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In meinem kleinen Weblog schreibe ich über Psychologie, Philosophie, Kunst und Politik.
Interessierte LeserInnen und freundliche Kommentare sind immer willkommen. Viel Spaß beim Lesen!
Posted by J.A. on Oktober 31, 2014

Happy Halloween!

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Halloween-2Puh! Gerade noch geschafft. (hoffentlich merkt keiner, dass es eine Melone ist..)

Meine christlich-philosophischen und -aus Kommentarspalten großer Newsseiten übernommenen- kulturpessimistischen Überlegungen trage ich dann das nächste Mal vor. Diesmal hatte ich einfach Spaß am Dekorieren und Ausschnitzen. Die Kürbissuppe kommt dann morgen.

Gehört und gelacht hab ich die letzten Tage solche Sachen:

https://www.youtube.com/watch?v=FQniisyjpHo

Atemlos!
Passt zwar nicht ganz zu Halloween, ist im Original aber auch gruselig. ;-)

https://www.youtube.com/watch?v=iWQTHFma_is
Crazy in Love, aus der gleichen Reihe..

 

Und jetzt: Viel Spaß beim Feiern und Gruseln.

 

 

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Posted by Catharina Spangenberg on Oktober 17, 2014

„The Ghost Writer“

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THE GHOST WRITER

ist ein Film des amerikanischen Regisseurs Roman Polanski aus dem Jahr 2010.

Erzählt wird die Geschichte eines namenlosen britischen Ghostwriters (also eines Schriftstellers, der für andere, oft Prominente, Bücher schreibt und dabei selbst namentlich nicht in Erscheinung tritt), der den Auftrag erhält die Memoiren des fiktiven britischen Premierministers Adam Lang zu verfassen.

Bereits zu Beginn erfährt er, dass der bisher mit dieser Aufgabe vertraute Ghost Writer auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen ist und dass nun er dessen Werk fortsetzen soll. Ein ungewöhnlich hohes Honorar lässt ihn die extrem kurze Abgabefrist von nur vier Wochen vergessen.
Durch strikte Geheimhaltungsvereinbarung an das Haus des Verlagsbosses auf Martha´s Vineyard gebunden, entdeckt der „Ghost“ Ungereimtheiten und hochbrisante politische Verstrickungen des Premiers, die ihn selbst zunehmend in Gefahr bringen.
Noch während der Schreibarbeit und den Interviews mit Adam Lang beginnt in Den Haag am Internationalen Gerichtshof eine Untersuchung der Rolle des Premiers im Irak- Krieg. Der Verdacht, Lang hätte sein Land gegen bestehendes Völkerrecht in diesen Krieg an der Seite Amerikas „getrieben“, steht im Raum. Das Anwesen, an das der Ghost Writer mit seiner Arbeit gebunden ist und in dem er sämtliche Gespräche mit Lang führen kann, wird wie ein Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses bewacht;
ausserhalb des Sicherheitswalles sammeln sich auch tatsächlich ständig wütende Kriegsgegner, die Protestcamps errichten.
Als besonders wichtige Beraterinnen des Premiers stellen sich die beiden rivalisierenden Frauen an Langs Seite heraus: einerseits die persönliche Assistentin Amelia Bly und andererseits die Ehefrau Ruth Lang. Während Ruth die etwas unterkühlte, starke und richtungsweisende Frau hinter ihrem erfolgreichen Mann ist, so scheint Amelia durch ihren Sex- Appeal auf Lang zu wirken. Der Ghost Writer deckt im Zuge seiner Recherchen nicht nur Lügen und Falschangaben des Premiers auf, er entdeckt auch, dass sein Vorgänger, der offiziell Selbstmord begangen hat, ebenfalls von diesen beschönigenden Angaben Langs wusste. So erkennt der „Ghost“ die Verbindungen Langs mit der CIA und stößt dabei auf den Namen Professor Paul Emmetts, eines Studienkollegen Langs aus dessen Cambridge Zeiten. Dieser ist über die Waffenfirma „Hatherton“ mit der amerikanischen Rüstungsindustrie verbunden, die der CIA untersteht. Der Ghost gerät zunehmend in Gewissenskonflikte und schwankt zwischen seiner Loyalität seinem Auftraggeber gegenüber und seiner moralischen Pflicht, seine Enthüllungen publik zu machen. Da wendet er sich an Langs stärksten Kontrahenten, den Politiker Richard Rycart, und übergibt diesem das, was er für die Wahrheit über Adam Lang hält. Nach dem Heimflug nach Martha´s Vineyard, auf dem der Ghost Lang begleitet, wird Lang von einem fanatischen Kriegsgegner erschossen. Am Ende des Films entdeckt der Ghost im Skriptum seines Vorgänger die verschlüsselte Botschaft, Ruth Lang würde in Wahrheit als CIA Agentin hinter allem stecken und teilt ihr dies auch unvorsichtigerweise mit.
Beim Verlassen des Gebäudes wird er ebenfalls Opfer eines „Unfalls“.

Roman Polanskis Film glänzt – wie so viele Filme diese Regisseurs – auf mehreren Ebenen. Da ist einerseits die erstklassige Besetzung: Ewan McGregor spielt den Ghost. Der sympathische Schotte ist in Hochform und glänzt in fast allen Szenen des Films. Er portraitiert einen sensiblen (er selbst sagt in einer Szene: “We are sensitive spirits“ als doppelbödige Anspielung auf seinen Charakter) Durchschnittsmann, der etwas naiv hinter die Kulissen der Macht blickt. Da der Film aus seiner Perspektive erzählt wird, kann der Zuschauer auf ein und derselben, unvoreingenommenen Ebene mit dem Hauptdarsteller miterleben und sich seine eigene Meinung bilden. Man schwankt zwischen kopfschüttelndem, verschwörungstheoretischem Denken und einem „Naja, so einfach ist das auch wieder nicht“. So erklärt Adam Lang in einer Szene sehr glaubwürdig seine Aufrichtigkeit in seinem politischen Handeln.

Polanski, dem als Vorlage zu diesem Film der Bestseller „The Gost Writer“ von Robert Harris dient, trägt zur Verarbeitung der politischen Ereignisse rund um den zweiten Irak- Krieg bei. Adam Lang, der unzweifelhaft für den damaligen Premier Tony Blair steht, wird ausgezeichnet von Pierce Brosnan verkörpert, der zeigt, dass er abseits von der James Bond- Stereotypie ein exzellenter Schauspieler ist. Er portaitiert einen Machtmenschen, von dem man etwas klischeehaft davon ausgeht, es handle sich um jemanden, der skrupellos über Leichen geht. Brosnan zeigt aber neben einem starken Mann, der durch eigenes Selbstvertrauen (oft in Eitelkeit umschlagend) Erfolg hat, auch einen verletzlichen Menschen, der Nerven zeigt und sich oft an seine Frau wenden muss, wenn es um wichtige Entscheidungen geht, bei denen er zögert.
Ruth Lang (Olivia Williams) ist die wirklich starke Person in diesem „Stück“. Sie gibt den Ton an und man kann erahnen, dass sie es ist, die die Geschicke Großbritanniens oft lenkt. Sie ist hochintelligent, kühl und berechnend. Sie hat auch wenig Skrupel, eine Affaire mit dem „Ghost“ zu beginnen, als ihr Mann nicht da ist. Und schließlich ist auch sie es, die sich am Ende als Agentin der CIA herausstellt, die so entscheidend auf die Aussenpolitik Großbritanniens Einfluß nimmt.
Ebenfalls herausragend spielt Tom Wilkinson Paul Emmett, den Verbindungsmann der CIA mit Ruth Lang.

Polanski, der ja seit den Siebzigern nicht mehr nach Amerika reisen kann, da ihm dort die sofortige Verhaftung droht, konnte die Dreharbeiten folglich nicht auf Martha´s Vineyard stattfinden lassen (>mehr Info darüber). Stattdessen wurde ein Großteil auf Usedom und in Berlin gedreht; die grandiose Kamera liefert zum Film passende düstere Aufnahmen der tollen Landschaft. Allein diese Bilder erzeugen eine sehr dichte, sehenswerte Atmosphäre, die durch eine ausgezeichnete Filmmusik noch verstärkt wird.

Der Film hat als Aufarbeitung der politischen Hintergründe zum Irak- Krieg vor elf Jahren eine fortdauernde Aktualität. Wir erleben auch heute noch die Folgen der Destabilisierung der arabischen Welt. Saddam Hussein wurde damals ja bezichtigt, Massenvernichtungswaffen zu besitzen; erst nach dem Krieg und Husseins Hinrichtung mussten die USA zugeben, niemals Beweise dafür gewonnen zu haben.
Großbritanniens Tony Blair war einer der glühendsten Kriegsbefürworter und schickte tausende Soldaten in den Irak. Man warf ihm im eigenen Land eine unterwürfige Haltung gegenüber den USA vor; er selbst steht nachwievor zu seiner damaligen Politik.
Deutschland, vetreten durch Aussenminister Joschka Fischer, war sehr kritisch bis ablehnend einem Krieg gegenüber. Denkwürdig ist da zum Beispiel Fischers Pressekonferenz in München, in der er sichtlich erregt sagte: „Wo sind die Beweise, Herr Präsident?“ (an George W. Bush gerichtet).Die Folgen jahrzehntelanger politischer und miltärischer Eingriffe des Westens (und Russlands) in islamisch beherrschte Länder sehen wir heute jeden Tag in den Medien und erleben sie auch in unserem Land; der Film „The Ghost Writer“ leistet ein wichtiges Stück Aufarbeitung.

Alles in allem: Sehr sehenswert!

Posted by J.A. on Oktober 15, 2014

Nano-Viren

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Eine Kurzgeschichte aus dem Weltraum. (Science Fiction)

Burger-Replikator
Nach dem Streß der letzten Tage ist mir eingefallen, dass ich mal wieder was essen muss. Klar, essen muss man eigentlich immer, aber hier auf dem Raumschiff vergesse ich es einfach manchmal. Vor allem wenn ich mit Überlicht-Geschwindigkeit fliege, kann es schonmal sein, dass der Körper und sein Zeitgefühl durcheinander kommen. Ich esse dann einfach, wenn ich Hunger habe! Ein extrem zuverlässiger Sensor! Ich gehe also zum Nahrungs-Replikator und schwebe mit dem Finger über den Display. Hmm.. Lauter bunte, hübsche Icons blinzeln mich an. Eines sieht verlockender aus als das andere. Was hole ich mir denn heute? Meine Wahl fällt auf einen dicken, saftigen Burger, der wirklich lecker und gut ausschaut. Ein dickes, pralles Brötchen und darunter quellt knackig frischer Salat hervor, ein triefendes, saftiges Stück Fleich, kross gebraten, frische Zwiebeln, Gurken, feurig-sauer-süße Soße, genau das was mein Gaumen jetzt braucht. Dazu nehme ich mir noch eine Ladung Pommes. Ihr glaubt gar nicht, wie langweilig das Weltall manchmal sein kann. Wie sehr man sich etwas frisches wünscht, etwas lebendiges, nahrhaftes, biologisches in den Händen zu halten… Ich drücke also auf „enter“ und es dauert keine zwei Minuten, da ist mein Burger produziert und die kleine Schublade aus Edelstahl fährt aus dem Automaten heraus und serviert mir das Gericht. Er dampft sogar! Er sieht teuflisch gut und lecker aus. Ich nehme den Teller mit dem Burger (dieser kommt nachher in die vollautomatische Spülmaschine, eine Erfindung aus dem 20. Jahrhundert, hat sich sehr lange gehalten, nur dass sie heute ohne Wasser arbeitet) und setze mich in die kleine Küchen-Nische mit dem bequemen Sofa aus Kunstleder. Es knarzt etwas, als ich mich hinsetze, jaja, ich weiß hier im Weltall komme ich so selten dazu, Sport zu treiben. Aber das ist Essen ist auch einfach zu gut. (Das ist einer der Gründe, warum ich mich für diese Mission eingetragen habe.)

Als ich mit der Nase am Burger schnuppere, fällt mir auf, dass er nach nichts riecht. Müsste da eigentlich nicht… saftiges Fleich, der feine Duft nach frischem Brötchen, die scharfe Zwiebel- nein- vielleicht die Soße? Ich beiße in den leckeren Burger und schmecke- nichts! nada, absolut nichts! Ich kann es nicht glauben, meine Zunge schmeckt doch den Widerstand, das etwas labbrige Brötchen, die kitzligen Sesam-Körner an der Oberseite, das kräftige Fleich, die spritzende Soße, die knackige Gurke, nur der Geschmack fehlt! Ich kaue weiter und weiter, Bissen für Bissen in der Erwartung, dass es gleich besser wird, schneuze mich nochmal … aber leider nichts, absolut nichts. So eine Enttäuschung!

Ich wundere mich noch ein wenig, ob ich denn nun auch satt davon werde. Rein physisch hab ich den Burger gegessen, nur mental blieb ich auf der Strecke. Keine Freude am Essen, kein Aha-Erlebnis! Seltsame Krankheit. Diese verdammten Nano-Viren vom Planeten Zetta, hätte ich doch nur meine Gesichtsmaske aufgesetzt, wie das hier alle machen. „Aber nein, mir kann doch nichts passieren!“ hab ich noch großspurig vor der Botschafterin angegeben, eine nette junge Dame in einem engen, gelben Kleid, die alle Neuankömmlinge begrüßt und ein eigentümliches Aussehen, aber lockige, blonde Haare hat und fast menschlich aussieht. Und sie ist kein Klon. Das hab ich mir hinterher noch versichern lassen, denn zuerst war ich verwirrt, weil ich meinte, sie schonmal irgendwo anders gesehen zu haben. „Ich bin immun gegen die meisten Viren, das macht die Reise-Erfahrung. haha! Und für alle Ernstfälle hab ich doch noch die medizinische Notfallausrüstung, sie wissen schon, die war sehr teuer, hilft aber gegen fast alles. Bekommen übrigens nur Leute von der interstellaren Führungsebene.“

„Meine Dame“, entgegnete mir die Botschafterin trocken „das mag sein, aber hier auf dem Planeten Zetta haben wir sehr viele Viren, die Atmosphäre und Vegetation des Planeten ist sehr speziell, anders als die meisten anderen Planeten in dieser Galaxie. Viele unserer Viren sind noch in keiner Datenbank der Welt verzeichnet. Ich empfehle ihnen also wirklich, eine Schutzmaske anzuziehen. Hier, wir haben sie in verschiedenen Farben, in pink, in blau, in grün, hier hab ich noch welche mit Muster…“

„Paperlapp, Schutzmaske“ winkte ich nur ab. „Brauche ich nicht! Sehen sie die Luft?“ Ich nahm einen überzogenen, tiefen Zug aus der Nase „Sie ist fantastisch! Und nun arrangieren sie endlich meinen Termin. ich hab nicht den ganzen Tag Zeit, okay?“
~
Und nun sitze ich hier mit diesem seltsamen Virus. Wer weiß, was er schon alles angerichtet hat. In diesem Falle schmecke ich halt nichts. Okay, kein Problem. Kann sogar beim Abnehmen helfen… [sie hebt ihren rechten Arm und dreht ihre Finger auffällig gegen das künstliche Licht der Kabinenbeleuchtung]. „Und hier ist auch noch nix. Keine Flecken, keine Pickel, keine seltsamen Verwachsungen. Pah! Was soll also die ganze Aufregung?
Moment, spreche ich etwa mit mir selbst? Nein, das waren nur laute Gedanken..“

„COMMANDER, BITTE AUF DIE BRÜCKE!“ Die automatische Computer-Stimme unterbricht meine Gedanken. Ich wische mir noch die letzten Krümel vom Mund und eile nach vorne.

Posted by J.A. on Oktober 14, 2014

Die Ego-Energie

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(beim Schreiben gehörter, dazu passender Song)

FlyingDuck3

Das Raumschiff fliegt weiter, als sei nichts geschehen. Also doch nur eine Illusion! Was kümmern mich schon Raum und Zeit, wenn ich das Jetzt haben kann? Ich muss mich nochmal zwicken, dann entsteht vielleicht mehr Klarheit. Vielleicht eine Folge des Reizentzugs, hier auf dem kalten, sterilen Raumschiff? So einsam, keine Menschen. Nur meine eigenen Gedanken, die mich zuverlässig quälen und monoton beschäftigen. Da muss man ja irgendwann am Rad drehen!

Wer weiß, das Weltall ist doch groß, da gibt es noch andere Sterne und Kometen, und Galaxien und Sternschnuppen und schwarze Löcher… (die all die positive Energie von anderen verschlingen und daraus noch ein Geschäft machen.) Schon wieder ein Warp-Antrieb mehr verkauft! Sieh an, wie sich das Konto mit immer neuen credits füllt. Aber nein, wir machen uns ja nichts aus materiellen Dingen, sind vielmehr wie Lichtstrahlen, beinahe ohne Substanz, eine einzige Welle-Teilchen-Dualität voller Intelligenz…

Das Weltall ist soo groß und es bringt mir soo viel! Ich sitze wieder aufrecht am Steuer und tippe den neuen Kurs in den Navigations-Computer ein. Etwas zittern die Hände noch, aber ein großer Schluck aus der Bord-Pulle (für Notfälle) wird schon dabei helfen, wieder einen „klaren Kopf“ zu bekommen.

Zu allem Übel hab ich mich auch noch angesteckt! Die Bedienung des Computers wird dadurch erschwert. Überall kleckert die Nase drauf. Das Display verschmiert und die Zahlen kann ich kaum noch erkennen. Die Bord-Taschentücher gehen langsam zu Neige, ich sollte mal wieder eine Ladung aus dem „Aldi-Replikator“ ziehen. Die Nasen-Schleimhäute kämpfen mit dem teuflisch kleinen, aber hartnäckigen Viren der Besserwisser, der im Rampenlicht-grinsenden und Aufmerksamkeits-haschenden Aufblas-Nukleinsäuren. Was für ein Kampf! Wie gerne wäre ich eine von ihnen. Irgendwo reinsetzen und tausendfach vermehren! Ist ja egal, ob ich wichtig bin oder nicht, hauptsache vermehrt!  Nun es ist nicht verwerflich, es erzeugt sogar einen faszinierenden Sog. Lass- mich- mitmachen! Wie Lemminge springen wir nun alle brav von der Tischkante. Dieser Sog lässt mich eine Weile hinterher fliegen, bis ich dann wieder scharf abbremse und mit der Kraft meines Willens (meines, so sagt man, überflüssigen Verstandes) anhalte, auftauche und mich frage, wie ich eigentlich in diesen Teil der Galaxie geraten bin und ob es noch Sinn machen würde, weiterzufahren.

Mein Immunsystem ist aufgedreht wie selten, kämpft mit allen Mitteln den Schleim des Ego-Sogs aus allen Poren. Die Nase läuft und läuft, dazu tränen die Augen. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass es Tränen sind, die „einzige Emotion“. Nein, da ist noch mehr. Enttäuschung über das Leben in feinen Abstufungen. Erkenntnisse, die sich wie Zwiebelhäute voneinander lösen und immer mehr des eigentlichen „Kerns“ zum Vorschein bringen. (Dieser hört nämlich auf zu existieren, die Häute verschwinden, die Zwiebel auch und zurück bleibt nur das „Jetzt“, das unbeschwerte Sein, das – ohja- theoretisch perfekt sein könnte, wenn da nicht…)

Das Weltall ist ja auch mehr, als nur „warm“ und „kalt“- es gibt z.B. auch lauwarm. Oder halb-lauwarm. Oder halb- halb- halb lauwarm, kurz vor abgekühlt.

Nun, das wird es sein.

Mich fröstelt schon wieder etwas. Ich sollte mir einen Schuss Aufmerksamkeit besorgen, ein bisschen Ego-Energie zum Mitnehmen. Hier ein paar Likes, da ein paar Follower mehr. Das Ego! Nur ein Schelm, wer böses darüber denkt…

Energie!

Posted by J.A. on Oktober 12, 2014

Frankfurter Buchmesse 2014

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Von Querbeeten und allerlei

Ich denke noch über den Besuch auf der Buchmesse nach. Einen umfangreichen Bericht wollte ich schreiben, möglichst mit allen Details, allen Impressionen, fein säuberlich ausgearbeitet. Dazu noch die Fotos, die Flyer und Links zu Verlagen und neuen Büchern oder anderen interessanten Ideen. Aber kann ich das überhaupt? Und vor allem jetzt, wo es dunkel ist und ich schon wieder müde und schläfrig werde…wahrscheinlich muss ich den Bericht in mehrere Teile oder Revisionen einteilen.

Das beste ist, einfach vorne anzufangen! Wir sind mit dem Zug nach Frankfurt gekommen, den Bahnhof kannte ich noch nicht. Frankfurt für mich sowieso ein eher unbekanntes Pflaster. 700.000 Einwohner hat die Stadt, hab ich beim Recherchieren herausgefunden- wusste gar nicht, dass es soviele sind. So eine große Stadt, fast eine Millionenstadt und ich kann mit dem Zug von Mannheim in 34 Minuten hinfahren- und kenne sie doch kaum.

Vom Bahnhof zur Messe sind es ca. 900 Meter. Dahin kommt man recht schnell zu Fuß und braucht die U-Bahn nicht unbedingt zu nehmen. Man kommt durch eine riesige Häuserschlucht mit wichtig aussehenden Hochhäusern, mit viel Edelstahl und glänzenden Glasfassaden. Die Mauern davor sind aus purem, schwarzen, hochglanz-polierten Granit. Überall kommt einem der Luxus des Banken-Viertels entgegen, teure Luxus-Cafés für Banker und andere Geschäftsleute reihen sich aneinander – kommt man aber näher auf den Bahnhof zu, gibt es plötzlich wieder Döner-Laden und einfachere Geschäfte. Das Klientel, das einem entgegen kommt, wirkte tlw. sehr gepflegt und jeden zweiten der, in Smartphone-vertieften Männer, hätte man -angesichts perfekt sitzender Anzüge und tadellosem Aussehen- auch für ein Model-Casting engagieren können.

Mir wurde das Laufen schon fast zuviel, da kam endlich der Eingang zur Messe. Flughafen-Atmosphäre macht sich plötzlich breit. Überall breite Gänge, Laufbänder in der Horizontalen und breite Tunnel aus Glas, mit dem man im ersten Stock von Halle zu Halle „jetten“ kann. Man wird von Studentinnen mit Flyern und Prospekten eingedeckt. Überall herrscht eine geschäftige, aber durchaus freundliche und offene Atmosphäre. Das ist der Grund, warum ich Messen so liebe! Von einer Stelle aus dem Glastunnel konnte man schön das Messe-Gelände überblicken und sich schon einmal einen Eindruck über die Ausmaße des Geländes machen.

Buden waren aufgebaut, Bierzelt-Garnituren und dann mehrere Zelte. Ich schaute kurz über die Szenerie, wurde dann aber wieder vom vorbeifließenden Besucher-Strom angesteckt und mitgerissen. Stillstand unmöglich, alles ist im Fluss! Wir beschlossen erstmal in der Halle 3.0 anfzufangen. „Belletristik und Sachbuch“. Und rein ins Getümmel!

Stand reiht sich an Stand, tlw. interessante Dinge, teilweise uninteressant. Ja, wo soll man die Prioritäten setzen, was ist wichtig und was nicht? Neben den großen Verlags-Ständen von FAZ, Süddeutsche und Welt reihten sich kleine Nischen-Anbieter, ein paar Leute, die sich auf esoterische oder ökologische Themen spezialisiert haben, dann wieder Fußball-Bücher für Kinder oder ein breites Angebot für den neuen Trend des „Self Publishing“. Das hat mich diesmal besonders interessiert und an diesen Ständen hab ich auch mehr Zeit verbracht. An einer Stelle gab es auch ein Forum, in dem vier Leute zusammensaßen und von ihren aktuellen Erfahrungen mit Self-Publishing berichteten. Wir setzten uns kurz hin und lauschte dem Vortrag. Das erste mal kehrte so etwas wie Ruhe und Besinnung ein.

Die Klang-Qualität war allerdings schlecht, die Boxen zu leise. Am Rande des Geschehens bekam man nicht mehr soviel mit.

Wir gingen weiter, ich wusste nicht so recht wohin und wurde von Eindruck zu Eindruck gejagt, da kam plötzlich eine kleine (zierliche) Frau in blauem Kleid und mit schnellem Schritten an mir vorbei, ich blinzelte kurz und fragte mich „kann das sein?“ da war mir klar, dass gerade Sarah Wiener an mir vorbeigeeilt war. Wow! Das erste Wow-Erlebnis an diesem Tag und genau das, was mir schon öfters erzählt wurde, wenn das Gespräch auf die Frankfurter Buchmesse kam. „Promi-Spotting par excellence!“.

Gut, ganz unschuldig bin ich nicht, denn ich muss zugeben, dass ich die „Sarah Wiener Kochshow“ schon vorher als Programm-Punkt herausgesucht hatte, aber überraschend war es dennoch. Ich schaute auf die Armbanduhr.. noch 20 Minuten bis 13 Uhr, also auf zur Gourmet Gallery, die Gänge waren voll und wer weiß, wer noch alles die Idee hatte, die begabte Köchin mal in live, in action zu betrachten?

Wir schlenderten also zur „Gourmet Gallery“, das ist ein etwas abgetrennter Bereich auf der Messe mit Bühnentechnik, Kamera und Show-Küche. Sponsor-Werbung inklusive. Sarah Wiener war schon voll in ihrem Element und die Zuschauer standen in Trauben um sie herum. Zuerst war ich etwas enttäuscht, weil ich in der hinteren Reihe fast nichts erkennen konnte. Nach und nach entstand aber durch das Kommen und Gehen der Besucher, kleine Lücken, in die man schnell vorstoßen und Zentimeter um Zentimeter „gutmachen“ konnte. Frau Wiener sprach in einem herrlichen österreichen Akzent, wirbelte zwischen Pfannen, Töpfen, ihrem neuen Kochbuch und einem munteren Schlagabtausch mit ihrem Assisstenten hin und her. Dabei war schon nach weniger Zeit klar, dass sie ihre „Biolinie“ voll ausbaut und in jedem zweiten Satz kamen Hinweise zum „gesunden und nachhaltigen Kochen“, zu all den Verboten, was man nicht benutzen oder essen darf und es entstand neben der fabelhaften Küche und dem ursprünglichen, bestimmt schmackhaften Worten und Gerichten ein fahler Beigeschmack des Dogmatischen und Oberlehrerhaften. Das kannte ich so von ihr schon (aus dem Fernsehen) und es hat mich nie gestört. Da ich die meisten Ansichten auch teile und nachhaltig kochen und biologisch ernähren auch gut finde. Es war aber ein wenig zuviel des Guten, sie schlitterte von giftigen Tefal-Pfannen, über H-Milch, Zitronensäure, Glutamat und Trennmitteln in Kochsalz, zum selbstgemahlenen Pfeffer, Petersilie mit (oder ohne?) Stängel und den guten, nahrhaften Kürbissen hin und her. Vom live gekochten Gericht selbst bekam ich nicht soviel mit, zwischendurch wurde aber eine Soße oder ein Pesto herumgereicht, das ganz gut duftete. Wir waren schon etwas müde und setzten uns abermals hin. In einem Regal hinter uns gab es das besagte Kochbuch. Es war sehr schön aufgemacht, hat ein tolles Design und auch leckere Gerichte. Ich fand, dass das Blättern im Buch, mit meinem eigenen Tempo und meinen eigenen Gedanken dazu viel besser war, als diese Kochshow, die augenscheinlich für die Massen produziert wurde und ein bisschen eine Werbe-Veranstaltung in vielerlei Hinsicht war.
Daher beschloss ich kurzerhand, mir dieses Buch auf den Wunschzettel zu setzen und wer weiß, vielleicht hab ich ja an Weihnachten etwas Glück und war artig genug. ;-)

Wohin sollte es nun gehen? Die Gänge mit den vielen Ständen waren endlos. In der Bilder-Galerie gibt es ein paar Eindrücke dazu. Zwischendurch wurden wir angesprochen und eingeladen, uns auf einer Wand mit vielen bunten Postkarten zu verewigen. Man sollte kurz aufschreiben, warum man Buchhandlungen mag, konnte seine Adresse eintragen und an einem Gewinnspiel teilnehmen. Eine schöne Idee, die eine große, bunte, beklebte Wand mit Namen und Sätzen hinterließ.

Ein paar Schritte weiter und schon wieder entdeckten wir einen Promi, diesmal am Stand der Süddeutschen. Es war Herbert Feuerstein mit seinem neuen Buch.  Ich traute meinen Augen kaum, realisierte aber schon bald die Authentizität dieses ungeschminkten, fernsehfreien Ereignisses, dass dem Vorbild sehr nahe kam. Sprich: Im Fernsehen wirkt Herr Feuerstein genauso wie hier auf der Bühne. Er ist etwas klein und hat ein verschmitztes Auftreten und einen angenehmen, ruhigen Stil. Auch hier verweilten wir also und lauschten den interessanten Worten.

Nachdem wir in dieser Halle fertig waren, beschlossen wir in die Halle mit den Comics zu gehen, landeten dabei aber versehentlich in der Kinder- und Jugendbuch-Abteilung. Nicht schlimm, denn auch diese war genau unser Geschmack und nahm einen großen Teil unseres Zeit-Budgets in Beschlag. Die Stände waren alle sehr hübsch gestaltet, besonders aufgefallen sind uns die bunten, hochflorigen Teppiche und das wirklich breite Angebot an Kinder- und Jugendbuchliteratur.

Zwischendurch stolperten wir anscheinend gerade in die Verleihung des deutschen Cartoonpreises, denn kein anderer als Marcus Weimer (von Rattelschneck) war auf der Bühne und stellte sich lustigen (aber leider abgelesenen) Fragen einer Moderatorin. Im Publikum machte sich Gelächter und gute Laune breit, denn der Autor dachte nicht daran, „seriös“ zu antworten und beantwortete die Fragen auf seine eigene, lustige Weise. Natürlich mussten wir dann auf gleicher Ebene auch noch den Titanic-Stand ansehen.

Nach den vielen Eindrücken brauchten wir abermals eine Pause und erkundeten zum ersten Mal den Außenbereich. Wie es der Zufall so will, wurde gerade der „Grüffelo-Zeichner“ Axel Scheffler vorgestellt. Eine kreischende Menge von Kindern unterschiedlichen Alters nahm ihn begeistert in Empfang.

Zum Schluss kam noch ein Teil der vierten Halle auf das Programm, wobei wir hier um die (trockene) Verlagssoftware einen Bogen machten und direkt auf die Abteilung „Papeterie und Geschenke“ zusteuerten. ;-) Für die Sachbuch- und Wissenschaftabteilung in der selben Halle reichte die Zeit dann leider nicht mehr ganz. Auf dem Terminplan waren- gleichsam als Höhepunkt und Abschluss des Messebesuchs- noch ein paar Lesungen im Agora-Lesezelt anberaumt, das wir dann auch sichtlich genossen, weil man hier endlich einmal sitzen konnte und dank des Sponsors (Meßmer) auch kostenlosen, leckeren Tee serviert bekam! Neben all den informativen und gut gemachten Lesungen unterschiedlichster Autoren, versteht sich.

Den MC Fitti- Auftritt verpassten wir daher, nicht aber die Bässe und das Gekreische an Jugendlichen Fans, das er keine 200 Meter von uns entfernt auslöste.  Das ist überhaupt die Stärke der Buchmesse, Künstlerinnen und Medien unterschiedlichster Couleur unter einen Hut zu bringen und einem breiten Publikum schmackhaft und greifbar zu machen. Von einer Krise des Buches hab ich auf jeden Fall dieses Mal noch nichts mitbekommen. Die neuen Medien, vor allem die Ebooks, waren erstaunlich unter-repräsentiert, ich hoffe dass sich diese Ignoranz nicht eines Tages rächen wird – und dass treue LeserInnen des klassischen Buches weiterhin ihr eigenes Zutun zum Kultur-Klassiker leisten werden.

Buchmesse 2015, wir werden uns wiedersehen!

Und für euch Leseratten kann ich es als „Tipp“ weiterempfehlen… wer weiß, vielleicht machen wir mal ein BloggerInnen-Treffen dort?