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Grübeln geht immer

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Archiv: September 2008

Gewalt ist keine Lösung

Der neue RAF-Film (“Der Baader Meinhof Komplex”) ist durchaus sehenswert. Etwas abschreckend ist- wie so oft- die gezeigte Gewalt und die Frage, ob ihn wirklich schon Kinder ab 12 Jahren sehen sollten. Die Darstellung folgt einem engen dokumentarischen Stil, der den roten Faden einer klassischen Handlung mit Happy End nur schwer ersetzen kann. Wenn man diesen Film sieht, bietet er zuwenig, um alle Fragen zu beantworten und zuviel erdrückende Authentizität, um das Kino glücklich verlassen zu können. Manche Dinge muss man hinterher im Internet nachrecherchieren, anderes wurde übergangen oder weggelassen. Mich hätte z.B. interessiert, wie es zu der Gewalt in den Köpfen kommen konnte und welche Motive die einzelnen Personen hatten. Die Ideen, die sie hatten und die ihre Mitläufer zum Kampf motivierten (Taten statt Hoffen), wurden vom Autor verschwiegen. So erlebt der ahnungslose und wenig vorgebildete Zuschauer nur die Seite der RAF, die zu sehen sein soll und die zudem kompatibel fürs Kino gemacht wurde. Diese Seite besteht aus Gewaltverherrlichen Extremismus, der wie aus dem Nichts über die Mitglieder der „Kommandos“ hereinbricht. Blind greifen sie zu den Waffen, frech lehnen sie aber militärischen Drill und Unterwürfigkeit ab. Mitleid und Sympathie bekommt man mit ihnen, wenn sie mit der Kippe im Mundwinkel und laut grinsend über die Straßen brettern und einfach das machen, worauf sie Lust haben. Erschreckend und unsympathisch wiederum die Gewalt, die sie bei ihren Überfällen und Morden anwenden. So kann sich der Zuschauer nicht wirklich auf eine Identifizierung einlassen, gerade dann, wenn es gelingt, bringt sich jemand um oder eine „Aktion“ scheitert mal wieder. Auch mit der vermeintlich guten Seite, den Polizisten und anderen uniformierten Amtsträgern mag keine tiefe Liebe aufkommen, zumal diese ebenso brutale Gewalt anwenden oder in ihrem Denken korrupt und sadistisch erscheinen. Nur der Polizeipräsident Horst Herold (gespielt von Bruno Ganz) bietet eine Figur, die moralisch und intellektuell die Einzige ist, die dem sinnlosen Morden und immer wieder neuen Gegenschlägen etwas entgegen halten kann.
Vertrauen zu den Gefängnis-Bedingungen oder Anti-Folter Auflagen bekommt man nicht, genauso wenig wie zu den idealistisch und beinahe dumm-naiv handelnden Terroristen, die alle ein Fall für den Psychologen sein mögen. Die Fütterungsszene des in den Hungerstreik getretenen mutet bestialisch und unmenschlich an, genauso wie das obligatorische „Wegsehen“ des Aufsehers, wenn ein Terrorist verhört und anschließend von den anwesenden Polizisten geschlagen wird. Man fragt sich nur, ob das alles wirklich so passiert sein kann.

Ein wenig mehr Dramaturgie wäre gut gewesen, der Film hätte mit der Gefängnis-Szene enden müssen, so wurde er spätestens ab dann langweilig, als die schauspielerisch überzeugendsten Personen hinter Gitter kamen (Moritz Bleibtreu als Andreas Baader und Martina Gedeck als Ulrike Meinhof). Deren Martyrium will keiner sehen, denn man kann angesichts ihrer vorhergehenden Taten kein Mitleid für sie empfinden.

Was ab dann kam, war langatmig und wurde auch nicht mit der extra Portion Gewalt besser, die ständig unter den an sich langweiligen Plot gestreut wurde. Der Film richtet sich gegen Gewalt und Terrorismus, kann aber seine eigenen Stilmittel nicht davon freimachen.

So hinterlässt der Film eine eisige Stimmung im Kinosaal und die Münder hängen tief nach unten. Vielleicht ist diese traurige, düstere Aussage die Kernbotschaft des Films: Gewalt lohnt sich nicht, am Ende müssen alle darunter leiden.

Foto – Welten

Das derzeitige Herbstwetter ist hervorragend dazu geeignet, die Bilderbestände des Jahres durchzugehen und zu überlegen, was denn zeigenswert oder besonders schön gewesen ist.

Ich habe mal mit der Hannover-Reise angefangen, die wir im Mai gemacht haben. U.a. waren wir im Mühlenmuseum in Gifhorn, das auf jeden Fall eine Reise wert ist. Zwischendrin gibt´s noch ein schönes Verwandtschaftsbild mit Dame, ein Osterlamm, den Stein der Liebe, und viel mehr. Aber seht selbst!

[Galerie nicht gefunden]

to be continued….
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PS: Falls ihr Probleme mit der Anzeige habt und in der Diashow die Köpfe abgeschnitten sein sollten, bitte nicht weinen! Einfach auf “Bilderliste” klicken, da gibt´s die Bilder alle nochmal. :-) Und sogar noch größer!
Na ist das nichts??

Liebe, in kühle Worte gemeißelt

Nun, was ist in der letzten Zeit passiert, worüber ich im Blog schreiben könnte? Meistens schreibe ich nur, wenn ich nichts erlebt habe, aus Langeweile vielleicht oder weil ich das Bedürfnis habe, mich selbst zu klären, meinen „Ballast“ zu sortieren. Das Blog ist für mich schlecht geeignet, wenn ich damit Geld verdienen möchte oder Macht und Einfluss erlangen will. Es klappt einfach nicht. Nie hat es geklappt und doch habe ich es (und die Webseite) schon so lange. Es muss also einen Sinn geben, ein Dahinter, was mehr Bedeutung hat, als das vordergründige, mechanische, Kommerzielle.

Das Blog ist für mich Entspannung, Hobby, Abendgestaltung. Manchmal ist es Ventil, Spiegelbild und Projektion für meine Wünsche zugleich.

Echo, wenn Kommentare kommen, Selbstbewusstsein, wenn ich verlinkt werde, Soziales, wenn sich Freundschaften und Kontakte ergeben.

Es ist genau das, nur das und genau diesen Sinn erfüllt es gut, alles andere nicht. So wie Gold eben Gold ist und nicht zu Eisen wird und Holz zum Möbel bauen geeignet ist und Papier besser zum Schreiben. So ist das Blog eben zum „Sinnieren“ gedacht, zum Erfinden, zum sich befreien, zum Leute kennen lernen.

Oder es ist Düsternis und Einsamkeit, wenn ich keine Lust auf neue Artikel habe. Das schätzen, was man hat, was man erreicht hat -ohne mehr zu wollen, das ist auch eine Kunst!

Tagsüber geht es schnell her, Menschen rennen aufgeregt hin und her, Geld wird über Ecken und Stationen gereicht und verschoben, nichts steht still. Der Tag rast.

Das Blog hingegen ruht, das Schreiben ruht, Es ist einfach gut, so wie es ist! Man feilt ein wenig an den Textstücken herum, wie ein Künstler an seine Skulptur, nie ist es fertig, immer kann man noch was ergänzen. Wie ein Diamant verändert es seine Farbe, funkelt und strahlt, ist nie gleich! Und es ist so abhängig vom Licht, in dem man lebt. Heute schon die Rollläden hochgezogen??

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Nun, wenn jetzt jemand neben mir sitzen würde, was würde ich erzählen? Ich würde sagen „setz dich, willst du vielleicht was zu trinken, einen Tee oder ein Glas Wein?“.. und ich würde sagen „Probiere doch mal von den Paranüssen, die schmecken sehr gut und machen garantiert nicht paranoid… obwohl… wenn ich so nachdenke… Und die Schokolade kann ich dir auch sehr empfehlen, sehr lecker und so günstig! Nur 33 Cent pro Block, na ist das nichts?

Und ich würde die Musik vorspielen, die ich gerade höre, während ich in meiner eigenen Glückseeligkeit und Ausgeglichenheit lebe. Cafe del Mar tröpfelt aus den Boxen, das Licht ist schummrig, das Zimmer warm… hier ist es warm, die anderen Zimmer sind kalt und unbewohnt… ach ja…

Und, was war bei dir so los? Ich würde fragen und zuhören und mich an deinen Augen erfreuen. Deine Hand halten, deiner Mimik zuschauen, sie bewundern und über dein Haar streichen. Ich würde mich langsam an dich schmiegen, langsam, aber ganz bewusst und dann- mit einmal! – ganz entschlossen deinen Oberkörper packen und ihn zu mir ziehen, dir meine Liebe zum Ausdruck geben und so fest, wie ich nur könnte…

achja…

Und du würdest unangenehm berührt sein, verlegen wegblicken und die Hand von dir schieben und sagen „ach lass mich..“ oder du würdest was dummes sagen und logisch werden und ich würde lachen und mir denken „wie dumm kann man sein, jetzt mit Logik zu antworten!“…

dann wäre uns irgendwann langweilig, wir würden den computer ausmachen und miteinander reden. minutenlang, stundenlang, die Stunden würde verstreichen, wie wären frei, die Zeit spielte keine Rolle mehr, wie hätten sie überwunden, würden reden und reden.. und irgendwann würden wir schweigen, weil nichts mehr zu sagen wäre.. und „Hoppla, die Sonne geht draußen schon auf! Wie spät ist es denn??“ und dann würden wir einschlafen… sehr tief und fest und einfach versinken.

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