Der Frühling

18. März 2010
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Der Frühling strahlt mit warmer Sonne
bringt dir Hochgefühl und Wonne
kaum zu glauben, aber wahr-
endlich ist die Wärme da.

Alle Menschen freuen sich und lachen
selbst der allerfinstre Drachen
ringt sich schnell ein Lächeln ab.

Eingesperrt in kahlen Wänden
gelebt vom Brett unter den Händen
klein war die Welt, in letzter Zeit
kommt jetzt endlich mal Zufriedenheit?

Glück und Liebe, die wir alle brauchen
Husten kommt nicht nur vom Rauchen
klar das Denken kann nun werden,
bist zu jung noch, um zu sterben.

Also- steh auf und zieh dir Sonne rein
wer weiß, wann sie denn wiederkommt?

das Gedicht stand nur auf einem Bein
und das Ende folgte prompt.

…………..
PS: Eigentlich wollte ich das Gedicht ja „live“ twittern, aber irgendwie laggt Twitter bei mir im Moment, was den Spaß beim Schreiben ein wenig schmälert.

Außerdem ist es nicht soo besonders, also könnt ihr es hier in Ruhe nachlesen.

Noch ein Tipp für alle begeisterten Hobby-Versschmiede: Lautes Vorlesen, Singen und Sprechen hilft, die haklige Sprechmechanik aufzulockern. ;-) Also das, was ich nicht gemacht habe und auch null beherrsche…

Man muss sich ja nicht zwingend an ein bestimmtes Muster halten, aber ein wenig „rund“ sollte es schon sein.

Nicht jedes Wort passt von der Silbenlänge und reimt sich gleichzeitig. Das macht die Schwierigkeit, aber auch den Spaß beim Abdichten aus!

Aufsprießender Blogfrühling

17. März 2010
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Jetzt ist er also endlich da, der Frühling. Lange hat´s gebraucht, geschätzte 24 Jahre haben wir im tiefsten Winter verlebt. Uns gegen Eis- und Schneemassen gewehrt, die Kälte ertragen, Krankheiten durchfochten, Winterspeck auf- und später wie abgebaut. Stollen gegessen, Weihnachten mit der Familie gefeiert, uns über Weihnachtshasser- und Ignorierer gewundert, gebloggt, getwittert, was das Zeug hält. Und irgendwie berührt mich alles nicht mehr.

Anfang Februar hatte ich noch Vorfreude auf den Frühling, ach im Dezember ging´s mir sogar super! Dann, mit jedem Tag erwartungsvoll an den Himmel geschaut und dann festgestellt, dass hier irgendwas nicht stimmt und mich bibbernd wieder nach drinnen verzogen. Und das hat alles so lange gedauert, dass ich mich fühle wie eine grimmige Bärin im Winterschlaf, die gerade aus ihrer Höhle kriecht und ein wenig mürrisch ihr eingedrücktes Fell aufschüttelt, die wärmere Luft schnuppert aber mental noch nicht ganz auf der Höhe ist. Nur der Appetit, der ist schon wieder da. ;-) Roar!

Ich weiß einfach nicht mehr, wie das ist, Sommer! Frühling, warme Luft, Leben, Liebe, draußen grillen.. lange Abende, körperliche Wohltaten, in Seen schwimmen, mit offenem Fenster Auto fahren, das Fahrrad rauskramen, sich bewegen…

Mit Menschen kommunzieren, lachen, Partys feiern, wenig an haben und unbeschwert leben. All das assoziere ich mit Frühling und mit Wärme. Frühling ist das erwachende Leben. Winter ist der Rückzug, in manchen Interpretationen auch der Tod, die dunkelste Zeit, der Rückzug in die eigene Untiefe der Seele.

Mein Gesichtsfeld hat sich im übertragenen und im direkten Sinn verkleinert: Durch das viele Abhängen am Computer, durch das viele Lesen, usw. sind meine Augen über den Winter schlechter geworden und ich werde mir demnächst eine neue Brille kaufen müssen. Aber auch mein Denken ist kurzsichtiger, eingleisiger und enger geworden. Die ewig gleichen Abläufe haben einen Grauschleier im Denken hinterlassen, an manch Gehirnwindung hat sich jetzt Dreck und Staub abgelagert. Manches Denken wurde arg eindimensional, vielleicht am Ende so platt wie der Bildschirm, vor dem ich so gerne sitze.

Hier hilft nur eins: Den Staubsauger herauskramen, bei Bedarf auch laute Musik und einmal gründlich drüberpusten!

Das Telefon ist still. Macht keinen Mucks.

Menschen melden sich selten, wenn man sich nicht bei ihnen meldet. Passivität bedeutet in unserer Gesellschaft immer Verlust, Stillstand und vom sozialen Leben ausgeschlossen zu werden. Das aktive Leben in unserer Gesellschaft gehört den Tüchtigen. Wer viele Termine, wer Streß hat und immer „in Action“ ist, gilt als gesund. Klar, derjenige hat keine Zeit zum Denken o. Philosophieren, ist in Bewegung, wird bewegt, lebt in Berührung mit dem Leben, verdient vielleicht Geld, hat Reize, Anregungen, Input. Eine Arbeit zu haben, bedeutet sozial integriert zu sein.

Viel hat man in den letzten Wochen über die Arbeitslosen geschimpft. Menschen, die es ohnehin schon schwer haben, die getrennt von dem sozialen Strom der Zuneigung, von Wertschätzung, von verdientem Geld, Sicherheit, Freunde am Arbeitsplatz, und Aktivitäten am Feierabend leben, hat man zum Opfer, nein zu den Schuldigen gemacht. Diese Denkweise ist im Grunde pervers. Sie ist genauso pervers wie die vielen Fälle des sexuellen Missbrauchs an Schutzbefohlenen, die in den Nachrichten vermeldet wurden. Dieses Denken verdreht die Schuldzuweisung, denn Schuld sind meistens die Mächtigen, die den weniger Mächtigen die Ressourcen wegnehmen und die Ungerechtigkeit durch Taten und Nicht-Taten vergrößern. Erst kommt das Fressen und dann die Moral…

Überhaupt scheint unsere Gesellschaft mal wieder geistig und auch materiell ärmer zu werden. Wenn man die Medien verfolgt, gibt es zur Zeit wenig Tendenzen in die richtige Richtung. Neben den bereits angesprochenen Themen wären da: Die Zunahme der Waffenexporte der BRD (von 5 auf 10% Weltanteil gesteigert), das Gerede über die Wiederaufnahme von Gorleben (aller Proteste zum Trotz), oder die Abnahme des Wohnungsbau und die Tatsache, dass Deutschland im privaten Wohneigentum ganz hinten in der EU rangiert. Immer schön alles streichen, was den Menschen ein Leben in materieller Unabhängigkeit ermöglichen könnte … denn wir brauchen die Sklaven um die anonyme und teils sehr gefräßige Maschine Staat am Leben zu erhalten.

Dann die ständigen Querelen der regierenden Parteien: Korruption, Vertuschung, Verschleierung, egoistische Kleinkriege, Grabenkämpfe, Vorurteile.. wenn man die Medien jeden Tag mitverfolgt, könnte man der Meinung sein, es gibt nur noch Schlechtes auf der Welt. Manchmal würde ich gerne die ganzen “schlauen”, aber emotional so armen Zeitungen nehmen, zerknüllen und ein Feuer für die emotionale Kälte machen, die um sich gegriffen hat…

Wo ist Gott bei all dem? Hat es nicht geheißen, Gott ist der Gott der Liebe, der Mitmenschlichkeit, der Wärme und Geborgenheit? Wo ist dieser liebende Gott bei all dem? Natürlich, die Atheisten sagen jetzt, es gibt keinen Gott und sie drängen ihn an die Wand oder vergessen ihn. Der Mensch ist schlecht, das zeigen uns die Medien jeden Tag. Es gibt keine „übernatürliche“ Macht, die plötzlich eingreift, und jeder ist sich selbst der Nächste. Der Mensch hat sich vom Glauben, vom Guten und von der Hoffnung auf ein besseres Leben befreit. Stattdessen hat er wieder seine ur-darwinistischen Überlebenstheorien an die oberste Spitze gestellt. Aber- mit welchem Resultat?

Deutschland ist nach wie vor eine sehr starke Export-Nation, was unter anderem damit begründet wird, dass die Arbeitsmarktregelungen und andere Reformen gut auf die Krise reagiert haben. Aber was hat man in den letzten Jahren denn gemacht? Man hat das Credo „Leistung“ und wirtschaftlichen Erfolg solange über alles gehängt, und versucht ständig den Bürgern noch mehr Geld wegzunehmen und vergrößert die Schere zwischen arm und reich. Ist dieser wirtschaftliche Erfolg denn so wichtig, dass wir alles andere dafür opfern müssen? Macht das glücklich? Ist da ethisch? Oder wem oder was dient dieses extreme Denken eigentlich? Für mich ist all das der Schritt in die falsche Richtung. Jeder, der ein wenig darüber nachdenkt und noch ein Funken Moral oder menschliche Gefühle in seinem Herz trägt, wird zu ähnlichen Schlüssen kommen.

Es sieht derzeit nicht so aus, als ob es irgendeine Gruppierung gäbe, die in eine andere in eine gesündere, nachhaltige Richtung einschlagen würde. Es gibt noch nicht mal viele Einzepersonen, die so denken und von einer großen Masse ganz zu schweigen.

Nein, der Frühling ist gut geeignet, um die Hämmer und Leitern am Blog hervorzuholen und mal wieder an der Baustelle Welt und an der Nebenbaustelle Gerechtigkeit zu werkeln.

Man sieht, der Frühling hat auch seine guten Seiten und es ist schön, dass er endlich da ist!

Moral und Anti-Moral

10. März 2010
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Es wird Zeit, mal über die Missbrauchsfälle in der Kirche zu sprechen, die derzeit ununterbrochen durch die Medien geistern. Am Anfang habe ich noch aufgehorcht und mir „Skandal!“ gedacht, mittlerweile hat es aber eher den Eindruck, als ob ein paar Trittbrettfahrer und die Medien auf den Zug aufgesprungen sind und mal wieder eine schöne Sau gefunden wurde, die man durch das Dorf treiben kann. Ohne Frage, was alles passiert ist, ist schlimm und darf gar nicht relativiert werden. Ich möchte auch gar nicht so sehr auf die Details, das Wie, das Warum, Wer hat Schuld, usw. eingehen. Aber die Frage nach der Moral, die interessiert mich als teils philosophisch angehauchte Bloggerin schon ein wenig.

Schließlich sind die Kirchen selbst eine der wenigen offiziellen Instanzen, von denen so etwas wie unumstößliche Moral ausgehen darf. Sicherlich, der Bundespräsident gehört bei uns noch dazu, aber der hält sich meistens zurück und äußert sich nur sehr selten. Viel öfters hört man doch wieder von einer Papst-Rede, von einer Enzyklika, von einem Bischof, der sich zum aktuellen Geschehen äußert. Und nicht zuletzt Menschen, wie die so plötzlich und traurig untergegange Ratsvorsitzende der EKD, Käßmann, sind es, die das öffentliche Denken über Moral, Gewissen, usw. formulieren und aufrecht erhalten. Aber auch Bloggerinnen und Blogger, Kommentatoren in Leserbriefen oder Fernsehsendungen, Meinungen von Redakteuren, selbst Werbebotschaften und Bücher formulieren Tag für Tag „richtige“ Meinungen über die Welt.

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Den Tag verschenken

9. März 2010
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Gibt im Moment nicht viel zu bloggen, hab auch keine Lust dazu. Ich bin eigentlich schon am Überlegen, das Blog ganz dicht zu machen, weil ich irgendwie eine mittelschwere „post-Blog“ Phase erreicht habe, wenn man das so nennen kann.

Das Schreiben im Blog lebt bei mir immer von zwei wichtigen Dingen: 1.) Der Wunsch, mit anderen zu kommunzieren und das Leben und die Gedanken für andere zu öffnen und 2.) Die Lust am Schreiben selbst, das Nachdenken über bestimmte Dinge und das reine Handwerk & Hobby „Schreiben“. (3. vielleicht noch: Die Muse, die Inspiration und die gute oder in einer anderen, gewissen, formulierbar gefärbten Laune)

Auf alles hab ich im Moment keine Lust. Meist tun mir die Hände abends weh oder die Augen brennen und ich bin froh, wenn ich ein wenig Ruhe und Zeit für mich habe. Auch der Druck, mich jetzt unbedingt der Öffentlichkeit präsentieren zu müssen und mein Alter Ego, meine virtuelle Identität weiter aufzubauen oder abendfüllende Spannungsbögen zu formulieren, habe ich im Moment nicht.

Ich bin eigentlich ganz zufrieden, vielleicht liegt es daran? Die innere Zufriedenheit, die Ausgeglichenheit, vielleicht auch die Gelassenheit, Langeweile und der Gleichmut sind die besten Gründe, sich nicht zu äußern. Das Leben plätschert so vor sich hin. Ich muss nicht betonen, dass mich das Wetter (auch wenn ich vorher einen leicht ironischen Winter- Adé Artikel geschrieben habe) nun doch ein wenig nervt. Wann wird’s mal wieder Sommer?

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Innere Freiheit & Spirituelle Entwicklung

4. März 2010
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Im Moment hab ich mal wieder eine intensivere Buchlese-Phase. Auch, wenn es eigentlich Frühling ist und ich im Haushalt oder auf der Baustelle sehr fleißig und aktiv sein sollte, kann ich es nicht lassen, die freien Stunden am Morgen oder am Abend für das Lesen von Büchern oder das Nachdenken über das Leben, die Philosophie und Kunst zu verwenden. Es ist einfach meine persönliche Freiheit und es ist ein schönes Hobby, wer weiß – vielleicht trägt es auch etwas zur Welt bei?

Wie auch immer, ein Hörbuch von Peter Lauster prägt derzeit mein Denken und ich bin sehr froh und glücklich, dass es mir von einer lieben Person geschenkt wurde (nachdem es auf dem Wunschzettel stand). Es heißt „Ausbruch zur inneren Freiheit“ und ist sogar recht günstig, wie alles, was gut ist und dem Menschen nützt und nicht nur dem materiellen Verdienst einer bestimmten Interessengruppe dient.

Den Psychologen Lauster habe ich vorher schon mal durch Zufall „kennengelernt“ und kann ihn als Autor durchweg empfehlen.

Er hat einen sehr klaren und gut verständlichen Sprachstil und seine Gedanken und weitreichenden Assoziationen zeugen von großer Weitsicht, Bildung und menschlichem Verständnis. Man könnte auch sagen, eine gewisse menschliche Wärme wird durch seine Worte übertragen, was gerade bei einem Hörbuch einen sehr guten, heilenden Effekt hat und einer echten Psychotherapie sehr nahe kommt.

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