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Posted by J.A. on Februar 28, 2012

In Freundschaften investieren

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Warum sollte man schon in Freundschaften und Menschen investieren? Wo man doch in soviele andere Dinge investieren kann: In Gold, in Wertpapiere, in steigende Unternehmenkurse, in anziehende Lebensmittelpreise, auf den Absturz des Euro, auf teures Heizöl…

Freundschaften sind nichts greifbares- für die einen nur Gelaber, ohne Substanz. Alles ist schnell und hektisch geworden, die Investition auf der einen Seite, mit Zeit und Geld verbunden, was wird sie schon bringen? Die Unverbindlichkeit, Emanzipation und Freiheit, die in modernen Beziehungen so wichtig geworden ist, ist auf der anderen Seite auch der Fluch der konservativen Werte, des Erhalts von Beziehungen und der zwischenmenschlichen Verlässlichkeit. Und Freunde und Menschen bekommt man an jeder Straßenecke, in sozialen Netzwerken in rauen Mengen, beim Einkaufen im Supermarkt in so großer Anzahl, dass man manchmal lieber wieder einsam wäre…. dennoch gibt es über fünf Milliarden Menschen auf der Erde und man das Kunststück fertigbringen, mit keinem einzigen wirklich „befreundet“ zu sein.

Freundschaften sind doch so unverbindlich! Man kann sehr viel Zeit und Mühe hineinstecken, aber den anderen doch verlieren. Es gibt noch nicht einmal ein geregeltes Anrecht, keinen Freundschafts-Besitzschein, keine Glücklichsein-Erlaubniskarte, keine Läster-Lizenz…. die beste Schulfreundin, nun nach Amerika gezogen. Jahre verbracht, Stunden verbracht und nichts ist übrig geblieben, außer einer guten Erinnerung. Mit dem besten Freund um die Straßen gezogen, geweint, gelacht, das Herz ausgeschüttet, getrunken, gefeiert, gefürchtet und gefallen… nun ist alles vorbei, die Investition verloren!

Freundschaften kann man nicht besitzen, aber lohnt es sich dennoch, in sie zu investieren?

Was ist eigentlich der Wert einer guten Freundschaft?
Jemanden haben, wenn es einem schlecht geht? Jemand schreiben können, jemand der zuhört? Jemand, der Anteil nimmt, sich die Sorgen anhört und das Leben teilt?

Sich mitteilen, heißt teilen. Teilen macht frei, alles für sich behalten, macht einsam und geizig… Wer einen einzigen guten Freund hat, hat alles, wer nur Geld und sich selbst hat, hat nichts.

Eine Freundschaft hat genau dann einen Wert, wenn sie gelebt wird. Man kann eine Freundschaft nicht „haben“, aber in ihr „sein“. Eine Freundschaft besteht solange, wie man miteinander redet und etwas miteinander macht. Wird das eingestellt, ist auch der „Besitz“ weg, der eigentlich nie einer war.

Categories: Soziales
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Posted by J.A. on Februar 9, 2012

Notstrom

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Nicht schlecht, die Nachricht, dass das Atomstromland Frankreich in der kalten Jahreszeit Strom aus dem Austeiger-Land Deutschland dazu kaufen muss.  Der Hauptgrund liegt wohl darin, dass die Franzosen mit Strom heizen, obwohl jeder Mensch wissen sollte, dass hier der Wirkungsgrad am in-effektivsten ist.

Erklärt wird das z.B. hier (Tabelle: Elektroheizung, Primärenergieeinsatz 278%!), etwas anschaulicher erklärt wird es hier.  Der Autor kommt zum Schluss, dass der effektive Wirkungsgrad bei Strom (mit Erzeugung) bei ca. 50 Prozent liegt und bei Gasheizungen höher ist, nämlich 95%.

Bei den alternativen Energien gelten vor allem die Solaranlagen als versorgungssicher. Etwas widersprüchlich ist allerdings die Meldung, dass Deutschland in schwierigen Tagen, als es z.B. im Dezember 2011 zuviel Windenergie gab und der mangels Netzausbau nicht abgebaut werden konnten, in Österreich Strom dazu kaufen musste. So basieren die meisten „Reserveaggregate“ leider auf fossiler Energie z.B. Kohle oder Erdöl (!).

Eines dieser drei Reserve-Kraftwerke steht übrigens in Mannheim.



Weitere Links zum Thema Energieerzeung

Posted by J.A. on Februar 4, 2012

Zugespam’t

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Wie sich die Zeiten doch ändern. Vor ungefähr zwölf Jahren, als das alles mit Email und Co losging, habe ich zehn schöne Emails gehabt und davon zwischen den Zeilen eine Spam-Nachricht gelöscht. Oder manchmal auch gar keine Email (schnüff!) und dafür auch keine Spam-Mail. Überhaupt Spam-Mails! Das war doch etwas für Internet-Freaks, ein Theoretikum, genauso wie Internet-Kriminalität. Kann man mal drüber reden, wird man aber sicherlich NIE davon betroffen sein.

Und heute? Lese ich „50 neue Nachrichten im Postfach“ (nach zwei Tagen ungecheckt) und davon zwei wichtige und zwei mit Werbung, die ich abonniert habe und mich interessieren und der Rest ist Dosenfleisch!!

Tja, so ändern sich die Zeiten. Ich erwische mich daher in der letzten Zeit immer mehr dabei, dass ich unlustig an den Email-Ordner gehe, weil ich doch eh weiß, dass das wieder nur ein nerviges Spam-Nachrichten- von- den- Guten- trennen sein wird (oder umgekehrt)… so wie in dieser Werbung, wenn der nette Chef seiner Angestellten einen ganzen Becher mit bunt gemischten Büroklammern auf den Tisch schüttet, auf den Haufen, den sie bereits sortiert hatte…. nur dass mir diesmal keine Versicherung und kein lustiger Sprecher aus dem Off helfen wird… sondern die Kleinarbeit an mir hängen bleibt. Kopf in den Sand. Emails ganz abbestellen? Oder eine zweite, dritte vierte persönliche Mail-Adresse einrichten? Eine für Verwandte, eine für Freunde? Und was ist dann mit meiner Identität im Netz, die viel-gelebte und viel-geliebte? Hey, das war doch meine geniale Idee mit dem Namen, den werde ich doch nicht aufgeben, nicht den Kopf in den Sand stecken, wegen so ein paar anonym verschickten Byte-Paketen! Pfff!

Man könnte ja darüber schmunzeln, aber letztendlich möchte ich nicht ausrechnen, wieviele Minuten und Stunden man/frau seines Lebens nur für dieses Herausfiltern verwendet und ab wann es dermaßen zeitaufwändig und nervig ist, dass man sich persönlich ändert (z.B. mit dem Neuanlegen einer Mail-Adresse). Bei neuen Blogs oder Foren ist es ja so, dass sie ungeschätzt schon nach einer Woche dermaßen mit Werbe-Mails verseucht sind, dass ein Weiterbetrieb fast nicht mehr möglich scheint. Und die ganzen Captchas und Haptchas und was weiß ich noch alles, machen das Neu-Anlegen selbst für den menschlichen Benutzer in manch Forum zu einer Qual. („r, l, i oder was ist das? soll ich das groß oder klein schreiben, die Buchstaben sind so verutscht??“)

Fast so, als ob man draußen eine gemütliche Sitzbank für alle aufbaut und die schon nach ein paar Stunden so mit Vogelkot übersät worden ist, dass sich keiner mehr draufsetzen mag und man die „unbelegten“ Plätze mit der Lupe suchen muss…

Ich frage mich einfach: Was bringt den Spammern eigentlich ihre Mail? Kann man davon leben? (Da gibt’s bestimmt schlaue Professoren, die darüber schon eine Studie angelegt haben!) Es ist ja nicht nur böser Spam, manchmal ist es einfach nur nervige Werbung. Die dafür zu Hauf, so wie im Briefkasten. Ich weiß „Aufkleber draufkleben“, geht beim Email-Ordner schlecht. Das Konfigurieren des Spam-Filters für Emails habe ich nie richtig verstanden und die Gefahr, dass wichtiges verloren geht, schien mir stets zu groß.

Ist das Versenden von Spam ein einträgliches Geschäftsmodell? Und was bedeutet die Spam für das Gemeinwesen des großen „pluralistischen“ Internets?

Fragen über Fragen, die ich derzeit nicht beantworten kann, weil ich noch so ein paar dumme Emails löschen muss…

Categories: Internet
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