fragen „Na, und wie war die Gamescom?“. Ich kann da nicht aus der Pistole schießen und „irgendeine Antwort“ geben. Ich muss mich echt hinsetzen und überlegen, ja wie war es eigentlich?

Ich hab z.B. ein bisschen ein Problem damit… z.B. das Thema Computerspiele. Es begleitet mich schon sehr lange, ich spiele Games, seit dem ich sechs Jahre alt bin… also über 30 Jahre. Seit der Hormonumstellung vor ca. 3 Monaten hab ich daran – von heute auf morgen- jegliches Interesse verloren. Ich kenn fast alle Spiele, ich bin damit durch. Ich kenn die Industrie, ich kenne alle Richtungen und mein Buch über die Games steht in der Pipeline. Meine Östrogene sind sehr hoch, das Testosteron fehlt. Daraus resultiert, dass ich kaum noch Lust auf Wettbewerb oder Action habe. Und die meisten Spiele richten sich immer noch an ein „männliches Publikum“ (wobei das nicht mehr stark wie früher ist und der Games-Markt für Frauen auch stetig wächst). Dafür hab ich diesmal die „Cosplay“-Sachen und die Verkaufsstände für Mode, Shirts, Perücken, usw. viel reizvoller gefunden. Als wir auf der Messe fertig waren, sind wir erstmal in Köln shoppen gegangen. Der Drang danach war unendlich groß und überall gibt es Klamotten-Geschäfte, Schmuck, Schuhe… 😉 Das war quasi unsere eigene, zweite Messe. Die „Schönheits-Com“. 😉

Köln finde ich als Stadt sehr reizvoll… ich hab im Nachhinein gesehen, dass es dort noch sehr vielen Sachen gibt, die ich nicht kenne. Z.B. Museen. Kunst, Kultur. Ich werde sicherlich nochmal nach Köln fahren und mir dort alles anschauen. Mein Geist hat sich weiter entwickelt, die Interessen auch. Warum sollte ich darüber traurig sein oder mich aufregen? Es ist halt so, wie es ist.

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