J.A. Blog

Grübeln geht immer

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Archiv: Juli 2010

Und alle so: Geil

Woran erkennt man eine Computer-Freakin? Sie kämmt sich die Haare erst, nachdem sie zwei Stunden lang Videos auf Youtube geschaut hat.. aber wenigstens hab ich etwas gefunden, nämlich das:

Atmosphärischer Mitschnitt der Mayday 2010

Was für grandiose Sound- und Lichteffekte. Immer höher, immer besser, immer extremer. Ist das die Message unserer Generation?

Unkritisches Konsumieren bis der Arzt kommt..? In Extremen schwelgen, den Tag abhaken, sich mit Bässen und Licht betäuben, bis man den Schmerz vergisst.

noch mehr Videos..

Mayday-Mix aus verschiedenen Songs in etwas besserer Qualität : http://www.youtube.com/watch?v=4_x7YdFu2do&feature=related

Neuausrichtung des Blogs

Seit ca. einem Jahr denke ich nun über eine Neuausrichtung des Blogs nach und ob ich sie überhaupt brauche. Ich werde daher mal versuchen, meine bisherigen Gedanken zu gliedern und die jeweiligen Bereiche zu erörtern. Der Text dient primär mir selbst, damit ich selbst Klarheit über eins meiner liebsten Schreibprojekte bekomme. Aber vielleicht gibt es auch den einen oder anderen Leser/ Leserin, der/ die was dazu zu sagen hat, daher freue ich mich immer über Kommentare. Da das Blog ja auch und vor allem für andere gedacht ist, ist Rückmeldung immer wichtig, gleichwohl man sie nicht erzwingen kann.

Verlinkungsgrad/ Kommentare
Zur Zeit kommen nur wenige bis gar keine Kommentare. Das war nicht immer so. In guten Zeiten gab es im Schnitt fünf Kommentare, manche Artikel hatten auch 20 oder mehr. Da die Anzahl der Kommentare und die Verlinkungen von anderen in der Blog-Technik sehr wichtig sind, kann ich es eigentlich nicht ignorieren. Ich müsste eine Änderung herbeiführen. Aber wie? Das geht meistens nur, indem man bei anderen kommentiert und sich aktiv in anderen Blogs tummelt, was ich derzeit gar nicht mache. Ich fand diese Phase ganz nett, habe aber auch kein Problem mit null Kommentaren. Null Kommentare = null Ärger, eine einfache Rechnung.

Ich bin auf der einen Seite etwas faul, auf der anderen Seite auch genügsam. Mir reicht es meistens, die Texte zu schreiben. Ich finde z.B. auch nicht, dass ein Blog-Text besser wird, nur weil sich viele Leute dazu äußern. Wenn jemand ein derartig aktives Blog pflegt, finde ich das immer faszinierend. Es gibt auch durchaus gute, große Blogs mit langen, durchdachten Texten, die dann 20 Kommentare oder mehr erhalten. Inklusive Flattr-Aufkommen. (Spenden bekommt man nur, wenn man ausreichend viele Leser hat, die sich aktiv einbringen)

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Die Maske

Passender Song : Korn- Wake up

Hinter dem ständigen Lächeln und dem Habitus des fleißigen Menschen schlummerte eine tiefe Unzufriedenheit und eine innere Verzweiflung, die sich an manchen Stellen wie Säure Löcher in ihre perfekte Maske der Anpassung gefressen hatte.
Man sah es ihren Augen und ihrem verkrampften Gesichtsausdruck an, dass sie stets perfekt sein wollte, doch aber nie genügte und einen unverarbeiteten Komplex mit sich herumschleppte, der ihr die Schritte schwer werden ließ und sie eins ums andere Mal zur Verzweiflung brachte. Alle waren Schuld, die Welt war Schuld, die Egoisten waren schuld und ständig wurden neue Gegner gesucht. Doch der größte Gegner war sie sich selbst. Und den konnte sie nicht überwinden. Er stand immer vor ihr, immer im Weg.

Sie hätte so gerne genügt, sie wäre so gerne geliebt worden. Doch in dieser Welt der Ellenbogen und des Profits zählten ihre Werte nichts. Eine Frau sowieso nichts. Und eine naive Frau doppelt nichts.

Lange hatte sie versucht, die gute Seite in ihr abzuschütteln, sich gegen sich selbst zu stemmen und ihre auf Vernunft gegründeten Einstellungen zu eliminieren. Sie wollte endlich stark sein. Groß und mit Macht gesegnet.
Je mehr sie es versuchte, desto mehr scheiterte sie. Es war traurig, diesen Kampf mit anzusehen. Wie ein kleiner wuscheliger Hase, der gegen einen hungrigen Löwe kämpfte. Der Löwe war die Welt und die Gesellschaft und der Hase war sie. Sie hatte keine Chance. Der Löwe gewann.

Derartig an die Wand gedrängt und beinahe als Futter verwertet, hatte sie kaum noch Alternativen. Auch wenn sie nicht wollte, eine Veränderung musste her. Jetzt.

Sie riss sich das Fell vom Leib. Zertrat ihre gehasste Maske mit den wuscheligen süßen Ohren und grunzte freudig dabei. Dann wuchsen ihr wie durch ein Wunder große starke Flügel, mit der sie endlich von der Erde abheben konnte. Der Löwe guckte nur blöd, aber er wurde bald immer kleiner. Lachhaft, dieses zarte, liebebedürftige Kuscheltier! Eine Runde Mitleid für das Raubtier… Kätzchen.

Die Flügel waren ihr neues Selbstbewusstsein und ihre Krallen die nötige Aggression, mit denen sie Gegner vom Leib halten konnte. Ihr Blut war grün geworden und ihre Augen verdunkelten sich zu kleinen Schlitzen. Plötzlich sah sie viel besser, viel schärfer und sie lernte, zu trennen.

Um, endlich- diese Welt zu verlassen. Und – endlich – sich irgendwo anders, weit weg in einer wesentlich besseren, anderen Welt, niederzulassen.

Als sie aufwachte, lag sie immer noch im Bett. Aber irgendwas war anders.

Sie war so glücklich wie seit Jahren nicht mehr.

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