Das war der Eurovision Song Contest 2017

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Samstag-Abend, ESC Abend! Ich hab mir voller Vorfreude den Show-Act komplett angeschaut, auf den anschließenden Teil mit den langwierigen Punkte-Vergaben aber dankend verzichtet.

Schon bei den ersten Auftritten hab ich gedacht, ein Packung mit süßen Bonbons hätte sich in meinen Gehirnwindungen verklebt, jemand hätte mir gleichzeitig Ecstasy verabreicht und noch eine Flasche Hochprozentiges hinterher gekippt… dieses Feuerwerk an Farben, Bildern, Emotionen, Klängen, Tanzeinlagen, Gezappel, Feuerwerk, Bildern, Videos war am Anfang erstmal schwer zu verarbeiten. Immer wenn du denkst, es geht nicht mehr, wird es nächstes Jahr noch schlimmer. 😉

Es gab bei den ganzen Videos eigentlich nur zwei Auftritte, die zwischen dem bunten Ganzen kaum Ausdruck hatten, farblos, langweilig und ernüchternd wirkten. Davon hat einer den ersten Platz gewonnen und einer den vorletzten

Die Darbietung des Siegers Portugal empfand ich wirklich als schlechtes, langweiliges Lied. Auch das viel besagte „Gefühl“ habe ich dort nicht rauslesen können.

Aber Levina mit Deutschland war sogar noch schlechter. Grau in grau und ohne Ausdruck, nur ein debiles Dauergrinsen, für die Kameras zurechtgeschneidert. Da wäre deutlich mehr drin gewesen. Am schlimmsten aber ist, dass der Song zu 100 Prozent wie „Titanium“ von David Guetta klingt.  Mein Vorschlag: Die Verantwortlichen für die Vorentscheide auswechseln und sich endlich mal neue Auswahlverfahren ausdenken, die nicht nur den deutschen Geschmack treffen, sondern international konkurrenzfähig sind. Dabei ruhig Mut „zur eigenen Marke“ beweisen und warum nicht mal ein Lied mit deutscher Sprache? Frankreich hat bewiesen, dass das geht und gar nicht mal so schlecht klingt.

Die lustigen Spanier landeten mit dem einzigen Lied, bei dem ich mehrmals lachen musste, und das wirklich nicht so schlecht war, unverdient auf den letzten Platz.

Ansonsten ist die Kritik am ESC allseits bekannt und nicht neu. Zuviel Massengeschmack, zuviel Klon, zuviel Show.

Es ist schwierig, einprägsame Lieder zu finden, die aus der Masse heraus stechen oder gar „musikalisch anspruchsvoll sind“.
Aber es geht nunmal auch um gute Unterhaltung. Man sollte einfach nicht zuviel hinein interpretieren oder erwarten.

Meine persönlichen Favoriten des Abends waren daher:

Hey Mamma“ aus Moldawien, ein Lied, das zum Muttertag passt und im Länder-Ranking auf den dritten Platz kam.
Witzig, frech, eine tolle Tanzeinlage und ein sehr einprägsamer Refrain.

Der interessante und musikalisch gut gemachte Disco-Beat „Grab The Moment“ aus Norwegen hat mir persönlich auch sehr gut gefallen (offiziell: Platz 10).

Die witzige Tanz-Perfomance „Yodel it!“ aus Rumänien war ebenfalls gut, außerdem haben die beiden Interpreten gut ausgesehen und für eine tolle Stimmung gesorgt.

Mystische und „dunkle“ Songs, die etwas zu schlecht bewertet wurden, gab es aus
Armenien „Fly with me“  und Belgien „City Lights“.  Gerade der belgische Song kam auch verdient auf den vierten Platz. Ich bin mir sicher, von dieser Sängerin werden wir noch mehr hören.

Hat noch jemand diesen Klasse-Rock-Titel aus der Ukraine gehört?
Warum kam der nur auf den drittletzten Platz? Der Vorwurf, dass der ESC „reine Politik“ ist, kann also auch nicht ganz stimmen.

Aber ein bissen Spontanität und Unberechenbarkeit bei der Stimmvergabe scheint es durchaus zu geben.

………

Wen es interessiert, hier kann man nochmal alle Ergebnisse nachlesen:
https://www.eurovision.de/news/Salvador-Sobral-aus-Portugal-gewinnt-den-ESC-2017,gewinner396.html

Weitere Live-Videos und offizielle Musik Videos zum letzten ESC gibt es hier
https://www.youtube.com/user/eurovision

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