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Archiv: August 2010

Doppelmoral

Ohne Worte: „Doppelmoral“ wurde zur Löschung vorgeschlagen.

Ach, dabei ist es so ein wichtiges Wort, zu dem man soviel sagen könnte. Gerade die Kategorie „Ethische Haltung“ ist doch für die Betrachtung vieler gesellschaftlicher Phänomene u. Vorgänge höchstinteressant.  Aber vielleicht besteht hier einfach ein gesellschaftlich-geisteswissenschaftlicher Mangel?(denn es heißt ja bei der Studiumswahl immer: Was willst du denn damit mal machen??)

Oder liegt es daran, dass solch philosophische Themen nicht zu einem so ernsthaften Lexikon passen, das sich immer wieder das Etikett wissenschaftlich auf die Stirn kleben will? Aber wie weit ist die Wissenschaft und der Erkenntnisstand in einer Kultur, wenn man noch nicht einmal die einfachsten Worte erklären kann?

via: http://twitter.com/Artikelsterben

25. Erlebnistag Deutsche Weinstraße

Mit dem Rad ‘on tour’

Gestern war mal wieder time for our „weekly-on street-trekkingcycling lifetime experience-cardio workout“, auf Deutsch: Radfahr-Tag.

Denn wie das mal so ist, verliert man ganz furchtbar schnell die Kondition, wenn man nicht wenigstens einmal pro Woche, am besten aber noch viel öfters fährt! So ein Fahrrad ist ein total unterschätztes Gerät! Die Reichweite mit dem Drahtesel und vor allem auch der Spaß am Fahren korreliert eng mit der eigenen, persönlichen Fitness. Sprich: Je fitter man ist, desto weiter kommt man und desto weniger schwitzt man dabei. Das ist genau umgekehrt wie beim Autofahren: Da kann man sich total überfressen und übergewichtig reinsetzen und es fährt dennoch überall hin und die Reichweite korreliert höchstens mit der Tankfüllung und dem jeweiligen Grad der Umweltverschmutzung und der weltweit verfügbaren Ölreserven.

Was sich schon am Vortag bereits intensiv in unser jeweiliges Gesichtsfeld gebohrt hatte, war dabei nichts weniger als die schöne Ankündigung, dass der 25. Erlebnistag Deutsche Weinstraße ansteht und wie der Zufall so will, ist das eine Ende (Bockenheim) dieses lang gezogenen Straßen-Ereignisses relativ nah zu unserem derzeitigen Wohnort.

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Wolkenbruch

Viele kleine Regentropfen, die auf den Boden treffen und Kreise bilden
Graue, lang-gezogene Fäden stürzen sich vom Himmel. Ein dichter Teppich, durch den man kaum noch schauen kann und der das Sonnenlicht verschluckt.

Sie fallen in Reih und Glied über die Menschen her, wie eine Armee aus Wassermolekülen, die das Kommando bekommen hat, die Erde zu erobern.

Weich wird der Boden und die sorgfältig gepflanzten Blümchen knicken um. Die Erde wird durchtränkt mit Wasser und weiß nicht mehr wohin.

Im Hof sammelt sich das Nass und die Pfützen wachsen und wachsen. Weiterer Regen läuft über das Dach zusammen und sammelt sich in dunklen Rohren. An den Stellen in der Nachbarschaft, wo es keinen Heimwerker gab, drückt sich das Wasser über den Rand der geknickten Rinne und ergießt sich in einem Wasserfall-artigen Strahl auf den Beton. Wohl dem, der jetzt keinen Keller hat.

Im Abfluss gluckert es. Die Kanäle sind voll. Die Menschen haben zu viel gebaut und die freien Flächen vergessen. Da hilft auch keine Steuer. Das Wasser schaut nicht nach dem Geld. Es ist unparteiisch, aber es gibt nicht auf und nimmt sich seinen Weg. Langsam, beständig, fließt es und fließt. Dem Himmel ist zu warm, er schreit sich die Seele aus dem Leib „Nimm endlich auf mich acht, achte die Natur, beschütze die Erde, deinen Planeten…“ scheint er uns zu sagen.

Zuckende Blitze des Zorns erhellen den Himmel, ein monotoner Klangteppich aus Wasserrauschen und Bersten des Donners erfüllt die Luft. Die Luft riecht erdig und salzig und ist gut zu atmen.

In den Innenräumen ist meine Konzentration nicht ganz da, der Luftdruck ist tief und leichter Schwindel sitzt im Kopf. Kopfschmerzen. Die Nase ist zu und die erste Herbsterkältung kämpft mit dem Abwehrsystem. Die Sonne fehlt. Ich bin nicht so recht wach. Es plätschert und plätschert und hört gar nicht mehr auf.

Was muss ich heute noch machen? Oh je, nach draußen- die Pflicht erfüllen?

Hoffentlich hat der Regenschirm kein Loch…

Da, ein Fleckchen Sonne bahnt sich seinen Weg. Da, es wird hell. Auch dieser Regen geht vorüber.

Abwehren und Bekämpfen vs. Loslassen und zulassen

Das Immunsystem ist ein hochkomplexes System im menschlichen Körper, dass für die Abwehr feindlicher Stoffe zuständig ist. Persönlich weiß ich wenig darüber und bin immer wieder erstaunt, wenn ich im Netz über die hochkomplexen Wechselwirkungen lese.

Es gibt sehr technisch-wissenschaftliche Bücher und Texte, die das ganze mit „Killerzellen“, mit Kampf und Abwehr beschreiben und in ihrer mechanisch-analytischen Sichtweise der klassischen Schulmedizin sehr nahe stehen. In diesem Stil ist z.B. der sehr lange und für Laien kaum verständliche Artikel auf Wikipedia und für die Masse verständlicher bei „Welt der Wunder“ .

Viele Menschen denken und nehmen an, dass also der Kampf und vor allem die innere Einstellung sich zu wehren, maßgebend für eine gute Immunabwehr ist. In einem Buch über Psychosomatik habe ich gelesen, dass sehr starke Gefühle der Wut und des Willens zur Gesundung Fieber auslösen und verstärken können – und das Fieber dient dem Körper mit seiner Hitze dann rückwirkend der Infektabwehr. Es ist also in diesem Falle nicht gut, das Fieber zu unterdrücken- nur dann, wenn es zu stark ist.1

Überhaupt scheint das Immunsystem das System im Menschen zu sein, das am stärksten in Wechselwirkung mit unserer Seele, mit unseren Gedanken und Gefühlen steht. Das Gefühl bei schlechter Lebenslage schneller krank zu werden oder gerade bei Müdigkeit und Überarbeitung zu allergischen Anfällen zu neigen, mögen viele LeserInnen vielleicht kennen.

Auch der Krebs ist etwas, das mit einem guten Immunsystem abgewehrt werden kann und somit vielleicht nicht ganz so „schicksalhaft“, wie wir es in unserer Angst davor annehmen könnten. Diese Aussage ist allerdings mit Vorsicht zu genießen und umstritten, wie man hier lesen kann: http://www.krebsinformationsdienst.de/themen/grundlagen/immunsystem.php

Einen Versuch, biologische Zusammenhänge zwischen Krebs, Immunsystem und Körper zu erklären, macht diese Seite .

Und zum Schluss folgt ein sehr philosophisch- spiritueller Ansatz, um die Verbindung zwischen Leben, Einstellung und Immunsystem zu ergründen.

Hier befinden wir uns zwar weit in der Grauzone der unbewiesenen, alternativen Medizin, die vielleicht eher eine Glaubes-und Einstellungssache ist. Dennoch ist das der beste Artikel zum Immunsystem, den ich im kurzen Überblick finden konnte.

So kann die innere Stabilität und die Einstellung, die man z.B. mit Hilfe von Religiösität erreicht, helfen, die Angst „vorm Leben“ zu reduzieren (Seite 5). Das wiederum wirkt sich positiv auf die Immunabwehr aus.

Und was sagen die Volksmediziner und die Info-Broschüren der Krankenkassen? Das Übliche: Viel bewegen, gesund ernähren, Vitamine, Vitamine… kein Alkohol, weniger Stress, mehr Urlaub. Bildungsbürgerliche Schichten wissen das und leben daher meist gesünder als diejenigen, bei denen es an Bildung mangelt.

Wer z.B. von Hartz IV lebt, wird schneller krank als einer, der einen guten Job hat, bei dem er sich wohlfühlt. Netzwerke und gute Kontakte, viel Lachen, Anerkennung durch andere und ein guter Umgang mag sich sehr positiv auf das eigene Selbst und somit auch die Gesundheit auswirken.2

Weiterführende Links (updated)

Der Einfluss der Familie auf Gesundheit und Bildung


Anmerkungen:
  1. ich gebe keine Garantie auf medizinische Richtigkeit und vor allem keine Haftung für medizinische Themen, dies ist mehr eine philosophische Annäherung an das Thema []
  2. Zur Gesundheit bei Hausfrauen, die jeden Tag 7:30 Stunden arbeiten, ohne dafür Geld und Anerkennung zu bekommen, habe ich allerdings noch keine Studie gefunden… []


Wochenrückblick

Soviele Themen derzeit in den Medien, dass ich kaum weiß, wo ich anfangen soll. Ob es sich überhaupt lohnt, ob es überhaupt etwas bringt. Aber Frauen (Menschen) sollen sich Gehör verschaffen, also verschaffe ich mir Gehör, also schreibe ich auf:

Als ein Scherz hielt ich zuerst den „Brandbrief“ der mächtigen Bosse von Atomkonzernen und ihr Bestreben, sich schamhaft und öffentlich vor einer Brennelemente-Steuer zu drücken. Wieweit diese Republik und die Moral der Menschen inzwischen verkommen ist, dass sowas überhaupt durchkommt.

Und wie schwach muss eine Regierung sein, wenn sie davor einknickt? Was bedeutet das für die Kunden, die jahrein- jahraus mehr Geld für Strom bezahlen müssen und dagegen so gut wie gar nichts machen können? Der vielbeschworene Wechsel des Anbieters ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und bringt vielleicht maximal 200 € pro Jahr (je nach Verbrauch) und ist bei einer maximal überschrittenen KwH-Menge oft gar nicht möglich. Dass Atomkraftwerke unsicher, gefährlich und eine Menge Problemmüll verursachen vergisst man irgendwie. Hauptsache, der Strom kommt aus der Steckdose.1

Ein krasses Ungleichgewicht der Mächtigen und der Machtlosen tritt hier zutage… so ist es auch kein Wunder, dass die Mehrheit der Deutschen eine neue Wirtschaftordnung möchte und der „Kapitalismus“ (der ja eigentlich eine soziale Marktwirtschaft ist) als nicht mehr so innovativ und vor allem nicht als sozial gesehen wird, wie er einst im Wirtschaftswunderland begonnen hatte.

Demnächst sollten die Arbeitnehmer sich vor der Einkommenssteuer drücken und einfach nicht mehr zahlen. Oder nicht mehr arbeiten gehen, der Urlaub wird ja sowieso gekürzt.

Wieder einmal ein Schlag in die geschrumpfte Mittelschicht und die Naiven, die heutzutage noch arbeiten gehen und den „Karren stemmen“. Wollte man denen nicht einmal Steuererleichterungen schenken, wollte man sie nicht entlasten? Waren das nicht die großen Versprechungen der letzten Monate? Stattdessen läuft die Gier des Aufschwungs wieder, das vielbeschworene Schwungrad, nach dessen Lauf die Häschen zu springen haben. Denn die Maschinen und Geld bestimmen unser Leben, nicht die seelische Erkenntnis oder gar die Gesundheit.

Aber woher soll die Einsicht kommen, bei den 20 Millionen Rentnern und den Hartz IV-Empfängern, die im Grunde pausenlos Urlaub machen können und die mangels Ausbildung, persönlichem Einsatz und Qualifikation am Kuchen der Erwerbstätigkeit nicht teilhaben können? Aber dazu können wir ja ausländische Fachkräfte ins Land holen.

Was ist eigentlich mit der Bildungsoffensive? Wurde die jetzt durch eine Chipkarte ersetzt? Ist ja auch viel einfacher! Und in Schwimmbädern und Zoos lernen die Kids soviel für ihr Leben!2

Aber ich glaube, ich bringe alles durcheinander. Geht mich ja auch nichts an. Hauptsache das eigene Leben stimmt. Das andere ist egal. Können wir sowieso nichts machen.

Nach uns die Sintflut..


Anmerkungen:
  1. Sonst könnte ich auch nichts bloggen. []
  2. hält einen Tag []


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