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	<title>Kommentare zu: Der Fall eines Prinzen</title>
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		<title>Von: Violine</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2011/03/der-fall-eines-prinzen/comment-page-1/#comment-13824</link>
		<dc:creator>Violine</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Mar 2011 13:06:10 +0000</pubDate>
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		<description>Zu Guttenberg ist mit Sicherheit hart aufgekommen. Nicht nur er. Sein &lt;a href=&quot;http://www.sueddeutsche.de/karriere/peter-haeberle-guttenbergs-verzweifelter-doktorvater-1.1065414&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Doktorvater&lt;/a&gt; auch, wie ich gelesen habe. Und der Schreiber des Doktorvaterartikels anscheinend auch.
Und etliche seiner Politikerkollegen garantiert auch, egal von welcher Seite betrachtet.

Wenn es ums Scheitern und Rücktritte geht: Gegenbeispiel Margot Kässmann.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<div class="comment-toolbar" style="text-align: right"><input type="button" value="Reply" onclick="CF_Reply('13824','Violine');" /><input type="button" value="Quote" onclick="CF_Quote('13824','Violine');" /></div><span id="co_13824"><p>Zu Guttenberg ist mit Sicherheit hart aufgekommen. Nicht nur er. Sein <a href="http://www.sueddeutsche.de/karriere/peter-haeberle-guttenbergs-verzweifelter-doktorvater-1.1065414" rel="nofollow">Doktorvater</a> auch, wie ich gelesen habe. Und der Schreiber des Doktorvaterartikels anscheinend auch.<br />
Und etliche seiner Politikerkollegen garantiert auch, egal von welcher Seite betrachtet.</p>
<p>Wenn es ums Scheitern und Rücktritte geht: Gegenbeispiel Margot Kässmann.</p>
</span>]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Yva</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2011/03/der-fall-eines-prinzen/comment-page-1/#comment-13821</link>
		<dc:creator>Yva</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Mar 2011 12:00:00 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo Julia!

Dein Anspruch, bei all den Skandalen und Vorgängen in der Politik, auch den menschlichen Faktor zu berücksichtigen, ist vollkommen richtig. Dagegen darf ich auch gar nicht anschreiben - obwohl sich mein persönliches Mitleid im Fall Guttenberg doch in argen Grenzen hält - denn grundsätzlich kann dieses mediale Feuer, das wir hier erlebt haben, auch irgendwann einmal Menschen beschädigen, die tatsächlich das Zeug dazu haben, eine Bereicherung für Politik und Gesellschaft zu sein.
Es ist sicherlich richtig, hier die Augen offen zu halten und vor allem die Maßstäbe im Blick zu behalten. Bei Unehrlichkeit und Betrug liegt das Maß meiner Meinung nach aber noch voll im Rahmen (obwohl das z.B. in Italien schon wieder ganz anders gesehen wird), bei privaten Verfehlungen (worüber z.B. in den USA gerne mal Politiker ins Stolpern gebracht werden) oder gar &quot;unverschuldeten&quot; Eigenschaften wie sexueller Ausrichtung, Herkunft oder Hautfarbe hört der Spaß dann natürlich auf.

Auch den Vorgang des Verzeihens, den Du ansprichst, mag ich nicht angreifen. Er ist für das menschliche Miteinander notwendig, darf jedoch auf der anderen Seite nicht dazu führen, daß man Verfehlungen im Nachhinein klein redet oder gar von einer strafrechtlichen Aufarbeitung absieht.

Trotzdem, Dein in dieser Diskussion mehrmals vorgetragenes Argument, alle Aspekte eines Vorganges zu beleuchten, hat mich nicht ganz unberührt gelassen, mich vielleicht auch etwas milde gestimmt (und mich mal wieder daran erinnert, warum ich so gerne in Dein Blog hinein schaue). Daran solltest Du festhalten - egal wieviel Gegenwind da zwischendurch aufkommen sollte.

Liebe Grüße,
Yva</description>
		<content:encoded><![CDATA[<div class="comment-toolbar" style="text-align: right"><input type="button" value="Reply" onclick="CF_Reply('13821','Yva');" /><input type="button" value="Quote" onclick="CF_Quote('13821','Yva');" /></div><span id="co_13821"><p>Hallo Julia!</p>
<p>Dein Anspruch, bei all den Skandalen und Vorgängen in der Politik, auch den menschlichen Faktor zu berücksichtigen, ist vollkommen richtig. Dagegen darf ich auch gar nicht anschreiben &#8211; obwohl sich mein persönliches Mitleid im Fall Guttenberg doch in argen Grenzen hält &#8211; denn grundsätzlich kann dieses mediale Feuer, das wir hier erlebt haben, auch irgendwann einmal Menschen beschädigen, die tatsächlich das Zeug dazu haben, eine Bereicherung für Politik und Gesellschaft zu sein.<br />
Es ist sicherlich richtig, hier die Augen offen zu halten und vor allem die Maßstäbe im Blick zu behalten. Bei Unehrlichkeit und Betrug liegt das Maß meiner Meinung nach aber noch voll im Rahmen (obwohl das z.B. in Italien schon wieder ganz anders gesehen wird), bei privaten Verfehlungen (worüber z.B. in den USA gerne mal Politiker ins Stolpern gebracht werden) oder gar &#8220;unverschuldeten&#8221; Eigenschaften wie sexueller Ausrichtung, Herkunft oder Hautfarbe hört der Spaß dann natürlich auf.</p>
<p>Auch den Vorgang des Verzeihens, den Du ansprichst, mag ich nicht angreifen. Er ist für das menschliche Miteinander notwendig, darf jedoch auf der anderen Seite nicht dazu führen, daß man Verfehlungen im Nachhinein klein redet oder gar von einer strafrechtlichen Aufarbeitung absieht.</p>
<p>Trotzdem, Dein in dieser Diskussion mehrmals vorgetragenes Argument, alle Aspekte eines Vorganges zu beleuchten, hat mich nicht ganz unberührt gelassen, mich vielleicht auch etwas milde gestimmt (und mich mal wieder daran erinnert, warum ich so gerne in Dein Blog hinein schaue). Daran solltest Du festhalten &#8211; egal wieviel Gegenwind da zwischendurch aufkommen sollte.</p>
<p>Liebe Grüße,<br />
Yva</p>
</span>]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: J.A.</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2011/03/der-fall-eines-prinzen/comment-page-1/#comment-13819</link>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Mar 2011 08:08:22 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.ja-blog.de/?p=3154#comment-13819</guid>
		<description>@Yva und Violine:
nochmal danke, dass ihr so aufmerksame Leserinnen seid und gute Argumente für den Guttenberg-Rücktritt gesammelt habt. Wie schon gesagt, teile ich diese Gedanken und daher kann ich auch nicht dagegen argumentieren. 

Mit meiner Einstellung bewege ich mich leider in eine schizophrene Diskussions-Position: Vom Kopf her denke ich, dass der Rücktritt richtig ist und vom Gefühl auch. Dennoch versuche ich, wie eingangs beschrieben, auch den Mensch und das „Mitgefühl“ zu sehen.

Zumindest ist es das, womit ich mit dem Artikel hinweisen möchte. Ich denke einfach, dass man mit jedem Menschen Mitleid empfinden kann, egal was er macht.. und das interessante dabei ist, dass hierbei die Sachargumente eigentlich keine Rolle mehr spielen. Entweder man „verzeiht“ einen Fehler, oder nicht. Wenn man wirklich innerlich und überzeugt „verzeihen“ kann, kann man einem Mörder, einem Kinderschänder oder einem Vergewaltiger gegenüber stehen und sagen: Ich verzeihe dir. 

Ich finde das eine ganz erstaunlich religiöse Haltung, über die ich gerne nachdenke. Insofern passte mein Blog-Beitrag nicht so richtig in die laufende Guttenberg-Zu-Rücktritt Debatte. Es ist ein wenig „off-topic“.

Mir war es aber beim Fernsehen-Gucken aufgefallen. Die ganze Zeit teilte ich die Argumente und als er plötzlich vor die Kamera trat und seine Rücktrittsansprache hielt, änderte sich plötzlich meine Einstellung. Ich dachte mir „soweit haben sie ihn gebracht“.. ein kurzes Gefühl des Mitleids flackerte auf. Darüber habe ich dann geschrieben. Es sieht aus wie eine sachliche Diskussion, aber es ist vom Mitleid und meiner echten (!) empfundenen Traurigkeit über diesen Rücktritt getragen.

Ich kann darüber eigentlich auch nicht diskutieren. Entweder mir tut ein Mensch leid und ich bin über das System erzürnt und traurig, in das er geraten ist.... oder ich beziehe alle seine Fehler isoliert auf diesen einzigen Menschen und sehe das Umfeld überhaupt nicht.

Die Doktorarbeit: Who cares? Sind Titel wirklich so wichtig? Plötzlich reiten alle darauf herum und geben sich so furchtbar wissenschaftlich, dabei haben Sachargumente und gute Wissenschaftlichkeit schon seit Jahrzehnten keine Platz mehr in der Politik. Und dass die Jura eine Wissenschaft der Mächtigen, Rechtsverdreher und Diskutierer ist, dürfte auch jedem bekannt sein. Da geht ja kein Soziologe oder Psychologe in die Politik und setzt sich für die sozial schwachen ein. Diese Menschen sind viel zu weich und werden in der Politik keinen Boden finden. Politik ist Macht, Boulevard und wird von Worten und Meinungen dominiert. Der Fall Guttenberg hat das im negativen Beispiel sehr gut gezeigt.

Was ist z.B. mit der Presse, die ihn so derartig überhöht und hochgelobt hat? Hat sie denn nicht auch eine Mitschuld? Durch das gläserne Podest wurde er doch erst anfällig für Kritik. Je größer seine Popularität wurde, desto stärker auch die Stimmen gegen ihn und die Neider. Er war ein junger Minister und er hat viele Fehler gemacht. Vielleicht hatte er keine 90 Prozent, vielleicht nur 75%, vielleicht war er nur Mittelmaß, aber besonders hübsch gegeltes Mittelmaß! ;-) Auf Grund seines „Kanzler-Statuses“ (den er übrigens heftig von sich gewiesen hat und fast ein wenig verärgert darüber war) hat man alle seine Wörter plötzlich auf die Goldwaage gelegt.

Und wem ist das letztendlich aufgefallen mit der Doktorarbeit? Gab es hier vielleicht nicht auch persönliche Motive? Darüber stand in den Medien fast nichts. Irgendwer hat heimlich den Schneeball losgetreten und dann rollte eine Lawine auf Guttenberg zu.

Ich möchte einfach nicht so unkritisch sein und mich ungeprüft in einen „du bist Schuld!“- Mob stürzen. Ich will einfach beide Seiten sehen und mich auf mein eigenes Gefühl verlassen. Tut mir leid, dass ich da so kompliziert bin, aber es ist irgendwie auch meine Grundlage zum Schreiben.


Viele Grüße an euch und danke für die Meinungen
Julia</description>
		<content:encoded><![CDATA[<div class="comment-toolbar" style="text-align: right"><input type="button" value="Reply" onclick="CF_Reply('13819','J.A.');" /><input type="button" value="Quote" onclick="CF_Quote('13819','J.A.');" /></div><span id="co_13819"><p>@Yva und Violine:<br />
nochmal danke, dass ihr so aufmerksame Leserinnen seid und gute Argumente für den Guttenberg-Rücktritt gesammelt habt. Wie schon gesagt, teile ich diese Gedanken und daher kann ich auch nicht dagegen argumentieren. </p>
<p>Mit meiner Einstellung bewege ich mich leider in eine schizophrene Diskussions-Position: Vom Kopf her denke ich, dass der Rücktritt richtig ist und vom Gefühl auch. Dennoch versuche ich, wie eingangs beschrieben, auch den Mensch und das „Mitgefühl“ zu sehen.</p>
<p>Zumindest ist es das, womit ich mit dem Artikel hinweisen möchte. Ich denke einfach, dass man mit jedem Menschen Mitleid empfinden kann, egal was er macht.. und das interessante dabei ist, dass hierbei die Sachargumente eigentlich keine Rolle mehr spielen. Entweder man „verzeiht“ einen Fehler, oder nicht. Wenn man wirklich innerlich und überzeugt „verzeihen“ kann, kann man einem Mörder, einem Kinderschänder oder einem Vergewaltiger gegenüber stehen und sagen: Ich verzeihe dir. </p>
<p>Ich finde das eine ganz erstaunlich religiöse Haltung, über die ich gerne nachdenke. Insofern passte mein Blog-Beitrag nicht so richtig in die laufende Guttenberg-Zu-Rücktritt Debatte. Es ist ein wenig „off-topic“.</p>
<p>Mir war es aber beim Fernsehen-Gucken aufgefallen. Die ganze Zeit teilte ich die Argumente und als er plötzlich vor die Kamera trat und seine Rücktrittsansprache hielt, änderte sich plötzlich meine Einstellung. Ich dachte mir „soweit haben sie ihn gebracht“.. ein kurzes Gefühl des Mitleids flackerte auf. Darüber habe ich dann geschrieben. Es sieht aus wie eine sachliche Diskussion, aber es ist vom Mitleid und meiner echten (!) empfundenen Traurigkeit über diesen Rücktritt getragen.</p>
<p>Ich kann darüber eigentlich auch nicht diskutieren. Entweder mir tut ein Mensch leid und ich bin über das System erzürnt und traurig, in das er geraten ist&#8230;. oder ich beziehe alle seine Fehler isoliert auf diesen einzigen Menschen und sehe das Umfeld überhaupt nicht.</p>
<p>Die Doktorarbeit: Who cares? Sind Titel wirklich so wichtig? Plötzlich reiten alle darauf herum und geben sich so furchtbar wissenschaftlich, dabei haben Sachargumente und gute Wissenschaftlichkeit schon seit Jahrzehnten keine Platz mehr in der Politik. Und dass die Jura eine Wissenschaft der Mächtigen, Rechtsverdreher und Diskutierer ist, dürfte auch jedem bekannt sein. Da geht ja kein Soziologe oder Psychologe in die Politik und setzt sich für die sozial schwachen ein. Diese Menschen sind viel zu weich und werden in der Politik keinen Boden finden. Politik ist Macht, Boulevard und wird von Worten und Meinungen dominiert. Der Fall Guttenberg hat das im negativen Beispiel sehr gut gezeigt.</p>
<p>Was ist z.B. mit der Presse, die ihn so derartig überhöht und hochgelobt hat? Hat sie denn nicht auch eine Mitschuld? Durch das gläserne Podest wurde er doch erst anfällig für Kritik. Je größer seine Popularität wurde, desto stärker auch die Stimmen gegen ihn und die Neider. Er war ein junger Minister und er hat viele Fehler gemacht. Vielleicht hatte er keine 90 Prozent, vielleicht nur 75%, vielleicht war er nur Mittelmaß, aber besonders hübsch gegeltes Mittelmaß! <img src='http://www.ja-blog.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Auf Grund seines „Kanzler-Statuses“ (den er übrigens heftig von sich gewiesen hat und fast ein wenig verärgert darüber war) hat man alle seine Wörter plötzlich auf die Goldwaage gelegt.</p>
<p>Und wem ist das letztendlich aufgefallen mit der Doktorarbeit? Gab es hier vielleicht nicht auch persönliche Motive? Darüber stand in den Medien fast nichts. Irgendwer hat heimlich den Schneeball losgetreten und dann rollte eine Lawine auf Guttenberg zu.</p>
<p>Ich möchte einfach nicht so unkritisch sein und mich ungeprüft in einen „du bist Schuld!“- Mob stürzen. Ich will einfach beide Seiten sehen und mich auf mein eigenes Gefühl verlassen. Tut mir leid, dass ich da so kompliziert bin, aber es ist irgendwie auch meine Grundlage zum Schreiben.</p>
<p>Viele Grüße an euch und danke für die Meinungen<br />
Julia</p>
</span>]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Violine</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2011/03/der-fall-eines-prinzen/comment-page-1/#comment-13800</link>
		<dc:creator>Violine</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Mar 2011 17:55:49 +0000</pubDate>
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		<description>Ja, ich habe den zu Guttenberg gemeint. Du hast mich doch um das Zitat gebeten. (Nach meinem ersten Kommentar.)
Nun, das Zitat stammt von Gustave Flaubert, es geht um das Schriftstellern. Ich finde, es passt auch sonst aufs Leben.
Mein Vater, zum Beispiel, der sich anderen immer als vorbildlicher, liebender Vater präsentiert. Anscheinend wirkt es sehr glaubhaft, es wird ihm mir nichts, dir nichts abgenommen. Tja, was mein Vater da präsentiert, ist leider ein Phantasieprodukt, das mit der Realität nichts zu tun hat. Ausser dem Wunsch, zu beeindrucken.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<div class="comment-toolbar" style="text-align: right"><input type="button" value="Reply" onclick="CF_Reply('13800','Violine');" /><input type="button" value="Quote" onclick="CF_Quote('13800','Violine');" /></div><span id="co_13800"><p>Ja, ich habe den zu Guttenberg gemeint. Du hast mich doch um das Zitat gebeten. (Nach meinem ersten Kommentar.)<br />
Nun, das Zitat stammt von Gustave Flaubert, es geht um das Schriftstellern. Ich finde, es passt auch sonst aufs Leben.<br />
Mein Vater, zum Beispiel, der sich anderen immer als vorbildlicher, liebender Vater präsentiert. Anscheinend wirkt es sehr glaubhaft, es wird ihm mir nichts, dir nichts abgenommen. Tja, was mein Vater da präsentiert, ist leider ein Phantasieprodukt, das mit der Realität nichts zu tun hat. Ausser dem Wunsch, zu beeindrucken.</p>
</span>]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Yva</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2011/03/der-fall-eines-prinzen/comment-page-1/#comment-13793</link>
		<dc:creator>Yva</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Mar 2011 10:50:33 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo Julia!

Ja, die Politik wird vom Boulevard (mit)beeinflußt, da gebe ich Dir uneingeschränkt recht. Das ist schlimm genug, und deshalb sollte besonders an den Stellen, an denen dieser Einfluß überhand nimmt, ein Riegel vorgeschoben werden. Dies ist im Fall Gutenberg geschehen, denn gerade hier wurde nicht nur glorifiziert sondern auch massiv versucht, mit gefärbter und teilweise unzutreffender Berichterstattung Einfluß auf die öffentliche Meinung zu nehmen.

Daß Guttenberg &quot;seinen Job zu 90 Prozent gut gemacht hat&quot;, ist in erster Linie eine Aussage der Boulevardpresse (allen voran Springer), die erschreckend unkritisch von den Menschen aufgenommen wurde. Wer sich im letzten Jahr durch die Kommentare der seriöseren Presse gearbeitet und auch Politik-Runden bei Phönix und 3sat verfolgt hat, dem zeigte sich ein ganz anderes Bild. Guttenbergs Verhalten in der Kundus- und in der Gorch-Fock-Affäre war schlicht unprofessionell (er hat noch nicht einmal aus seinen Fehlern im ersten Fall gelernt, um sie zumindest im zweiten zu vermeiden), und seine Vorbereitungen der großen Bundeswehrreform werden von vielen Experten kritisch und vor allem unausgereift gesehen (viele Fragen sind nach wie vor völlig ungeklärt). Was an seiner Arbeit jetzt besonders herausragend gewesen sein soll, erschließt sich mir nicht. Bestenfalls hat er es genau so gut oder so schlecht gemacht wie die meisten seiner Ministerkollegen.

Und die gefälschte Dissertation, über die Guttenberg letztendlich gestürzt ist, darf man nicht klein reden. Violine hat das oben schon sehr treffend beschrieben: Diese Verfehlung offenbart über den strafrechtlichen Aspekt hinaus sowohl eine erschreckende Skrupellosigkeit, mit der er die Wissenschaft mißbraucht hat, um seine eigene Person durch einen Doktortitel aufzuwerten, als auch einen ordentlichen Verlust an Bodenhaftung, als er bis zum Schluß versucht hat, mit dieser Nummer durchzukommen.

Aber das Boulevard stört das alles nicht. Es ruft jetzt schon nach seiner Rückkehr in die Politik und versucht, das Land zu spalten, in dem es gnadenlos auf alle Kritiker eindrescht und selbstverständlich keines der berechtigten Argumente gelten läßt. Und dieses Trommelfeuer an Meinungsmache hat nach wie vor enormen Erfolg.

Bei der Frage, wer wen beeinflußt, stehen übrigens meiner Meinung nach Politik und Volk an unterster Stelle. Beide Gruppen werden von der Presse sowie starken Interessengruppen der Wirtschaft vor sich her getrieben, und sie müssen aufpassen, daß sie dabei nicht gegeneinander ausgespielt und aufgerieben werden.

Entschuldige bitte meine kompromißlose Art in diesem Thema; ich möchte damit auch keinen verbissenen Ton in Dein Blog hineintragen. Aber gerade in der Causa Guttenberg empfinde ich die Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Realität als dermaßen groß und ungewöhnlich, daß ich meine Verwirrung darüber nur schwer mit sanften Worten zum Ausdruck bringen kann.

Liebe Grüße,
Yva</description>
		<content:encoded><![CDATA[<div class="comment-toolbar" style="text-align: right"><input type="button" value="Reply" onclick="CF_Reply('13793','Yva');" /><input type="button" value="Quote" onclick="CF_Quote('13793','Yva');" /></div><span id="co_13793"><p>Hallo Julia!</p>
<p>Ja, die Politik wird vom Boulevard (mit)beeinflußt, da gebe ich Dir uneingeschränkt recht. Das ist schlimm genug, und deshalb sollte besonders an den Stellen, an denen dieser Einfluß überhand nimmt, ein Riegel vorgeschoben werden. Dies ist im Fall Gutenberg geschehen, denn gerade hier wurde nicht nur glorifiziert sondern auch massiv versucht, mit gefärbter und teilweise unzutreffender Berichterstattung Einfluß auf die öffentliche Meinung zu nehmen.</p>
<p>Daß Guttenberg &#8220;seinen Job zu 90 Prozent gut gemacht hat&#8221;, ist in erster Linie eine Aussage der Boulevardpresse (allen voran Springer), die erschreckend unkritisch von den Menschen aufgenommen wurde. Wer sich im letzten Jahr durch die Kommentare der seriöseren Presse gearbeitet und auch Politik-Runden bei Phönix und 3sat verfolgt hat, dem zeigte sich ein ganz anderes Bild. Guttenbergs Verhalten in der Kundus- und in der Gorch-Fock-Affäre war schlicht unprofessionell (er hat noch nicht einmal aus seinen Fehlern im ersten Fall gelernt, um sie zumindest im zweiten zu vermeiden), und seine Vorbereitungen der großen Bundeswehrreform werden von vielen Experten kritisch und vor allem unausgereift gesehen (viele Fragen sind nach wie vor völlig ungeklärt). Was an seiner Arbeit jetzt besonders herausragend gewesen sein soll, erschließt sich mir nicht. Bestenfalls hat er es genau so gut oder so schlecht gemacht wie die meisten seiner Ministerkollegen.</p>
<p>Und die gefälschte Dissertation, über die Guttenberg letztendlich gestürzt ist, darf man nicht klein reden. Violine hat das oben schon sehr treffend beschrieben: Diese Verfehlung offenbart über den strafrechtlichen Aspekt hinaus sowohl eine erschreckende Skrupellosigkeit, mit der er die Wissenschaft mißbraucht hat, um seine eigene Person durch einen Doktortitel aufzuwerten, als auch einen ordentlichen Verlust an Bodenhaftung, als er bis zum Schluß versucht hat, mit dieser Nummer durchzukommen.</p>
<p>Aber das Boulevard stört das alles nicht. Es ruft jetzt schon nach seiner Rückkehr in die Politik und versucht, das Land zu spalten, in dem es gnadenlos auf alle Kritiker eindrescht und selbstverständlich keines der berechtigten Argumente gelten läßt. Und dieses Trommelfeuer an Meinungsmache hat nach wie vor enormen Erfolg.</p>
<p>Bei der Frage, wer wen beeinflußt, stehen übrigens meiner Meinung nach Politik und Volk an unterster Stelle. Beide Gruppen werden von der Presse sowie starken Interessengruppen der Wirtschaft vor sich her getrieben, und sie müssen aufpassen, daß sie dabei nicht gegeneinander ausgespielt und aufgerieben werden.</p>
<p>Entschuldige bitte meine kompromißlose Art in diesem Thema; ich möchte damit auch keinen verbissenen Ton in Dein Blog hineintragen. Aber gerade in der Causa Guttenberg empfinde ich die Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Realität als dermaßen groß und ungewöhnlich, daß ich meine Verwirrung darüber nur schwer mit sanften Worten zum Ausdruck bringen kann.</p>
<p>Liebe Grüße,<br />
Yva</p>
</span>]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: J.A.</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2011/03/der-fall-eines-prinzen/comment-page-1/#comment-13789</link>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Mar 2011 08:21:41 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.ja-blog.de/?p=3154#comment-13789</guid>
		<description>@Violine,

das Zitat teile ich nicht ganz in seiner Aussage. Es wirkt auf mich auch widersprüchlich. Natürlich muss man eine Sache fühlen, um sie glaubhaft vermitteln zu können. Im Idealfall sind Gefühl und Ausdruck eins, das würde ich als einen gesunden „normalen“ Menschen bezeichnen. Jedes Mal wenn es da eine Spaltung gibt, zwischen dem was man fühlt und dem was man sagt, entsteht ein Fehler oder eine leichte Verschiebung, die dann auffällig ist. 

Ich weiß nicht, auf wen oder was du das Zitat beziehst, da es so leer im Raum steht, aber ich vermute, hauptsächlich auf Guttenberg?
Dann kann ich dazu nicht viel sagen, da er auf mich schon glaubwürdig gewirkt hat, aber ich kann auch nicht in seinen Kopf schauen. Und wie ein Mensch sich auf einer großen Bühne repräsentiert und wie er wirklich ist, da entstehen schon auf Grund der Natur der Sache große Diskrepanzen.

Das ist zumindest auch etwas, für das ich Mitleid empfinden könnte: Der Zwang, sich verstellen zu müssen, um andere überzeugen zu können. Dass die Normalität oft nicht mehr ausreicht oder nicht schillernd genug ist. Auf der anderen Seite ist das „sich verstellen“ so sehr in die menschliche Natur übergegangen, dass es schon fast an der Tagesordnung ist und man es überall findet, im Guten wie im Schlechten..


@Yva:

Doch ich glaube, dass es genau so ist: Die Politik wird vom Boulevard beeinflusst, und die Äußerlichkeit spielt dabei eine große Rolle, auch wenn wir vom Verstand vielleicht sagen, dass es anders sein „sollte“. Ich finde das auch traurig und eine seltsame Entwicklung. Genauso wie die Guttenberg-Gegner denke ich, dass die einzig mögliche Entscheidung der Rücktritt war. 

Für mich bleibt aber die Frage: Wer beeinflusst wen? Die Politiker das Volk oder das Volk die Politiker? Wie ist die Wechselwirkung zwischen beiden Systemen? Ich fand es z.B. interessant, dass es erst gar nicht so einfach war, einen passenden Verteidigungsminister-Nachfolger zu finden und ein paar aus „privaten Gründen“ abgelehnt haben. Der Stuhl ist einfach zu heiß und die betroffenen Menschen wissen das.

Politik ist auch deswegen so schwierig, weil die Menschen Politiker so hassen und ihnen so sehr misstrauen. Das eine verstärkt das andere. Wir sehen immer nur die Negativbeispiele, aber dabei wird vergessen, dass es auch sehr viele gute Politiker gibt, die ihren Job sehr gut machen. Und bei Guttenberg denke ich, dass er seinen Job zu 90 Prozent gut gemacht hat. Aber niemand spricht mehr darüber. Alle sehen nur noch diese 5 Prozent an ihm, die verfehlte Doktorarbeit; sie ist im Blickfeld verzerrt und das andere wird unwichtig. Das wäre der einzige Kritikpunkt, den ich daran sehe und mir ist es einfach wichtig, beide Sichtweisen zu verstehen.

@Menachem: Sachlichkeit ist immer gut. Die hätte ich auch gerne wieder in der Politik. 

Ich wünsche Dir eine schöne Zeit zurück und danke für die Kommentare!

mfg, Julia</description>
		<content:encoded><![CDATA[<div class="comment-toolbar" style="text-align: right"><input type="button" value="Reply" onclick="CF_Reply('13789','J.A.');" /><input type="button" value="Quote" onclick="CF_Quote('13789','J.A.');" /></div><span id="co_13789"><p>@Violine,</p>
<p>das Zitat teile ich nicht ganz in seiner Aussage. Es wirkt auf mich auch widersprüchlich. Natürlich muss man eine Sache fühlen, um sie glaubhaft vermitteln zu können. Im Idealfall sind Gefühl und Ausdruck eins, das würde ich als einen gesunden „normalen“ Menschen bezeichnen. Jedes Mal wenn es da eine Spaltung gibt, zwischen dem was man fühlt und dem was man sagt, entsteht ein Fehler oder eine leichte Verschiebung, die dann auffällig ist. </p>
<p>Ich weiß nicht, auf wen oder was du das Zitat beziehst, da es so leer im Raum steht, aber ich vermute, hauptsächlich auf Guttenberg?<br />
Dann kann ich dazu nicht viel sagen, da er auf mich schon glaubwürdig gewirkt hat, aber ich kann auch nicht in seinen Kopf schauen. Und wie ein Mensch sich auf einer großen Bühne repräsentiert und wie er wirklich ist, da entstehen schon auf Grund der Natur der Sache große Diskrepanzen.</p>
<p>Das ist zumindest auch etwas, für das ich Mitleid empfinden könnte: Der Zwang, sich verstellen zu müssen, um andere überzeugen zu können. Dass die Normalität oft nicht mehr ausreicht oder nicht schillernd genug ist. Auf der anderen Seite ist das „sich verstellen“ so sehr in die menschliche Natur übergegangen, dass es schon fast an der Tagesordnung ist und man es überall findet, im Guten wie im Schlechten..</p>
<p>@Yva:</p>
<p>Doch ich glaube, dass es genau so ist: Die Politik wird vom Boulevard beeinflusst, und die Äußerlichkeit spielt dabei eine große Rolle, auch wenn wir vom Verstand vielleicht sagen, dass es anders sein „sollte“. Ich finde das auch traurig und eine seltsame Entwicklung. Genauso wie die Guttenberg-Gegner denke ich, dass die einzig mögliche Entscheidung der Rücktritt war. </p>
<p>Für mich bleibt aber die Frage: Wer beeinflusst wen? Die Politiker das Volk oder das Volk die Politiker? Wie ist die Wechselwirkung zwischen beiden Systemen? Ich fand es z.B. interessant, dass es erst gar nicht so einfach war, einen passenden Verteidigungsminister-Nachfolger zu finden und ein paar aus „privaten Gründen“ abgelehnt haben. Der Stuhl ist einfach zu heiß und die betroffenen Menschen wissen das.</p>
<p>Politik ist auch deswegen so schwierig, weil die Menschen Politiker so hassen und ihnen so sehr misstrauen. Das eine verstärkt das andere. Wir sehen immer nur die Negativbeispiele, aber dabei wird vergessen, dass es auch sehr viele gute Politiker gibt, die ihren Job sehr gut machen. Und bei Guttenberg denke ich, dass er seinen Job zu 90 Prozent gut gemacht hat. Aber niemand spricht mehr darüber. Alle sehen nur noch diese 5 Prozent an ihm, die verfehlte Doktorarbeit; sie ist im Blickfeld verzerrt und das andere wird unwichtig. Das wäre der einzige Kritikpunkt, den ich daran sehe und mir ist es einfach wichtig, beide Sichtweisen zu verstehen.</p>
<p>@Menachem: Sachlichkeit ist immer gut. Die hätte ich auch gerne wieder in der Politik. </p>
<p>Ich wünsche Dir eine schöne Zeit zurück und danke für die Kommentare!</p>
<p>mfg, Julia</p>
</span>]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Violine</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2011/03/der-fall-eines-prinzen/comment-page-1/#comment-13736</link>
		<dc:creator>Violine</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Mar 2011 13:23:53 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.ja-blog.de/?p=3154#comment-13736</guid>
		<description>Julia, ich glaube, mein Kommentar ist in der Moderation gelandet.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<div class="comment-toolbar" style="text-align: right"><input type="button" value="Reply" onclick="CF_Reply('13736','Violine');" /><input type="button" value="Quote" onclick="CF_Quote('13736','Violine');" /></div><span id="co_13736"><p>Julia, ich glaube, mein Kommentar ist in der Moderation gelandet.</p>
</span>]]></content:encoded>
	</item>
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		<title>Von: Yva</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2011/03/der-fall-eines-prinzen/comment-page-1/#comment-13683</link>
		<dc:creator>Yva</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Mar 2011 20:34:31 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.ja-blog.de/?p=3154#comment-13683</guid>
		<description>Hallo Julia!

Diesmal muß ich Dir leider ganz heftig widersprechen. Den Freiherrn von Guttenberg habe ich von seinen ersten Tagen in der Bundesregierung an als selbstverliebten und eher arroganten Menschen wahrgenommen, der dann auch recht schnell durch unüberlegte Äußerungen sowie durch eine beängstigende Nähe zur Boulevardpresse unangenehm aufgefallen ist. Sollte er tatsächlich - wie Du es formulierst - ein Vertreter einer neuen Klasse von Politikern sein, so wird mir angst und bange.
Die genannten Eigenschaften sind keine, mit denen man in der Politik Vertrauen schaffen kann oder mit denen ein verläßliches, unaufgeregtes und sachorientiertes Regieren möglich wäre. Guttenberg mag gewisse Talente zur Selbstdarstellung haben, und er ist sicher aufgrund seines Aussehens und seiner adeligen Herkunft eine interessante Persönlichkeit, weswegen die Yellow Press ihm auch so viel Aufmerksamkeit geschenkt hat. Aber es kann doch nicht im allgemeinen Interesse sein, daß unsere Politik derart stark und unreflektiert vom Boulevard mitbeeinflußt wird.

Guttenbergs Fall, der letztendlich nur deshalb so hart und so tief ausgefallen ist, weil er selbst seinen vorangegangenen Höhenflug mitbefeuert hat, mag eine menschlich tragische Komponente enthalten, da gebe ich Dir recht. Ich würde ihre Ursachen aber nicht im Neid der anderen oder in einem aus der sogenannten Netzgemeinde stammenden Mob suchen, sondern in der Selbstüberschätzung, der Realitätsferne und der mangelnden Erfahrung (bzw. schlechten Beratung) im Umgang mit den Medien des Freiherrn selbst. Er ist sicherlich kein Opfer von dritten und meiner Meinung auch nicht besonders gut dazu geeignet, daß man eine Dolchstoßlegende um seinen (notwendigen!) Rücktritt herum strickt.

Viele Grüße,
Yva</description>
		<content:encoded><![CDATA[<div class="comment-toolbar" style="text-align: right"><input type="button" value="Reply" onclick="CF_Reply('13683','Yva');" /><input type="button" value="Quote" onclick="CF_Quote('13683','Yva');" /></div><span id="co_13683"><p>Hallo Julia!</p>
<p>Diesmal muß ich Dir leider ganz heftig widersprechen. Den Freiherrn von Guttenberg habe ich von seinen ersten Tagen in der Bundesregierung an als selbstverliebten und eher arroganten Menschen wahrgenommen, der dann auch recht schnell durch unüberlegte Äußerungen sowie durch eine beängstigende Nähe zur Boulevardpresse unangenehm aufgefallen ist. Sollte er tatsächlich &#8211; wie Du es formulierst &#8211; ein Vertreter einer neuen Klasse von Politikern sein, so wird mir angst und bange.<br />
Die genannten Eigenschaften sind keine, mit denen man in der Politik Vertrauen schaffen kann oder mit denen ein verläßliches, unaufgeregtes und sachorientiertes Regieren möglich wäre. Guttenberg mag gewisse Talente zur Selbstdarstellung haben, und er ist sicher aufgrund seines Aussehens und seiner adeligen Herkunft eine interessante Persönlichkeit, weswegen die Yellow Press ihm auch so viel Aufmerksamkeit geschenkt hat. Aber es kann doch nicht im allgemeinen Interesse sein, daß unsere Politik derart stark und unreflektiert vom Boulevard mitbeeinflußt wird.</p>
<p>Guttenbergs Fall, der letztendlich nur deshalb so hart und so tief ausgefallen ist, weil er selbst seinen vorangegangenen Höhenflug mitbefeuert hat, mag eine menschlich tragische Komponente enthalten, da gebe ich Dir recht. Ich würde ihre Ursachen aber nicht im Neid der anderen oder in einem aus der sogenannten Netzgemeinde stammenden Mob suchen, sondern in der Selbstüberschätzung, der Realitätsferne und der mangelnden Erfahrung (bzw. schlechten Beratung) im Umgang mit den Medien des Freiherrn selbst. Er ist sicherlich kein Opfer von dritten und meiner Meinung auch nicht besonders gut dazu geeignet, daß man eine Dolchstoßlegende um seinen (notwendigen!) Rücktritt herum strickt.</p>
<p>Viele Grüße,<br />
Yva</p>
</span>]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Violine</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2011/03/der-fall-eines-prinzen/comment-page-1/#comment-13671</link>
		<dc:creator>Violine</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Mar 2011 11:29:15 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.ja-blog.de/?p=3154#comment-13671</guid>
		<description>Hallo Julia,

ich habe die Textstelle jetzt schneller gefunden, als ich dachte. Es ist im Buch von Fritz Gesing &quot;kreativ schreiben&quot;, erschienen bei DuMont, zweite, aktualisierte Auflage 2005, S.14. Der Autor zitiert hier seinerseits Gustave Flaubert (weiss aber nicht, wo er das nun wiederum her hat): &quot;Nicht die Leidenschaft macht die Verse. Je persönlicher sie sind, desto schwächer. Je weniger man eine Sache fühlt, um so fähiger wird man, sie so auszudrücken, wie sie wirklich ist, aber man muss die Gabe besitzen, sie sich fühlbar zu machen.&quot;

Zu seinem Rücktritt: Unbedingt notwendig. Wer derart skrupellos und noch dazu gewieft fälscht - so einfach ist es ja nicht, für eine Dissertation summa cum laude zu bekommen - der ist sehr gefährlich und nicht haltbar auf einem verantwortungsvollen Posten. Er scheint noch dazu jede Bodenhaftung verloren zu haben (sein Rücktrittsauftritt soll ziemlich widerwärtig gewesen sein (siehe http://textundblog.de/?p=3987 )), aber ich sehe das auch daran, in welchem Umfang er gefälscht hat. 60%!!! Wenn man bedenkt, dass im wissenschaftlichen Betrieb Dissertationen weiter benutzt werden und mit ihnen weitergearbeitet wird - mit einer Summa-cum-laude-Arbeit sowieso - dann war die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass er ertappt wird. Was hat er sich eingebildet?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<div class="comment-toolbar" style="text-align: right"><input type="button" value="Reply" onclick="CF_Reply('13671','Violine');" /><input type="button" value="Quote" onclick="CF_Quote('13671','Violine');" /></div><span id="co_13671"><p>Hallo Julia,</p>
<p>ich habe die Textstelle jetzt schneller gefunden, als ich dachte. Es ist im Buch von Fritz Gesing &#8220;kreativ schreiben&#8221;, erschienen bei DuMont, zweite, aktualisierte Auflage 2005, S.14. Der Autor zitiert hier seinerseits Gustave Flaubert (weiss aber nicht, wo er das nun wiederum her hat): &#8220;Nicht die Leidenschaft macht die Verse. Je persönlicher sie sind, desto schwächer. Je weniger man eine Sache fühlt, um so fähiger wird man, sie so auszudrücken, wie sie wirklich ist, aber man muss die Gabe besitzen, sie sich fühlbar zu machen.&#8221;</p>
<p>Zu seinem Rücktritt: Unbedingt notwendig. Wer derart skrupellos und noch dazu gewieft fälscht &#8211; so einfach ist es ja nicht, für eine Dissertation summa cum laude zu bekommen &#8211; der ist sehr gefährlich und nicht haltbar auf einem verantwortungsvollen Posten. Er scheint noch dazu jede Bodenhaftung verloren zu haben (sein Rücktrittsauftritt soll ziemlich widerwärtig gewesen sein (siehe <a href="http://textundblog.de/?p=3987" rel="nofollow">http://textundblog.de/?p=3987</a> )), aber ich sehe das auch daran, in welchem Umfang er gefälscht hat. 60%!!! Wenn man bedenkt, dass im wissenschaftlichen Betrieb Dissertationen weiter benutzt werden und mit ihnen weitergearbeitet wird &#8211; mit einer Summa-cum-laude-Arbeit sowieso &#8211; dann war die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass er ertappt wird. Was hat er sich eingebildet?</p>
</span>]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Menachem</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2011/03/der-fall-eines-prinzen/comment-page-1/#comment-13654</link>
		<dc:creator>Menachem</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Mar 2011 21:44:04 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.ja-blog.de/?p=3154#comment-13654</guid>
		<description>@Julia, ich weiß im Moment gar nicht, ob ich ein Adeliger sein wollte? :) Aber nein, ich bin es nicht, ich bin nur ein kleiner Gauner und Schummeler, so wie Hr. Guttenberg, und damit gehöre ich ja auch schon wieder in die besseren Kreise, wie man so zu sagen pflegt :)

In der neuen Ausgabe der ZEIT, die morgen erscheint, heißt es, das sich Deutschland in der Guttenberg Affäre spaltet. Das ist gut so. Ich hoffe nur, das wir im Ansatz erfahren werden, was uns das Ganze lehren sollte und das es wieder eine Ebene der Sachlichkeit findet, die leider im Moment auch mir noch nicht ganz gegeben ist. Zumindest meine ich, das wären wir Hr. Guttenberg schuldig. 

Das NICHT-Schreiben empfinde auch ich manchmal als sehr schöne Phase. Nicht tun zu müssen, was man nicht tun will. Ich wünsche dir eine schöne Zeit und werde mich freuen, ab und zu von dir zu lesen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<div class="comment-toolbar" style="text-align: right"><input type="button" value="Reply" onclick="CF_Reply('13654','Menachem');" /><input type="button" value="Quote" onclick="CF_Quote('13654','Menachem');" /></div><span id="co_13654"><p>@Julia, ich weiß im Moment gar nicht, ob ich ein Adeliger sein wollte? <img src='http://www.ja-blog.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  Aber nein, ich bin es nicht, ich bin nur ein kleiner Gauner und Schummeler, so wie Hr. Guttenberg, und damit gehöre ich ja auch schon wieder in die besseren Kreise, wie man so zu sagen pflegt <img src='http://www.ja-blog.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>In der neuen Ausgabe der ZEIT, die morgen erscheint, heißt es, das sich Deutschland in der Guttenberg Affäre spaltet. Das ist gut so. Ich hoffe nur, das wir im Ansatz erfahren werden, was uns das Ganze lehren sollte und das es wieder eine Ebene der Sachlichkeit findet, die leider im Moment auch mir noch nicht ganz gegeben ist. Zumindest meine ich, das wären wir Hr. Guttenberg schuldig. </p>
<p>Das NICHT-Schreiben empfinde auch ich manchmal als sehr schöne Phase. Nicht tun zu müssen, was man nicht tun will. Ich wünsche dir eine schöne Zeit und werde mich freuen, ab und zu von dir zu lesen.</p>
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