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Archiv: Dezember 2009

2009 > 2010

Sekt5

Jetzt geht das Jahr 2009 also zu Ende.

Vorhin hab ich noch in der Küche gestanden und das Fleisch-Fondue vorbereitet, jetzt hab ich einen Knobi-Geschmack im Mund und merke, wie ich immer hungriger werde.

Die Sinne sind geschärft, ich bin voll bewusst und freue mich auf das nächste Jahr. Es ist ein guter Zeitpunkt, nochmal einen kleinen Artikel zu schreiben.

Draußen zünden ein paar Jugendliche Knaller an, die Glocken haben um 17 Uhr geläutet, aber ansonsten surrt nur der Computer und es ist ganz ruhig.

Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so ein schönes, ruhiges und friedliches Sylvester erlebt habe und es ist das erste Sylvester, dass ich im Stillen und nur mit meinem Partner zusammen feiere. Früher war ich viel aus und habe gefeiert und ich erinnere mich an die eine oder andere Party.

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Die Andere

Im Supermarkt hat mich heute eine ältere Frau angefahren. Von weitem bemerkte ich schon ihre negative Energie und sie kam mir im schmalen Gang mit schnellen Schritten näher (ihre Aura spürte ich, ohne es zu sehen), gerade als ich den Blick vom Regal heben und in ihr zornerfülltes und angespanntes Gesicht blicken wollte, rempelte sie mich mit ihren Wagen an und vertrieb mich vom Gummibärchen-Regal. Dabei wollte ich mir auch gerade ein Päckchen Gummibärchen nehmen.

Ich schaute kurz zurück und in ein paar Millisekunden war mir klar, dass sie sich gerade geärgert hatte und auf irgendwas oder irgendwen furchtbar böse war. Ich, die junge Frau mit der unaufälligen Kleidung und dem leicht geschminkten Gesicht kam ihr gerade recht. Vielleicht erinnerte ich sie an ihre Schwiegertochter, die ihr ihren einzigen Sohn in Beschlag genommen hatte und nun gegen jeden weiteren Einfluss von außen (vor allem von ihr!) mit Verbissenheit verteidigte.

Ihren Sohn, den, den sie so geliebt hatte. Ihren einzigen. Das konnte nicht sein, sie war sauer und böse. An Weihnachten hatte sie mal wieder ihre weiblichen Attitüden ertragen müssen, die sie so überhaupt nicht ab konnte und die sie so an sie selbst erinnerten.

Sie wollte ihren Sohn behalten, aber es klappte nicht und sie merkte, wie sie ihn Schritt für Schritt an die andere Frau abgeben musste und das schmerzte.

Nun, da sie mich sah und mit meinem Gesicht erinnerte ich sie so an ihre freche Schwiegertochter, da musste meine Hand, mein Arm mein ganzer Körper hinhalten und ich habe noch nichtmal „Aua“ gesagt.

Kälte

Vergangenheit

Endlos geliebt, endlos versiebt
ewiglich gesehnt
und dafür geschämt
das Ende nicht gesehen
weit weg vom Verstehen.

Traurig bis in jede Zelle
Die Seele nur mit großer Delle
Trauer im Herzen
Vermisst mit Schmerzen.

Die Landschaft, zieht leer vorbei
früher, da waren wir zwei
Jetzt sind wir – allein
und sie sagen „es muss so sein“.

Kann nicht glauben, noch es verstehen
kann nicht beten und auch nicht flehen
kann nicht drohen und auch nicht drehen.

muss es still und leise akzeptieren,
in der Kälte da draußen nur frieren.

(Bester Song zum Gedicht “Ich bin verändert” von Rosenstolz)

Wie lange noch … ?

Geschmückter Weihnachtsbaum

Geschmückter Weihnachtsbaum

Ein Tag vor Weihnachten. Alles ist wie immer. Die Welt draußen ist sehr ruhig, kaum ein Auto fährt vorbei. Ich habe lange geschlafen, obwohl ich eigentlich früher aufstehen wollte.

Gestern hab ich noch den Weihnachtsbaum geschmückt. In Rot und Weiß und mit ein bisschen Glitzer und mit echten Kerzen. Für die Tage zwischendrin, für die gemütlichen Nachmittage auf dem Sofa wurde noch eine bunte Lichterkette angebracht, die meine Mutter schnell noch aus ihrem Zimmer geholt hat. Und nun steht er da, der Baum. Mein Papa hat ihn gekauft und aufgestellt, ich habe ein bisschen geholfen, der Baum ist traditionell mein Job. Das war schon immer so, solange ich denken kann.

Früher hab ich Lametta geliebt und es hat immer Stunden gedauert, bis ich die kleinen Stränge, die maximal 4 oder 5 Streifen umfassten, alle an die Zweige gefummelt hatte. Als Kind dauert das noch länger und man hat nicht sehr viel Geduld. Aber die ganze Familie hat geholfen und das machte es leichter. Papa hatte die wichtigste Aufgabe, zählte die Streifen und legte sie richtig hin, meine Schwester und ich durften sie aufhängen, meine Mama war in der Küche oder irgendwo anders am Rotieren.

Da wir oft einen sehr großen Baum hatten, dauerte es sehr lange, bis alles geschmückt war. Neben den üblichen Kugeln, den Kerzen und dem Lametta haben wir Kinder auch immer Holz-Figuren drangehängt und meine Mama kam meistens kurz vor der Bescherung bunte Süßigkeiten dran gehängt, die sie noch schnell gekauft hatte. Die Süßigkeiten hab ich dann schnell aufgegessen, als Weihnachten rum war und wenigstens dieses Abhäng-Problem war auf eine sanfte und bequeme Art schnell gelöst.

Weihnachtsbaum abschmücken war zum Glück nie mein Job und das hab ich auch nie gerne gemacht. Manchmal war er noch bis Ende Januar im Wohnzimmer, bis dann meistens mein Papa gemeint hat, dass er nun endlich mal raus muss und dann haben wir die Balkontür aufgemacht und mit einem riesen Schwung segelte der abgeschmückte Baum auf den Rasen und wurde später zerstückelt und zu Feuerholz verarbeitet. Spätestens dann war das besinnliche Weihnachten endgültig vorbei.

Bei diesen Holzfiguren waren immer ein paar sehr alte dabei und meine Mutter sagte immer, mit wichtiger Stimme, dass die noch dem Opa und der Oma gehört haben und dass die sehr alt sind. Das sah man auch und erfurchtsvoll nahm ich die zerbrechlichen und farblosen Holzfiguren in die Finger und hängte sie ganz vorsichtig an die Zweige, nicht dass sie kaputt gehen. Ich freute mich darüber, etwas von meinen Großeltern am Baum zu haben, denn an Weihnachten hab ich beide wegen der Entfernung nur selten gesehen. Und mein Opa ist auch früh gestorben, da war ich noch sehr klein.

Diesmal hab ich keine alten Holzfiguren drangehängt, ich hab es mir diesmal einfach gemacht. Weihnachten wird nur zu viert gefeiert, meine Eltern, mein Mann und ich. Meine Schwester ist leider nicht da und auch meine Oma ist wieder woanders.

Dafür werden wir dieses Jahr wieder in den Weihnachts-Gottesdienst gehen, was wir längere Zeit nicht gemacht haben. Weil ein Nachbarsjunge letztens konfirmiert wurde und ein anderer zur Zeit in den Konfirmanden-Unterricht geht und weil auch meine Schwester ihr Kind diesmal bei uns in der Kirche getauft hat, haben wir uns den Kirchgang irgendwie wieder angewöhnt. Ich finde das sehr schön und ich freue mich, dass meine Mutter so dahinter steht und mit der Nachbarin den Termin ausgemacht hat und uns alle mitgerissen hat. Nein, den Termin hab ja ich ausgemacht. ;-) Aber die Idee hatte meine Mum.

Weihnachten in der Kirche, eine lange Zeit haben wir uns das gespart, ich weiß gar nicht mehr, wie das ist, aber ich freue mich. Danach wird gegessen und dann ist Bescherung und ich kann es eigentlich kaum erwarten. Wie immer, das hat sich also wenigstens nicht geändert. ;-)

Überhaupt hat sich nicht viel geändert, Weihnachten ist wie immer. Schön, gemütlich, gesellschaftlich, kommunikativ und besinnlich. Ich mag Weihnachten.

Fröhliche Weihnachten

teelicht-kerzen

Bester Song zum Text:
(Stille Nacht, moderne Version)

So, Weihnachten steht kurz vor der Tür und dies wird wahrscheinlich (einer) der letzte(n) Artikel in diesem Jahr.

Ich bedanke mich bei allen Leserinnen und Leser für die vielen Kommentare und Rückmeldung zu den Texten und wünsche allen ein fröhliches Weihnachten 2009 und einen guten Rutsch in das neue Jahr.

Es ist immer schön, Rückmeldung und Anregung zu bekommen und ich denke, das dies ein Großteil der Schreibmotivation ausmacht, neben der Freude am Schreiben an sich.

Ich werd’ mir ein paar Tage frei nehmen und tief in mich gehen, noch tiefer als sonst und ich hoffe, da finde ich wieder raus. ;-)

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