Insta-Overload

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Johannisbeer-Busch, eine kleine weiße Johannisbeere in der Hand und zwischen den Fingern
Weiße Johannisbeere

Feinsinnige, wohl durchdachte und ausführlich recherchierte, philosophische Gedanken kommen auf Instagram deutlich zu kurz. Es ist eine kurzlebige, hektische Welt, die unsere ohnehin schon zu stark aufgeladene, visuelle Kortexrinde zusätzlich auflädt und belastet. Wir werden von oberflächlichen Dingen wie ein Magnet angezogen. Der schöne bunte Klick-dich-durch-die-Bildchen Stream hat was von einem Bilderbuch, dass man einem Zweijährigen vorhält, der seit 20 Stunden nur geschlafen und Brei geschlürft hat. „Endlich Input!! Endlich bunte Bildchen!! Und Herzchen und Likes und Feedback!!“ Ist klar, dass wir total darauf abfahren. Ein Lob von Mama! Ein Herzchen von der Lehrerin! Ein guter väterlicher Rat vom Kollegen! Brauchen wir noch mehr fürs Glücklichsein?

Ich will nun nicht gänzlich dagegen reden, denn schließlich bin ich selbst in dem Sog der bunten Quadrate-Bilder seit ca. 2 Jahren. Ich habe mir extra ein neues Handy gekauft, nachdem ich mit der Bildqualität meines alten Apparates nicht mehr zufrieden war. Und nachdem ich gemerkt habe, dass das immer noch nicht reicht und ich die „professionellen Bilder“ damit auch nicht nur annähernd erreiche, musste extra noch eine etwas teure Profi-Kamera her. Und nachdem ich gemerkt habe, dass andere mit besseren Objektiven und noch besseren Profi-Kameras noch bessere Bilder erzielen, musste ich… aber hey. STOP !!!!

Wer stoppt diesen Wahnsinn endlich und warum machen wir all das?
Was ist mit unseren inneren Bildern, die wir früher mühsam mit Gedanken, Schreibstift und Phantasie selbst „ermalen“ mussten?

Jetzt laufen wir nur noch durch die Gegend und richten einen „Ausschnitt“ auf das Leben. Nur eine Millisekunde unseres Lebens. Ein kostbarer Moment. Den man nicht beschreiben, aber festhalten kann.

Was ist mit dem Fluss der Worte und Gedanken? Mit dem Werden und Enstehen, dem Verfallen und Vergessen? Den schönen Worten zwischen den Menschen, die Brücken bauen. Die ganze Kommunikation… Bild zu Gehirn, Gehirn zu Bild, Wort in Bild, Bild in Wort.

Klar gibt es eine Verbindung. Mit Bildern erreiche ich Menschen, die meine Sprache nicht sprechen.

Letztens habe ich ein Bild von einem Johannisbeer-Busch auf Instagram gepostet. Ich habe einen Follower aus Afghanistan, der immer gerne meine Bilder anschaut und auch auf meine Stories reagiert. Normalerweise beschrifte ich meine Bilder oft und schreibe wenigstens ein Wort oder ein Hashtag dazu. Beim Johannisbeer-Bild habe ich nichts dazu geschrieben, weil ich gedacht habe, dass es klar ist, was es darstellt.

Prompt schrieb mir mein afghanischer Freund „What?“ . Er tut sich etwas schwer mit Englisch und konnte anscheinend keinen ganzen Satz schreiben. Erst fand ich etwas unhöflich und habe gedacht, dass ich es ignorieren sollte. Aber dann hab ich mir überlegt, dass er vielleicht wirklich nur wissen will, was das ist. Also hab ich auf Englisch und auf Deutsch die Begriffe erklärt und gefragt, ob er solche Beeren auch kennt? Er hat sich sehr über die Antwort gefreut und tausendmal bedankt. Aber solche Beeren gibt es anscheinend am Hindukusch nicht. 😉 Das weiß ich jetzt, obwohl ich noch nie dort war! Und er weiß jetzt, wie es in Germany aussieht. 😉

So long, ihr Insta-Mäuse, die nächste aufregende Foto-Geschichte wartet schon.

Maggikraut

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Bilder-Collage, Maggikraut, offener Suppentopf mit Löffel, geschnittenes Gemüse
Liebstöckel und geschnittenes Gemüse im Rindfleischeintopf

Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, nie eine langweilige „Food, Mode und Haushaltsbloggerin“ zu werden, die mit ihren belanglosen, gänzlich unpolitischen Einträgen ganze Frauenzeitschriften füllen könnte, aber hey, nun ist es soweit!

Ich werde Euch von meinen Erfahrungen mit dem leckeren Liebstöckel berichten! 😉

Denn normalerweise koche ich recht gerne „Rindfleischeintopf“ und würze den mit verschiedenen Dingen. Entweder Pfeffer, Salz, mal ein Brühwürfel, viel Majoran und was sonst noch so in der Küche rumsteht. Jetzt ist bei uns aber im Hof ein ehemals kleiner Liebstöckel sehr groß gewachsen und meine Mutter hat sich sogar schon ein paar Zweige abgeknipst, nachdem sie das letzte Mal bei uns Blumen gegossen hatte.

Beim Suppe kochen gestern hab ich mich daran erinnert, denn eigentlich hab ich ja die Kräuter im Hof genau für diese Zwecke gepflanzt! 😉
Mit einem großen, nassen und grün-duftenden dicken Liebstöckel-Zweig bin ich also wieder in die Küche geeilt und hab diesen sogleich mit einer Küchenschere meines Vertrauens in den Eintopf zerstückelt. Hmmm! Das Ergebnis war sehr gut, hat mich selbst überrascht! Der Liebstöckel würzt den Eintopf sehr intensiv, beinahe wie ein normaler Brühwürfel. Er heißt ja auch nicht umsonst „Maggikraut“.

In der ganzen Wohnung roch es danach nach dem frischen Kraut, so dass mein Mann dann auch gesagt hat „es riecht nach Brühwürfel!“.. Der Liebstöckel ist ja eigentlich nicht besonders salzig, allerdings sehr kräftig würzig, so dass man sogar das Salz in der Suppe reduzieren kann, wenn man viel davon reinmacht. Ich bin auf jeden Fall restlos davon begeistert und werde jetzt kräftige Suppen öfters damit würzen. 😉

Im „Kräuter Buch“ steht außerdem, dass er gut mit Knoblauch harmoniert, was ich bestätigen kann. Ich hatte noch extra viel Knoblauch in die Suppe gemacht und es hat sehr gut geschmeckt.

Die Liebe braucht nicht viel

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Die Liebe braucht nicht viel
manchmal reicht ein kleiner Stupser
um sie in dir zu wecken
meistens wehrst du dich noch dagegen

aber wenn sie da ist, dann ist sie da!
dann kannst du es nicht mehr leugnen
und auch nicht unterdrücken
wenn sich zwei Menschen lieben wollen
dann machen sie es

die Natur findet einen Weg
und schweißt beide zusammen
auch wenn sie sich zuerst wie Katzen umstreifen
und nicht so richtig näher kommen wollen.

Dieses starke Gefühl, dass du im anderen ganz genau spürst
es zeigt sich meistens schon, wenn man nur ein Foto von ihm oder ihr betrachtet
schon da wird irgendwie klar, ob du ihn oder sie magst.

Du spürst, dass dieser Mensch etwas ganz besonderes ist.
Du hörst gerne, wenn andere über ihn reden
und du redest selbst gerne über ihn
er geht dir nicht aus dem Kopf

du musst ständig an ihn denken
und du denkst dir „warum denn bloss?“
dein Verstand findet keine Erklärung
aber dein Herz ist ganz weit.

Im Kopf gibt es tausend Stimmen
die dir alles ausreden wollen,
aber im Inneren freust du dich,
wenn du ihn bald wieder siehst

dein Kopf bleibt in der Vergangenheit kleben,
aber dein Herz will galoppieren!
dein Gefühl will triumphieren!

Sein Glück soll dein Glück werden,
die Welten sollen sich vereinigen,
Licht und Liebe soll die Welt erhellen,
und du mittendrin.

Ich muss den Kopf leeren

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Nach der langen Reise muss ich erstmal den Kopf leeren.

Da ist noch zuviel drin, da geht noch nichts. Alles schwirrt und summt, tausend neue Eindrücke gilt es zu verarbeiten.

Einfach umschalten und direkt mit der „normalen Arbeit“ weitermachen? Das geht bei mir meistens nicht so einfach.

Besonders schwer ist es immer auf der „Gefühlsebene“. Wenn starke Gefühle berührt werden oder man Menschen trifft, die einen besonders begeistern, wo die Chemie gleich unglaublich gut stimmt. Oder ich es bereue, dass ich den Kontakt nicht intensivieren konnte. Dann denke ich mir immer „Hätte ich diese Leute doch früher getroffen! Wäre ich doch früher mutig gewesen und wäre ich ihnen schon früher begegnet. Warum hab ich nur so lange gewartet?“ Dabei vergisst man schnell, dass es den perfekten Zeitpunkt nicht gibt, bzw. er meistens dann kommt, wenn man unbewusst am meisten dafür bereit ist.

Ich merke diese Schieflage nach Reisen immer zuerst auf der Körperebene. Da drückt sich meistens etwas aus, was ich ansonsten nicht wahrgenommen hätte.

Z.B. durch eine Schieflage im Darm, durch Verdauungsprobleme, weil man „zuviel in rein gefressen hat“ oder auch bei den Gefühlen, weil man stärker berührt ist, als man das vermutet hätte. Nach einer langen Reise weine ich gerne mal. Einfach die Schleusen aufmachen und losheulen. Unglaublich befreiend! Wie äußert sich dieser Druck noch bei mir?

Gerne bekomme ich auch Kopfschmerzen, Migräne oder Schwindelattacken. Essen vertrage ich besonders schlecht und meistens ist dann erstmal Fasten angesagt oder mein Körper stopft sich irgendwelche ungesunden Dinge in sich rein.

Ich habe meistens einen „Kommunikationsstopp“. Ich kann und will plötzlich nicht mehr reden. Ich sitze einfach nur rum und starre in die Luft. Mein Körper schaltet auf „Not-Meditation“. Gerne höre ich auch sehr ausgiebig Musik und schreibe dazu einen Text oder mache Bildbearbeitung. Auch das Zusammenfassen von Gedanken-Schnipseln und die Abfuhr im Blog oder auf Twitter ist hilfreich.

Menschen denken dann schnell, ich wäre unhöflich oder ich interessiere mich nicht für sie, wenn ich nicht mit ihnen rede oder mich nur kurz halte. Dabei stimmt das gar nicht.

Ich kann nur einfach im Moment nicht gut reden, nicht mehr aufnehmen. Ich bin sozusagen „voll“.

Oft sage ich das anderen Menschen aber andere Menschen verstehen das nicht oder können die Grenze nicht akzeptieren.

Wie oft habe ich schon gesagt „mir geht es im Moment nicht so gut, ich brauche ein wenig Abstand“. Dann wird man schnell belächelt.

Andere Menschen wollen das nicht gerne akzeptieren. Wenn man von einer Reise zurück gekommen ist, denken alle, man ist ja erholt, dann kann man auch gleich wieder voll loslegen. Das Gegenteil ist der Fall! Die Leute, die zu Hause in ihren gewohnten Bahnen geblieben sind, sind diejenigen, die erholt sind.

Sie haben sich ja nicht verändert und Unmengen an Informationen und Gefühlen zu verarbeiten gehabt! Sie sind es nicht , die pro Tag 18.000 Schritte durch die Stadt, den Regen, die Ubahn-Stationen und die Untiefen der täglichen Verwandtschaftsverhältnisse gewandert sind!

Bereichernde, menschliche Begegnungen finden immer an der Grenze statt. An der äußeren und inneren Grenze.

 

Reisen 2

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Reisen ist das beste Mittel gegen Depression.
Warum? Weil man gezwungen ist, sich mit Eindrücken „von außen“ zu beschäftigen, weil man dadurch nicht zum Nachdenken kommt.

Ich hab es nicht geplant, es hat sich so ergeben. Wie immer.
Letztes Jahr fing es an.

Wenn wir zu Hause sind, fangen wir an zu streiten. Wenn wir unterwegs sind, ist alles gut.
Es ist unsere Therapie gegen schlechte Laune und innerlichen Stillstand oder Abstumpfung.
Es ist ein Mittel gegen das Altern, weil das Gehirn gefordert wird, sich auf neue Eindrücke einzustellen.
Es verschärft die „innere Flexibilität“ und es fördert die Bildung von neuen Nervenzellen.

Reisen öffnet die Sinne. Es ist einfach herrlich! Im Sommer, wenn der Fahrtwind durch Deine Haare streicht.
Die warmen Strahlen der Sonne auf Deiner Haut. Jeden Tag woanders, völlig ungeplant.
Es ist spontan, es ist schön. Liebe ist möglich, wenn man reist.

Natürlich wirst du auch mal Durchfall bekommen oder zuviel essen. Dann lernst du, damit umzugehen und deinen Körper auf Reisen besonders gut zu behandeln!

Mich inspirieren Reisen immer ungemein. Die Tatsache, dass man als Mensch nicht gezwungen ist, an einem Ort zu verharren.
Dass man frei ist und sich bewegen kann. Dass wir all diese tollen Transportmittel, Autos, Züge, Flugzeuge haben und mit unserem Smartphone in der Hand alles perfekt organisieren können!

Ein großes Haus und ein Hof sind dabei nicht von Nachteil! Natürlich bleibt die Arbeit ein paar Tage liegen, wenn man weg ist.
Aber danach hat man neue Eindrücke gesammelt, das Herz ist voll mit Ideen und guter Laune und man will alles neu gestalten.

Für die Selbstständigkeit erzeugen die geschäftlichen Reisen immer neue, erfrischende Impulse.
Ich empfinde es daher auch nicht als „Belastung“, sondern als positiven Input. Man trifft die Menschen, für die man Systeme und Software zusammen geschraubt hat.
Man sieht, wie sie damit arbeiten, was die Probleme sind und wo alles gut läuft. Man reist, man hört sich ihre Probleme an, man berichtet von den eigenen Erfahrungen.
Reisende sind eigentlich immer gerne gesehen und willkommen, überall auf der Welt!

Außerdem muss ich reisen, um die Verwandtschaftsbeziehungen zu pflegen. Was kann ich denn dafür, dass meine Schwester in Hamburg, meine Cousinen in Hannover und Berlin oder tlw. in Düsseldorf leben? Es ist halt so! Meine besten Freunde aus dem Internet- in ganz Deutschland verteilt. Es ist eben so. Dann muss man reisen, dann muss man nicht nur ein digitaler Nomade, sondern ein echter Nomade werden.

Die Grenzen verschwimmen, die eigene Region, die Heimat wird immer unwichtiger. Von überall kommen Menschen zu uns, warum sollen wir auch nicht überall hinfahren und reisen?

Und die Welt ist so groß! Es gibt so viel zu entdecken! Gerade man fotografieren will, MUSS man an neue Orte reisen. Überall gibt es was zu entdecken.

Reisen muss auch nicht teuer sein. Ein bisschen planen, günstige Hotels und Restaurants raussuchen und das eigene Auto rechnet sich eh am besten, wenn es „bewegt“ wird und nicht nur rumsteht.

Reisen

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Ein Auto in der Nacht von rechts fotografiert. Man sieht nur die rechte Tür und den Außenspiegel und die Reflektionen auf dem Lack.
Unterwegs

Städte, in die ich dieses Jahr gereist bin:

Ahrensburg, Göttingen, Frankfurt, Saarbrücken, Völklingen, Mannheim, Kaiserslautern, Hannover, Duisburg, Krefeld, Nürnberg.
Meistens waren es geschäftliche Reisen oder Verwandtschaftsbesuche.

Städte in die ich dieses Jahr noch reisen werde: Düsseldorf, Erfurt, Weimar, Leipzig, Hamburg, vielleicht Berlin (CSD!).

Was ich gerne sehen würde: New York, Boston, Los Angeles, Paris, London, Singapur.
Glückliche und freie Menschen, Menschen mit einem inbrünstigen Optimismus, an den ich mich „dranhängen“ kann. 😉

Was mir noch fehlt: Ausführliche Reiseberichte!
Mal Zeit, alles zu verarbeiten.

Warum ich „Die Partei“ gewählt habe

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Der Wahlzettel zur Europawahl 2019 in Deutschland
Der Wahlzettel zur Europawahl 2019 in Deutschland

Okay, das soll jetzt kein eindeutiger Artikel zur Europawahl und auch keine „Beeinflussung durch Nachdenken“ werden, aber ich erzähle Euch jetzt trotzdem mal, warum ich zur Europwahl 2019 „Die Partei“ gewählt habe. 😉

Gestern öffnete ich die Briefwahlunterlagen, weil sie wie immer, schön früh gekommen sind und ich den Schreibtisch aufräumen wollte.
„Achja , da war ja noch was“ hab ich mir gedacht“ und den Umschlag geöffnet. Was heraus kam, war ein schlechter Witz!
Ein Klopapier-Zettel, so lang, das er nicht vernünftig auf den Schreibtisch gepasst hat und ca. 40 Parteien stehen zur Auswahl.
Ich wollte ein Foto für Instagram machen, aber das Ding passte zuerst nicht vor die Linse. Erst als ich den Fladen auf meinen schicken orange-farbenen Teppich ausgebreitet habe, konnte ich das Teil so halbsweg einfangen.

Viele Parteien kenne ich überhaupt nicht. Die klingen zwar schon sehr gut und witzig, z.B. „Die Humanisten“, „Liebe“, „Menschliche Welt“ „Partei für die Tiere“, usw. aber wer weiß schon, wer wirklich dahinter steckt und was die Absichten sind?

Den Wahl-O-Mat hab ich vor ein paar Tagen natürlich auch brav absolviert und heraus kam die SPD, eine Partei, die ich fast noch nie gewählt habe. 😉

Es ist irgendwie ein Witz: Da wählt man das größte und mächtigste Parlament, was wir in Europa je erlebt haben, mit Befugnissen, die über 500 Millionen Wahlberechtigte beeinflussen werden, aber jeder Wähler / jede Wählerin / divers hat gerade mal eine (!) Stimme. In den Medien sind stets die großen Parteien präsent und die kleinen Splitterparteien können sich natürlich nicht die große Aufmerksamkeit leisten. Daran sieht man: Auch die Medien sind nicht demokratisch, weil sie ihre Blickwinkel zu sehr auf „die großen“ und zu wenig auf „die kleinen“ konzentrieren. Mit dem „AfD-Blocker“ zeigt die Partei in die richtige Richtung: Viele Parteien bekommen mehr Aufmerksamkeit, als ihnen zusteht.

Da passt doch irgendwas nicht zusammen. Für die Wahl meines Kreistages habe ich 48 Stimmen und kann „kumulieren und panaschieren“, aber für das große EU-Parlament erlaubt man mir gerade mal ein kleines Stimmchen. Die Selbstbestimmung ist sehr groß auf der kommunalen Ebene, wird aber „nach oben raus“ immer weniger.

Bei „Der Partei“, der Satire-Partei von Martin Sonneborn bin ich mehrfach hängen geblieben. Ich kenne den Satiriker und Nico Semsrott (der ebenfalls auf der Liste steht) aus dem Fernsehen und fand beide immer gut. Auch die Parteiprogramme (sowohl für die letzte Bundestagswahl, als auch die Europawahl) klingen sehr lustig. Humor ist genau das, was wir in dieser Zeit der Krise und des Umbruchs brauchen! Jeglicher Dogmatismus, jegliche Ideologie ist für mich ein Irrweg, egal in welche politische Richtung es nun geht, am Ende warten immer Rechthaberei und Extremismus. Je schwieriger die Zeiten werden, desto größer ist die Gefahr, dass Ideologie-Berge aufeinander prallen und es ungemütlich wird. Satire ist befreiend und der Ausweg aus „Rechthaberei“. Dann muss sie allerdings auch „gerecht“ sein und sich gegen jede politische Richtung wenden. Satire ist unabhängig, im besten Falle journalistisch neutral, sie ist scharfzüngig, trifft auf den Punkt und traut sich unbequeme Wahrheiten auszusprechen und den „Status quo“ sowohl bei Politikern, als auch Medien-Schaffenden zu hinterfragen. Gute Satire deckt sich damit auch ziemlich dem Ethos, dem man sich als freie, unabhängige Bloggerin auferlegt hat.

Satire ist die stärkste Antwort der Intellektuellen auf einen großen, überbordenen Machtapparat wie ihn die EU derzeit bildet.

Der stärkste Ausdruck für die Missbilligung des herrschenden Politik-Betriebes ist die Nichtwahl.
Der stärkste, gleichzeitig demokratische Ausdruck für die Missbilligung des Politik-Betriebes ist die Wahl einer Satire-Partei.

Außerdem hat mir der mutige Wahlwerbe-Spot sehr gefallen, weil er ins Herz trifft.

Das bestialische Arbeitsleben

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In der letzten Zeit häufen sich bei mir die Eindrücke
dass die Arbeit für viele ein großes Problem ist.

Immer wenn es Probleme mit der Freundschaft gab
wenn jemand „keine Zeit“ hatte
oder trotz langer Suche, einfach „keine Zeit“ gefunden hat
oder mangels finanzieller Möglichkeit zu keinem Treffen kommen konnte

war irgendwie „die Arbeit“ schuld!
Entweder beruflich so eingebunden, so überfordert, so ausgebeutet
oder das Gegenteil: Ohne Arbeit und ohne Geld.

Aber was ist das für eine Zivilisation, was ist das für eine Gesellschaft?
Wenn wir alle Sklaven der Arbeit werden? Und niemand mehr „freie Zeit“ findet?

Wer sind wir, wenn wir über das ureigene, nämlich unsere Lebenskraft und Lebenszeit nicht mehr frei verfügen können?

Dann sind wir nicht besser als Amöben, in einem großen Gesamtorganismus.

Jegliche Freiheit wird beschnitten! Und Freiheit ist heute auf jeden Fall auch „finanzielle Freiheit“. Die Freiheit, mal nicht arbeiten zu müssen, weil man „gespart“ hat. Die Freiheit, einen Beruf auszusuchen, der Spaß macht, nicht weil er „viel einbringt!“.

Die Freiheit, als Frau „zu Hause zu bleiben“, weil das Geld des Mannes reicht. Darüber wagt schon niemand mehr nur ansatzweise nachzudenken!

Die ganze Kraft der Menschen wird dem „produktiven Kapital“ untergeordnet alle werden ausgebeutet, wo es nur geht
damit es „dem Staat“ und den „Banken“ und dem „Finanzamt“ besser geht

Der Stempel, der für alles herhalten muss, ist die „Solidarität“.
Und es lebt sich gut mit der Vorstellung, dass es so sein könnte.

Wo bleibst du bei all dem?
Wo ist deine Würde?
Deine Freiheit?

Die Freiheit selbst zu bestimmen, wer dein Geld bekommt?
Die Freiheit, über Deine Gedanken und die Entfaltung Deiner Möglichkeiten selbst zu bestimmen?

Wir sind heute nicht besser dran als Sklaven.
Unsere Fesseln sind nur unsichtbar.
Sie heißen „Steuererklärung“, „Rentenlücke“, „Arbeiten bis 75“ und „Zurückgehende Staatseinnahmen“.
Sie heißen aber auch „Ökosteuer“, „Umsatzsteuer“, „Solidaritätszuschlag“ und „Sektsteuer“.

Die Fesseln heißen „Schichtarbeit“,  „Unbezahlte Überstunden“, „Fachkräftemangel“ und „Personalengpässe“.

Die Antreiber auf der Galeere heißen „Politiker“ und „Manager“. Oben herrscht Ego-Mentalität, Skrupellosigkeit, Korruption und Mitnahmementalität und die unteren Gesellschaftsschichten sollen brav in die Sozialkassen einzahlen.

Freiheit, vor allem materieller oder beruflicher Natur wird uns nur vorgegaukelt, aber wirklich möglich ist sie fast niemanden.

Die Liebe in der Welt

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Die Liebe
die keine war, der hängst Du ewig nach.
Die Liebe, die direkt vor Dir liegt
die willst Du nicht

schwierig bist Du geworden
mit jedem Tag mehr!
Ich will mit Dir reden
aber du rennst vor mir weg.

Ich weiß etwas, das du nicht weißt
ich kann Dir vielleicht helfen
aber du willst meine Hilfe nicht
denn du bist zu stark!

Und so kreisen wir wieder um uns selbst
wie sonst auch immer
ohne Berührungen nach außen
ohne wirkliche Veränderung

ein Sturm im Wasserglas
ohne berührende Körper
ohne Worte, die sich kreuzen
ohne Liebe, die schwingt.

Es ist endlos tot und traurig
es ist leer und ausgebrannt
ohne deine Liebe
ist auch mein Leben nichts.

Jeden Tag denke ich an Dich
wie es so mit Dir war
was Du mir bedeutet hast
und wo du mir fehlst

ich würde es dir gerne sagen
aber du hast alles abgeblockt
kein Gefühl dringt mehr an deine Ohren
alles ist stumm und taub

Ja, vielleicht ahntest Du
dass es mit mir anders ist
dass ich etwas in dir bewegen würde
und davor hast du Angst

Meine Hände auf deiner Haut
eine schöne Vorstellung
von der du mal geträumt hast
jetzt aber, wo ist sie hin?

in der hintersten Schublade
mit all dem Staub und Dreck!
da guckt doch keiner hin

mach endlich das Fenster auf!
Und lass die Sonne rein!
Putz die Scheiben und guck mal wirklich durch
was siehst du?
außer deinem eigenen Spiegelbild?

mach das Fenster auf
steig hindurch
geh nach draußen
auf die Straße!

Die Welt
saug sie tief ein
lass sie dich verändern
und verändere sie!

Das kalte Wetter

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und die innere Leere

Vier Menschen laufen auf einer Stahlskulptur entlang, die wie eine Achterbahn aussieht. Der Himmel ist grün und hat ein paar Wolken

Das kalte Wetter macht mir momentan schwer zu schaffen. Lange habe ich auf den Frühlingsdurchbruch gewartet, aber so richtig gekommen ist er nie. Endlos lange zieht sich alles hin. Wir haben jetzt mittlerweile Mai und ich habe immer noch das Gefühl im Februar festzuhängen!

Wie abhängig man doch vom Wetter ist. Mir ist das an vielen Stellen aufgefallen. Fotografieren an der frischen Luft ist z.B. sehr schwierig.
Der Winter war hauptsächlich nass und grau. Gute Bilder sind da kaum entstanden. Schöne Sonne und glitzerner Schnee? Gab es dies Jahr nicht!

Aber auch im Januar oder Februar wurde es nicht einfacher. Als dann endlich die Mandeln anfingen zu blühen, hab ich mich sehr gefreut. Aber auch die Mandelblüte war dies Jahr sehr eisig und kalt, dazu noch ein schneidener Wind. Brr!! Das hat mein Fotografie-Hobby ziemlich einschlafen lassen, außerdem sind die Bilder meistens grau und farblos. Ja, das ganze zieht mich ziemlich runter, aber was soll man machen?

Wir haben noch kein einziges Mal im Hof gegrillt. Nur Kaffee getrunken. Ich hab mit dem Smartphone bissel Musik gehört- das wars. Dann bin ich wieder rein, weil es so gezogen hat.

Es ist halt so! Letztes Jahr war es zu warm, das ist dann auch wieder nicht gut.

Das Problem liegt vielmehr daran, dass man zu abhängig von der „Energie von außen“ ist! Man wartet auf die Sonne, dass sie einem Energie gibt. Man wartet auf andere Menschen, dass sie etwas in den sozialen Medien posten, damit man sich da dranhängen und inspirieren lassen kann. Man wartet, dass man angerufen wird, dass andere die Initiative ergreifen. Man ist eigentlich total abhängig von „außen“ und innen ist eine Wüste.

Aber was, wenn die Energie ausbleibt? Wenn nichts „gepostet“ wird, wenn nichts „scheint“ ? Dann sieht man ziemlich schnell ziemlich alt aus.
Dann ist man mit sich allein. Mit seinen Gedanken, mit seinen Fehlern, mit seinen Schwächen, mit der Krankheit…

Dann ist man gezwungen, zu reflektieren. Dann muss man ein nachdenklicher und einsamer Mensch „auf Zeit“ werden. Und plötzlich entdeckt man die schönen Seiten wieder „in sich“. Diese kleinen Oasen, die man in der Hektik völlig übersehen hat. Die Pflanzen der Liebe und der Sehnsucht im Inneren, die schon fast verdorrt sind. Man fängt sie wieder an zu gießen und wie schön sie dann plötzlich blühen! Aber du musst sie selbst pflegen, es nimmt Dir keiner ab.

Man hat so viel im Außen gesucht, dabei war im Inneren bereits alles da.