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	<title>Kommentare zu: Der Militärmachthaber</title>
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		<item>
		<title>Von: J.A.</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2010/11/der-militarmachthaber/comment-page-1/#comment-11377</link>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Nov 2010 12:11:28 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo Laufleser, 

das ist eine gute Frage, die du da stellst. Im Grunde interpretiere ich sie als &quot;rhetorische Frage&quot;, denn du hast die Antwort schon selbst mitgegeben. Er wäre wahrscheinlich niemals so mächtig geworden, denn Macht und Güte schließen sich in den meisten Fällen aus. Man muss sich schon für eine Seite entscheiden.

Daher habe ich am Anfang auch den Satz geschrieben, dass er &quot;ohne Gott&quot; ist. Damit bringe ich zum Ausdruck, dass der Diktator in einem Umfeld und einem Gesetz-System lebt, dass nach eigenen Maßstäben, aber eben nicht nach moralischen &lt;em&gt;funktioniert&lt;/em&gt;.

Sicher, ist es nur eine Kunstfigur und meine Geschichte vereinfacht vieles. Ich habe einfach zwei Meldungen des Tagesgeschehen herausgenommen und diese miteinander vermischt: Einmal der traurige Mord an den beiden Kindern und die veröffentlichte Erkenntnis, dass der Mörder selbst eine &quot;schlimme Kindheit&quot; hatte (wobei das ja auch ein Klischee sein kann und von Außenstehenden niemals vernünftig und ohne den erhobenen Zeigefinger beurteilt werden kann ).

Und dann eben die kriegerischen Handlungen zwischen Nord- und Südkorea. Ich kenne den Diktator nicht, ich weiß nicht, wie er lebt. Vielleicht hat er ein Stückchen Menschlichkeit in sich, vielleicht nicht. Vielleicht ist er auch nur Opfer oder durch und durch bösartig. Was kann man schon über solch ferne Menschen wissen?

Vielleicht habe ich das Unwissen oder auch meine Angst darüber mit einem platten Klischee beantwortet. Vielleicht sogar ein bisschen gewollte Satire, denn oft erscheinen mir solche Regimes einfach nur von sich aus Cartoonhaft, lächerlich, absurd.. Keine Ahnung, mein Unterbewusstsein spuckte es einfach aus und da steht sie nun, die Geschichte.

Danke für deine Meinung und viele Grüße
Julia</description>
		<content:encoded><![CDATA[<div class="comment-toolbar" style="text-align: right"><input type="button" value="Reply" onclick="CF_Reply('11377','J.A.');" /><input type="button" value="Quote" onclick="CF_Quote('11377','J.A.');" /></div><span id="co_11377"><p>Hallo Laufleser, </p>
<p>das ist eine gute Frage, die du da stellst. Im Grunde interpretiere ich sie als &#8220;rhetorische Frage&#8221;, denn du hast die Antwort schon selbst mitgegeben. Er wäre wahrscheinlich niemals so mächtig geworden, denn Macht und Güte schließen sich in den meisten Fällen aus. Man muss sich schon für eine Seite entscheiden.</p>
<p>Daher habe ich am Anfang auch den Satz geschrieben, dass er &#8220;ohne Gott&#8221; ist. Damit bringe ich zum Ausdruck, dass der Diktator in einem Umfeld und einem Gesetz-System lebt, dass nach eigenen Maßstäben, aber eben nicht nach moralischen <em>funktioniert</em>.</p>
<p>Sicher, ist es nur eine Kunstfigur und meine Geschichte vereinfacht vieles. Ich habe einfach zwei Meldungen des Tagesgeschehen herausgenommen und diese miteinander vermischt: Einmal der traurige Mord an den beiden Kindern und die veröffentlichte Erkenntnis, dass der Mörder selbst eine &#8220;schlimme Kindheit&#8221; hatte (wobei das ja auch ein Klischee sein kann und von Außenstehenden niemals vernünftig und ohne den erhobenen Zeigefinger beurteilt werden kann ).</p>
<p>Und dann eben die kriegerischen Handlungen zwischen Nord- und Südkorea. Ich kenne den Diktator nicht, ich weiß nicht, wie er lebt. Vielleicht hat er ein Stückchen Menschlichkeit in sich, vielleicht nicht. Vielleicht ist er auch nur Opfer oder durch und durch bösartig. Was kann man schon über solch ferne Menschen wissen?</p>
<p>Vielleicht habe ich das Unwissen oder auch meine Angst darüber mit einem platten Klischee beantwortet. Vielleicht sogar ein bisschen gewollte Satire, denn oft erscheinen mir solche Regimes einfach nur von sich aus Cartoonhaft, lächerlich, absurd.. Keine Ahnung, mein Unterbewusstsein spuckte es einfach aus und da steht sie nun, die Geschichte.</p>
<p>Danke für deine Meinung und viele Grüße<br />
Julia</p>
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	<item>
		<title>Von: Leif L. Eser</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2010/11/der-militarmachthaber/comment-page-1/#comment-11364</link>
		<dc:creator>Leif L. Eser</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 15:37:48 +0000</pubDate>
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		<description>Eine traurige Wahrheit. Wer als Kind keine Liebe erlebt hat, kein Vertrauen bilden konnte, der wird auch selbst später keine Liebe geben können. Das muß man gar nicht an einer überhöhten Kunstfigur wie dem Militärmachthaber festmachen, das passiert auch täglich in Deutschland, wenn Mütter und Väter, die es gern anders machen würden, aber nie besser gelernt haben, auch wenn sie sich noch so bemühen, ihren Kindern nicht das geben können, was diese brauchen, was auch sie gebraucht hätten, aber nie bekommen haben.
Vernachlässigung, Gewalt, geistig wie körperlich, am Ende lesen wir es wieder in der Zeitung, sehen es im Fernsehen. Und irgendwer hat mit seinem Blumengesteck auch wieder das unvermeidliche Schild vor der Haustür abgestellt: &quot;Warum?&quot;

Und selbst, wenn rechtzeitig -was ist rechtzeitig?- jemand etwas bemerkt: Ein Happy End kann es nicht geben. Ein Jugendamtsmitarbeiter, überfordert, 60 Fälle auf dem Schreibtisch. Eine Entscheidung muß her. 
Herausnahme? Ein traumatisiertes Kind, vielleicht mit der Aussicht auf ein glückliches Leben, oder aber mit ewigen Spätfolgen, der Frage &quot;woher? warum?&quot;; verzweifelte Eltern, die sich doch bemüht haben, bemühen wollten...
Oder Hilfen? Welche, woher? Vielleicht können die Eltern es ja besser, können ihre eigene Kindheit hinter sich lassen. Oder? Eine Sekunde reicht. &quot;Er hat so geschrien, er sollte aufhören. Ich wollte das nicht...&quot;

Nur, wo den Kreislauf durchbrechen? Babyführerschein, Wesenstest für Eltern, Gebärverbot? Kaum. Ich weiß es nicht.

-

Aber denkst Du wirklich, Dein Protagonist hätte, wäre seine Kindheit anders verlaufen, ein gütiger Staatslenker werden können? Wie? Der &quot;benign Dictator&quot;?
Wäre ihm Kompromißbereitschaft nicht sofort als Schwäche ausgelegt worden, in einem System, das anderes gewohnt war? Hätten sich nicht sofort die gefunden, die nur zu bereitwillig an seinem Stuhl gesägt hätten?
Hätte er vielleicht irgendwann demokratischen Wahlen zugestimmt? Vielleicht hätte das Volk ihn geliebt, wäre aber doch dem populistischen, lauten Gegenkandidaten hinterhergelaufen...

Nach oben kommt letztlich nicht der Mensch mit den besten Absichten, sondern der mit dem größten Machtwillen. Das hat selten mit fahrbaren Raketen oder flugfähigen Panzern zu tun, ist meist diffiziler, sei es in Politik oder Wirtschaft. Aber wahr bleibt es doch.

NG, LL</description>
		<content:encoded><![CDATA[<div class="comment-toolbar" style="text-align: right"><input type="button" value="Reply" onclick="CF_Reply('11364','Leif L. Eser');" /><input type="button" value="Quote" onclick="CF_Quote('11364','Leif L. Eser');" /></div><span id="co_11364"><p>Eine traurige Wahrheit. Wer als Kind keine Liebe erlebt hat, kein Vertrauen bilden konnte, der wird auch selbst später keine Liebe geben können. Das muß man gar nicht an einer überhöhten Kunstfigur wie dem Militärmachthaber festmachen, das passiert auch täglich in Deutschland, wenn Mütter und Väter, die es gern anders machen würden, aber nie besser gelernt haben, auch wenn sie sich noch so bemühen, ihren Kindern nicht das geben können, was diese brauchen, was auch sie gebraucht hätten, aber nie bekommen haben.<br />
Vernachlässigung, Gewalt, geistig wie körperlich, am Ende lesen wir es wieder in der Zeitung, sehen es im Fernsehen. Und irgendwer hat mit seinem Blumengesteck auch wieder das unvermeidliche Schild vor der Haustür abgestellt: &#8220;Warum?&#8221;</p>
<p>Und selbst, wenn rechtzeitig -was ist rechtzeitig?- jemand etwas bemerkt: Ein Happy End kann es nicht geben. Ein Jugendamtsmitarbeiter, überfordert, 60 Fälle auf dem Schreibtisch. Eine Entscheidung muß her.<br />
Herausnahme? Ein traumatisiertes Kind, vielleicht mit der Aussicht auf ein glückliches Leben, oder aber mit ewigen Spätfolgen, der Frage &#8220;woher? warum?&#8221;; verzweifelte Eltern, die sich doch bemüht haben, bemühen wollten&#8230;<br />
Oder Hilfen? Welche, woher? Vielleicht können die Eltern es ja besser, können ihre eigene Kindheit hinter sich lassen. Oder? Eine Sekunde reicht. &#8220;Er hat so geschrien, er sollte aufhören. Ich wollte das nicht&#8230;&#8221;</p>
<p>Nur, wo den Kreislauf durchbrechen? Babyführerschein, Wesenstest für Eltern, Gebärverbot? Kaum. Ich weiß es nicht.</p>
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<p>Aber denkst Du wirklich, Dein Protagonist hätte, wäre seine Kindheit anders verlaufen, ein gütiger Staatslenker werden können? Wie? Der &#8220;benign Dictator&#8221;?<br />
Wäre ihm Kompromißbereitschaft nicht sofort als Schwäche ausgelegt worden, in einem System, das anderes gewohnt war? Hätten sich nicht sofort die gefunden, die nur zu bereitwillig an seinem Stuhl gesägt hätten?<br />
Hätte er vielleicht irgendwann demokratischen Wahlen zugestimmt? Vielleicht hätte das Volk ihn geliebt, wäre aber doch dem populistischen, lauten Gegenkandidaten hinterhergelaufen&#8230;</p>
<p>Nach oben kommt letztlich nicht der Mensch mit den besten Absichten, sondern der mit dem größten Machtwillen. Das hat selten mit fahrbaren Raketen oder flugfähigen Panzern zu tun, ist meist diffiziler, sei es in Politik oder Wirtschaft. Aber wahr bleibt es doch.</p>
<p>NG, LL</p>
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