J.A. Blog

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Archiv: April 2011

Im Reich der Götter

„Die Hochzeit“ habe ich nicht mit besonderem Interesse verfolgt. Zuerst hatte ich den Livestream eingeschaltet und wollte für einen Tag zur Klatschreporterin mutieren (was ja durchaus spaßig sein kann), habe dann aber gemerkt, dass es sich mit der Ernsthaftigkeit der sonstigen PC-Arbeit nicht wirklich verträgt. Ich wäre eine schlechte Braut an diesem Tag gewesen und nicht wirklich „in Stimmung“ wie man so schön sagt und wie sie bei Frauen auch so schnell umschlagen kann. Vielleicht hat man deswegen das bürgerliche Korsett der Ehe erfunden? Damit die Liebe und die Schwankungen, die Eifersucht und das Fremdgehen, die größer werdene Langeweile und das Drücken der Alltagspflichten schön hübsch sauber in einen Rahmen gepresst wird, aus dem man ein Leben lang nicht mehr entweichen kann. Gibt es ein größeres Sinnbild an Unfreiheit für den modernen Menschen, als die Ehe?

Aber halt, ich habe gehört, Frauen reißen sich doch immer um die Hochzeit und die Unfreiheit wird eher vom Mann als solche eingeschätzt. Ist er es doch, der den Samen in die Welt tragen will und daher rein biologisch auf eher kurze Liebschaften ausgelegt ist, während die Frau, Hüterin des Heims und meistens der Kinder, die ganzen Pflichten und Verantwortungen der Familien-Mitte auf sich schultert. Da kann ein starker1 und vor allem treuer Mann schon ein großer Vorteil sein. Eigentlich nur das Einmal- Eins der menschlichen Fortpflanzungsbiologie, mehr nicht.

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Anmerkungen:
  1. im modernen Sinne: reicher Mann []


Alltagsleben

Krokuss 2011

Krokus

Heute war Unkraut-Jäten angesagt. Der Vorgarten nach gutem Wetter plus anschließendem Regenfall schon einem Dschungel nahe, das Unkraut gierig aus den Ritzen der gemauerten Duldsamkeit sprießend. In einem engen, nachbarlichen Umfeld halte ich es auch für wichtig, die Straße ein wenig schön zu machen, damit vorbeigehende Menschen sich daran erfreuen können. Oder ist es eher die Angst, als nicht sauber und bürgerlich zu gelten, die mich dabei antreibt? Ich glaube, es ist ein Mittelding davon. Erwartungen gilt es stets zu erfüllen und dann sind da noch die Erwartungen an einen selbst. Da wir den Eingang zum Vorgarten kaum nutzen, ist immer ein wenig Überwindung nötig, um diesen Teil auch noch zu pflegen. Zumal mir das Beet im Hof und der Schrebergarten eigentlich schon völlig ausreichen würden..

Aber es ist schön, man ist an der Luft, der Heuschnupfen hält sich noch einigermaßen in Grenzen, die Sonne brennt auf die Haut und insgesamt noch eine angenehme Temperatur für leichte Gartenarbeit. An der Fassade zur Südseite bröckeln wieder kleine Stücke aus dem Sockel heraus, aber insgesamt geht es noch und betrifft nur kleinere Stellen. Der Anstrich, den wir 2008 gemacht haben, hält insgesamt noch sehr gut und wir sind froh, dass wir sauber und gründlich gearbeitet haben (es leben die deutschen Tugenden, auch wenn ich sie gerne schon ein ums andere Mal verflucht hätte).

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Das komplette J.A. Blog als Buch

Nun, wie das so ist mit den kostenlosen Tools und Plugins. Da schaut man mal eben kurz im Netz und findet so dies und das, denkt sich nichts Böses, findet überraschendes, verblüffendes, kommerzielles, doofes und gutes.

Zuerst war ich auf der Suche nach einem Wordpress-Plugin, um einzelne Blog-Seiten für einen Ebook-Reader lesbar zu machen. Sowas gibt es anscheinend auch. Der Kindle öffnet z.B. keine neuen Links, die mit dem URL Attribut _target= ‘blank’ (neues Fenster) gesetzt sind, auch das Öffnen der Kommentare ist nicht wirklich möglich. Da mein J.A. Blog auf Computermonitore angepasst ist, stört das drei Spalten- Design ein wenig. Für Handys gibt es ein eingebautes Plugin, dass den XML Code passend darstellen sollte (nur testen konnte ich es noch nicht, da ich kein solches Handy besitze, wer also Erfahrungen mit dem Blog gesammelt hat, kann sie gerne mitteilen).

Kurz und knapp, ich bin an der Book-Fabrik hängen geblieben, dort kann man ganze Blogs auf Knopfdruck in eine einzige PDF verwandeln und das ganze funktioniert erstaunlich schnell und gut. Einfach das Plugin installieren, anklicken, rumprobieren, fertig.

Die Druckvorschau-Stufe (die „proof“) bekommt man gratis, für das fertige PDF Book muss man 3 Euro zahlen. Eine gedruckte Version gibt es ab 7,95 Euro, mein Blog hätte als Druckversion so um die 80 Euro gekostet.

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Eigene Ebooks erstellen

Für das Amazon Kindle, Version 3. Den Testbericht zum Kindle könnt ihr hier lesen

Kindle

Eigene Ebooks für das Kindle kann man mit nur wenigen Mausklicks erstellen. Ich möchte hier gar nicht so sehr auf die Details und Besonderheiten eingehen, sondern den direkten Weg zeigen, wie man sich schnell ein Ebooks aus eigenen Texten (oder auch freien Texten aus dem Internet) zusammenstellt. Mit dem Mobipocket Creator kann man auch für andere Handys und Smartphones Inhalte erstellen, so dass die Anleitung übertragbar sein sollte.

  • Zuerst braucht man ein gutes Schreibprogramm. Am kostenlosen und inzwischen sehr mächtig gewordenen Open Office führt eigentlich kein Weg mehr vorbei.
  • Es ist einfach zu bedienen und ähnelt in vielerlei Hinsicht an den kommerziellen Konkurrenten aus dem Hause Microsoft.
  • Unter der Seite „Download“ kann man die ganze Suite herunterladen. Das dauert je nach Internetverbindung etwas länger, weil viele Daten (ca. 160 MB) übermittelt werden. Im Vergleich zum Umfang ist es aber noch überschaubar und ziemlich komprimiert.
  • Nach der Installation klickt man auf das Startmenü (bei Windows-Rechnern) und wählt in der Open Office- Gruppe den „Writer“ aus, das ist das Textprogramm.
  • In dieses Textprogramm kann man nun beliebigen Text kopieren. Entweder aus eigenen Erzeugnissen oder aus dem Internet (dabei aber die Urheberrechte beachten!).
  • Auf Projekt Gutenberg stehen z.B. eine Unmenge von kostenlosen und inzwischen gemeinfrei gewordenen Werken zur Ansicht. Leider bietet die Seite nativ keine Ebook-Unterstützung an, so dass man auf diesen Umweg angewiesen ist. Das ist das Schöne am Internet: Bildung ist eigentlich für jeden und immer kostenlos, man muss nur wissen wo sie zu finden ist und wie man sie nutzen kann.
  • Das Einfügen in den Writer klappt dann ganz einfach und wie gewohnt mit „Copy und Paste“. Text mit der Maus markieren, Strg+C drücken, ins Writer Programm klicken, dann mit Strg+V einfügen. Fertig ist die Grundlage für das erste eigene Ebook!
  • Jetzt dem Ganzen noch einen eingängigen Namen geben und möglichst dort und so speichern, dass man das Buch auch nach zwei Jahren noch finden kann… Für Ebooks bietet sich eine eigene Verzeichnisstruktur auf jeden Fall an, z.B. unter C:\Ebooks. Die Unterverzeichnisse kann man nochmal nach Genre, Autor oder anderen Kategorien unterteilen. Für den Kindle ist es ganz praktisch ein „Ausgangsverzeichnis“ anzulegen und eine Kopie (!) aller neuen Titel dort abzulegen. Dort kommen dann die gewünschten Titel rein, z.B. C:\Ebooks\temp
  • Und beim nächsten Anschließen über USB-Kabel überträgt man die neusten Titel, löscht sie dann aus dem Temp-Ordner.
  • Noch haben wir aber kein Ebook, sondern nur eine Open-Office „.ODT – Datei“. Das ist das hauseigene Format.
  • Wir klicken auf Datei > Speichern unter > und wählen dann ein .DOC Format. (z.B. Microsoft Word 6.0, das ist das neuste). Jetzt ist unser Ebook bereit, im Mobipocket Creater geladen und geformt zu werden!
  • Wir laden uns den Mobipocket Creator wieder kostenlos aus dem Netz, sind nur ein paar MB.
  • Nach dem Starten erscheint ein Fenster mit vielen Optionen. Wir klicken rechts oben auf „Import from existing File“ (auf Deutsch: aus bestehender Datei importieren).. klicken dann auf „MS Word Dokument“.
  • Bei „Choose a file“ klicken wir auf „Browse“ und wählen unsere so eben erstellte DOC Datei aus. Bei „Create publication in folder“ wählen wir unseren Ebook-Ordner oder gleich das temporäre Ausgabeverzeichnis aus (ganz nach persönlichem Belieben).
  • Es wird für jeden Text automatisch ein Unterverzeichnis erstellt.

! Wichtig ist, dass man jetzt alle offenen Textprogramme schließt,
weil sonst das Word- Plugin nicht geladen werden kann. !

  • Wenn das erfolgt ist, auf „import“ klicken.
  • Es dauert nicht lange und das Buch ist fast fertig. Wer will, kann in „Cover“ noch ein Bild auswählen für die Startseite. Das sollte nicht zu groß sein. Der Kindle mag große Bild-Dateien nicht so sehr, ein kleines JPG < 100 kb ist ideal.
  • Wenn die Einstellungen gemacht sind, auf „Build“ klicken. „No encryption“ auswählen, und nochmal auf „build“ klicken.

Fertig!

Im angegebenen Ordner stehen jetzt mehrere Dateien, darunter das Mobipocket Format „.PRC“. Dieses kopiert man nun auf den Kindle und kann das neue Ebook gleich lesen.

PRC Datei im Ordner
Wenn man das ganze mehrmals hintereinander gemacht hat, sollten sich die Schritte automatisieren und ihr braucht dann die Anleitung nicht mehr. ;-)

Kindle mit Ruhebild (wird per Zufall ausgewählt)

Der Missbilligungs-Gutschein

geht meist zurück an den Absender

Liebe Hartz IV Eltern,

nun seid ihr mal wieder in die Kritik geraten. Das Bildungspaket ist nach langem Hick und Hack endlich veröffentlicht worden und steht jedem offen, aber niemand nimmt es an. Ja, interessiert euch denn die Bildung eurer Kinder nicht mehr? Habt ihr keine Lust auf ein paar Euro mehr, die euch doch zustehen? Die drei Euro für das Mittagessen, ist das nichts? Oder die zehn Euro für Nachhilfe und Geigenunterricht?

Nun, ich nehme an, ihr wollt das Klischee auf der einen Seite erfüllen: Geld das man nicht versaufen und verrauchen kann, ist kein gutes Geld? Oder liegt es doch an der ausufernden Bürokratie? Achso, euer Geld reicht noch nichtmal für einen Schulzranzen und der kostet achtzig Euro… nebenbei müssen noch die horrenden Energiepreise und die Schulden getilgt werden hm, das ist ein Problem. Da müssen aber die Energiekonzerne was ändern, da können wir nix für! Wir waschen da unsere Hände in Steuermilliarden-Unschuld.

Achso jetzt verstehe ich: Ihr habt gar nicht gewusst, dass es sowas gibt.. weil ihr kein Bildungsfernsehen schaut und auch keine Zeitungen kauft. Ihr habt auch keine Kollegen aus Akademikerkreisen mit denen man das am Stammtisch so nebenbei besprechen könnte. Ich verstehe. Also quasi abgeschnitten von der weiten Welt? Ein wenig ausgegrenzt vielleicht? Oder einfach nur faul und dumm? So wie der Herr Sarrazin sagen würde? Der muss es ja schließlich wissen!

Also könnt ihr auch keine Bildungsgutscheine für die Kinder beantragen, weil man zum Beantragen Bildung braucht… herje das ist ja ein Kreis ohne Anfang und Ende!

Äh das ist wirklich dumm gelaufen. Ihr müsst nämlich damit rechnen, dass wir da einen anderen Erfahrungshorizont haben als ihr.

Wir haben gedacht, dass ein bürokratisches Monstrum mit vielen Regeln und vielen „wenn und abers“ die Liebe in reinster Form darstellt. Es hat ein paar Vorteile (für uns). Wir können uns super profilieren, weil wir ja was für die Bildung tun. Alle sehen und hören, wie wichtig uns die Bildung für unsere/ eure Kinder ist. Und falls das jemand nicht sehen sollte, können wir noch ein paar Steuermillionen in teure Anzeigenkampagnen oder anderen Marketing-Schnickschnack stecken. Okay?

Achso, das lest ihr auch nicht? Ach, das braucht ihr auch nicht. Das ist nicht für euch. Das ist für unsere Wähler, von der.. hm sagen wir, „besseren Zielgruppe“. Die Wähler von der CDU und CSU, die konservativen Bürgerlichen mit ein wenig mehr Geld und bestimmten, sagen wir „Ansichten“. Da passt es eigentlich ganz gut.

Aber jetzt, sag bloß, ihr wollt unsere Gutscheine nicht? Als ob wir das nicht immer gewusst hätten. Erst halten wir euch ein Seil hin, mit bequemer zehn Meter Ausgangshöhe.. und jetzt wollt ihr nicht darüber springen?

Das ist ja fast so wie bei den Autofahrern. Die wollen auch kein E10 kaufen, obwohl es doch so gesund ist! Trinkt doch endlich, äh ich meine gebt doch eurem geliebten Auto endlich mal was Gutes. Stört ja auch keinen ,wenn in Afrika Leute verhungern und die Anbauflächen für unsere geliebte Mobilität freigehalten werden.

Was solls. Das ist halt Politik. Aber das versteht ihr sowieso nicht.. dazu braucht man erst mehr „Bildung“…

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