Archiv: Februar 2011
Blogpause und ein neuer Buchtipp
Buch-Rezension aktualisiert und erweitert am 1.3.2011
Zur Zeit tut sich bei mir im „reallife“ recht viel, so dass ich für das Blog nicht soviel Zeit finde. Ich möchte die werten Leserinnen und Leser nur darauf hinweisen, falls sich jemand wundert, dass im Moment keine neue Texte geschrieben werden. Aus meiner ambitionierten Ganztags-Berufung ist eine „zweimal im Monat“ Halbtags-Bloggerin geworden. Und da sich hier zu Hause die Wäsche stapelt und der nächste Einkauf auch schon wieder vor der Tür steht und doch dieses und jene Telefonat zu führen ist, kann ich im Moment nicht sagen, wenn ich endlich mal wieder Zeit fürs Bloggen finde!!!
Aber es ist gut, es verleiht einem selbst auch so einen exklusiven Geschmack auf der Zunge. Wenn die Texte seltener geschrieben werden, überlegt man sich auch noch genauer was man schreibt und es fällt auch mehr an. Man kann dann schreiben wie ein Wasserfall. Und das ist letztendlich auch nichts schlechtes, oder?
Auch wenn meine Blog-Abstinenz derzeit von Zeitmangel diktiert und gebremst wird, so spielen doch auch die Überlegungen über die Motivation, das Wofür und Warum im gedanklichen Hinterzimmer immer wieder eine Rolle. Für mich ist Bloggen, Schreiben und Kommunizieren ein Raum voller Luft und Unverbindlichkeit. Vielleicht einer der letzten Räume (und wenn sie nur virtuell sind) in denen man wirklich frei ist. In denen man sagen kann, was man möchte. Ein Raum, in dem die Gefühle einen Platz haben und die freien Erkenntnisse, die nicht unbedingt gleich wieder durch Kritik oder Neid zerstört werden können. Ich schaffe, also bin ich. Und es braucht Kraft, so einen Gedanken zu erschaffen. Wenn er dann seinen Platz auf Papier gefunden hat, ist er endlich da und eine kleine Genugtung macht sich breit.
Doch genug der persönlichen Nabelschau, zurück zu meinen Kernthemen, der kritischen Medienschau:
Gestern kam z.B. ein Bericht über die Einschränkung der freien Forschung in der Wissenschaft und wie sehr dort die geistigen Erkenntnisse von Markt-und Profitinteressen gelenkt werden.1 Teilweise ist es den Wissenschaftlern sogar unmöglich, einer Frage nachzugehen, die sie für interessant halten, wenn sie dem Geist des Unternehmens widersprechen. Bei der Frage ging es um die langfristigen Auswirkungen der genveränderten Nahrung auf den Menschen. Obwohl dort offensichtlich erkannt wurde, dass es eine starke bis ungünstige Wechselwirkung gibt, wurde der Forscher von seiner Arbeit suspendiert und bekam das Verbot, über seine gewonnenen Erkenntnisse zu sprechen.
Anmerkungen:
- Sendung hieß “Titel Thesen Temperamente“, und der besprochene Film “Gekaufte Wahrheit” [↩]
Chance oder Rückschritt?
Ein Blick in die Medien
Ich denke noch ein wenig über die Guttenberg-Sache und verfolge weiterhin gespannt die Meldungen aus den Medien. Dabei fällt mir zuerst auf, wie sehr ich mir doch an dieser Stelle Quellen wünsche, die etwas in die Tiefe gehen und auch kritische Töne zulassen. Denn die sind auffällig schnell verschwunden. Zwar hat sich fast jede „größere“ Nachrichten-Seite getraut, auch negatives über Guttenberg zu schreiben (z.B. hier oder hier ) und das Verhalten in irgendeinerweise anzuprangern. Aber im Moment sieht der Trend schon wieder rückläufig aus und wenn wir alle Pech haben, dann kommt der Minister mit einem blauen Auge davon und „die da oben“ machen so weiter wie bisher. Das wäre sicherlich der „worst case“, also der schlimmste anzunehmende Fall.
So lese ich z.B. plötzlich auf der „Welt“, dass die Mehrheit der Deutschen gegen den Rücktritt Guttenbergs ist, der Artikel bezieht sich dabei auf eine Focus-Umfrage. Nun ja, wir wissen, dass jede Umfrage den Menschen nützt, die sie in Auftrag geben (oder war das mit den Studien?), aber ein wenig seltsam finde ich es schon.
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Vorzeitig ablaufendes Haltbarkeitsdatum
„SOS- Dr. Guttenberg unter Druck“ heftig funkt der mediale Buschfunk aus allen Rohren, man kann es kaum übersehen, kaum überhören. Der (einstige?) Vorzeigeminister mit dem eintätowierten Dauerlächeln und der doppelt haltbaren Glaubwürdigkeits-Piercing galt stets als der Überflieger der Politik. Mit Überschall-Geschwindigkeit trieb er die Reformen der Bundeswehr voran und mit einem weiteren Dauerlächeln und einer aalglatten James-Bond Frisur gleich in die Herzen der einfachen Bürger. So vertrauenserweckend, so jung und anders. Ganz bestimmt: Wenn nicht er, wer sonst vertritt den sympathischen Politiker der Zukunft? Der für die Menschen spricht? Der ihre Belange ernst nimmt? Der das ungeliebte „Die da oben“- Image der herrschenden Klasse endlich mal revidieren kann?
Doch schon bald wurde es dunkel am Horizont der schnellen Entschlüsse. Schwere Wolken zogen über das Meer und dazu kamen Nebelbänke aus falschen Anschuldigungen und unfairen, verbalen Unter-die-Gürtel-Schlägen. Hinterhältige Piratenangriffe auf das Leuchtfeuer der deutschen Marine, die Gorch Fock zum Beispiel. Da hatten die Kritiker-Haie schon ihr erstes Blut geschmeckt. Es muss doch eine Lücke im Vorzeige-Staubsauger-Vertreter-Image zu finden sein. Garantiert! Wieviele amerikanische Filme über Verschwörungstheorien müssen wir gesehen haben, um das nicht zu erkennen?
Aber noch halten sich die Bluthunde der verbalen, oppositionellen Über-Moral zurück! So einfach ist ein Häuptling nämlich nicht zu kippen. Und wehe, wenn einer den Schmutzkübel auskippt, wenn noch nichts bewiesen ist. Da bleibt der Schmutz gerne mal kleben. Hier und da und überall und so schwer zu entfernen. Wer will sich schon Neid oder Argwohn vorwerfen lassen? Das sind doch weiche Faktoren, schwer zu beweisen und spielen daher auch keine Rolle. Eigentlich.
Und überhaupt, das geht doch alles viel zu einfach, viel zu schnell. Abgekupfert? Für die Doktor-Arbeit? Also nein!
Die Internet-Generation schlägt zurück und den Vorzeige-Streber aus dem Fernsehen mit seinem eigenen Waffen. Mit Copy und Paste werden weitere, abgekupferte Stellen gesucht und anscheinend auch zahlreich gefunden.
Tja, so ist das in der modernen Politik-Welt. Nichts und niemand ist mehr originär. Abschreiben ist ja auch viel einfacher, als neu machen. Und bei 450 475 Seiten kann man schonmal in Versuchung geraten. Schließlich muss es schnell gehen! Schnell nach oben! Möglichst jung müssen die modernen Führungskräfte sein. Alter und Erfahrung zählen nicht mehr. Das gefragte Produkt der Konsumentenwelt ist neu, jung und unverbraucht. Hält aber insgesamt auch nicht mehr so lang. Das liegt an der eingebauten „Obsoleszenz“- dem Faktor, der von der Industrie eingebaut wird, um die Haltbarkeit eines Produktes herabzusetzen, um den Neuverbrauch, und somit den Umsatz des Unternehmens zu steigern…
Guttenberg- der planmäßige Kurzzeit-Minister mit eingebauter Obsoleszenz?
Also ich glaube, der Vergleich geht dann doch zu weit. Das mit der Obsoleszenz ist auch gar nicht von mir, das habe ich neulich irgendwo gelesen und das klang so gut.. und ach, jetzt ist die Zeit auch schon wieder rum.
Ich bin dann mal weg. Brötchen holen oder so.
Tschüssi!1
Anmerkungen:
- Hiermit versichere ich: Der Text ist auf meinem eigenen Mist gewachsen und er enthält eine Menge inhaltliche, wie auch grammatikalische Fehler, die auch so gedacht sind. Das in diesem Artikel dargestellte Bild wurde unter Zuhilfenahme von Google-Bildern mit bestem Wissen und Gewissen abgezeichnet und beruht auf meiner eigenen Leistung. Ähnlichkeiten mit bestehenden Cartoon-Bildern sind rein zufällig [↩]
Wir sind alle… jung und verliebt
Ein Lied über junge Menschen, ein Lied über die Liebe.
Ich weiß nicht, wozu es besser passt. Zu der Hoffnung und der Kraft junger Menschen, wie wir sie in diesen Tagen in Ägypten sehen? Zu der Hoffnung des Frühlings, der sich immer stärker gegen die Kälte des Winters durchsetzt… oder zum Valentinstag , dem Tag der Liebenden, der morgen ist?
Wer die Lyrics nachlesen will, kann das hier tun, oder gleich passend, eingeblendet zum Song.
Am besten auch die Künstler unterstützen und die Single kaufen, das geht z.B. hier oder hier.
Frauenquoten-Gedöns
Wo dir fehlt der Mut zu Taten, musst du halt ein wenig warten
Nachdem in der Mädchenmannschaft die Frauenquote diskutiert wurde und dabei unter anderem auf die Phoenix-Talksendung aufmerksam gemacht wurde, habe ich mir an diesem Abend das Programm freigeschaufelt und mit großer Neugierde in die Sendung eingeschaltet.
Zuerst: Das Thema Frauenquote finde ich an sich sehr wichtig, weil endlich mal ein frauenpolitisches Thema in den Medien Gehör findet. Wenn auch nicht besonders erfolgreich und meistens auch recht einseitig. Die mächtigen Frauen wie Familienministerin Schröder oder Merkel bekleckern sich nicht gerade mit Ruhm und Takraft und schon gar nicht mit einseitiger weiblicher Solidarität, was eigentlich schade ist, aber wahrscheinlich ihre Glaubwürdigkeit und ihren männlichen Durchsetzungswillen bekräftigt. Wer weiß? Und wo kommen wir denn hin, wenn plötzlich alle Frauen mit anderen Frauen solidarisch wären? Also so weit sind wir nun auch noch nicht. Wer nach oben kommen will, soll bitteschön kämpfen. Anders funktioniert es nicht! Steuergesetze und Bürokratie in unendlichen Mengen verschreiben wir dem guten Bürger ganz gerne, aber wenn es um die Freiheit der Geschlechter geht, dulden wir keine Einmischung! Schließlich geht es dabei um den heiligsten Gral in diesem Land überhaupt: Der Performance und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Und wer will schon eine Baby-Mama in der Chef-Kajüte? Die stört da nur, aus dem Weg.. entweder du kleidest und verhälst dich wie ein Mann oder du hast verloren. Hier oben weht ein rauer Wind und die Regeln die machen wir selbst, die sind männlich. Basta.



