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Grübeln geht immer

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Archiv: August 2009

Gegenwind

macht rau und tapfer

Ein junges Mädchen, der ganze Stolz ihres Vaters. Sie lernt von ihm, ist wissbegierig und freut sich wahrscheinlich darüber, dass er sie zu gut erzieht und sie ernst nimmt. Da die Eltern Geld haben, wird es dem Kind ermöglicht, ein aufwändiges Hobby auszuüben. Ihr natürliches Talent, Sportlichkeit und Intelligenz kommen noch positiv hinzu. Frauen sind immer etwas frühreifer als Jungen, also beschließt sie in jungen Jahren, etwas zu wagen, was sonst keiner vor ihr gemacht hat: Mit 13 die Welt umsegeln! Alleine!

Leider sehen das die Richter in der Niederlande anders und wie ein Schlag ins Gesicht folgt das Urteil: Sorgerecht entziehen!

Als aufmerksame Bloggerin muss man sich nun fragen, ist das gerechtfertigt?

In dem Artikel steht, das Sorgerecht wird normalerweise nur bei extremen Fällen wie z.B. Verwahrlosung oder Missbrauch angewendet. Aber ist dieser Fall des jungen, erfolgreichen Mädchens denn nur annähernd sowas wie Missbrauch?

Kinder zu Leistung zu erziehen ist nicht verboten. Moralisch gesehen ist es sicherlich diskutabel, ob die junge Psyche dafür gemacht ist und ob das noch eine “normale Entwicklung” ist. Aber Hochleistungssportler und andere Genies auf ihrem Gebiet wäre ohne eine gutes Maß an Handwerk und Routine nie zu dem geworden, was sie später ausgezeichnet hat.

Egal in welcher Disziplin: Früh anfangen ist immer gut. Kindheit hin oder her. Mit 13 sind Mädchen heutzutage nicht mehr reine Kinder, sondern sie stehen auf der Schwelle zum Erwachsenenwerden und wollen sich beweisen. Man soll sie an der Stelle laufen lassen und nicht bremsen, das ist Gift für das Selbstwertgefühl.

Ich interpretiere dieses Urteil der Richterin daher als hochgradig rückwärtsgewandt, als falsches Signal für junge Frauen, die auch in besonderen, nicht ganz so typisch weiblichen Disziplinen glänzen wollen.

Alles andere, was dabei diskutiert wird, dass sie keine Schulaufgaben oder ähnliches machen wird, sind nur Scheingefechte, die am eigentlichen Kern der Thematik vorbeireden. In die Schule gehen soll man, weil man etwas leisten und eine Arbeit lernen soll. Und “um die Welt Segeln” ist erstens eine herausragende Leistung und zweitens auch ein toller Beruf.

Diese Familie kämpft nicht nur gegen das Wetter, sondern auch gegen typische gesellschaftliche Widerstände bei weiblichen Leistungen.

Wenn die 13 Jährige gesagt hätte, dass sie alleine den größten Kuchen der Welt backen wollte, hätte sich keine Sau darum geschert.

( Man bedenke aber, dass auch dies gefährlich ist z.B. bei Mehlstauballergie oder wenn einem das Nudelholz auf den großen Zeh fällt. )

Bloggen und Vernetzen , Teil 2

Teil 3, Teil 2 und Teil 1

In diesem zweiten Teil will ich nochmal auf das soziale Vernetzen von Blogs zurückkommen. Blogs zu vernetzen macht aus verschiedenen Gründen einen Sinn; neben den menschlichen Aspekten und psychologischen Vorteilen möchte ich vor allem den Fall herausnehmen, dass sich Menschen zusammen für eine gute Sache begeistern lassen und zusammen an einem Strick ziehen. Da der Wahlkampf vor der Tür steht, bleibt auch die Frage, wie die Menschen sich aktiv politisch engagieren können und wo man dabei am besten ansetzt.

Wenn das mit dem Blog vernetzen so einfach wäre, würde es tausende von gut vernetzten Blogs geben, Gemeinsamkeiten, Leute die sich zu großen Meinungsknoten zusammengeschlossen hätten und nun gemeinsam die gesellschaftlichen Probleme lösen. Nach meiner Beobachtung gibt es sowas aber meistens nicht. Es gibt zwar vernetzte Blogs und Blogs mit vielen Lesern, aber es gibt in Deutschland fast keine Blogs, die sowas wie meinungsbildend sind und auch ein politisches Gewicht hätten (okay bis auf die wirklich wenigen, großen, die alle kennen).1

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Anmerkungen:
  1. Wie immer, wenn ihr rühmliche Ausnahmen kennt, dann schickt mir bitte Links oder meldet euch in den Kommentaren. Ich kann bis hierhin nur über Blogs schreiben, die ich kenne, lese oder irgendwo gefunden habe, aber natürlich nicht stellvertretend für alle Blogs reden. []


Der Herbst auf leisen Sohlen

Das Wetter hat umgeschlagen. Es zieht mich in eine andere Dimension, ich erkenne mein eigenes Leben im Moment nicht wieder. Alles ist anders, dabei hat sich nicht viel geändert. Ich schreibe viel und veröffentliche es, ich habe aber keine Lust, bei anderen zu kommentieren. Ich lese, was andere so schreiben, freue mich über dies und das, aber ich erkenne auch bei den meisten anderen Bloggern, dass die Höhenflüge im Moment ausbleiben und sich jeder so in seine eigene Routine getippeslt hat. Gespräche, Diskussionen oder hitzige Dialoge gibt es im Moment nicht. Noch ist jeder von der Sonne gesättigt, jeder ist zufrieden- zumindest stelle ich mir das so vor. So schaue ich auch nur kurz vom eigenen Buch auf, schiebe die Brille ein wenig über die Nasenspitze und erkenne, dass die Kinder alle ordnungsgemäß spielen und sich keiner in den Haaren liegt und auch die Schuhcreme noch im Schuhschrank liegt und von keinem garstigen Kobold in der Gegend verteilt wird.

Die Stimmung in den Medien, den Nachrichten und den Blogs gleicht haargenau dem, was wohl die meisten Menschen im Moment erleben: Der Sommer war heiß und voller Erfahrungen und Erlebnisse, doch so langsam verabschiedet er sich und der Alltag zieht wieder seine Kreise. Ein paar heiße Tage kommen vielleicht noch, es ändert aber nichts daran, dass die Tage nun langsam wieder kürzer werden und die Menschen anfangen, sich in die eigenen vier Wände zurückzuziehen.

Wir warten alle darauf, dass der Wahlkampf endlich losgeht, aber außer ein paar nett gemeinten Versuchen, sich gegenseitig den schwarzen Staatsgelderverschwendungs-Peter in die Schuhe zu schieben, gibt es noch nichts zu berichten.

Meine eigenen Gedanken sind im Moment ausgeglichen, ich habe Spaß am Schreiben, aber ich sehe keine Notwendigkeit, auch noch den letzten Rest aus der Seele zu kratzen und mich auf einen Tiefenpsychologie-Marathon der Extraklasse einzulassen. Meine linke Hand schmerzt schon jetzt ein wenig vom vielen Maus hin- und herschieben und Tippen.

Kann sein, dass mich die handwerklichen Urlaubswochen ein wenig beeinflusst haben. Ich sehe das Schreiben im Moment als Handwerk. Routiniert schreibe ich so über dies und das, zimmere die Sätze mit viel Kraft und wenig Elan zusammen, aber es gibt nichts Besonderes, keine besonderen Ängste, keine besonders freudigen Erwartungen, keine Spannungen, kein Streit, keine Sturheit, keine Langeweile. Nur die gewohnten Fugen, die üblichen Schnitzereien und hin und wieder ein schiefer Nagel.

Es ist eine sehr ausgeglichene Zeit, die ich eigentlich genieße. Es ist gut, um sich was Neues auszudenken. Mein Geist gleicht im Moment einem leeren Blatt Papier, auf dem noch sehr wenig steht. Ich bin eigentlich entschlossen, ein großartiges Kunstwerk zu erschaffen, doch traue ich mich nur ein paar kleine Skizzen in die äußersten Ecken zu malen.

Ich will noch ein wenig skizzieren, noch ein wenig meine Linie finden und eines Tages, dann geht es los…

Solange müsst ihr euch damit begnügen, dass ich ein wenig auf sozial verträglich mache und euch hier und da ein wenig anstubse . Nicht dass mir meine werten Leser und Leserinnen noch einschlafen!

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