Gender Gedanken

image_pdfimage_print

Im aktuellen Podcast geht es um unterschiedliche Gender-Gedanken. Ich reflektiere nochmal meine eigene Lebensgeschichte und vergleiche sie mit denen von jüngeren TS-Frauen. Was für Unterschiede fallen mir auf? Wo gibt es Probleme und „Schmerzen“ ? Wie gelingt die Selbst-Akzeptanz? Wo kann man sich selbst einordnen? Wie ist ein Geschlecht und eine „Identität“ überhaupt definiert?
Nur mit der Sprache gelingt eine Annäherung.

Semina

image_pdfimage_print

Semina greift Dir an die Schulter und lächelt Dich freundlich an „Mensch Juana, da bist du ja!“
Du erschrickst fast ein bisschen, als du sie siehst. Du hast sie irgendwie nicht erkannt. Obwohl Du zweimal am Café vorbei gegangen bist und ganz gründlich nach ihr gesucht hast. Du hast sie einfach nicht gesehen.
Wie auch? Dein Herz schlägt Dir bis zum Hals und du fühlst dich furchtbar nervös. Du bist eine halbe Stunde zu früh in der Stadt gewesen… hast Dir noch den schönen Brunnen und die schlichte Kirche angeschaut. Die Stadt war voll, voll mit Menschen, die in den Cafés auf der Fußgängerzone gesessen, gelacht und erzählt haben. Du musst alle Menschen unwillkürlich anschauen, beobachten, ja fast anstarren. Du bist plötzlich so interessiert an Menschen! Du spürst eine große Sehnsucht, dich einfach in eines der Cafés fallen zu lassen und ein Teil von ihnen zu werden.
Aber der Treffpunkt ist ja woanders. Du hast ein wenig Durst und musst auf Toilette. Aber es geht noch und so beschließt Du ein paar Fotos von den Innenräumen der Kirche zu machen. Es gibt sogar eine Toilette hier, aber davor ist ein großes Eisengitter mit einem Vorhängeschloss. „Nicht heute!“ denkst Du dir.

„Wie gehts Dir denn so?“ Sie schaut dich mit großen Augen an… aber du ringst noch mit der Fassung und mit dir selbst. Hier sind überall Menschen um dich herum. Sie sind so nah. Es ist so warm, du bist das nicht gewohnt. Sie sitzt da in einem wunderschönen hellen, weißen Kleid mit ein paar Blümchen drauf und wirkt so nett und strahlend. Es ist einfach überwältigend, sie anzuschauen! In ihrem ganzen Wesen ist all das, was du sehnst, was du liebst, was du begehrst. Was du nie warst und nie sein wirst, egal wie du dich auch anstrengst. Sie ist die Freundlichkeit in Person… und diese Freundlichkeit, dieses göttliche Wesen hat sich die Zeit genommen, mit dir einen Kaffee zu trinken. Da bekommst du erstmal keine Worte raus und du merkst, wie du verschlossen bist. Langsam beobachtest du die Menschen um euch herum, ob irgend jemand irgendwas auffällt.. was da überhaupt für Menschen sind. Dann bestellst du etwas zu trinken. Du nimmst einen Cappucino und sie einen Eiscafé.

Ihr plaudert. Langsam wirst du lockerer. Du denkst nicht mehr über Deine Stimme nach.. oder wie du wirken kannst. Sie macht es Dir leicht, dich zu öffnen. Ihre freundliche Art lockert Dich und öffnet alle Schranken. Es ist verblüffend, das zu erleben. Du hast dich selbst eigentlich immer für einen lockeren, offenen Menschen gehalten. Aber wenn du dich mit ihr vergleichst, dann warst du vorher ein Stück Stahl, in das man einen Nagel aus Butter schlagen wollte.

Die Zeit verrennt wie im Flug. Du weißt gar nicht mehr genau, was du gesagt hast. Du glaubst, dass es sich dumm angehört hat. Etwas planlos. Du ringst nach Worten und Erinnerungen. Nichts fällt Dir ein. Der Moment ist noch zu stark. Wie gebündeltes Licht aus einem Laserstrahl, der sich direkt durch deine Seele brennt.

Hin und wieder lacht sie über deine blöden Gedanken. Du freust dich, dass es Dir gelingt, wenigstens ein bisschen witzig zu sein.

Ihr beschließt, euch an diesem schönen Tag noch etwas anzuschauen. Also bezahlt ihr die Getränke und geht ein bisschen durch die Fußgängerzone. Die Bewegung tut gut. Endlich kommt etwas Luft an die Arme… hier sind noch mehr Menschen. Aber du siehst die anderen nicht, du siehst nur SIE. Du hast die Haare auf gemacht und trägst sie jetzt auch lockerer… deine eigenen blonden Haare werden vom Gegenwind ordentlich durchgewirbelt. Sie geht sehr schnell den kleinen Hügel hinauf, du hast Mühe, mit zu halten. Nach ein paar Minuten trefft ihr einen jungen Mann, der etwas „besonders“ aussieht. Jung und kräftig, er wirkt aggressiv und entschlossen. So jemanden würdest du fürchten, wenn du alleine unterwegs bist. Aber er kennt deine Begleiterin und begrüßt sie freundlich! Sie sind alte Schulfreunde. Deine Freundin plaudert mit ihm, als sei es das normalste der Welt. Er ist ganz nett, an dir aber gar nicht interessiert. Er will einen trinken gehen.

Du bist erstaunt, wen sie alles kennt und wie klein die Welt ist. Und wie leicht sie sich mit anderen Menschen tut. Du wünscht Dir, dass du auch diese Lockerheit und Normalität hättest. Aber du bist besonders. Du kannst es dir nicht aussuchen. Du bist so, wie du bist.

Ihr geht in das Museum. Die Taschen werden eingeschlossen. Da gibt es viele Spinde mit Nummern drauf, fast alle sind leer an diesem Samstag. Du fragst sie nach ihrer Lieblingszahl. Blöde Frage, denkst du dir, warum frage ich das eigentlich? Aber sie hat tatsächlich eine Antwort darauf… das ist verrückt.
Sie wundert sich nicht über deine Frage, sondern beantwortet sie so selbstverständlich, als wenn du nach ihrer Lieblings-Fußball- Mannschaft gefragt hättest.

Ihr schaut euch moderne, abstrakte Kunst an. Die Räume sind kühl und weiß und nackt.
Die Kunst ist schlicht und grau. Die Aufsichtsperson wirkt skurril und welt-entrückt. Sie starrt den ganzen Tag auf diese farblose, graue Kunst, die sich fast kein Mensch anschaut.

Im nächsten Stockwerk wird es bunter und lebendiger. Hier fühlt ihr euch wohler. „Ah neue Sachlichkeit“ Ein Kunstkenner ist mit seiner Gattin unterwegs und begutachtet fachmännisch die ausgestellten Stücke.

Es geht weiter nach oben… die Werke werden immer besser und interessanter. Sie interessiert sich für alles, so wie du. Es ist so… als ob ihr das schon seit 20 Jahren so macht. Es fühlt sich normal an.

Nach dem Museum geht ihr noch was trinken. Sie bestellt sich ein Bitter Lemon und du nimmst ein Tonic Water. Plötzlich merkst du, wie eine Angst in dir aufsteigt. Die Zeit, sie rennt. Was schon drei Stunden?
Du hast Angst vor diesem Moment der Trennung. Er ist mit Schmerz verbunden. Du drückst sie herzlich und fest.

Dann ist sie weg.

Bilder…

image_pdfimage_print

Ein paar Bilder von mir. Beim letzten Backup bzw. der Neuaufsetzung des Blogs sind leider alle Bilder verloren gegangen.

Die letzten Selfies mit der alten Kamera:

I didn´t change the pictures, but the pictures changed me
Standard Selfie-Lächeln

Und hier kommen Selfies mit der neuen Kamera, die statt zwei Megapixel fünf Megapixel hat und etwas weniger rauscht:

Oldschool
meine rote Seite
meine ausgeglichene Seite
Die Nette

Außerdem hab ich beim Graben auf der Festplatte noch dieses ältere Bild gefunden:

Twins

Es ist von 2004 oder 2005. 😉 Hab echt lange keine richtigen Fotoshootings gemacht und sollte das mal wieder machen.

Ein Bild von Fritz und meiner Cousine (man beachte das lustige Hintergrund-Bild. 😉 )


Meine Cousine und ich:

Zum Schluss zeige ich euch noch Bilder von meiner Oma und meinem Opa.
Beide sind leider schon tot. Aber es gibt viele Bilder, also diese Leidenschaft liegt wohl in der Familie.

Meine Oma (im Vordergrund)

Meine Oma und Opa.. vor sehr langer Zeit.
Ca. in den 1930ern.

 

Menschen…

image_pdfimage_print

Passender Song: Feed Your Head

da ist diese Frau, die am Eiscafé vorbeigeht. Sie schaut kurz rüber, aber mir direkt in die Augen. Ich spüre Ihren Blick, aber ich kann ihn nicht deuten.. Es ist nur ganz kurz… vielleicht eine halbe Sekunde lang. Dann schaut sie wieder weg. Aber ich hab genau gemerkt, dass sie mich in dem Moment erfasst hat.. ganz deutlich… es ist so eine Verbindung, schwer zu sagen, was genau, einfach ein Fühlen.
Ein Fühlen „auf gleicher Wellenlänge“ vielleicht? Oder nur ein „Abchecken“… ein „Vergleichen“? Ich merke, wie ich genauso neugierig wie sie zurückschaue. Ich kann fast durch sie hindurch schauen. Ich erkenne alles ganz klar. Was sie in dem Moment fühlt, wo ihre Schwachstellen sind und was ihre Stärken. Ich kenne sie erst seiner einer halben Sekunde und sie ist mir schon vertraut. Seltsam! Sie ist ungefähr so alt wie ich, auch blond, chic gekleidet. Sie hat eine Sonnenbrille, die sie in ihre Haare schiebt. Sie steht vor einem Schaufenster mit einer modischen Auslage. Sie schaut mich ganz durchdringend und klar an. Es ist mir fast unangenehm. Dann aber schaut sie weg… als sei nichts gewesen.

An dem Tag treffe ich noch mehr Menschen. Die jungen Menschen mit ihren Taschen und bunten Klamotten vor der Mannheimer Uni. Sie kommen mir inzwischen wie Kinder vor..dabei war ich auch mal so alt. Schlank, jung, glatte Haut, die Augen noch wissbegierig und offen für neue Eindrücke.

Da ist der Afrikaner mit den Dreadlocks im Rollstuhl .. allein für sich ein interessanter Anblick. Er rollt durch die Hifi-Abteilung des Elektronik-Marktes und wippt mit dem Kopf zur Musik der ausgestellten Ware. Ein Bild für die Götter. Um ein Haar bleibe ich stehen und möchte ihn fotografieren oder filmen. Dann wiederum denke ich, dass das ja sehr unhöflich wäre… und ärgere mich fast im gleichen Augenblick darüber, so schüchtern zu sein. Und was, wenn es das Bild des Jahres geworden wäre? Schnell verwerfe ich den Gedanken wieder.

Im Eingang steht noch eine Studentin. Sie hat den undankbaren Job für ihre „Chefs“ eine Markt-Umfrage zu machen. Nachdem meine bessere Hälfte keine Antwort geben möchte, ich die Frau aber so nett finde und sie mir „leid tut“, beantworte ich schnell die Fragen. Sie ist ganz akkurat, stellt brav eine Frage nach der Nächsten. Es ist gar nicht so schlimm. Was ich denn hier mache, was ich gekauft habe und ob ich in der letzten Zeit Werbung gesehen oder gehört hätte.

Wir gehen in ein anderes Geschäft. Da spüre ich spontan „Abneigung“. Die Ware ist teuer, die Verkäufer sind unfreundlich oder über-ambitioniert, auf jeden Fall in keinem guten Verhältnis. Eine Frau sitzt gelangweilt vor der Kasse und beobachtet mich, wie ich mich mit der nicht passenden Ware abmühe. Auch nach vier Teilen passt immer noch nichts. Genervt gebe ich auf. Wir fahren fünf Stockwerke mit dem gläsernen Aufzug nach unten. Wenigstens ist der Besuch nicht ganz umsonst gewesen.

Auf der Straße treffe ich sehr viele Leute unterschiedlichster Geschlechter und Nationalitäten. Es ist schwer, sich im Nachhinein an irgendjemand bestimmtes zu erinnern… man ist mehr durch eine anonyme Masse gegangen und selbst auch größtteils anonym geblieben. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass die meisten Menschen interessiert und aufgeschlossen schauen und alle recht zufrieden sind. Das liegt bestimmt am guten Wetter.

Ich frage mich dabei häufig, was eigentlich „deutsch“ ist? Ob man darüber traurig sein solllte, dass alles gemischt wird, dass „wir“ inzwischen aus so vielen unterschiedlichen Nationalitäten bestehen? Dann frage ich mich, was denn „deutsch“ sein primär ausmacht. Ich denke, wer innerhalb der deutschen Ländergrenzen lebt, hier arbeitet, Geld verdient und auch noch unsere Sprache spricht, kann durchaus „deutsch“ genannt werden. Es ist doch eigentlich eine tolle Sache, wenn „unser Land“ bei anderen Menschen so hoch im Kurs steht und so beliebt ist, dass so viele Menschen kommen. Das ist primär nichts, über das man sich ärgern muss. Ich stelle mir die Frage in der letzten Zeit sehr oft, weil ja diese Themen „Asyl“, „Zuwanderung“ und „Flüchtlinge“ in den Medien über-proportional vertreten waren und man auch entsprechend viel negatives gehört und gelesen hat (gerade in den Kommentaren großer Zeitungen z.B.). Natürlich verändert sich das Land auch durch die vielen verschiedenen Kulturen, aber verliert es deswegen seine „Seele“ oder seine „Identität“? Und wenn, warum fürchten wir uns davor so sehr? Vielleicht weil wir keine deutsche Seele sehen oder erleben und daher einen möglichen Verlust noch viel mehr fürchten? Sind wir so unsicher über uns selbst geworden, dass wir eine „scheinbare Bedrohung“ von außen als so schlimm erleben? Ich schaue mir die Frauen aus islamischen Ländern an, wie sie selbstbewusst mit Kopftüchern durch die Stadt gehen. Eigentlich sehen sie auf ihre Art und Weise auch chic und jung aus. Sie passen zu den anderen hübschen Frauen, die hier gehen- nur dass sie eben eine andere Einstellung zu Ihrer Kopfbedeckung haben- das ist alles. Es kommt mir mehr vor ein modisches Accessoire oder eine Übereinkunft mit ihrer Einstellung. Nichts, vor dem ICH mich fürchten müsste. Manchmal sieht man einen Mann, der zwei Frauen dabei hat, diese tragen wiederum Kopftücher. Es ist schon ein seltsames Bild. Aber muss ich diese Menschen deswegen fürchten? Ich schaue ihnen in die Augen, will irgendwas „lesen“, aber ich ernte nur genau den gleichen, neugierigen Blick, den ich ausgesendet habe. Da ist erstmal nichts „Schlimmes“, nichts „Fremdes“ oder „Anderes“… das alles entsteht erst im Kopf, durch die vielen Konzepte, die das Leben so schwer machen.

Podcast: Leben und leben lassen

image_pdfimage_print

Neuer Podcast ist da:

Es geht hier um die Frage nach der Einstellung „Leben und leben lassen“. Ich mache mir Gedanken, wie ungenau Sprache eigentlich ist und wie sehr sie von jedem Menschen individuell interpretiert wird. Damit entstehen auch schnell Missverständnisse. Ich frage mich selbst, wie ich mit Kritik umgehe und warum ich kein „großes und erfolgreiches Blog“ habe- was (vermutlich) wiederum zu mehr Gegenwind und Kritik führen würde.

Was macht eigentlich glücklich? Wie kann man Toleranz im täglichen Leben üben und warum macht das frei?

Darum geht es in diesem Podcast. Viel Spaß beim Hören! (Das Gähnen vom Anfang hört später auf- sorry war schon nach 0 Uhr gestern)

J.A. Blog Schließung und Neuanfang 2018

image_pdfimage_print

Draußen schneit es. Der Winter will nicht so richtig enden, aber der Frühling kommt trotzdem…

Die Hacker auf der ganzen Welt werden immer aggressiver. Es ist daher wichtig, dass man von Zeit zu Zeit Backups macht und seine zarten Textpflanzen gegen gierige Einflüsse von außen gut abschirmt..

Mein altes „J.A. Blog“ besteht seit 2008. Die Datenbanken werden immer voller und das Projekt wird unübersichtlicher. Der Schutz gegen Viren wird daher schwieriger.

Ich werde daher dieses Jahr einen Schnitt machen und alle alten Texte erstmal aus dem Netz entfernen.
Das „J.A. Blog“ hat seinen Dienst getan und wird abgeschaltet. Wer möchte, sollte sich alte Texte ausdrucken und speichern, denn in ein paar Wochen ist es dann vorbei.

Meine Schreibprojekte werden- wie schon angesprochen- auf www.julia-adriana.de weitergehen.
Ich werde das Projekt komplett neu aufziehen. Die Archive mit den alten Texten und Inhalte werden noch wichtiger.
Damit das ganze nicht so sehr „Kraut und Rüben“ wird, muss ich aber alte Texte nochmal durchgehen und neu zsuammenfassen.
Das ist gut für den Leser. Dann werden endlich einmal alle alten Schreibfehler entfernt und die schlechteren Texte geraten in Vergessenheit. 😉

Auch die inhaltlichen Schwerpunkte werde ich wohl neu setzen. Das hat auch damit zu tun, dass sich bei uns viel tut. Im Inneren wie im Äußeren. Die Kunstprojekte passen sich dem veränderten Leben an. Es wäre ja schlimm, wenn es nicht so wäre.

Was kann man also erwarten?

Reisen und Erlebnisberichte werden wahrscheinlich noch wichtiger werden. Das hab ich schon immer gerne gemacht.
Ich finde, Blogs sind eine gute Ausdrucksform für die persönlichen Erlebnisse, die man jeden Tag so macht.

Ich würde mich gerne noch mehr mit anderen BloggerInnen vernetzen und werde da demnächst auf die Suche gehen.
Die Blogs sind nicht tot! Man muss sie nur selbst wieder beleben. Von nichts kommt nichts.

Politik ist mir weiterhin auch wichtig. Leider sind politische Themen oft „spalterisch“, d.h. sie stehen zwischen den Menschen und erschweren den guten Umgang miteinander. Man streitet plötzlich über Inhalte und Thesen und vergisst die gemeinsame Basis. Daher werde ich versuchen, die politischen Themen zu reduzieren (sofern mir das möglich ist).

Vernetzung mit sozialen Netzwerken: Das ist sehr wichtig, weil hier die meisten Besucher kommen.
Aber nur alles auf Facebook posten und die eigene Präsenz völlig zu vernachlässigen, kann auch nicht sein.
Schließlich hat man auf der eigenen Webseite die meisten Rechte und die meisten Möglichkeiten.
Es ist aber auch sehr schwierig geworden,weil die großen Internetkonzerne „Traffic abziehen“ und die deutschsprachige Blogosphäre nicht gerade „boomt“.

Bilder. Werden vermutlich noch wichtiger. Auf Instagram habe ich gemerkt, dass Bilder es schaffen, Brücken zu bauen und von jedem verstanden werden. Sie sind noch mächtiger als Sprache.. sie sind universeller und haben oft mehr „Gefühl“. Zum künstlerischen Selbstausdruck gehören sie auf jeden Fall dazu.

Kommerzialisieren. Wollte ich noch nie. Aber es kann nicht schaden, Geld für das zu nehmen, was man anbietet. Zumindest auf einer einfachen künstlerischen Basis. Schließlich hab ich auch Kosten für das Projekt und die müssen irgendwie wieder rein!

Und ansonsten: Bleibt alles, so wie es ist. 😉

Gemeinsam Bloggen und Lesen

image_pdfimage_print

Spam- ist eine Erfindung von gelangweilten und einfallslosen Programmierern, die dazu führt, dass eigene Webseiten, die man zwei Monate lang nicht mehr angeschaut hat, automatisch zugemüllt und überflutet werden.

So hat es mich gestern abend auch erwischt. „Bei deiner Webseite schlägt der Virenscanner“ an. Mit dieser Aussage meines Partners habe ich mich seit gestern abend ab 19:30 Uhr herumgeschlagen. Ein ganzer Tag Renovierungsarbeit steckte da in meinen Knochen, ensprechend übellaunig und ungeduldig war ich zu dem Zeitpunkt. Und tatsächlich- ich öffnete mein Blog und wurde automatisch auf eine dubiose Werbeseite mit einem Media Markt Gutschein („gewonnen!“) umgeleitet.

Erstmal hab ich versucht, alle Plugins zu updaten und auch den Kern von WordPress einer Frischzellenkur zu unterziehen.
Diese automatischen Updates funktionierten nicht mehr, daher hab ich vorsorglich ALLE Plugins deaktiviert und anschließend gelöscht. Die WordPress Software musste ein manuelles Update über den FTP-Server bekommen.
Die Themes hab ich alle deaktiviiert und auf „Standard“ zurückgestellt. Und tatsächlich, eine gute Stunde später konnte ich mein Blog wieder „spamfrei“ betrachten.

Am nächsten Morgen bekam ich die Meldung, dass mein Webhoster „Massenemails“ versendet und der serverseitige Spamfilter ein paar Dateien gesperrt hat. Ich entdeckte noch ein älteres Projekt, an dem ich schon lange nicht mehr gearbeitet habe und dass sich nun einen „Schnupfen“ eingefangen hat. Die beste Methode ist dann, alles zu löschen.

So hab ich es getan. Die alten Dateien wurde alle vom Server gelöscht und bei der Gelegenheit habe ich mich auch daran gemacht, einzelne Domains zu löschen und die Arbeit „hinter den Kulissen“ zu vereinfachen. Es ist sozusagen ein Frühjahrsputz für die Homepage. Kann nicht schaden, sowas mal zu machen. Wenn man es nicht macht, machen es andere für einen!

Ich bin bei der Neuausrichtung meiner Web-Projekte immer noch am Überlegen, was der richtige Weg ist. Auf jeden Fall werde ich die Dinge vereinfachen und nur noch eine einzige Domain als zentrale Anlaufstelle haben (www.julia-adriana.de).
Es hat sich nicht als vorteilhaft erwiesen, einzelne Projekte (wie z.B. Computerspiele oder Spieleprogrammierung) auf eigene Domains zu legen. Dazu kommt bei mir zu wenig zusammen. Es ist einfacher und übersichtlicher, alles mit einer einzigen Webseite zu verwalten. Und auch die Archive und angefangenen Buchprojekte kann ich so am besten zusammenfassen, ebenso die Musik und Podcasts. Mein kreativer Output ist sehr schwankend, mal schreibe ich viel, mal wenig. Mal habe ich mehr Interesse an jenen Dingen, mal an anderen.

Bei Instagram habe ich auf jeden Fall gemerkt, wieviel Spaß eine „Community“ machen kann und dass das gegenseitige Anschauen, Kommentieren und Liken doch eine schöne Sache an den „sozialen Netzwerken“ ist. Bei Facebook hingegen fühle ich mich immer noch nicht wohl. Es gibt auch zu wenige Leute, die wirklich mitmachen und sich darauf einlassen.

Ich habe geschaut, ob es irgendwo eine deutschsprachige Blog-Community gibt und musste zum Erschrecken feststellen, dass es fast gar nichts mehr gibt! Entweder die Dienste sind kostenpflichtig geworden (https://de.wordpress.com/#plans )
oder werden ganz abgeschaltet (https://info.twoday.net/stories/liebe-blogger-und-bloggerinnen-die-twoday-aera-geht-zu-ende/ ). Was bleibt, sind die großen amerikanischen Anbieter (z.B. Blogger).. aber da will ich ganz bestimmt nicht hin.
Ich will was eigenes machen. Eigene Gedanken, eigene Ansichten. Ich will aber auch Teil einer Gemeinschaft sein.
Wo muss ich da am besten hin? Ich hätte nicht gedacht, dass diese Frage mal so schwierig wird.

Trümmer aus Staub

image_pdfimage_print

Das Ende des Kapitalismus ist nah. Ein letztes Aufbäumen vor dem totalen Exitus.
Strafzölle werden aus der Schublade gezogen. Das ganze Horrorsortiment von ewig Gestrigen.
Bald werden wir keine Harley Davidson und keinen Fruchtsaft mehr kaufen können. Menschen, die früher mal gute Freunde waren sind plötzlich zu Feinden geworden. Das ging ziemlich schnell.
Für die Zinsen wird schon ein Loch gebuddelt, damit man sie noch weiter in den Keller drücken kann.
Das bringt nur leider alles nichts. Die Menschen sind gesättigt, wollen nicht „noch mehr arbeiten“. Wachstum ist nur möglich, wenn viele Kinder in die Welt gesetzt werden und die Menschen möglichst viel arbeiten und Überschüsse erzeugen. Wachstum, das stellt man immer wieder fest, entsteht nicht von alleine.
Wozu aber mehr arbeiten, fragen sich die meisten? Das überschüssige Geld bekommt der Staat- damit die Lobby, die Wirtschaft, die Mächtigen- die damit machen, was sie wollen.
Machen wir uns nichts vor. Wir sind nur ein Rädchen im Getriebe. „Nützlich“ ist noch das beste Wort dafür. „Konsumenten“ das treffendere.
Wo ist die Freiheit bei all dem Ganzen?

Der sterbende Kapitalismus ist kein schöner Anblick. Grau und hässlich, aus Beton und Stahl. Er dreht sich und windet sich, sucht noch einen Sinn. Aber die Menschen sind schon weiter. Wollen keine „dreckigen Autos“ mehr fahren, keine Energie mehr aus kleinen Atomen gewinnen. Sie stellen sich lieber abertausende Spargel in die Landschaft und finden das „schön“.
Die Menschen wollen keine eng gequetschten Schweine im Stall mehr sehen, keine zerrupften Hühner und keine geschredderten Küken.
Aber gerne noch ein bisschen Fleisch essen, solange es noch billig ist.

Die Menschen wollen „fair-trade“, glutenfrei und bio. Sie wollen Flüchtlinge aufnehmen und ihnen helfen. Sie wollen bessere Menschen sein.
Ein freundliches, gesundes Gesicht zeigen. Die Bienen retten. Autos verbieten. Wieder mit dem Fahrrad fahren. Frauen tolerieren und bei Syrien ein bisschen weggucken. Die Bundeswehr wäre praktisch. Sie könne helfen, die hochtrabenden Ziele auch in die Realität umzusetzen. Aber was das alles kostet! Dann lieber nur so tun als ob.

Während die männlichen Führer der alten Welt an neuen Atomwaffen feilen und sich das Arsenal der 100 fachen Zerstörung neu ausdenken, fahren wir mit dem Fahrrad zur Arbeit und haben uns das Rauchen abgewöhnt.

Wir wollen an eine bessere Welt glauben. Eine Träne rollt über das Gesicht. In der Zwischenzeit fallen die Wolkenkratzer der alten Welt in sich zusammen und hinterlassen Trümmer aus Staub.

Sie nehmen keine Rücksicht auf den, der unten sitzt und in Träumen versunken ist.